Anatomie - Stefan Ruzowitzky

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Re: Anatomie - Stefan Ruzowitzky

Beitragvon Arkadin » 9. Mär 2013, 16:37

horror1966 hat geschrieben: Sicherlich gibt es auch gute deutsche Produktionen, aber gerade die von dir angesprochenen Filme mit Schweiger sind für mich ein eindeutiges Indiz dafür, das ein Großteil der Deutschen selbst den größten Mist regelrecht hypt.


Schweiger dreht im Jahr einen Film. Wie viel 100 Produktionen gibt es daneben noch? Bitte nicht gleichsetzen.

horror1966 hat geschrieben:Für mich persönlich ist es nicht nachvollziehbar, was man an diesen Pseudo-Komödien gut finden kann, die ja ganz hoch im Kurs stehen.


Die Komödien sprechen halt ein bestimmtes Klientel an. Und die finden das gut, die Bild, Bunte,Gala-Szene pusht das noch ordentlich und darum sind die am Ende so erfolgreich. Was auch völlig okay ist. Wenn man das nicht mag, guckt man das nicht. Wenn man das toll findet - bitte schön.

Worauf ich aber hinaus möchte ist folgendes: Die angesprochen Filme repräsentieren einen Bruchteil der deutschen Produktionen, ziehen aber ca. 90% der Zuschauer. Warum? Weil viele, eben pauschaliseren: Deutscher Film = Schweiger/Schweighöfer/Bully-Komödie - ist also nix. Und darum gehen die nicht in deutsche Produktionen, egal zu welchem Thema. Und solange andere Produktionen kein Geld einspielen, wird da auch kein Geld reingesteckt (Fördergelder für gesellschaftlich relevante Themen mal ausgeklammert). Und solch ein Schubladen-Denken, macht die Chancen für gutes Genrekino in Deutschland einfach kaputt. Und das ist schade. Wenn z.B. "Die Sieger" von Graf damals nicht so gnadenlos gefloppt wäre, vielleicht hätten wir dann hätten wir vielleicht eine kurze Welle guter Polizeifilme gehabt (nach "Anatomie" kamen ja auch noch einige deutsche Genrefilme auf den Markt, wie "Tattoo" von Robert Schwentke, "Flashback" oder eben das Sequel). Aber der war ja aus Deutschland mit TV-Schauspielern. Also nichts, was man im Kino anguckt. Sorry für das :offtopic: , aber das ist gerade ein Thema, an dem ich arbeite und das mich ärgert.
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Re: Anatomie - Stefan Ruzowitzky

Beitragvon purgatorio » 9. Mär 2013, 16:41

Arkadin hat geschrieben:
horror1966 hat geschrieben: Sicherlich gibt es auch gute deutsche Produktionen, aber gerade die von dir angesprochenen Filme mit Schweiger sind für mich ein eindeutiges Indiz dafür, das ein Großteil der Deutschen selbst den größten Mist regelrecht hypt.


Schweiger dreht im Jahr einen Film. Wie viel 100 Produktionen gibt es daneben noch? Bitte nicht nicht gleichsetzen.
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Re: Anatomie - Stefan Ruzowitzky

Beitragvon Arkadin » 9. Mär 2013, 16:46

purgatorio hat geschrieben:
Arkadin hat geschrieben:
horror1966 hat geschrieben: Sicherlich gibt es auch gute deutsche Produktionen, aber gerade die von dir angesprochenen Filme mit Schweiger sind für mich ein eindeutiges Indiz dafür, das ein Großteil der Deutschen selbst den größten Mist regelrecht hypt.


Schweiger dreht im Jahr einen Film. Wie viel 100 Produktionen gibt es daneben noch? Bitte nicht nicht gleichsetzen.
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Re: Anatomie - Stefan Ruzowitzky

Beitragvon buxtebrawler » 10. Mär 2013, 17:14

Ich fand "Keinohrhasen" gut :mrgreen: (*duckundweg*)

Aber ich hab irgendwie das Gefühl, dass deutsche Filmemacher ein gestörtes Verhältnis zu soliden Genreproduktionen haben.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Anatomie - Stefan Ruzowitzky

Beitragvon Arkadin » 10. Mär 2013, 20:28

buxtebrawler hat geschrieben:Ich fand "Keinohrhasen" gut :mrgreen: (*duckundweg*)

Aber ich hab irgendwie das Gefühl, dass deutsche Filmemacher ein gestörtes Verhältnis zu soliden Genreproduktionen haben.


Würde ich so nicht sagen. Im Bereich Gangsterfilm gab es auch aus dem Umfeld der Berliner schule beachtliches, wie "Im Schatten" von Thomas Arslan oder der tolle "Der Räuber" von Benjamin Heisenberg. Petzold hat mit "Yella" ein definitiv von "Carnival of Souls" inspirierten Film gedreht. Und sie alle verehren Graf und Lemke. Graf wiederum liebt "Syndikat des Grauens" von Fulci. "Das Experiment" von Hirschbiegel mag ich auch gerne. Und wenn man sich mal so die genreaffinen Regisseure anguckt: Die sind alle in die USA gegangen und machen dort Genrefilme. Wie Hirschbiegel ("Invasion"), Schenkel (okay, ein Schweizer) oder Schwentke ("Flightplan", "R.E.D."). Von Petersen, Emmerich und Tykwer mal ganz zu schweigen.
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Re: Anatomie - Stefan Ruzowitzky

Beitragvon buxtebrawler » 11. Mär 2013, 13:26

Arkadin hat geschrieben:Würde ich so nicht sagen. Im Bereich Gangsterfilm gab es auch aus dem Umfeld der Berliner schule beachtliches, wie "Im Schatten" von Thomas Arslan oder der tolle "Der Räuber" von Benjamin Heisenberg. Petzold hat mit "Yella" ein definitiv von "Carnival of Souls" inspirierten Film gedreht. Und sie alle verehren Graf und Lemke. Graf wiederum liebt "Syndikat des Grauens" von Fulci. "Das Experiment" von Hirschbiegel mag ich auch gerne. Und wenn man sich mal so die genreaffinen Regisseure anguckt: Die sind alle in die USA gegangen und machen dort Genrefilme. Wie Hirschbiegel ("Invasion"), Schenkel (okay, ein Schweizer) oder Schwentke ("Flightplan", "R.E.D."). Von Petersen, Emmerich und Tykwer mal ganz zu schweigen.


Klar gibt's immer mal wieder was, durchaus auch Zeug, das mir gefällt! Aber wie du schon selbst schriebst: Eben, viele gehen dann in die USA, natürlich aus gutem Grund. Und von Emmerich sowie dem US-Petersen bin ich nun auch nicht sonderlich angetan.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Anatomie - Stefan Ruzowitzky

Beitragvon karlAbundzu » 11. Mär 2013, 17:34

seh ich auch ähnlich wie arkschi, man könnte ja auch mal sagen: Die amis, die machen immer so doofe schenkelklopfkomödien, die können ja nichts, da schau ich mir an.
denn gerade im komödien- und im mainstreambereich ist nunmal 90% mist, hüben wie drüben.
In Deutschland haben wir nun dann das Problem, das, wenn genrefilme floppen, das da niemand mehr geld reinsteckt und der hiesige markt nicht so viel hergibt, das man ohne förderung einigermaßen was hinbekommt (jedenfalls selten)
die kleine welle mit deutschen slashern nach anatomie hat ja ein paar gute filme hervorgebracht (auch ziemlich schlechte) und die genrefilme unsrer arthouse regisseure, die arkadin nannte, werden eben anders referiert.... leider.


ach so, topic: Anatomie fand ich damals im Kino hinreissend und den zweiten zu der Zeit im Kino auch ok.
Ich war ja nur im Berliner Filmmuseum nachher enttäuscht, dass die Plastinierten Körper im Film Nachbildungen waren...
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Anatomie - Stefan Ruzowitzky

Beitragvon purgatorio » 11. Mär 2013, 17:47

karlAbundzu hat geschrieben:(...)
Ich war ja nur im Berliner Filmmuseum nachher enttäuscht, dass die Plastinierten Körper im Film Nachbildungen waren...


ohhh, wirklich? Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass das Leihgaben von Gunther von Hagens waren :? hab's aber auch nie recherchiert, ich nahm das immer einfach nur an :|
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Re: Anatomie - Stefan Ruzowitzky

Beitragvon karlAbundzu » 11. Mär 2013, 17:58

Ging mir genauso, und die damalige Pressearbeit legte das auch nah, insofern war ich dann enttäuscht als die Teile ins Filmmuseum kamen und da das dann anders erklärt wurde....
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Anatomie - Stefan Ruzowitzky

Beitragvon karlAbundzu » 13. Jul 2018, 21:08

buxtebrawler hat geschrieben:Jo, bei 6/10 war ich auch.

Ok, werde Teil 2 meiden wie Universitäten :D

Ich blättere gerade älteres durch und mußte gerade kichern
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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