100 Jahre Adolf Hitler[...] - Christoph Schlingensief (1989)

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100 Jahre Adolf Hitler[...] - Christoph Schlingensief (1989)

Beitragvon jogiwan » 19. Dez 2018, 08:26

100 Jahre Adolf Hitler - Die letzte Stunde im Führerbunker

Bild

Originaltitel: 100 Jahre Adolf Hitler - Die letzte Stunde im Führerbunker

Herstellungsland: Deutschland / 1989

Regie: Christoph Schlingensief

Darsteller: Volker Spengler, Brigitte Kausch, Margit Carstensen, Dietrich Kuhlbrodt

Story:

Am 30. April des Jahres 1945 haben sich im Führungsbunker Adolf Hitler und seine engste Führungsriege zusammengefunden und dort das drohende Ende des Nazi-Regimes mit einem ausgiebigen Feier-Exzess zu begegnen. Man feiert das Weihnachtsfest, nimmt Morphium, huldigt dem körperlichen Verlangen und wenig später greift der kollektive Wahnsinn endgültig um sich. Während draußen der Bombenhagel fortschreitet und Hitler Selbstmord begeht, beginnt unter seinen Getreuen der Kampf um dessen Nachfolge und das Bestreben, sein politisches und gesellschaftliches Erbe weiter in die Welt zu tragen.
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Re: 100 Jahre Adolf Hitler[...] - Christoph Schlingensief (1989)

Beitragvon jogiwan » 19. Dez 2018, 08:28

Mit „100 Jahre Adolf Hitler - Die letzte Stunde im Führerbunker“ hat Christoph Schlingensief ein schon sehr kontroverses Werk geschaffen, bei dem die Schauspieler zwar geschichtliche Figuren darstellen, dann aber munter drauf los improvisieren und dem Wahnsinn freien Lauf lassen. Eine herkömmliche Storyline sollte man sich nicht erwarten, dafür gibt es viel Geschrei, grobkörnige Schwarzweiß-Bilder aus dem Bunker und eine künstlerische Auseinandersetzung mit Figuren, die gesellschaftlich noch immer nicht so richtig erfolgt ist. Schlingensief ging es auch nicht darum irgendwelche Ereignisse nachzuspielen, sondern er präsentiert eher den fragwürdigen Umgang der Aufarbeitung der Ereignisse, der seiner Meinung nach mit Verboten, Täter-Reflex und Totschweigen auf eine falsche Art und Weise erfolgt. Schlingensief nimmt diese Figuren und macht daraus kurzerhand ein völlig groteskes Spektakel, das einem verklärten Personenkult nicht ferner sein könnte. Dabei werden auch Fragen aufgeworfen, wie man auf „vernünftige“ Weise mit so einem geschichtlichen Erbe umgehen kann bzw. müsste und das ist gerade in Zeiten in denen Populisten auf dem Vormarsch der breiten Masse zu komplexen Themen wieder sehr einfache Lösungen vorgaukeln, ein sehr wichtiger Punkt mit dem sich die Gesellschaft meines Erachtens viel stärker auseinandersetzten müsste.
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