Schindlers Liste - Steven Spielberg (1993)

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Schindlers Liste - Steven Spielberg (1993)

Beitragvon dr. freudstein » 11. Jan 2013, 16:35

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Originaltitel: Schindler's List

Herstellungsland: USA / 1993

Regie: Steven Spielberg

Darsteller: Liam Neeson, Ben Kingsley, Ralph Fiennes, Caroline Goodall, Jonathan Sagall,
Embeth Davidtz, Malgoscha Gebel u.a.

Story:
Krakau, 1939: Kurz nach dem Sieg des Deutschen Reiches über Polen kommt der deutsche Lebe- und Geschäftsmann Oskar Schindler (Liam Neeson) in die Stadt und erwirbt für wenig Geld eine alte Emaille-Fabrik, in der er mit Hilfe von Zwangsarbeitern Feldgeschirr für die Wehrmacht produzieren will. Er trifft auf den einflussreichen Juden Itzhak Stern (Ben Kingsley) und macht ihn zu seinem Buchhalter, nachdem dieser ihm Geld für den Produktionsbeginn verschaffen konnte. Stern übernimmt de facto die Leitung der Fabrik und nutzt seine Position, um den Juden im Ghetto kriegswichtige Arbeit in der Fabrik zu beschaffen. Als der sadistische SS-Offizier Amon Göth (Ralph Fiennes) nach Krakau kommt, um vor den Toren der Stadt das KZ Płaszów zu errichten, wird Schindler Zeuge der gewaltsamen Räumung des Ghettos und ist sichtlich betroffen.
Um seine Arbeitskräfte nicht zu verlieren besticht er Göth und darf diese schließlich behalten.
Als Göth den Befehl bekommt Płaszów aufzulösen und alle Juden nach Auschwitz deportieren zu lassen, besticht Schindler ihn erneut und erstellt mit Stern eine Liste, auf der die Namen aller wichtigen Arbeiter stehen, die er für seine Fabrik benötigt. Schindler geht es jetzt jedoch nicht mehr ums Geschäft, sondern um die Rettung so vieler Leben wie möglich…

http://www.ofdb.de/film/1457,Schindlers-Liste
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Re: Schindlers Liste - Steven Spielberg

Beitragvon horror1966 » 11. Jan 2013, 16:50

"Schindlers Liste" ist meiner Meinung nach der beste und wichtigste Film von Steven Spielberg. Es gibt ja nicht gerade wenige Leute, die der Meinung sind, das er diesen Film nur gedreht hat, um endlich den heissersehnten Oscar zu bekommen. Ich muß ganz ehrlich sagen, selbst wenn es so wäre, ist das doch eigentlich egal, da der Film einfach ein Meisterwerk ist.

Spielberg hat hier ein Stück deutsche Geschichte verfilmt, die wir einfach akzeptieren müssen, ob es uns gefällt, oder nicht. Es gab nun einmal den Holocaust, daran ist nun einmal nichts zu ändern. Aber wie Spielberg hier die Geschichte des deutschen Industriellen Oscar Schindler verfilmt hat, das ist einfach nur brillant.

Der Film übt eine so extrem starke Faszination auf den Zuschauer aus, das einem eine Gänsehaut nach der anderen über die Haut läuft. Atmosphärisch ist dieses Werk so beklemmend, das man teilweise wirklich kaum schlucken kann, weil der Film auch schockiert und teilweise ein Gefühl der Ungläubigkeit hinterlässt.

Die Darsteller hätte man kaum besser auswählen können, alle Rollen werden mit sehr viel Hingabe und Überzeugend dargestellt. Vor allem Liam Neeson als Schindler ist die absolut perfekte Besetzung.

Jedenfalls ist dieser Film in meinen Augen ein absolutes Meisterwerk, das seine Oscars auch verdient hat, da gibt es nichts zu deuteln. Dieser Film geht einfach unter die Haut, stimmt sehr nachdenklich und bleibt auch nachhaltig im Gedächtnis haften.


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Re: Schindlers Liste - Steven Spielberg

Beitragvon untot » 11. Jan 2013, 17:31

Starker Film, der einem unter die Haut geht, einzig das Ende fand ich etwas hollywoodlike zu dick aufgetragen, aber darüber kann ich wegsehen.
Ansonsten pflichte ich Horror bei, für mich Spielbergs bedeutenstes Werk.

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Re: Schindlers Liste - Steven Spielberg

Beitragvon dr. freudstein » 13. Jan 2013, 14:02

Klar, wenn Steven Spielberg an das Thema ran geht, stecken viel Kohle und Hollywood drinnen.
Zunächst war der Schindler ja nur ein profitgieriger Geschäftsmann, der die Gunst der Stunde nutzte und Juden nur als billige Arbeitskraft brauchte. Doch dann wurden Gefühle in ihm erweckt und versuchte, seine SS Freunde zu manipulieren mit Geld und Worten. Um nicht aufzufliegen, musste er sich natürlich zurück halten und die SS Leute täuschen. Was die Nazis den Juden vorwarfen, übten sie selbst aber zu gerne aus, nämlich Geschäftemacherei, einen Pakt mit den Bonzen einzugehen. Alles in s/w gehalten (bis auf die roten Blutlachen), wirkt der Film authentischer, denn die meisten Bilder (Farbkameras waren noch selten) kennt man ja nur in s/w. Hier jedenfalls hat Spielberg einen ergreifenden Film erstellt, der einen nicht emotionslos zurück lässt, wie selten bei diesem Thema. Der Russe fast zum Schluss drückt noch mal das aus, das nicht nur Deutsche den Juden feindselig gesonnen sind, sondern der Rest der Welt. Deswegen griff man auch erst spät ein und in erster Linie nur, um Gebiete und Länder nicht an die Deutschen zu verlieren.

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Re: Schindlers Liste - Steven Spielberg

Beitragvon Die Kroete » 13. Jan 2013, 14:37

untot hat geschrieben:Starker Film, der einem unter die Haut geht, einzig das Ende fand ich etwas hollywoodlike zu dick aufgetragen, aber darüber kann ich wegsehen.
Ansonsten pflichte ich Horror bei, für mich Spielbergs bedeutenstes Werk.

9/10


Zu Hollywoodlike? Ja, kein Wunder. Schließlich wußte um diese Person und seine guten Taten vor dem Film niemand bescheid :?

Aber es kommen ja keine geringen Mengen von Nazi-Storys ans Tageslicht, in den letzten 20-30 Jahren, die wohl erst lange nach den fürchterlichen 12 Jahren geschehen sein müssen. :palm:

Aber bevor ich hier noch politisch unkorrekter werden sollte, behaupte ich auch, der Film sei gelungen. :twisted:
Nach wie vor, halte ich jedoch an "Duell" und "Der weiße Hai" fest, als die besten Filme Spielbergs! :vhs:
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Re: Schindlers Liste - Steven Spielberg

Beitragvon buxtebrawler » 13. Jan 2013, 20:08

Die Kroete hat geschrieben:Aber es kommen ja keine geringen Mengen von Nazi-Storys ans Tageslicht, in den letzten 20-30 Jahren, die wohl erst lange nach den fürchterlichen 12 Jahren geschehen sein müssen. :palm:


Wie meinen? :-?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Schindlers Liste - Steven Spielberg

Beitragvon untot » 14. Jan 2013, 15:11

buxtebrawler hat geschrieben:
Die Kroete hat geschrieben:Aber es kommen ja keine geringen Mengen von Nazi-Storys ans Tageslicht, in den letzten 20-30 Jahren, die wohl erst lange nach den fürchterlichen 12 Jahren geschehen sein müssen. :palm:


Wie meinen? :-?


Versteh ich auch nicht ganz! :?

Die Kroete hat geschrieben:Zu Hollywoodlike? Ja, kein Wunder. Schließlich wußte um diese Person und seine guten Taten vor dem Film niemand bescheid

Doch, ich schon!! :nick:
Ich finde nur die letzten Szenen beim Abschied auf dem Bahnhof ein bisschen zu theatralisch, das ist eben typisch Hollywood und das missfällt mir zuweilen tierisch! :kotz:
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Re: Schindlers Liste - Steven Spielberg

Beitragvon ugo-piazza » 27. Dez 2015, 17:05

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USA 1993

D: Liam Neeson, Ben Kingsley, Ralph Fiennes


Krakau, 1939: Kurz nach dem Sieg des Deutschen Reiches über Polen kommt der deutsche Lebe- und Geschäftsmann Oskar Schindler (Liam Neeson) in die Stadt und erwirbt für wenig Geld eine alte Emaille-Fabrik, in der er mit Hilfe von Zwangsarbeitern Feldgeschirr für die Wehrmacht produzieren will. Er trifft auf den einflussreichen Juden Itzhak Stern (Ben Kingsley) und macht ihn zu seinem Buchhalter, nachdem dieser ihm Geld für den Produktionsbeginn verschaffen konnte. Stern übernimmt de facto die Leitung der Fabrik und nutzt seine Position, um den Juden im Ghetto kriegswichtige Arbeit in der Fabrik zu beschaffen. Als der sadistische SS-Offizier Amon Göth (Ralph Fiennes) nach Krakau kommt, um vor den Toren der Stadt das KZ Płaszów zu errichten, wird Schindler Zeuge der gewaltsamen Räumung des Ghettos und ist sichtlich betroffen.
Um seine Arbeitskräfte nicht zu verlieren besticht er Göth und darf diese schließlich behalten.
Als Göth den Befehl bekommt Płaszów aufzulösen und alle Juden nach Auschwitz deportieren zu lassen, besticht Schindler ihn erneut und erstellt mit Stern eine Liste, auf der die Namen aller wichtigen Arbeiter stehen, die er für seine Fabrik benötigt. Schindler geht es jetzt jedoch nicht mehr ums Geschäft, sondern um die Rettung so vieler Leben wie möglich… (OFDB)


Als es damals, 1993, in den Medien hieß, Steven Spielberg, der gerade erst die Dreharbeiten von "Jurassic Park" abgeschlossen hatte, würde als nächstes einen Holocaust-Film drehen, hielten viele die Meldung für einen Aprilscherz. Als ich den Film dann damals im Kino sah, war ich sehr beeindruckt, hatte ihn aber bis zur gestrigen TV-Ausstrahlung (Ohne Werbeunterbrechung und mit vollständigem Abspann, und das auf RTL2! :shock: ) nie wieder gesehen.

In der ersten Stunde plätschert der Film in der Tat noch etwas ziellos, wenn Schindler als skrupelloser Geschäftsmann eingeführt, dem ausschließlich darum geht, auf Kosten anderer maximalen Profit zu erzielen. Das Auftauchen des skrupellosen Kommandanten Amon Göth, der als Frühsport mal eben ein paar Juden erschießt, führt bei Schindler langsam zu einer Entwicklung vom Saulus zum Paulus.

Auch, wenn mir nicht gefällt, dass aus dramaturgischen Gründen von realen Ereignissen abgewichen wird (die Filmfigur des Itzhak Stern entspricht dem realen Stern nur teilweise, sondern wurde aus drei verschiedenen Personen "zusammengesetzt"), so beeindruckt mich "Schindlers Liste" auch heute noch. Die Schauspielerleistungen von Neeson, Kingsley und Fiennes sind grandios, und auch, wenn ich bei Spielberg in erster Linie an Indy Jones und den weißen Hai denke, so ist "Schindlers Liste" wohl für Spielberg eine Herzensangelegenheit gewesen, die ihm zu Recht einen Platz in der Geschichtsschreibung sichert.
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Re: Schindlers Liste - Steven Spielberg (1993)

Beitragvon buxtebrawler » 16. Okt 2019, 12:00

Erscheint voraussichtlich am 05.12.2019 bei Universal noch einmal auf Blu-ray:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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