Ruhe sanft GmbH - Jacques Tourneur

Moderator: jogiwan

Ruhe sanft GmbH - Jacques Tourneur

Beitragvon untot » 22. Sep 2010, 13:11

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Originaltitel: The Comedy of Terrors

Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 1963

Regie: Jacques Tourneur

Darsteller: Vincent Price, Peter Lorre, Boris Karloff, Joyce Jameson, Beverly Powers, Basil Rathbone

Inhalt:
Bestattungsunternehmer Amos Hinchley, Waldo Trumbull und ihr Faktotum Felix Gillie stehen vor der Pleite, weil das Geschäft nicht läuft und Vermieter Black die Jahresmiete fordert. Das Trio will das Unternehmen mit Morden sanieren. Die Gattin des ersten Opfers will nicht zahlen. Also wird Black umgebracht. Der leidet an Scheintodanfällen und steht aus dem Sarg auf. Trumbull erschießt ihn, will seinen Schwiegervater vergiften, gerät an Gillie, der in Trumbulls Frau Amaryllis verliebt ist, und bleibt, als ihn der Schwiegervater für krank hält, auf der Strecke.

Fazit:
Dieser Film ist der Knaller!
Selten hab ich mich so gut unterhalten gefühlt, eine wunderbar schräge Komödie mit bitterbösem, rabenschwarzen Humor.
Den drei altgedienten Film und Horror Haudgen, Price, Lorre und Karloff zuzusehen ist Filmvergnügen pur, stellenweise erinnert mich der Streifen an die alten Poe Verfilmungen von Roger Corman.
Wer auf die alten Hammer-Produktionen steht wird diesen Film lieben.

8/10
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Re: Ruhe sanft GmbH

Beitragvon Blap » 22. Sep 2010, 16:10

Jau, das Teil macht Freude. Ein älterer Ultrakurzkommentar:

Ruhe Sanft GmbH

Waldo Trumbull (Vincent Price) hat sich das Bestattungsunternehmen seines Schwiegervaters Amos Hinchley (Boris Karloff) unter den Nagel gerissen. Dazu heiratete er einfach dessen liebreizende Tochter Amaryllis (Joyce Jameson (süss)). Doch die Geschäfte laufen leider sehr schlecht. Also helfen Trumbull und sein vertrottelter Gehilfe Felix Gillie (Peter Lorre) ein wenig nach, damit neue "Kunden" den Weg in das Institut finden. Als der Vermieter Stress macht, beschliesst man diesen ebenfalls zu beseitigen. Doch der Bursche ist nicht so einfach unter die Erde zu bringen...

"The Comedy of Terrors" ist eine nette Komödie. Vincent Price als fieser, versoffener Bestatter ist einfach klasse. Peter Lorre als sein unterdrückter Gehilfe ebenfalls.

Macht Spass, wobei Vincent Price natürlich noch weitaus stärkere Auftritte vorzuweisen hat. Man denke nur an den phantastischen Dr. Phibes!

7/10 (gut)
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Re: Ruhe sanft GmbH

Beitragvon buxtebrawler » 22. Dez 2010, 23:31

Diese Produktion der American International Pictures aus dem Jahre 1963 ist nach „Der Rabe“ eine weitere (Gothic-)Horror-Komödie, die mit der Startbesetzung Vincent Price, Peter Lorre und Boris Karloff aufwartet und sogar noch um die Teilnahme Basil Rathbones („Sherlock Holmes“) erweitert wurde. Mit der Regie wurde diesmal aber nicht Roger Corman, der sich mit zahlreichen Edgar-Allan-Poe-Verfilmungen für AIP einen guten Namen machte, sondern Jacques Tourneur, der zuvor schon Filme wie „Katzenmenschen“, „Ich folgte einem Zombie“ oder „Der Fluch des Dämonen“ drehte, beauftragt. Sind es wirklich die Kulissen aus Cormans „Lebendig begraben“, die hier zweitverwertet wurden? Wie dem auch sei, „Ruhe Sanft GmbH“ ist eine absolut eigenständige, rabenschwarze Komödie, die von seinem genialen Humor voller Slapstick, Situationskomik und „Running Gags“ ebenso getragen wird wie von seinem Schauspielerensemble. Vincent Price brilliert in seiner Rolle als zynischer Bestatter Trumbull, der wegen permanenten Geldmangels gezwungen ist, möglichst ökonomisch zu wirtschaften, ein Alkoholproblem hat und zudem unglücklich verheiratet ist. Alleine die bitterbösen Dialoge, die er sich mit seiner Frau Amaryllis (Joyce Jameson) liefert, die sich für eine verhinderte Opernsängerin hält, sind köstlich und die Sichtung dieses Films wert. Ihm zur Seite steht Peter Lorre als bemitleidenswerter Gehilfe Felix, der ebenfalls voll in seiner Rolle aufgeht, zusammen geben beide ein herrlich schrulliges Paar ab. Boris Karloff als Trumbulls seniler Schwiegervater beweist einmal mehr Humor, indem er sich nur durch Hilfe seiner Tochter der Vergiftungsversuche Trumbulls erwehren kann, eigentlich aber nicht mehr viel mitbekommt. Basil Rathbones als Trumbulls Gläubiger und viel zu lang lebender Totgesagter bekam wahnwitzige Auftritte voller Overacting auf den Leib geschneidert, in denen er fleißig Shakespeare zitieren und sich Duelle mit seinen Totengräbern liefern darf. Obwohl es sich um eine US-Produktion handelt, geriet „Ruhe sanft GmbH“ so typisch britisch, dass es die reinste Freude ist. Die Komik hat in den all den Jahren nichts von ihrer Wirkung eingebüßt; man könnte den Antihelden stundenlang dabei zusehen, wie sie sich ihre Situation immer mehr zuspitzt und schlichtweg gemäß „Murphy’s Law“ alles schief geht, was schief gehen kann. Dabei sind diese Charaktere so drollig, dass man trotzdem mit ihnen mitfiebert und -leidet. Klar, einige Scherze sind vielleicht etwas sehr albern, aber die Gagdichte ist doch enorm. Mir scheint, dass „Ruhe sanft GmbH“ unverständlicherweise etwas in Vergessenheit geraten ist und hinter populäreren Titeln wie „Der Rabe“ zurückstecken muss. Doch wer auch nur im Entferntesten etwas mit den Hauptdarstellern, der Produktionsfirma und ihren anderen Veröffentlichungen der Dekade oder einfach erfrischenden Komödien, die man heutzutage zwischen all dem „Romantic Comedy“-Kitsch oder platten Parodien mit der Lupe suchen muss, anzufangen weiß, muss ihn mindestens einmal gesehen haben! Und, wer weiß, vielleicht ist er ja näher an der Realität der Bestattungsbranche, als man denkt...
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Ruhe sanft GmbH - Jacques Tourneur

Beitragvon buxtebrawler » 16. Okt 2019, 12:57

Erscheint voraussichtlich am 25.10.2019 bei MGM/Hansesound als Blu-ray/DVD-Kombination im Mediabook:

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Extras:
- 24-seitiges Booklet mit tollen Fotos und Hintergrundinformationen

Bemerkungen:
Limitiert auf 2000 Stück.
- Premiere auf Blu-ray mit neuer HD-Abtastung (auch die DVD stammt vom neuen Master)
- Digital remastert (Stereo & DTS Ton-Abmischung)

Quelle: https://ssl.ofdb.de/view.php?page=fassu ... &vid=99351
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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