Leben und Sterben in L.A. - William Friedkin (1985)

Moderator: jogiwan

Leben und Sterben in L.A. - William Friedkin (1985)

Beitragvon jogiwan » 13. Jun 2012, 20:34

Leben und Sterben in L.A.

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Originaltitel: To Live and Die in L.A.

Herstellungsland: USA / 1985

Regie: William Friedkin

Darsteller: William Petersen, Willem Dafoe, John Pankow, Debra Feuer, John Turturro

Story:

Obwohl Eric Masters - ein eiskalter Geldfälscher der über Leichen geht - der Polizei bekannt ist, konnte ihm bisher keine Straftat nachgewiesen werden. Detective Richard Chance versucht mit aller Kraft dem Verbrecher das Handwerk zu legen, als sein langjähriger Kollege bei seinen Ermittlungen gegen Masters getötet wird. Zusammen mit seinem neuen Partner Vukovich startet er einen unerbittlichen und sehr emotionalen Feldzug gegen den Gangster, wobei Chance auch mit seiner Dienststelle in Konflikt gerät. (quelle: ofdb.de)
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Re: Leben und Sterben in L.A. - William Friedkin (1985)

Beitragvon sid.vicious » 13. Jun 2012, 23:12

Habe den Film vor vielen Jahren auf ARTE gesehen und muss sagen, dass dieser durchaus interessant in Erinnerung blieb.
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Re: Leben und Sterben in L.A. - William Friedkin (1985)

Beitragvon Arkadin » 14. Jun 2012, 08:18

Grandioser Film! Ich glaube, kein Film hat es je geschafft mich so zu überraschen. Mein Kinn tut vom Aufschlag auf den Wohnzimmerboden immer noch weh. Hervorragend mit authentischem L.A.-Feeling insziniert und vortrefflich besetzt. Pflichtprogramm!
Früher war mehr Lametta
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Re: Leben und Sterben in L.A. - William Friedkin (1985)

Beitragvon untot » 14. Jun 2012, 14:05

Da ich ja jeden Film mit Dafoe gucke kenn ich auch diesen hier, ich muss aber zu meiner Schande gestehen, das ich davon sogut wie nix mehr weiß.
Glaub ich muss den bald mal wieder sichten...
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Re: Leben und Sterben in L.A. - William Friedkin (1985)

Beitragvon Onkel Joe » 14. Jun 2012, 15:40

Grandios, Stylisch, einfach beide Daumen :thup: .
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Re: Leben und Sterben in L.A. - William Friedkin (1985)

Beitragvon Adalmar » 27. Dez 2013, 23:18

Sehr guter Polizei-/Gangsterstreifen von Friedkin und nach "Cruising" für mich der beeindruckendste Film dieses Regisseurs, der aus meiner Sicht sowohl "The French Connection" als auch den "Exorzisten" in den Schatten stellt.

Auch wenn ich kein großer 80er-Fan bin, hat mich die intensive zeittypische Atmosphäre mit einem hitzigen Soundtrack doch in ihren Bann gezogen. Bei Figuren und Darstellern hat mich vor allem überzeugt, wie Friedkin "Gut" und "Böse", Räuber und Gendarm miteinander verschmelzen lässt. Sowohl Dafoe als charmanter, aber eiskalter Gelddrucker als auch Petersen als von korrupter, Rache übender Polizist schaffen es, den Zuschauer in der Frage der Sympathievergabe in Unsicherheit schweben zu lassen.

Klare Empfehlung!
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Re: Leben und Sterben in L.A. - William Friedkin (1985)

Beitragvon buxtebrawler » 4. Mär 2014, 18:04

US-Regisseur William Friedkin bewies allem Anschein nach bereits 1971, also noch vor seinem Okkult-Horror-Klassiker „Der Exorzist“, dass er etwas von Action-Thrillern versteht. „The French Connection“ alias „Brennpunkt Brooklyn“ lautete der Titel des Films und weithin anerkannten Klassikers, und ich muss zu meiner Schande eingestehen, dass ich ihn immer noch nicht gesehen habe. Stattdessen nahm ich mir Friedkins dem gleichen Genre zugehörigen „Leben und Sterben in L.A.“ aus dem Jahre 1985 vor, der gewisse Parallelen aufweisen soll und auf dem gleichnamigen Roman aus der Feder Gerald Petievichs basiert:

Eric Masters (Willem Dafoe, „American Psycho“), ein ebenso begabter wie skrupelloser Geldfälscher, ist der Polizei gut bekannt, doch nie reicht die Beweislage, um seiner juristisch Herr zu werden. Als er den Secret-Service-Agenten Jim Hart (Michael Greene, „Eine verrückte Reise durch die Nacht“) vier Tage vor dessen Pensionierung erschießt, reicht es dessen heißspornigem Junior-Partner Richard Chance (William L. Petersen, „Blutmond“). Zusammen mit seinem neuen Partner John Vukovich (John Pankow, „Der Affe im Menschen“) ist er wie besessen davon, Masters zur Strecke zu bringen und nimmt dafür auch eigene Gesetzesübertretungen billigend in Kauf…

Nach einigem „Vorgeplänkel“, das bei Friedkin so aussieht, dass man es direkt mit einem Selbstmordattentäter zu tun bekommt, zeigt „Leben und Sterben in L.A.“ die Herstellung von Falschgeld, führt behutsam seine Charaktere ein, reißt einen davon früh und unvermittelt auf drastische Weise aus der Handlung und… lädt ein, sich an seinen Bildern, seinem Stil, seiner Ästhetik zu ergötzen, sich in ihnen zu verlieren. Meine Notiz sagt diesbzgl. schlicht und ergreifend „fettgeil ‘80er!“ und tatsächlich wurde das Kult-Jahrzehnt selten so fulminant in Szene gesetzt wie mittels Friedkins urbanem Bilderrausch, der weit mehr zu bieten hat als Panoramen der Metropole. Der zum Puls der Großstadt passend treibende und von der britischen Gruppe „Wang Chung“ beigesteuerte Pop-/Rock-Soundtrack ist ebenfalls ‘80s as fuck und macht auch losgelöst vom Film eine gute Figur – ebenso die freizügige Blondine Darlanne Fluegel („Friedhof der Kuscheltiere 2“), die Richards Informantin und Bettgespielin mimt (und zum Indiz für die De-facto-Aufgabe seines Privatlebens wird).

Doch genug der Oberflächlichkeiten; „Leben und Sterben in L.A.“ nimmt sich alle Zeit, um seine Geschichte in Ruhe zu erzählen, immer mal wieder jäh durchbrochen von Actionszenen und blutigen Schießereien. Die Erzählweise erscheint mir relativ komplex, zumindest eine gewisse Konzentration abverlangend. Fast jeder treibt ein falsches Spiel, was zu einem Klima des Misstrauens, jedoch auch zu handfesten Missverständnissen und daraus resultierenden Problemen führt. Für Geld wird skrupellos über Leichen gegangen, doch diese Skrupellosigkeit scheint sich nicht nur auf Kapitalverbrecher zu beschränken, sondern durch die ganze Stadt zu ziehen und schon gar nicht vor Richard Chance halt zu machen, der sich leidenschaftlich in seine Hatz hineinsteigert und dadurch nicht nur sein eigenes Leben aufs Spiel setzt. Ob Friedkin bzw. Petievich diese Verhaltensmuster angesichts des Filmtitels als symptomatisch für Los Angeles verstanden wissen möchte, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis. Nach rund 80 Minuten münden Chances und Vukovichs nie wirklich aufgehende Pläne in einer wahnsinnigen, spektakulären Verfolgungsjagd durch die Straßen der Metropole und läuten das Finale ein, das letztlich ein überaus grausames Ende findet und wahrlich zu schockieren versteht.

Bei alldem kommt „Leben und Sterben in L.A.“ ohne eindeutige Sympathieträger aus. Stattdessen versucht Friedkin, den Zuschauer für seine Charaktere zu interessieren, ohne dass sich dieser mit ihnen identifiziert. Von Masters geht eine gewisse Faszination aus, er ist eine Mischung aus eigenbrötlerischem Künstler, knallhartem Geschäftemacher und skrupellosem Gewaltverbrecher, verfügt derweil über Dafoes Charisma und wirkt trotz seiner Berechnungen unberechenbar und kreuzgefährlich. Petersen als Richard Chance muss demgegenüber viel in die Waagschale werfen und entlarvt den ‘80er-Sonnyboy-Cop als wenig lässigen, beinahe triebhaften, irrsinnigen und überforderten Typen, dem weder sonderlich Heldenhaftes noch Sympathisches anhaftet und aus dem Film einen sonnigen Neo-Noir macht. Nichtsdestotrotz behält die Handlung penibel die alte „Dirty Harry“-Formel bei, den ermittelnden Beamten gesetzliche Hürden in Form behindernder Vorschriften in den Weg zu legen, für deren Überschreitung lange Zeit Verständnis beim Zuschauer herrscht, bis die Angelegenheit jedoch eine Eigendynamik entwickelt, bei der es quasi keine Gewinner mehr gibt.

Dieses Konzept hat allerdings zur Folge, dass der eigentliche Inhalt des Films mich seltsam kaltgelassen hat, da mir zu keinem Zeitpunkt eine wirkliche Bindung zu einer der handelnden Personen möglich war. Das mag den Film bewusst ein Stück weit kalt und abweisend machen, erwies sich jedoch insbesondere in der langen Exposition nicht immer als zielführend, da den Zuschauer an zu loser Leine lassend. Dies ist aber wohl auch einer der Gründe, weshalb Filme dieser Art nie zu meinen Favoriten zählen werden, wenngleich dieses Exemplar ein audiovisuell besonders gelungenes darstellt.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Leben und Sterben in L.A. - William Friedkin (1985)

Beitragvon Onkel Joe » 4. Mär 2014, 20:59

Hey Bux...schau dir French Connection an...der gehört auf biegen und brechen in deine Sammlung ;) .
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Re: Leben und Sterben in L.A. - William Friedkin (1985)

Beitragvon buxtebrawler » 4. Mär 2014, 21:00

Onkel Joe hat geschrieben:Hey Bux...schau dir French Connection an...der gehört auf biegen und brechen in deine Sammlung ;) .


Alright, liegt schon im Warenkorb!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Leben und Sterben in L.A. - William Friedkin (1985)

Beitragvon Onkel Joe » 4. Mär 2014, 21:16

buxtebrawler hat geschrieben:
Onkel Joe hat geschrieben:Hey Bux...schau dir French Connection an...der gehört auf biegen und brechen in deine Sammlung ;) .


Alright, liegt schon im Warenkorb!



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