Geschichten aus der Gruft [TV-Serie] (1989 - 1996)

Moderator: jogiwan

Re: Geschichten aus der Gruft

Beitragvon buxtebrawler » 21. Apr 2013, 21:15

Na, was kommt denn hier Feines?

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Die erste Staffel anscheinend komplett und ungeschnitten von TB Horror Prod. für nur 8,98 EUR im OFDb-Shop?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Geschichten aus der Gruft

Beitragvon Blap » 22. Apr 2013, 11:24

buxtebrawler hat geschrieben:Die erste Staffel anscheinend komplett und ungeschnitten von TB Horror Prod. für nur 8,98 EUR im OFDb-Shop?


Wäre freilich sehr angenehm. Die Verpackungsdeppen wurden abgezockt, nun kommt der Filmfreund zum Zuge ... :D
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Re: Geschichten aus der Gruft

Beitragvon buxtebrawler » 22. Apr 2013, 11:27

Blap hat geschrieben:Wäre freilich sehr angenehm. Die Verpackungsdeppen wurden abgezockt, nun kommt der Filmfreund zum Zuge ... :D


Ganz meine Gedanken :D
Gut, dass ich so lange gewartet hab.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Geschichten aus der Gruft

Beitragvon jogiwan » 22. Apr 2013, 13:11

Onkel Joe hat geschrieben:Und 6 Monate später kommt ein Schuber mit allen Staffel für unter 50 tacken :lol: .


hat wohl ein bissl länger gedauert... aber schön wäre es, wenn auch die nachfolgenden Staffeln noch zum vernünftigen Preis kommen würden!
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Re: Geschichten aus der Gruft

Beitragvon horror1966 » 10. Sep 2013, 18:17

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Geschichten aus der Gruft (TV-Serie)
(Tales from the Crypt)
mit John Kassir, Miguel Ferrer, Lance Henriksen, William Sadler, Larry Drake, Michael Ironside, Peter Van Norden, Bob Hoskins, Michael J. Fox, Emma Sams, Tom Hanks, James Saxon, Nick Reding, Martin Kemp, uvm.
Regie: Russell Mulcahy / Elliot Silverstein / Gary Fleder / Richard Donner / uvm.
Drehbuch: Scott Nimerfro / William M. Gaines / A L Katz / Gilbert Adler / uvm.
Kamera: Rick Bota / Levie Isaacks / Robert Draper / John R. Leonetti / uvm.
Musik: Jay Ferguson / Nicholas Pike / Alan Silvestri / Frank Becker / uvm.
ungeprüft
USA / 1989 - 1996
93 Episoden a ca. 25 Minuten in 7 Staffeln

93 Horror-Kurzgeschichten verteilt auf 7 Staffeln


Im Prinzip bräuchte man wohl kaum Große Worte über diese absolute Kult-Serie verlieren, handelt es sich doch wohl ganz eindeutig um die bekannteste-und beliebteste Ansammlung von Horror-Kurzgeschichten, die von dem urigen Cryptkeeper erzählt werden. Basierend auf einer gleichnamigen Comic-Reihe aus den 50er Jahren wurden in der Zeit von 1989 - 1996 insgesamt 93 Episoden mit einer durchschnittlichen Laufzeit von ca. 25 Minuten pro Folge produziert, die sich auf insgesamt 7 Staffeln verteilen. Nicht nur in den USA war diese Serie ein absoluter Hit, denn auch in Deutschland erfreut sie sich noch heute größter Beliebtheit, lief im heimischen TV jedoch leider nur stark gekürzt. Bis zum Jahr 2010 gab es bei uns lediglich eine Auswahl von gerade einmal 32 Episoden auf DVD zu erwerben, wobei man hier auch noch vorsichtig sein musste, das man nicht zu den stark gekürzten Versionen gegriffen hat. 84 Entertainment hat dann aber in den letzten Jahren die komplette Reihe in hübschen Mediabooks herausgebracht und so kann man die geniale Sammlung der Kurzgeschichten auch endlich in kompletter Form und auch in deutscher Sprache bewundern. Natürlich gibt es auch hier diverse kleine Schwankungen zu beobachten, denn nicht alle Folgen verfügen über die gleich hohe Qualität, was aber auch sicherlich im Auge des jeweiligen Betrachters liegt, denn Geschmäcker sind nun einmal verschieden.

Es gibt aber wohl kaum eine andere Serie, deren Qualität so dermaßen hoch angesiedelt ist und dabei fast durchgehend extrem kurzweilige Unterhaltung bietet. Dabei ist es den Machern glänzend gelungen, genau die richtige Kombination aus Horror-und Komödie zu finden, denn wird man einerseits manchmal mit recht derben Passagen konfrontiert, so wird doch sorgsam darauf geachtet, das sämtliche Szenarien auch mit einem gewissen Augenzwinkern zu betrachten sind. Witzige Dialoge, wunderbar skurrile Situationskomik und immer vorhandener bitter-böser Humor sind die perfekte Ergänzung zu manch blutigen Szenen, auf die man im Laufe der einzelnen Folgen immer wieder trifft. Zudem besteht in vorliegendem Fall auch absolute Suchtgefahr, denn wenn man erst einmal mit den "Geschichten aus der Gruft" begonnen hat, dann möchte man die gesamte Serie am liebsten in einem Stück anschauen, da man einfach nicht genug bekommen kann vom wunderbaren Einfallsreichtum der Autoren. Kein Wunder also, das nicht nur Horror-Fans verrückt nach diesem Format sind, denn hier offenbart sich kurzweilige Unterhaltung für jedermann, der seine Freude an erstklassig inszenierten Kurzgeschichten hat.

Ein herausragendes Merkmal sind sicherlich die größtenteils unglaublich bekannten Darsteller, denn etliche heutige Superstars haben sich zur damaligen Zeit förmlich darum gerissen, einen Auftritt in den "Tales from the Crypt" zu haben. Ganz egal ob tom Hanks, Michael J. Fox, Bob Hoskins, Emma Sams oder auch Lance Henriksen, jeder Schauspieler der etwas auf sich gehalten hat, wollte mit von der Partie sein. Und so trifft man dann auf seinem Streifzug auch auf unzählige bekannte Gesichter und Namen und ist dabei doch stellenweise regelrecht verblüfft darüber, wer alles in diesem Format mitgewirkt hat. Im Sog des Erfolges wurden basierend auf der Serie auch noch 2 Spielfilme (Bordello of Blood, Ritter der Dämonen) gedreht. Gleichzeitig gibt es auch noch "Tales from the Crypt" (1972), "The Vault of Horror" (1973) und "Das Ritual – Im Bann des Bösen" von 2001. Die beiden ersten Titel basieren auf der Comic-Reihe, wobei letzterer Titel ein freies Remake an den Klassiker "Ich folgte einem Zombie" darstellt. 1993 erschien dann auch noch die gleichnamige Anime-Serie, die jedoch auf die expliziten Gewaltdarstellungen verzichtete, die im Original doch ziemlich oft zu sehen waren.

Letztendlich ist es wohl nicht übertrieben, "Geschichten aus der Gruft" als eine der beliebtesten Serien zu bezeichnen, die insbesondere im Horror-Genre unzählige Fans um sich scharrt. Selten wurden alle nötigen Zutaten so perfekt miteinander vermischt, um dem Zuschauer ein insgesamt äußerst stimmiges Gesamtbild zu liefern wie es hier der Fall ist. Jede Menge Spannung, unzählige gruselige Momente, jede Menge Blut und eine Menge schwarzer Humor sind neben dem herausragenden Cast die größten Stärken eines Formates, das sich auch etliche Jahre nach seiner Einstellung immer noch größter Beliebtheit erfreut und einen festen Platz im Herzen eines jeden Genre-Freundes einnimmt.


Fazit:


Nach langen Jahren des Wartens musste man nun zwar eine Menge Geld in die Hand nehmen, doch die Ausgabe hat sich durchaus gelohnt, kann man doch nun endlich sämtliche 93 Episoden in ungeschnittener Form und in deutscher Sprache genießen. Ganz egal wie oft man sich die Folgen anschaut, man kann einfach nicht genug bekommen vom Cryptkeeper und seinen mittlerweile schon legendären Erzählungen.


10/10
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Re: Geschichten aus der Gruft

Beitragvon buxtebrawler » 27. Apr 2016, 09:15

Ach ja, jetzt kommt die Komplettbox:

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Extras:
Crypt keeper-Intro, Trailer, Vom Comic-Heft zum Fernsehen, Die Geschichte zur ersten Staffel, Comic-Story „Der Gruftige Aufstieg“, Behind-the-Screams Dokumentation, Vom Fernsehen zum Radio, Comic-Story „Biss in alle Ewigkeit“, Die Macher einer Legende, Forumsdiskussion über die Serie, Comic-Story „Der Superstar“, Crypt Jam - Musikvideo, Audiokommentar zu „Das Spezialmenü“, Die Stars der vierten Staffel, Comic-Story „I <3 U“, animiertes Comic „Der verkaufte Tod“, Artworkgalerie, Comic-Story „Eine göttliche Komödie“, CryptKeeper-Galerie, Comic-Story „Tödlich beschwipst“, Animiertes Comic „Geschichte ohne Ende“, Original-Intro , Comic & Behind the Scenes-Galerie, Comic-Story „Rotkäppchen & der Böse Wolf“, Animiertes Comic „Mit den Augen einer Frau“, Making-Of the Comic-Stories, Episoden-Guide

Bemerkungen:
Alle 93 Folgen im Digipak mit Doppeltrays und Schuber
Limitiert auf 1.000 Exemplare

Quelle: http://www.ofdb.de/view.php?page=fassun ... &vid=71476
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Re: Geschichten aus der Gruft [TV-Serie] (1989 - 1996)

Beitragvon buxtebrawler » 29. Aug 2018, 15:50

Erscheint voraussichtlich am 20.09.2018 bei '84 Entertainment in verschiedenen 7-Blu-ray-Mediabooks in SD-Qualität:

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Cover A, limitiert auf 666 Exemplare

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Cover B, limitiert auf 666 Exemplare

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Cover C, limitiert auf 666 Exemplare

Extras:
* 84-seitiges Booklet
* Cryptkeeper-Intro
* Trailer
* Vom Comic-Heft zum Fernsehen
* Die Geschichte zur ersten Staffel
* diverse Comic-Stories
* Making-Of the Comic-Stories
* Behind-the-Screams Dokumentation
* Vom Fernsehen zum Radio
* Die Macher einer Legende
* Forumsdiskussion über die Serie
* Crypt Jam - Musikvideo
* Audiokommentar zu „Das Spezialmenü“
* Die Stars der vierten Staffel
* Animiertes Comics
* Artworkgalerie
* CryptKeeper-Galerie
* Original-Intro
* Comic & Behind the Scenes-Galerie
* Episoden-Guide

Bemerkungen:
Mediabook mit allen 93 Folgen auf 7 Blu-Rays in neuer SD Qualität.
1 Staffel pro Disc.

Quelle: OFDb-Shop
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Re: Geschichten aus der Gruft [TV-Serie] (1989 - 1996)

Beitragvon buxtebrawler » 8. Mai 2019, 13:48

Ursprünglich als nur 90-minütiger Episodenfilm geplant, wurde aus den von Hollywood-Hochkarätern wie Robert Zemeckis, Richard Donner, David Giler, Walter Hill, Joel Silver und Weiteren produzierte US-Serie „Geschichten aus der Gruft“ eine 93 Episoden umfassende Hommage an die guten alten US-Horrorcomics der 1950er aus dem E.C.-Verlag. Neben den titelgebenden „Tales from the Crypt“ waren das „Haunt of Fear“ und „Vault of Horror“, ergänzt um Krimicomics wie „Crime SuspenStories“ und „SuspenStories“, deren Geschichten für die von 1989 bis 1996 produzierte Serie realverfilmt wurden, wobei das Titelblatt des jeweiligen Comics eingeblendet wurde. Einige der Produzenten traten dabei auch als Regisseure in Erscheinung, andere renommierte Regisseure komplettierten den Reigen und bekamen die Gelegenheit, mit prominenten Schauspielerinnen und Schauspielern arbeiten – eine Vielzahl der Folgen weist bekannte Gaststars aus der A-Riege der Darsteller auf. Als „Moderator“ tritt jeweils der Cryptkeeper auf, ein halbverwester untoter Zyniker und Sarkast mit schriller Lache, der mittels einer Puppe realisiert wurde und um kein Wortspiel verlegen seine diebische Freude daran hat, die jeweilige Geschichte anzukündigen – und anschließend süffisant und amüsiert ihren Ausgang zu kommentieren.

Dem überwiegenden Teil der Episoden gemein ist der moritatische, moralisierende und zugleich sarkastische Tonfall, der sich aus den meist bitterbös schwarzhumorigen Konsequenzen aus dem Fehlverhalten der Protagonistinnen und Protagonisten ergibt. Mit den US-britisch-koproduzierten Episodengruslern „Tales from the Crypt“ und „In der Schlinge des Teufels“ wurden 1972 und 1973 bereits E.C.-Comics verfilmt, doch gelang es insbesondere dieser Serie mit ihren rund 25-minütigen Episoden nahezu perfekt, den Geist der Comicvorlagen ins Realserienformat zu übertragen. Mit „Bordello of Blood“ (1995), „Ritter der Dämonen“ (1996) und „Das Ritual – Im Bann des Bösen“ (2002) wurden zudem drei Spielfilme ausgekoppelt und 1993 eine gleichnamige Zeichentrickserie zur Seite gestellt.

S1E01: Wer zuletzt stirbt
US-Erstausstrahlung: 10.06.1989
Deutsche Erstausstrahlung: 01.05.1995

„Elektrizität ist berechenbar. Man kann ihr vertrauen.“

Als Gefängnishenker Niles Talbot (William Sadler, „Mein Partner mit der kalten Schnauze“) seinen Job verliert, beschließt er kurzerhand, ihn auf eigene Faust weiterhin auszuüben, um der Gerechtigkeit genüge zu tun…

Die von Walter Hill („The Warriors“) inszenierte Eröffnungsfolge bedient sich eines Film-noir-Stils und lässt die Hauptrolle Talbot nicht nur als Erzähler auftreten, sondern auch die „vierte Wand“ durchbrechen und direkt zum Publikum sprechen. Talbots zynischer Tonfall, sein Hang zur Selbstjustiz und sein Philosophieren über den Tod vereinen sich mit seiner Eiseskälte, Abgebrühtheit und Emotionslosigkeit, vorzüglich gespielt von William Sadler. Die Entwicklung und der Ausgang dieser Episode sind vorhersehbar, atmosphärisch und ästhetisch ist sie jedoch ein Pfund und zeigt mittels der entblößten Oberweite einer Dame auch, dass man seinerzeit wenig prüden Moralismus von Produzenten- oder Zensorseite aufoktroyiert bekam. Ein gelungener Einstieg.

7/10

S1E02: Stille Nacht - blutige Nacht
US-Erstausstrahlung: 10.06.1989
Deutsche Erstausstrahlung: 01.05.1995

Eine Familienmutter bringt pünktlich zu Weihnachten ihren Gatten um, das gemeinsame Kind darf nichts davon mitbekommen. Das Beseitigen des Leichnams jedoch wird massiv von einem als Nikolaus verkleideten psychopathischen Serienmörder erschwert, der ausgerechnet in dieser Nacht aus der geschlossenen Anstalt ausgebrochen ist und die Frau als sein nächstes Opfer auserkoren hat…

Direkt die zweite, von Robert Zemeckis („Zurück in die Zukunft“) inszenierte Episode ist eine Art Xmas Special, das unweigerlich Erinnerungen an diverse Weihnachts-Stalk’n’Slash-Filme aufkommen lässt und wie eine Hommage an sie wirkt. Vor dem Hintergrund, dass auch diese Folge auf einem alten Comic beruht, darf jedoch davon ausgegangen werden, dass jene Slasher wiederum von eben jenem Comic inspiriert wurden. Die im fiktiven Ort Pleasantville als Synonym für typische, vermeintlich idyllische US-Kleinstädte spielende Geschichte führt das „Fest der Liebe“ ad absurdum, indem sie es mit Mord, Totschlag und Wahnsinn in Verbindung bringt. Dabei berücksichtigt man die gängigen Genre-Charakteristika, präsentiert einige blutige Effekte und mit Larry Drake („Dr. Giggle“) im Nikolauskostüm einen ebenso charismatischen wie furchterregenden Killer. Die grundsätzliche Vorhersehbarkeit der Pointe wird mit actionreichen und spannenden Momenten auszugleichen versucht, was über weite Strecken gut gelingt. Operation Heile-Welt-Demontage erfolgreich durchgeführt.

7,5/10

E1S03: Der lebende Tote
US-Erstausstrahlung: 10.06.1989
Deutsche Erstausstrahlung: 01.05.1995

Ulric (Joe Pantoliano, „Die Goonies“) lässt im Sarg liegend sein bisheriges – oder vielmehr: seine bisherigen – Leben Revue passieren: Wie er vom Obdachlosen zum Star der Manege wurde, nachdem er sich von Dr. Emil Manfred (Gustav Vintas, „Lethal Weapon“) gegen ein hübsches Sümmchen diejenige Katzenhirndrüse hat implantieren lassen, die den Tieren neun Leben sichert. Auf Jahrmärkten verdienen er und der Doc viel Geld damit, sich umbringen zu lassen und wiederaufzuerstehen. Doch das geht nicht ewig gut…

Richard Donner („Das Omen“) verfilmte den den Mythos der vermeintlichen neun Katzenleben aufgreifenden Comic zunächst in Form einer Rückblende, in der Ulrich aus dem Sarg heraus direkt zu den Zuschauerinnen und Zuschauern spricht und damit neugierig macht. Der makabre Einstieg verspricht nicht zu viel: Die Episode kaschiert die etwas sehr alberne und unwahrscheinliche Ausgangssituation um die Drüsenverpflanzung mit ungewöhnlichen Schnitten und einer grotesken Freakshow-artigen Überdrehtheit, während sie nach und nach zu einem Lehrstück über menschliche Vergnügungs- und Sensationssucht, vor allem aber menschliche Habgier wird. Ulrich lässt sich von seinem Erfolg korrumpieren und muss schließlich den Preis dafür zahlen. Er ist eben keine Katze, die immer auf den Pfoten landet.

7,5/10

S1E04: Schön wie die Sünde
US-Erstausstrahlung: 14.06.1989
Deutsche Erstausstrahlung: 03.10.1997

Die attraktive Prostituierte Sylvia Vane (Lea Thompson, „Zurück in die Zukunft“) will möglichst schnell reich werden, u.a. um an den vermögenden Playboy Ronnie Price (Brett Cullen, „Single sucht Single“) heranzukommen. Zu diesem Zwecke überfällt und erschießt sie einen Zuhälter und stiehlt dessen Schmuck, den sie zu einem Pfandleiher bringt. Der jedoch hat ausschließlich Interesse an ihrer Schönheit, da er den Tod seiner geliebten Frau, die er im skelettierten Zustand verwahrt, nie überwunden hat. Für 10.000 Dollar fertigt er einen Abdruck Sylvias Gesichts an. Diese schleicht sich daraufhin in die High Society ein und reißt sich Ronnie auf. Nach vier Monaten sind sie ein Paar, doch verliert sich plötzlich ihre Schönheit in rasanter Geschwindigkeit…

Die von Regisseur Howard Deutch („Pretty in Pink“) inszenierte Geschichte nimmt Schönheitswahn sowie die Macht des Geldes aufs Korn und setzt Sylvias kalt kalkulierte Beziehung in Kontrast zur zwar wahnsinnigen, jedoch aufrichtigen und tief empfundenen Liebe des Pfandleihers zu seiner verstorbenen Frau. Die Make-up-Abteilung leistete ganze Arbeit, um Sylvias Alterungsprozess sichtbar zu machen, während die Handlung kaum ein gutes Haar an der Prostituierten lässt, die, so wird suggeriert, ihren Job in erster Linie als Sprungbrett zu schnellem Reichtum versteht und der Ausdruck ihres miesen Charakters ist, durch den sozialer Status und Materialismus für sie an erster Stelle stehen. Das mag diffus Sexarbeiterinnen-feindlich oder zumindest -kritisch sein, ist aber auch in seinem Ausgang schon deutlich weniger absehbar als die vorausgegangenen Episoden – wenn die Geschichte auch nicht 100%ig rund wirkt. Die Moral: Hochmut kommt vor dem Fall (außer im Duden).

7/10

S1E05: Die perfekte Hochzeitsnacht
US-Erstausstrahlung: 21.06.1989
Deutsche Erstausstrahlung: 03.10.1997

Schönling Charles (Stephen Shellen, „Stepfather“) hat die „graue Maus“ Peggy (Amanda Plummer, „Courtship“) ausschließlich aufgrund ihres Vermögens geehelicht. Auf dem gemeinsamen Weg in die Hochzeitsnacht geraten sie in ein Unwetter, finden in einem verlassenen alten Haus aber eine Herberge. Doch das Gemäuer entfaltet eine unvorhergesehene Wirkung auf die frischvermählte Peggy…

Eine klassische, an Poe erinnernde Haunted-House-Geschichte hat Regisseur Tom Holland („Chucky – Die Mörderpuppe“) inszeniert, die er in Form eines Kammerspiels aufbereitet. Dieses braucht jedoch einige Zeit, um in die Gänge zu kommen, bis dahin verlässt sich Holland in erster Linie auf die Stimmung und Atmosphäre der Episode, für die er bisweilen tief in die Klischeekiste greift. Die Geduld des Publikums wird mit einem blutigen Showdown entlohnt, zuvor sorgte ein visualisierter Traum Charles‘ für Aufsehen. Einmal mehr werden Habgier und Vertrauensmissbrauch harsch gesühnt.

7/10

S1E06: Das Prunkstück der Sammlung
US-Erstausstrahlung: 28.06.1989
Deutsche Erstausstrahlung: 31.10.1997

Endlich Pensionär! Frohgemut tritt Jonas (M. Emmet Walsh, „Critters – Sie sind da!“) seinen Ruhestand an, muss jedoch mit zunehmendem Entsetzen feststellen, dass seine Frau Anita (Audra Lindley, „Terror in New York“) sich während seiner jahrzehntelangen Berufstätigkeit neue Freunde gesucht hat: Sie beherbergt einen ganzen Haustierzoo im gemeinsamen Haus! Er hat das Gefühl, nur noch die zweite Geige zu spielen und entwickelt einen regelrechten Hass auf die Mitbewohner, bis er sich auf Anraten seines Nachbarn ein neues Hobby zulegt: Er wird Präparator…

Regisseurin Mary Lambert („Friedhof der Kuscheltiere“) inszenierte ihren Abgesang auf die klassische Rollenverteilung des arbeitenden Ehemanns und der das Haus hütenden Frau sowie auf die gemeinsame Rente als schwarzhumorig überzeichnete Satire, in der Walsh und Lindley so richtig aus sich herauskommen dürfen, sie als herzige, schrullige Katzen-, Hunde-, Vögel- und Fische-Lady, er als unzufriedener Grantler. Tierliebe und -hass dienen als Aufhänger einer Geschichte über die Entfremdung eines Ehepaars, die sich jahrelang durch den Alltagstrott unbemerkt entwickelte und plötzlich spürbar wird, wenn das Berufsleben zu Ende ist und man aufeinanderhockt. Während Anita sich ihre Welt so eingerichtet hat, wie sie ihr gefällt, weiß Jonas mit seiner Zeit nichts so recht anzufangen und fühlt sich zunehmend überflüssig, unfähig, mit positiven Impulsen die Situation zu ändern oder wenigstens Empathie für seine Frau zu entwickeln, stattdessen kindlich eifersüchtig, bockig und trotzig reagierend. Natürlich bietet auch dieses erste Staffelfinale dafür eine „Lösung“, für die einige bizarre, sicherlich länger im Gedächtnis bleibende Masken zum Zuge kommen. Tiere sind eben oft die besseren Menschen.

8/10
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Re: Geschichten aus der Gruft [TV-Serie] (1989 - 1996)

Beitragvon Blap » 8. Mai 2019, 14:11

Danke für Rezis und die damit verbundene Erinnerung. Konnte die Gesamtbox vor einiger Zeit für 25€ ergattern, wird mir sicher viel Freude bereiten, kenne sowieso nur einen Teil der Folgen.
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Re: Geschichten aus der Gruft [TV-Serie] (1989 - 1996)

Beitragvon karlAbundzu » 15. Jul 2019, 13:22

TALES FROM THE CRYPT, Laser Paradise
Mir ist eine DVD Box in die Hände gefallen, bei der ich die Auswahl der Folgen nicht ganz verstehe.
Gesehen habe ich
DOPPELT GENÄHT HÄLT BESSER (4.11) Regie: Joel Silver, mit Joe Pesci und Burt Young
ZWISCHEN MÜLL UND LEICHENWAGEN (5.5) Regie: Russell Mulcahy, mit Bill Paxton, Brad Dourif und Michael Lerner
TÖDLICHER HINTERHALT (3.6) Regie: Tobe Hooper, mit Whoopi Goldberg, John Rhys-Davis, Vanity und James Remar
EIN SOUVENIR MIT FOLGEN (5.3) Regie: Gary Fleder, mit Roger Daltry, Lysette Anthony und Steve Buscemi

Das waren die ersten vier Folgen auf DVD 1.
Die Folgen gehen so circa 30 Minuten und haben in diesen eine durchdachte B-Movie-Horror-Story, die so manchen Kino/Video - Film zumindest ebenbürtig, wenn nicht sogar etwas voraus hat. Dazu kommt zwar keine Charakterentwicklung bei der Kürze, aber zumeist einen guten Cast, ein gutes Buch, namhafte Regisseure, gute Kamera. Und: Ich hatte nicht so viel Splatter und nackte Oberkörper (bei Pescis haariger Brust hätte ich drauf verzichten können, sah aus wie ein Haar-BH) in Erinnerung. Die Storys sind hart und schnell und gut erzählt. (Auch auf der Produzentenseite sind da bekannte Namen bei: Zemecki, Doner,...) Generell herrscht ein eher menschenunfreundliches Klima vor.
Das Bild ist eher so wie die Folgen, die ich damals auf VHS aufnahm, trotz des remastered - Hinweis auf dem DVD - Cover. Passt zum schundigen Menü. Der Ton ist gut. Lustigerweise steht auf den einzelnen DVDs "indiziert", ist aber wohl ungeprüft.
Hach, macht schon Spaß, auch wenn der Humor des Keepers nicht gut gealtert ist, und man im Gegensatz z den Comics eher 80er Splatter Horror als übernatürlichen Old School Horror erwarten darf.

PS: Die Kurz Talk Show von Whoopi und dem Keeper ist sehr groß!!!!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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