Die Wiege des Schreckens - Larry Cohen

Moderator: jogiwan

Die Wiege des Schreckens - Larry Cohen

Beitragvon horror1966 » 26. Sep 2012, 15:49

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Die Wiege des Schreckens
(It's Alive III: Island of the Alive)
mit Michael Moriarty, Karen Black, Laurene Landon, James Dixon, Gerrit Graham, Macdonald Carey, Neal Israel, Art Lund, Ann Dane, William Watson, C.L Sussex, Patch Mackenzie, Rick Garia
Regie: Larry Cohen
Drehbuch: Larry Cohen
Kamera: Daniel Pearl
Musik: Laurie Johnson
Keine Jugendfreigabe
USA / 1987

Mordgierige Monsterbabys werden auf einer einsamen Insel ausgesetzt. Steven Jarvis, Vater des ältesten Kindes, leidet unter seinem Ruf als "Monstervater". Als eine Regierungsexpedition nach 5 Jahren eines der Monster zurückholen will, werden alle Teilnehmer bis auf Jarvis getötet. Die inzwischen erwachsenen Monster fahren in die USA, um Jarvis' Frau ein Enkelkind zu übergeben. Jarvis überredet sie, das Kind anzunehmen, bevor die Polizei die Monster vernichtet. Jarvis, seine Frau und das Enkelkind stehlen sich unbemerkt davon.


9 lange Jahre musste man warten, bis Larry Cohen 1987 endlich den Abschluss seiner Trilogie um die mordenden Mutanten-Babys präsentierte. Dabei ist der letzte Teil der Reihe sicherlich der mit dem höchsten Trash-Faktor, was man allerdings durchaus positiv ansehen kann. Dieses mal werden 5 der Babys auf einer einsamen Insel ausgesetzt, damit sie dort fernab jeglicher Zivilisation ihr ganz eigenes Leben führen können. Jedoch kommt alles anders, als wie man es mit dieser Maßnahme eigentlich gewollt hat und den mittlerweile großen Kindern gelingt es, in die USA zurückzukehren. In diesem Film ist sicherlich der größte Blutanteil-und Härtegrad vorhanden, wobei jederzeit bedenken sollte, das sich die gesamte Trilogie in dieser Beziehung als eher harmlos darstellt. Dennoch sind die Szenen nett anzuschauen und auch die Darstellung der nun mutierten Riesen-Babys kann sich durchaus sehen lassen. Zudem sind die racker auch verhältnismäßig oft im Bild zu sehen und hinterlassen in diesem Fall auch endlich einmal einen etwas bedrohlichen Eindruck.

Ganz generell entpuppt sich die Geschichte als relativ spannend, was auch dem phasenweise in Erscheinung tretenden Schauplatz der verlassenen Insel zu verdanken ist. Als dort nämlich eine Gruppe von Wissenschaftlern nach dem rechten schauen soll begibt man sich in das Ungewisse und kann nicht ahnen, wann einem die Killer-Kinder gegenübertreten. Natürlich kommt es dabei zu etlichen Verlusten auf der Seite der Menschen, denn die Mord-Bestien machen ihrem Ruf einmal mehr richtig Ehre. Nun kann man über den Sinn-oder Unsinn der Geschichte sicherlich geteilter Meinung sein, doch Cohen hat hier einen sehr gelungenen Abschluss gefunden, der genau die richtige Mischung aus Spannung, Atmosphäre und charmanter Komik beinhaltet.

Insbesondere das Ende der Geschehnisse ist dann schon fast als rührend zu bezeichnen und setzt meiner Meinung nach genau den richtigen Schlusspunkt unter eine Film-Reihe, die durchgehend nette Horrorkost geboten hat. Dabei ist es auch vollkommen unerheblich, das die Filme aus heutiger Sicht weder Angst noch Schrecken verbreiten, sondern vielmehr durch ihre charmante Inszenierung jede Menge Pluspunkte sammeln können. Und so kommt man letztendlich zu einem sehr positiven Gesamteindruck, den die gesamte Reihe hinterlässt. Sämtliche Teile bewegen sich auf einem äußerst konstantem Niveau und bieten immer wieder gelungene Unterhaltung, die vor allem von einem starken Nostalgie-Bonus lebt.

Auch wenn gerade die jüngere Generation wahrscheinlich nicht sehr viel mit diesen Filmen anfangen kann, ist eine Sichtung immer wieder absolut lohnenswert. Es macht immer wieder Spaß, die kleinen Killer-Monster zu beobachten und die Ereignisse mitzuerleben, die ihnen widerfahren. Larry Cohen hat mit seiner Trilogie sicherlich kein Meisterstück geschaffen, aber immerhin eine Film-Reihe, die im Horror-Genre ihren festen Platz hat.


Fazit:


Der trashige Abschluss der sogenannten "Wiegen-Trilogie" entlässt den Zuschauer mit einem sehr befriedigendem Gefühl. Cohen ist es gelungen, den gewohnten Standard beizubehalten und somit konstante Qualität an den Tag zu legen, die man auch aus den beiden Vorgängern gewöhnt war.


7/10
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Re: Die Wiege des Schreckens - Larry Cohen

Beitragvon buxtebrawler » 15. Okt 2019, 11:56

„Good luck with your kid, Maybe you won't have to shoot him.“

US-Regisseur Larry Cohens „It’s Alive“-Horrorfilme (dt.: „Die Wiege des Bösen“ und „Die Wiege des Satans“) aus den 1970ern um mutierte Monsterbabys sind zwar alles andere als perfekt, haben zeitweise aber durchaus Verstörungspotential und erfreuen sich unter Genre-Fans einer ungebrochenen Beliebtheit, sodass sie aus dem ‘70er-Horrorkanon nicht wegzudenken sind. Mit „Die Wiege des Schreckens“ folgte 1987, neun Jahre nach der ersten Fortsetzung, ein dritter Teil, ebenfalls unter der Regie Cohens.

Die Monsterbaby-Eltern Stephen (Michael Moriarty, „Stuff – Ein tödlicher Leckerbissen“) und Ellen Jarvis (Karen Black, „Landhaus der toten Seelen“) erstreiten vor Gericht, dass ihre Brut nicht getötet, sondern aus humanitären Gründen zusammen mit einigen anderen Exemplaren auf einer einsamen, abgeschotteten Insel ausgesetzt wird. Wen es dorthin verschlägt, ist natürlich gefundenes Mutantenfutter. Daher ist es sicherlich nicht die beste Idee der Regierung, nach fünf Jahren zusammen mit den Eltern eine Expedition auf ausgerechnet diese Insel zu unternehmen…

In diesem abschließenden Teil der zur Trilogie angewachsenen Reihe ist einiges anders: Die Insel verbreitet sommerliches Flair denn düstere, bedrohliche Stimmung, die Monsterbabys sind älter und somit größer geworden – zu den bekannten Stop-Motion-Effekten gesellen sich nun Kleinwüchsige in Kostümen – und ihre Opfer sind vornehmlich welche der unsympathischen, schurkischen Sorte, weshalb sie zu den heimlichen Helden des Films werden, statt weiterhin die Bedrohung darzustellen. Statt sich an einem ernsthaften, atmosphärisch stimmigen Horrorfilm zu versuchen, setzt Cohen auf trashigen Low-Budget-Charme mit viel Augenzwinkern.

Stärker als zuvor fokussiert Cohen die Stigmatisierung der Monsterbaby-Eltern, verhandelt diese gesellschaftlichen Fragen jedoch auf überspitzte, fast schon satirische Weise, um sie schließlich für ein Effektspektakel aus der Diskont-Ecke über Bord zu werfen. Auch die eigentliche Handlung läuft dem eher konträr, so zerfasert und inkohärent, wie sie dargereicht wird. Dadurch entsteht leider einiger dramaturgischer Leerlauf, der dem Film nicht guttut. Positiv für sich verbuchen kann er jedoch die eine oder andere angenehm krude Idee, und über Szenen eines Punk-Konzerts, auf dem eine Mädelsband auftritt, freue ich mich natürlich ebenso. Cohen-Stammmime Moriarty braucht sich nicht sonderlich zu verausgabe, wie so oft wirkt er ebenso leicht neben der Spur wie er es auch in der Realität tut.

Natürlich kommt es, wie es kommen muss und die Kreaturen geraten aufs Festland, um dort ihr Unwesen zu treiben. Der finale Clou, dass sie mittlerweile geschlechtsreif sind und sich ihrerseits vermehrt haben, ist nett und suggerierte eine Fortsetzung, die es jedoch nie gab. Das ist vielleicht auch gut so, denn bei allem Respekt: So ganz schien Cohen nicht in den 1980ern angekommen zu sein, sodass ihm ganz andere Kreaturenspektakel doch deutlich den Rang abliefen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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