EVIL DEAD - Fede Alvarez (2013)

Moderator: jogiwan

Re: EVIL DEAD - Fede Alvarez (2013)

Beitragvon karlAbundzu » 18. Jun 2013, 12:52

sonntag nacht im kino.
Vorweg: guter Film! mit vielen Schockeffekten (auch nach gefülten 100000 Horrorfilmen bin ich da noch anfällig für) sehr erschröcklichen Masken und fiese Splatterszenen.
die story ist ein wenig bemüht, aber ok. ich finde es immer schade, wenn sich ein paar der als wichtig Erachteten Sachen der Hauptdarsteller (Mias Drogensucht, der "Irrsinn" der Mutter) nur als Handlunsstichwortgeber genutzt werden, aber nicht wirklich in den Film integriert, sei es als handlungstragend oder ästhetisch motiviert.
Auch das die herkunftsstory, die eigentlich gar nicht interessiert, so im Abspann wegerzählt wird, fand ich unnötig.
aber alles in allem ein gut gemachter aktueller horrorfilm mit leichten saw und noch stärkeren Japan (ring u. ä.) Einflüsse, Bekanntes aus den Originalen geklaut: Kamerafahrten, Hand-Ab -Szenen (das allerdings auch ein wenig bemüht, nach dem Motto: das muß ein, und dann gleich so oft es geht...) aber halt auch nichts neues oder wegweisendes. Wenigstens talentierte Schauspieler, welches den FIlm über den meisten anderen Blutfilmen USAs hervorheben läßt.
Nicht gelangweilt, gefürchtet (ich bin als einziger bis nach dem Abspann geblieben, Nachts um 1 brrrrr): Horror-Entertainment, aber wahrscheinlich in ein paar wochen wieder vergessen.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: EVIL DEAD - Fede Alvarez (2013)

Beitragvon purgatorio » 18. Jun 2013, 16:54

karlAbundzu hat geschrieben:(...) aber wahrscheinlich in ein paar wochen wieder vergessen.


also bei mir wirkte die Erinnerung an das over-the-top-Finale noch eine ganze Weile nach. Eigentlich hätte ich auch gleich Bock drauf, mir das mal wieder anzusehen :lol:
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Re: EVIL DEAD - Fede Alvarez (2013)

Beitragvon Onkel Joe » 18. Jun 2013, 16:58

purgatorio hat geschrieben:also bei mir wirkte die Erinnerung an das over-the-top-Finale noch eine ganze Weile nach. Eigentlich hätte ich auch gleich Bock drauf, mir das mal wieder anzusehen :lol:


Was ist das den für ein Grausamer Gestank?!
:lol:
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Re: EVIL DEAD - Fede Alvarez (2013)

Beitragvon purgatorio » 18. Jun 2013, 18:56

kann ja nicht jeder die gleichen Erlebnisse im Kino haben ;) :lol:
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Re: EVIL DEAD - Fede Alvarez (2013)

Beitragvon Theoretiker » 18. Jun 2013, 19:19

Den habe ich im Kino verpasst.

Die Kinoversion ist ja von der SPIO mit "keine schwere Jugendgefährdung" freigegeben worden, insofern freue ich mich dann auf die Heimkinopremiere.

Das Original ist imho schlecht gealtert und wirkt heutzutage auf mich eher belustigend, denn bedrohlich-gruselig. :pfeif:
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Re: EVIL DEAD - Fede Alvarez (2013)

Beitragvon Onkel Joe » 18. Jun 2013, 19:28

purgatorio hat geschrieben:kann ja nicht jeder die gleichen Erlebnisse im Kino haben ;) :lol:


Ich denke das ist wirklich einmalig gewesen 8-) .
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Re: EVIL DEAD - Fede Alvarez (2013)

Beitragvon horror1966 » 9. Aug 2013, 09:28

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Evil Dead
(Evil Dead)
mit Jane Levy, Shiloh Fernandez, Lou Taylor Pucci, Jessica Lucas, Elizabeth Blackmore, Phoenix Connolly, Jim McLarty, Sian Davis, Stephen Butterworth, Karl Willetts, Randal Wilson, Rupert Degas, Bob Dorian
Regie: Fede Alvarez
Drehbuch: Fede Alvarez / Rodo Sayagues / Sam Raimi
Kamera: Aaron Morton
Musik: Roque Baños
SPIO/JK
USA / 2013

Fünf College-Twens ziehen sich in eine entlegene Waldhütte zurück. Dort wollen Eric, Olivia, Natalie und ihr Freund David die Drogensucht seiner Schwester Mia auskurieren. Als Eric im Keller ein uraltes Buch entdeckt und daraus Beschwörungsformeln zitiert, entfesselt er die Hölle auf Erden: Dämonen ergreifen Besitz von der labilen Mia, die daraufhin ihre Freunde attackiert. Von Hochwasser eingeschlossen, kämpft David um das Leben seiner Schwester, während sich die anderen in besessene Tote verwandeln.


Es ist ja schon seit einigen Jahren Gang und Gebe, das fast jedem älteren Horrorfilm eine zeitgemäß aufgepeppte Neuauflage zu teil wird, so das ein Remake des Sam Raimi Klassikers "Tanz der Teufel" fast schon überfällig war. Die Realisierung des Projektes übernahm der eher unbekannte Fede Alvarez, der bisher nur einige Kurzfilme in seiner Vita stehen hat und somit mit "Evil Dead" sein Langfilm-Debüt feiern konnte. Nun ergibt sich für den Zuschauer das kleine Problem, das man die neue Version des Stoffes ganz automatisch mit dem genialen Original vergleicht, das wohl unumstritten zu den absoluten Größen des Genres zu zählen ist. Diesem Vergleich kann die Version von Alvarez dann auch nur bedingt standhalten, wobei man aber der Fairness halber von Beginn an festhalten sollte, das es sich hier um einen sehr guten Horrorfilm handelt. Dennoch kann "Evil Dead" keinesfalls die gleiche Wirkung erzielen, wie es noch bei Raimi's Werk der Fall war, das dem Betrachter seinerzeit insbesondere psychisch stark zusetzen konnte. Diesen Aspekt vermisst man in der Neuauflage leider vollkommen, die zwar in Sachen Härte-und Blutgehalt eine ganze Menge zu bieten hat, den Zuschauer aber dennoch zu keiner Zeit wirklich in ihren Bann ziehen kann. Gerade die jüngere Generation mag das eventuell vollkommen anders sehen, ist die Inszenierung doch mit äußerst viel Tempo ausgestattet und kann zudem auch die Gelüste des geneigten Gorehounds durchaus befriedigen.

Die Defizite des Werkes liegen vielmehr in der Grundstimmung der Geschichte begründet, die zu keiner Zeit die Dichte des Originals erreichen kann. Zwar ist das Szenario herrlich dunkel-und düster gehalten, es will sich jedoch irgendwie nicht diese extrem beklemmende Atmosphäre entfalten, wie man sie aus dem 1981er Film her kennt. Die flüsternden Stimmen der Dämonen und generell die gesamte Geräuschkulisse sind in vorliegendem Film ganz eindeutig weitaus schwächer geraten, so das die Ereignisse eigentlich nie die gewünschte Wirkung erzielen können. Zudem sind es die eher austauschbaren Charaktere zu denen man nie einen wirklichen Bezug aufbauen kann, die das Seh-Vergnügen doch ein wenig trüben. Zwar liefern die Darsteller einen durchaus gelungenen Job ab, allerdings kann niemand von ihnen irgendwelche Sympathie-Punkte beim Betrachter einheimsen. War es im Original doch der charismatische Bruce Campbell, der in der Rolle von Ash einen wahren Kultstatus erlangen konnte, so kristallisiert sich hier keine einzige Person heraus, der man besondere Aufmerksamkeit schenken würde. So ist es dann wohl auch am ehesten zu begründen, das man die Ereignisse einfach hinnimmt und fast teilnahmslos mit ansieht, wie eine Person nach der anderen den Dämonen zum Opfer fällt. Das Szenario lässt einen also eher kalt und es will kein richtiger Funke entstehen, der auf einen überspringen könnte. Diese Stärke des Originals kommt hier überhaupt nicht zur Geltung, was den gesamten Film irgendwie seltsam kalt-und steril erscheinen lässt, was ich persönlich sehr schade finde.

Gelungen sind hingegen die diversen Abänderungen von der Original-Geschichte, wobei sich Alvarez aber weitesgehend an Raimi's Geschichte anlehnt. Einige neue Ansätze tun dem Ganzen gut, wobei man diverse Dinge weitaus näher hätte beleuchten können. So wird beispielsweise eine Menge an Potential bei der Beziehung zwischen Mia und ihrem Bruder David verschenkt, denn das sichtlich angespannte Verhältnis der beiden hätte durchaus einige Minuten mehr Laufzeit verdient gehabt. So aber werden Neuerungen leider nur oberflächlich angekratzt, wozu auch die zu Beginn kurz eingestreute Vorgeschichte zu zählen ist. Insbesondere aus diesem neuen Gesichtspunkt hätte man eine Menge mehr herausholen können, was für die Geschichte insgesamt ganz bestimmt sehr positiv-und interessant gewesen wäre. Doch dafür hat man sich mehr daran orientiert, dem Publikum ein recht blutiges Gemetzel zu präsentieren, was dann letztendlich auch vortrefflich gelungen ist. Doch ehrlich gesagt empfand ich das Original als weitaus härter, auch wenn die damals verwendeten Effekte aus heutiger Sicht eventuell etwas überholt erscheinen. Das Remake enthält insgesamt gesehen sicherlich mehr explizite Gewaldarstellungen, kann jedoch in seiner Gesamtheit keinesfalls die unglaubliche Härte vermitteln, die in der Originalversion durch das entstehende Kopf-Kino so brillant zur Geltung kam.

Letztendlich ist "Evil Dead" ein wirklich gelungener Horrorfilm, den man auch als durchaus würdiges Remake eines der größten Horror-Klassiker ansehen kann. In atmosphärischer Hinsicht muss man jedoch äußerst starke Abstriche in Kauf nehmen, was man sicherlich hätte vermeiden können. Es fehlt ganz einfach das Gefühl der Beklemmung, das Raimi seinerzeit so grandios in den Vordergrund rücken konnte. Etwas gewöhnungsbedürftig erscheint auch das hier gewählte Ende, das sich doch ziemlich von der Original-Story unterscheidet und somit nicht jedem gefallen dürfte. Ansonsten aber bekommt man einen harten-und blutigen Genre-Beitrag serviert, der insbesondere das jüngere Publikum begeistern dürfte. Jede Menge Tempo und etliche derbere Passagen sind aber dennoch kein Ersatz dafür, das hier ein steriler Eindruck zurückbleibt und man die Ereignisse eher teilnahmslos zur Kenntnis nimmt.


Fazit:


Mit "Evil Dead" hat Fede Alvarez ein ansehnliches Langfilm-Debüt präsentiert, das jedoch keinesfalls an die große Klasse des Originals herankommt. Zeitgemäß mit ordentlich Härte garniert hinterlässt das Remake einen überdurchschnittlichen Gesamteindruck, muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen, vor allem in atmosphärischer Hinsicht augenscheinliche Defizite aufzuweisen, die man meiner Meinung nach hätte vermeiden können. Wenn man also die Wahl hat, sollte man jederzeit Raimi's Version den Vorzug geben, da dieses in seiner Gesamtheit ganz klar die Nase vorn hat.


7/10
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Re: EVIL DEAD - Fede Alvarez (2013)

Beitragvon Santini » 2. Sep 2013, 00:05

Die Frage, ob man ein Remake zu Evil Dead benötigt oder nicht, muß jeder für sich selbst beantworten.
Ich tendiere für mich zu einem deutlichen nein. ;)

Das Remake bietet "Hochglanz Schmuddel Optik", null Innovation, einiges an Atmosphäre, viel Blut und Härte - und dürfte somit wahrscheinlich nahezu jeden Horrorfan gut bis sehr gut unterhalten.

Die Intensität und der Charme des Originals bleiben dennoch unerreicht. ;)
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Re: EVIL DEAD - Fede Alvarez (2013)

Beitragvon dr. freudstein » 2. Sep 2013, 05:28

Befürchtete eine Enttäuschung, denn eigentlich hätte das Original nun wirklich kein Remake gebraucht. Alles in allem sehr inhaltsgleich, auch wenn man hier eine Drogensüchtige als Grund angab, in diese einsame Waldhütte zu ziehen. Effekttechnisch und auch sonst natürlich moderner ausgestattet, aber an das Original mit seinen geilen Kamerafahrten und anderen Effekten stinkt das Remake schon ab. Hat mir aber trotzdem sehr gut gefallen . Dieser hatte nämlich den meisten Eindruck auf mich gemacht und ich würde diesen gerne nochmals auf mich wirken lassen. Das Remake von EVIL DEAD habe ich jetzt mal mit 8/10 benotet, aber es bleibt der fade Beigeschmack, ob es dieses wirklich gebraucht hätte. Konnte man sich ansehen, bot keine Enttäuschung, dafür aber geile Effekte, aber doch zu sehr geklaut ohne wirklich eigenständige Ideen. Für ein neueres Publikum könnte das Remake ansprechender sein, weil aufmodernisiert und da könnten sich jüngere Leute der Handygeneration besser aufgehoben fühlen. Trotzdem war ich überrascht, das auch mir das Remake doch ziemlich zusagte. Leider fehlten aber hier die wirklich beeindruckenden Szenen des Originals oder wurden nicht so spektakulär umgesetzt wie im Original wie z.B. die Baumvergewaltigungsszene und auch der Wald wirkt nicht so bedrohlich. Ich fürchte auch, hätte ich den Film allein zu Hause gesehen, wäre ich eher enttäuscht gewesen und 8 Punkte hätte ich dann niemals vergeben. In Kinoatmosphäre (auch wenn es nur ein Beam war) war ich jedoch sehr angetan und es hat mich in einer guten Stimmung erwischt.So aber war an diesem Abend EVIL DEAD Remake der Gewinner, aber im Nachhinein kommen Zweifel auf.
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Re: EVIL DEAD - Fede Alvarez (2013)

Beitragvon purgatorio » 2. Sep 2013, 06:17

Santini hat geschrieben:Die Frage, ob man ein Remake zu Evil Dead benötigt oder nicht, muß jeder für sich selbst beantworten.
Ich tendiere für mich zu einem deutlichen nein. ;)

Das Remake bietet "Hochglanz Schmuddel Optik", null Innovation, einiges an Atmosphäre, viel Blut und Härte - und dürfte somit wahrscheinlich nahezu jeden Horrorfan gut bis sehr gut unterhalten.

Die Intensität und der Charme des Originals bleiben dennoch unerreicht. ;)


:o das begnadete Talent absolut alles in so wenigen Zeilen zu sagen :thup:
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