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The Canal - Ivan Kavangh (2014)

BeitragVerfasst: 16. Mär 2017, 18:41
von sergio petroni
THE CANAL

Bild

Originaltitel: The Canal

Herstellungsland-/jahr: IRL 2015

Regie: Ivan Kavanagh

Darsteller: Antonia Campbell-Hughes, Rupert Evans, Steve Oram, Hannah Hoekstra, Anthony Murphy,
Kelly Byrne, Maura Foley, Anneke Blok, Serena Brabazon, Carl Shaaban, Calum Heath,
Conor Horgan, ...

Story: "Wollt ihr einen Geist sehen?" Mit diesem arglosen Scherz versucht der Film-Archivar David einer Besuchergruppe von Kindern die uralten Streifen von Anfang 1900 aus der von ihm betreuten Sammlung schmackhaft zu machen. Diese bilden natürlich keine Spukgestalten ab, sondern lediglich Menschen, die längst verstorben sind – mit Geistererscheinungen wird David sich allerdings zukünftig mehr beschäftigen, als ihm lieb ist. Denn das alte Haus am Kanal, das der sanfte David mit seiner Familie bezogen hat, birgt seine Geheimnisse. Die Geschichten der Vergangenheit nehmen immer mehr Einfluß auf den jungen Vater und scheinen sich bald schon auf grausame Weise zu wiederholen …
(quelle: moviebreak.de)

Re: The Canal - Ivan Kavangh (2014)

BeitragVerfasst: 18. Mär 2017, 09:21
von jogiwan
Eigentlich hätte ich mir bei „The Canal“ einen Genre-Film aus der Found-Footage-Ecke erwartet, doch gefundenes Filmmaterial spielt in dem irischen Streifen aus dem Jahr 2014 nur eine untergeordnete Rolle. Filmarchivar David zieht mit seiner hübschen Frau in ein Haus, das durch mehrere Verbrechen vorbelastet ist und als der Mann im Zuge seiner Arbeit auf Polizeifilme stößt, die diese Morde und schwarze Messen thematisieren, nimmt das Unglück neuerlich seinen Lauf. Ivan Kavanghs Streifen ist dabei aber mehr Drama als Horror und wie schon in „The Babadook“ und ähnlichen Werken dient hier das Übernatürliche auch eher als Sinnbild für persönliche Krisen und Befindlichkeiten, die sich wie ein dunkler Schatten über das Familienglück legen. Außerdem ist das Erzähltempo arg langsam und die Geschichte bietet aufgrund der geringen Personen auch nicht allzu viele Möglichkeiten und kämpft ziemlich damit, alle Personen, Ereignisse und Handlungsfäden doch noch irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Normalerweise mag ich ja diese Art von ruhigen und eher dramatischen Streifen, aber in dem irischen Vertreter dreht sich in der ersten Stunde irgendwie alles im Kreis und die Handlung kommt trotz Geistererscheinungen und allgemeiner Verzweiflung nicht vom Fleck. So richtig begeistert haben mich an „The Canal“ dann auch nur die Darsteller, die teils recht hübsche Ausleuchtung und das kompromisslose Ende, während mir der durchschnittliche Rest für einen Grusler doch etwas zu lahm und langweilig war.

Re: The Canal - Ivan Kavangh (2014)

BeitragVerfasst: 18. Mär 2017, 15:00
von Tomaso Montanaro
Die Iren haben in den letzten Jahren einige wirklich gelungene Genrebeiträge geliefert und auch dieser schweißtreibende, fesselnde Mysterythriller überzeugt wieder einmal auf ganzer Linie. Spannend, psychologisch glaubhaft, gut gespielt und zudem mit einer bemerkenswerten Kamerarbeit, kommt hier zu keiner Minute Lageweile auf.

8/10 Punkten

Re: The Canal - Ivan Kavangh (2014)

BeitragVerfasst: 25. Mär 2017, 12:47
von sergio petroni
Filmarchivar David zieht mit Frau und Sohn in ein älteres Wohnhaus.
Das Gebäude liegt an einem Abwasserkanal und hat eine dunkle Vorgeschichte.
Im Laufe der letzten einhundert Jahre ereigneten sich mehrere unnatürliche Todesfälle
in dem Haus. In den Filmarchiven der Stadt stößt David auf einen Polizeifilm
aus dem Jahre 1902. Ein Mann der gerade seine fremdgehende Frau umgebracht hatte
wird abgeführt. Aus Davids Haus.....

In der Eingangssequenz ist David zu sehen, wie er zu Filmstudenten in einem
roten Kinosaal spricht. Ähnlichkeiten mit der Eingangsszene von "Profondo Rosso"
sind nicht von der Hand zu weisen. Ebenso findet sich gegen Ende des Films eine
kleine Hommage an "Inferno". Insgesamt ist an "The Canal" technisch nichts
auszusetzen. Diverse gekonnt eingesetzte Kamera- und Tonspursprünge geben Hinweise,
wohin die Reise geht. Die Grundstimmung ist konsequent düster.
Allerdings muß man Kavanagh vorwerfen, daß nach der einleitenden ersten halben Stunde
der Film sich eine Dreiviertelstunde Stunde eigentlich nicht vom Fleck bewegt.
Das ist zwar gut anzusehen, gruselig und rätselhaft. Durch den Wiederholungseffekt
stellt sich dann doch etwas Ermüdung ein.
Die letzten zwanzig Minuten hingegen reißen das Steuer dann aber nochmal
gewaltig herum und heben den Film klar über den Durchschnitt.
6,5/10