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Re: El Bar - Frühstück mit Leiche - Álex de la Iglesia (2017)

BeitragVerfasst: 25. Nov 2017, 10:33
von jogiwan
Álex de la Iglesia galt ja lange Zeit als der „junge Wilde“ unten den spanischen Regisseuren und hat bei aller Liebe zum spanischen Film doch auch eine sehr durchwachsene Filmografie. Fulminante Werke wie „Aktion Mutante“, „El Dia de la Bestia“, „Allein unter Nachbarn“ und sein persönliches Meisterwerk „Balada triste de la Trompeta“ treffen da auf durchwachsene und weniger tolle Filme wie „800 Bullets“, „Witching and Bitching“ oder eben nun auch „El Bar“ der es nach einem fulminanten Start imho leider nicht schafft, seine Originalität bis zum Ende durchzuhalten. Der Regisseur wiederholt sich quasi auch selbst und wie schon in „Allein unter Nachbarn“ geht es in „El Bar“ um die unschönen Seiten der Menschen in Ausnahmesituationen und de la Iglesia geht ja mit einer ziemlichen Schadenfreude daran, seine Protagonisten in der abgesperrten Bar und der unklaren Gesamtsituation aufeinander losgehen zu lassen. Dabei erscheint der weitere Verlauf der Geschichte (der hier nicht verraten wird) leider nicht nur immer wieder mal arg unlogisch, sondern auch nicht sonderlich prickelnd und wenn man nicht selbst über einen bestimmten Grad an Boshaftigkeit verfügt wird das Geschehen rasch langweilig, uninteressant und auch etwas ermüdend. Trotz toller Darsteller und durchaus originellem Auftakt ist „El Bar“ als gesellschaftliche Bestandsaufnahme unserer Welt leider inhaltlich nicht sonderlich gelungen, sondern für mich eher ein Film für Personen, die sich aus sicherer Distanz gerne 100 Minuten am schwarzhumorigen Leid und Arschkarte anderer Leute ergötzen um dafür dann noch den geistigen "Gefällt mir"-Button zu drücken.

Re: El Bar - Frühstück mit Leiche - Álex de la Iglesia (2017)

BeitragVerfasst: 10. Apr 2018, 16:08
von Arkadin
Okay, vielleicht (nein ganz bestimmt) nicht de la Iglesias Bester. Eher ein kleines Nebenwerk. Eine Fingerübung. Extrem unterhaltsam, teilweise sogar spannend und bedrückend. Aber der ganze Rahmen in den de la Iglesias seine Geschichte um eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, die die titelgebende Bar nicht verlassen kann, einbettet, war mir etwas zu drüber. Zudem verhalten sich die Leute, sobald die Art der Gefahr feststeht, vollkommen dumm und unlogisch. Okay, es ging de la Iglesias eher um Gruppendynamik und Demaskierung in Extremsituationen, aber der "Rahmenhandlung" hätte er gerne etwas mehr Sorgfalt walten lassen können. So bleibt man - trotzdem der Film temporeich ist und wirklich Spaß macht - doch ein unbefriedigendes Gefühl zurück. Ach ja: :sabber: Blanca Suárez :sabber: