Wenn bei süßen Teens die Hüllen fallen - Silvio Amadio, 1975

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Wenn bei süßen Teens die Hüllen fallen - Silvio Amadio, 1975

Beitragvon buxtebrawler » 11. Sep 2017, 16:45

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Originaltitel: Quella età maliziosa

Herstellungsland: Italien / 1975

Regie: Silvio Amadio

Darsteller: Gloria Guida, Nino Castelnuovo, Anita Sanders, Mimmo Palmara, Andrea Aureli, Mario Garriba u.A.

Der arbeitslose Künstler Napoleon (Nino Castelnuovo, „Django – Sein Gesangbuch war der Colt“) leidet unter seiner Schimpftiraden absondernden Frau und haut lieber ab, bevor er ihr ernsthaft etwas zu Leide tut. Er bewirbt bei einer überraschend attraktiven Villenbesitzerin (Anita Sanders, „Attraction“) als Gärtner und bekommt den Job, für den es ihn nach Elba verschlägt. Dort lernt er Loredana (Gloria Guida) kennen, die hübsche jugendliche Tochter der Dame. Loredana findet schnell Gefallen an „Napo“ und verführt ihn. Als Störfaktor erweist sich aber ein perverser Fischer (Mimmo Palmara, „Verdammte, heilige Stadt“), der Loredana regelmäßig sexuell belästigt, bis die Situation schließlich eskaliert…
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Wenn bei süßen Teens die Hüllen fallen - Silvio Amadio, 1975

Beitragvon buxtebrawler » 11. Sep 2017, 16:47

„Versuch doch nicht, den Künstler zu mimen!“

„Wenn bei süßen Teens die Hüllen fallen“ ist ein weiteres Erotik-Drama des italienischen Regisseurs Silvio Amadio und erschien 1975, also im selben Jahr wie „Sonne, Sand und heiße Schenkel“. Es handelt sich um seine dritte Zusammenarbeit mit Genre-Ikone Gloria Guida. Der deutsche Verleih griff in seiner Titelgebung einmal mehr voll daneben und suggerierte eine nicht vorhandene Verbundenheit zur „Flotte Teens“-Reihe, verortete durch den Alternativtitel „Die sündigen Töchter von Ibiza“ die Handlung gar von Elba nach Ibiza…

„Reisen Sie ab, so lange noch Zeit ist!“

Der arbeitslose Künstler Napoleon (Nino Castelnuovo, „Django – Sein Gesangbuch war der Colt“) leidet unter seiner Schimpftiraden absondernden Frau und haut lieber ab, bevor er ihr ernsthaft etwas zu Leide tut. Er bewirbt bei einer überraschend attraktiven Villenbesitzerin (Anita Sanders, „Attraction“) als Gärtner und bekommt den Job, für den es ihn nach Elba verschlägt. Dort lernt er Loredana (Gloria Guida) kennen, die hübsche jugendliche Tochter der Dame. Loredana findet schnell Gefallen an „Napo“ und verführt ihn. Als Störfaktor erweist sich aber ein perverser Fischer (Mimmo Palmara, „Verdammte, heilige Stadt“), der Loredana regelmäßig sexuell belästigt, bis die Situation schließlich eskaliert…

„Das menschliche Gehirn ist ein gefährliches Instrument!“ (Weshalb so viele Erotikfilme es gar nicht erst anzusprechen versuchen…)

Das einschmeichelnde Titellied mit Frauengesang wird jäh abgelöst von der Schimpftirade der sich außerhalb des Bilds aufhaltenden Frau Napoleons, die er weitestgehend zu ignorieren versucht, bis ihm der Kragen platzt, er ein wenig randaliert und sich auf Jobsuche begibt. Die Überfahrt nach Elba und das Kennenlernen mit Loredana sind mit schwelgerischer bis fröhlicher Musik unterlegt und tatsächlich vermittelt der Film zunächst den Eindruck eines lockeren, komödiantischen, sommerlichen Erotikfilmchens. Beim Fahren im überfüllten Bus kommen sich Loredana und Napoleon zwangsläufig näher; eine schöne, frei von jeglicher Hektik gefilmte Szene. Kurz darauf kommt bereits der Lüstling ins Spiel und man erfährt, dass der Mann der Chefin herzkrank sei und man deshalb auf der Insel verweile. Napoleon bespannt Loredana dabei, wie sie sich tanzend auszieht. Gemeinsam fahren sie in die Stadt und wieder zurück. Der Perverse versucht, Loredana zu sich herunterzulocken, indem er eine Anfallperformance hinlegt, bis er schließlich wieder sein Glied herausholt. Nun greift Napoleon ein und vertreibt ihn, es kommt zu einer kurzen Prügelei.

„Er drückt seine Sexualität im Tanz aus!“

Loredanas Mutter spricht mit Napoleon über den Vorfall und scheint ihn verführen zu wollen, jedoch hat sie sich lediglich ausgezogen und hegt offenbar keinerlei sexuelles Interesse an ihrem Gärtner. Als Loredana krank wird, verschreibt ihr der Arzt eine Salbe, mit der Napoleon sie eincremt – die Salbe ist wirkungslos und der Arzt wollte nur beim Eincremen zusehen… Mit der Seilbahn geht es schließlich in die Berge, was nicht nur eine weitere Gelegenheit ist, die landschaftlichen Vorzüge der Region in schönen Bildern zu präsentieren, sondern Loredana auch die Möglichkeit bietet, sich unbeobachtet an Napoleon heranzumachen – um ihn dann indes doch stehenzulassen. Während der Rückfahrt geilt sie ihn in einer weiteren sexy Szene jedoch beim Autofahren auf und nachts knutschen die beiden endlich. Am nächsten Tag springt sie nackt durch die Landschaft und es kommt zum Sex mit Napoleon. Da stürzt sich jedoch der Triebtäter auf sie, den sie mit einem Stein erschlägt. Sie hat daraufhin Sorge, dass er stirbt und heult hysterisch, und tatsächlich: Noch während der Perverse röchelt, schlussfolgert Napoleon, dass dieser eine Hirnblutung erlitten habe und man ihm nicht mehr helfen könne.

„Geschmacklos lass‘ ich gelten, obszön nicht!“

Urplötzlich hat der Film seine komplette Lockerheit eingebüßt und ist endgültig zum Drama mit einem Toten avanciert, den die Mutter über Bord wirft und Napoleon unmissverständlich verdeutlicht, dass sie der Polizei gegenüber behaupten werde, dass er der Totschläger sei. Auf diese Weise kann sie nämlich nicht nur ihrer Tochter ersparen, sich der Justiz gegenüber verantworten zu müssen, sondern auch Napoleon von ihr fernhalten. Folgerichtig sucht dieser das Weite und muss seine Träume von einem idyllischen Zusammensein mit Loredana begraben.

„Jetzt sei nicht kapriziös! Es geschieht nur zu deinem Wohlergehen.“

Auf seine Weise ist „Quella età maliziosa“, so der wesentlich passendere Originaltitel, ein typischer Amadio: Als sein Stil scheint sich herauszukristallisieren, sommerlich-leichtem Erotikgeplänkel ein dickes Ende folgen zu lassen und dadurch etwas gewöhnungsbedürfte Gebräue zusammenzumischen, die bei genauerer Überlegung jedoch durchaus den Lauf manch realer amourösen Angelegenheit abbilden – unter Amadio und seinen Autoren jedoch i.d.R. wesentlich spektakulärer. Dieses Beispiel ist sicherlich kein ganz großer Wurf, doch Amadio wusste die Guida mit all ihren Reizen einmal mehr gut in Szene zu setzen, ihre freche Art macht Spaß und Napoleon kann man nur zu gut verstehen. Dafür mutet der Subplot (der später bestimmend werden wird) um den Fischer etwas plump an und ist die Dramaturgie bisweilen ein wenig langatmig ausgefallen.

„Nicht alle Ehen müssen auf Frustration hinauslaufen.“

Was Napoleon auf Elba (eine Anspielung auf die Biographie des französischen Feldherrs) widerfährt, ist klassisch nah beieinanderliegende(s) Freud und Leid, eine Moral oder bestimmte Aussage scheint der Pointe jedoch nicht innezuwohnen. Für Freunde Gloria Guidas ist „Wenn bei süßen Teens die Hüllen fallen“ zu empfehlen und wer allgemein ein Interesse an weniger peinlichen italienischen Erotikfilmen hat, wie sie vollkommen aus der Mode gekommen sind, wird ebenfalls auf seine Kosten kommen – wenngleich das Drehbuch den letzten Pfiff vermissen lässt und mir letztlich zu dünn ist. 5,5 von 10 sexuellen Ausdruckstänzen sind da aber schon drin.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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