The Throne of Fire - Franco Prosperi (1982)

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Re: The Throne of Fire - Franco Prosperi (1982)

Beitragvon DrDjangoMD » 13. Aug 2013, 08:43

Ich fand den auch gar nicht mal so mies. Ein kleines Budget konnte ich immer schon verzeihen, Prosperi schafft es trotzdem hier und da stimmige Szenen zu erzeugen, nutzt Zielführend Zeitlupen und Froschperspektiven, die Musik (wenn auch nicht Rustichellis beste Leistung) untermalt das ganze brauchbar, man kann hinter den Helden stehen und gegen die Bösewichter halten, Sabrina Siani halte ich sowieso für eine hervorragende Darstellerin und obwohl er eigentlich Großteils nur in einem einzigen Schloss spielt, empfand ich den Film recht kurzweilig. Und das alles ist weit mehr, als ich über so manche Multi-Millionen-Produktion sagen könnte. Man merkt es, dass er billig ist, aber ich denke trotzdem wurde hier rausgeholt, was man aus den zur Verfügung stehenden Bedingungen rausholen konnte. 5/10 würd ich mal geben.
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Re: The Throne of Fire - Franco Prosperi (1982)

Beitragvon Salvatore Baccaro » 13. Aug 2013, 19:46

Das sehe ich ganz genauso!
Einem Hollywood-Werk, das reinem Kalkulationsdenken entsprungen ist, ist ein Film wie THRONE OF FIRE zudem allein schon deshalb "überlegen", weil er sein kreatives Unterbewusstsein mehr oder minder unbehindert überschäumen lässt und der Pragmatik die Poesie vorzieht. Dadurch werden dieser, und ähnlich gelagerte Filme, ob nun von den Machern erzielt oder nicht, allein aufgrund ihrer "unkonventionellen" Machart schon beinahe in den surrealistischen Kunstbereich gedrängt.
Ich sage nur: "Der Brunnen des Wahnsinns!"
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Re: The Throne of Fire - Franco Prosperi (1982)

Beitragvon purgatorio » 13. Aug 2013, 20:03

ich finde ja, ihr übertreibt hier ein wenig.
Es gibt ausreichend billige und trotzdem liebevolle Werke, die derartiges Lob tatsächlich verdienen. Immerhin: kein Budget hindert doch trotzdem nicht daran sein Gehirn zu benutzen, oder? Also Geldmangel kreativ und liebevoll umschiffen mag ja noch gehen, aber einen Film zu zimmern, der inhaltlich vollkommen Banane ist und bis ins Detail an Idiotie grenzt, verstößt dann doch gegen jede Form von Respekt vor dem Rezipienten. Und von doch vielfach geliebtem Trash (im guten Sinne) ist der Film dann ja auch noch ein Eckchen entfernt :lol:
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Re: The Throne of Fire - Franco Prosperi (1982)

Beitragvon Theoretiker » 13. Aug 2013, 20:46

Ich denke mal, Prosperi hat den Film auch gedreht, um Geld zu verdienen. Kacke ist er aber trotzdem. :mrgreen:
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Re: The Throne of Fire - Franco Prosperi (1982)

Beitragvon Die Kroete » 14. Aug 2013, 13:27

Lief der nicht am vergangenen Freitag auf Tele 5 unter einem anderen Titel :?: :?: :?:
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Re: The Throne of Fire - Franco Prosperi (1982)

Beitragvon purgatorio » 14. Aug 2013, 13:45

Die Kroete hat geschrieben:Lief der nicht am vergangenen Freitag auf Tele 5 unter einem anderen Titel :?: :?: :?:


ja: DER THRON DES FEUERS ;)
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Re: The Throne of Fire - Franco Prosperi (1982)

Beitragvon buxtebrawler » 20. Aug 2013, 17:59

„Ich spüre, dass heute der Tag der Gewalt ist!“

Wie manch anderer Landsmann auch, drehte der italienische Regisseur Franco Prosperi („Junge Mädchen zur Liebe gezwungen“), der übrigens keinesfalls zu verwechseln ist mit dem gleichnamigen Mondo-Dreher, einen Beitrag zum Fantasy-Subgenre des Barbaren-Bullshits, mutmaßlich begründet durch die US-Produktion „Conan – Der Barbar“ im Jahre 1982. Prosperi ließ bis auf das titelgebende Requisit nichts anbrennen, wollte noch im gleichen Jahr mit „The Throne of Fire“ etwas vom Kuchen abhaben und verpflichtete Pietro Torrisi und Sabrina Siani für folgende abenteuerliche Geschichte:

„Die Macht des Feuers beherrscht niemand!“ (Siegfried, noch nie etwas von Ator gehört?)

Der satanische Dämon Belial (Harrison Muller Jr., „Söldner Attack“) vergewaltigt ein argloses Fräulein, um seinen Sohn Morak (ebenfalls Harrison Muller Jr.) zu zeugen, der später einmal als neuer König den von Odin geschmiedeten „Thron des Feuers“ besteigen soll. Doch hat er die Rechnung ohne den zeitnah ebenfalls gezeugten Siegfried (Pietro Torrisi, „Emanuelle im Sexrausch“) gemacht, der genau dies verhindern soll. Nachdem Morak fast das komplette Dorf dahingemeuchelt hat, will er die einzige am Leben gelassene Dame, die kämpferische Prinzessin Valkari (Sabrina Siani, „Mondo Cannibale 3“), ehelichen, was Grundvoraussetzung dafür ist, dass er nicht wie alle anderen Unglücklichen zuvor Feuer fängt und zum Häufchen Asche wird, sobald er sitzenderweise Anspruch auf den Thron erhebt. Stattfinden soll all das während einer Sonnenfinsternis, also bleibt Siegfried nicht viel Zeit, um die Holde heldenhaft zu erretten und Moraks Schreckensherrschaft den Garaus zu machen.

„Werft ihn in den Brunnen des Wahnsinns!“

Schon der Prolog macht die Marsch- bzw. Schleichrichtung dieses Testosteron-Tumbsinns deutlich: Nach einer angedeuteten Vergewaltigung (bei der man erst einmal darauf kommen muss, dass es sich um eine solche handeln soll) zwecks Stammhalterzeugung des Deibels schleppt sich das Opfer minutenlang schwanger durch den Wald – was Prosperi im Gegensatz zum Zeugungsakt auch explizit zeigt: Sie schleppt sich. Minutenlang. Der Film ebenso. Dies ändert sich kurzzeitig, als sich im Rahmen eines Barbarenkampfes halbnackte Prolls in superknappen Fetisch-Schlüpfern in einer Kieskuhle aufeinanderstürzen (angeblich geklaut aus „Das Schwert des Barbaren“!?). Doch da, ein Lichtblick! Die blonde Walküre Sabrina Siani stürzt ebenfalls, und zwar im Leder-/Fell-Bikini ins Bild. Gewinnt das Kostümfest jetzt an Charme, Anmut, Eleganz und Sex-Appeal? Nein, aber zumindest an Siani, deren spärlich bekleideter Körper fortan so manchen Fantasy-Fatzke bis zum kitschigen Ende durch den Film geführt haben dürfte.

Raus geht’s aus der Kieskuhle in die Schlossgemäuer, doch ansonsten gibt es nämlich nicht mehr viel zu sehen, was man wirklich sehen möchte. Spezialeffekte? Nun, ja, es sind welche vorhanden. Doch noch lächerlicher als die während Siegfrieds Angriff auf Belial sind die im wahrhaft wahnsinnigen „Brunnen des Wahnsinns“, in den der arme Siggi gesperrt wird und sich dort gegen eine hineingehaltene Plastikfratze, Ritterrüstungen und ein paar possierliche Tierchen verteidigen muss. Grandios-grotesk auch, wie sich Siegfried später mit Pfeilen bewerfen lässt. Besonders angetan hatten es Prosperi aber seine Kampfchoreographien, weshalb er sie immer wieder in Zeitlupe zelebriert. Welchen Effekt ständige Zeitlupen auf einen tendenziell doofen und langweiligen Film haben, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

„Am Tage der Nacht während des Tages…“ (frei nach Loriot: zweites Futur bei Sonnenfinsternis)

Doch es gibt nicht nur etwas zu sehen, sondern auch zu hören, und das wären neben einem belanglosen Soundtrack diese unfassbar gestelzten, bemüht auf altertümlich getrimmten Dialoge, bei denen ich reflexartig und ohne es zu wollen auf Durchzug schalte und leider (?) kaum etwas haften bleibt. Doch das passt zum Film, in dem fast alles so aufgesetzt und gekünstelt wirkt wie in einer drittklassigen Laientheater-Aufführung. Zugegeben, zum Schmunzeln geben auch manch Zeilen Anlass; ich denke da z.B. an jene Wache, die, nachdem Siegfried als Unsichtbarer die Tür durchschritt und diese offen stehen ließ, zur anderen sagt: „Muss wohl der Wind gewesen sein!“ Spitze auch der Sianische Ausspruch „Eine Frau verfügt über Waffen, die kein Mann hat!“ – sprach die launenhafte und misstrauische Prinzessin und will innerhalb von Sekunden unseren Siggi nicht mehr umbringen, sondern mit ihm knutschen. Zum Knutschen solche Szenen!

Größtenteils jedoch wurde diese respektlose Durcheinanderwürfelung aus christlicher und nordischer/germanischer Mythologie, peinlichem Patriarchen-Protz und magischem Mumpitz schlicht langatmig, ohne Gefühl für Dramaturgie und Spannung, inszeniert und zudem schluderig geschnitten, so dass sie als wahrhaft schlechter Film zwar durchaus einen Kuriositätenbonus erhält, ansonsten aber auch unter Trash-Gesichtspunkten nicht ansatzweise soviel Freude bereitet, wie sie es theoretisch hätte können – das werden selbst anspruchsloseste Anabolika-Anbeter, Barbarenbusenfreunde, Schwertschwinger und Fellfetischisten konstatieren müssen. Ob Produzent Umberto Innocenzi später jegliche Schuld von sich wies, ist leider nicht überliefert (man verzeihe mir dieses Wortspiel).
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: The Throne of Fire - Franco Prosperi (1982)

Beitragvon purgatorio » 20. Aug 2013, 19:42

:thup: Schöner Text, Bux. Den unterschreibe ich so!

Mir fiel während der Lektüre auf, dass wir noch kein Wort zu den regelmäßigen Suizidversuchen der Dame sagten, die sich als letzte Hoffnung der Menschheit herauskristallisierte :lol: Ihren Job nahm die wohl nicht sehr ernst. Und auch, was Kalkove so toll feststellte, dass Siegfried als Gehilfe und Beschützer der letzten Hoffnung der Menschheit nach viermaliger Inhaftierung durch dämonische Schergen sich wohl eher disqualifiziert haben sollte :lol:
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Re: The Throne of Fire - Franco Prosperi (1982)

Beitragvon buxtebrawler » 20. Aug 2013, 20:13

purgatorio hat geschrieben: :thup: Schöner Text, Bux. Den unterschreibe ich so!

Mir fiel während der Lektüre auf, dass wir noch kein Wort zu den regelmäßigen Suizidversuchen der Dame sagten, die sich als letzte Hoffnung der Menschheit herauskristallisierte :lol: Ihren Job nahm die wohl nicht sehr ernst. Und auch, was Kalkove so toll feststellte, dass Siegfried als Gehilfe und Beschützer der letzten Hoffnung der Menschheit nach viermaliger Inhaftierung durch dämonische Schergen sich wohl eher disqualifiziert haben sollte :lol:


Danke!

Du meinst, ich hätte noch explizit erwähnen sollen, dass die ganze Geschichte vorne und hinten keinerlei Sinn ergibt? :lol: Ich dachte, das wäre bei diesem Genre offensichtlich :kicher:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: The Throne of Fire - Franco Prosperi (1982)

Beitragvon purgatorio » 21. Aug 2013, 05:28

buxtebrawler hat geschrieben:Du meinst, ich hätte noch explizit erwähnen sollen, dass die ganze Geschichte vorne und hinten keinerlei Sinn ergibt? :lol: Ich dachte, das wäre bei diesem Genre offensichtlich :kicher:


Nein, nein, so war das nicht gemeint! Ich habe doch durch die Erwähnung und Beschreibung der gemeinten Stellen ausreichend Text zum Unsinn formuliert. Es fiel mir also ein und wurde sofort abgestellt. Irgendwie wird das Bild von blöd dadurch noch runder :lol: Dir wollte ich hier keine Aufgaben zuschieben!
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