Shark Terror - Das Biest aus der Tiefe - Bruno Mattei (1995)

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Shark Terror - Das Biest aus der Tiefe - Bruno Mattei (1995)

Beitragvon jogiwan » 21. Dez 2014, 10:08

Shark Terror - Das Biest aus der Tiefe

Bild

Originaltitel: Cruel Jaws

Alternativtitel: The Beast - Unheimliche Tiefe / Jaws 5: Cruel Jaws

Herstellungsland: Italien, USA / 1995

Regie: Bruno Mattei

Darsteller: David Luther, George Barnes, Scott Silveria, Kristen Urso, Richard Dew, Sky Palma

Story:

Im Ferienort Hampton Bay betreibt der Meereskundler Dag Soerensen mit seiner Familie ein kleines Delphinarium. Der Bürgermeister will ihm das Land wegnehmen, um einen neuen Hotelkomplex zu bauen. Zu diesem Zweck heuert er Gangster an, die Dag zum Verkauf zwingen sollen. Plötzlich taucht am Strand eine völlig verstümmelte Leiche auf, alles deutet auf einen Hai hin. Der Bürgermeister will den Fall geheimhalten, doch die Bestie durchkreuzt seine Pläne und legt bei einer Surfregatta erst richtig los. (quelle: VideoMarkt)
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Re: Shark Terror - Das Biest aus der Tiefe - Bruno Mattei (1995)

Beitragvon jogiwan » 21. Dez 2014, 10:20

Bruno Matteis 1995 entstandener Streifen ist erwartungsgemäß kein Highlight, sondern eher ein „Hai light“ und während die Geschichte von Steven Spielbergs „Jaws“ quasi 1:1 nacherzählt wird, gibt es ausgeborgte Musik und Film-Material aus anderen Streifen aus der Hai-Ecke oder aus den Meeresfilm-Archiven dieser Welt. Da man sich offensichtlich nicht einigen konnte, welche Hai-Art denn nun für die Übergriffe verantwortlich sein soll, hat man sich einfach für die Doofste aller Varianten entschieden und die sympathischen Darsteller inklusive Hulk Hogan-Imitat mühen sich auch redlich durch die vollkommen abstruse Story voller Schmalz und Klischees, bei der auch kein Sympathieträger vor dem Abnippeln gefeit ist. Leider sind die Hai-Übergriffe, die ja quasi das Um und Auf eines derartigen Filmes darstellen eher harmlos gehalten und statt „Shark“ und „Terror“ gibt es eher „Non“ und „Sense“ am laufenden Band und eine Reaktivierung des früher so beliebten Blau-Filters bei den zahlreichen Nachtszenen, die augenscheinlich am Tag gedreht wurden. „Shark Terror“ ist unterhaltsames Plagiatskino der sehr dreisten Sorte für den Video-Markt und bei einem Mattei hat man ja auch bestimmte Erwartungen und diese werden bei „Shark Terror – Das Biest aus der Tiefe“ auch mühelos erfüllt.
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Re: Shark Terror - Das Biest aus der Tiefe - Bruno Mattei (1995)

Beitragvon buxtebrawler » 21. Dez 2014, 20:07

jogiwan hat geschrieben:Bruno Matteis 1995 entstandener Streifen ist erwartungsgemäß kein Highlight, sondern eher ein „Hai light“


:lol:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Shark Terror - Das Biest aus der Tiefe - Bruno Mattei (1995)

Beitragvon Nello Pazzafini » 12. Mär 2015, 21:50

uufff man geht ja eh schon ohne Erwartungshaltung an den madigen Speck aber in manchen Fällen wie eben diesen wird das doch wirklich unterboten - völlig belanglos, langweilig und schwer bescheuert - aber leider nicht mal trashig gut. Manche Synchrosager sind dann schon wieder gaga aber das reicht dann doch nicht mal zum schmunzeln. Die Schausteller können keinen Spass gehabt haben, die haben nicht mal ansatzweise ein Haimodell gesehen - wie auch, ist der Hai doch ausschliesslich Archivmaterial!
Wahnsinn was Mitte 90 noch möglich war - aber danach hatte Bruno, das Beast, ja auch eine lange Auszeit.
Und nie vergessen - immer zwischen die Augen schiessen! Geht beim Hai ja ziemlich leicht.
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Re: Shark Terror - Das Biest aus der Tiefe - Bruno Mattei (1995)

Beitragvon Salvatore Baccaro » 12. Dez 2017, 00:26

Oh je, Leute, ich hatte gerade zum ersten Mal in meinem Leben die Ehre, Bruno Matteis CRUEL JAWS zu genießen. Was für ein Film! Selbst im an Wundern reichen Oeuvre des Maestros stellt dieser Film, wie ich finde, einen absoluten Höhepunkt dar: Tonnenweise recyceltes Hai-Footage, bei dem das "Biest aus der Tiefe" andauernd Metamorphosen vom Großen Weißen zum Tigerhai bis hin zu einem armseligen Plastikmodell hinlegt. Sklavisches Nacherzählen der Story-Struktur von Spielbergs JAWS, jedoch ohne die geringste dramaturgische Finesse, komplett spannungarm, und fernab jeglicher Schauwerte. Ein Hulk-Hogan-Double, ein pausbäckiger "Ozeanologe", ein kleines Mädchen im Rollstuhl, allesamt offensichtliche Laiendarsteller, die ihre Textzeilen scheinbar nur wenige Minuten vorm Dreh der jeweiligen Szene erfahren haben. Mir dämmerte das schon eine Weile, doch CRUEL JAWS hat mich nun vollends davon überzeugt, dass Mattei sich schon seit den 70ern mit poststrukturalistischen Zeichentheorien á la Jacques Derrida oder Jean Baudrillard regelrecht zugeballert haben muss. Anders kann ich mir nicht erklären, dass er in nahezu allen Filmen, die ich von ihm kenne, altbekannte Genres, Topoi, technisch-ästhetische Konventionen auf eine Weise dekonstruiert, die solche Theoreme besagter Wissenschaftler wie die wild flottierende Welt der Zeichen in einer vom Un-Sinn organisierten Simulationsgesellschaft und Kombinationskultur, bei der jedes Signifikat prinzipiell durch jeden beliebigen Signifikanten nicht so sehr ausgedrückt, sondern simuliert werden kann (Baudrillard), oder die Polysemie der Zeichen als Spiel der Differenzen, bei dessen Reigen eine hermeneutische Text-Analyse sich früher oder später in labyrinthischen Strukturen verirrt, die physische Realität selbst zu einem durch zahllosen Spuren und Absenzen unleserlich gemachten Text wird, der beinahe jeden beliebigen Sinn annehmen kann, und in seiner matrizenhaften Struktur nur durch andere Texte "entlarvt" werden kann (Derrida), exemplarisch zur Anschauung bringen. Ich bin überzeugt davon, dass CRUEL JAWS, wenn man ihn nur endlich einmal von der Warte des "klassischen" poststrukturalistischen Denkens beleuchten würde, sich plötzlich als hochgradig durchdachten Essayfilm und ergreifendes Beispiel für eine Collage-Technik enttarnen würde, die der Paragonalität unserer Zeit und der Implosion des Sozialen ins Mediale einen weisen Spiegel vorhält. Mattei, dieses Wunderkind des italienischen Kinos, hat in der Folie exploitativer Bahnhofskino-Ware über Jahrzehnte hinweg die möglicherweise feinsinnigste Analyse der zeichenökonomischen Parameter der westlichen Zivilisation in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhundert gverpackt - tatsächlich wenn man so will das kinematographische Gegenstück zu den Schrifttheorien der von mir zitierten Philosophen. Wo genau ist denn nun, möge man mir sagen, der Unterschied zwischen einem Zitatfilm wie, sagen wir, Godards NOUVELEL VAGUE, oder einem Zitatbuch wie, sagen wir, Walter Benjamins unvollendetem Passagenwerk, und CRUEL JAWS, in dem keine einzige originelle Idee vorzufinden ist, und nichts, was nicht auf eine externe Quelle Bezug nehmen würde? Auch bei Mattei ist alles Zitat, angefangen von den Titeln seiner Filme über die Musik, die Geschichten, die er nicht erzählt, sondern aufsplittet in seperate Signifikanten, die vereinzelt für sich stehen, ohne einen klaren Referenten zu besitzen - ich könnte mir vorstellen, dass selbst die Dialoge, die er seinen Darstellern in den Mund legt, von irgendwem anders stammen. Schaut euch allein mal die Schnitttechnik in dieser Beispielszene an - dass dort nun wirklich nichts "zusammenpasst", kann doch kein Zufall, keine Schlamperei, sondern eigentlich nur die Attitüde eines Regisseurs sein, dessen Hauptthema in allen seinen Filmen das Verlöschen auratischen Glanzes des autonomen Kunstwerks im Prozess der technischen Reproduzierbarkeit darstellt, und der das konstitutive Prinzip der Differenz und die Fallstricke einer Semiokratie, bei der jegliche Inhaltlichkeit in einem Sog aus Indifferenz ersäuft, nicht beschreibt, sondern sie sich in Form von Bewegtbildern materialisieren lässt:


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