Todesmarsch der Bestien - Joaquín Luis Romero Marchent

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Todesmarsch der Bestien - Joaquín Luis Romero Marchent

Beitragvon Santini » 17. Dez 2009, 00:27

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Originaltitel: Condenados a vivir

Herstellungsland: Spanien / 1972

Regie: Joaquín Luis Romero Marchent

Darsteller: Claudio Undari, Emma Cohen, Alberto Dalbés, Antonio Iranzo, Manuel Tejada, Ricardo Díaz u. A.

Story:

Sergeant Brown von der Nordstaaten-Armee hat ein Himmelfahrtskommando übernommen.
Mitten im kältesten Winter soll er neun aneinandergekettete Schwerverbrecher durch Schnee und Berge zu einem Zwangsarbeiterlager 400 Meilen entfernt bringen.
Mit dabei sind seine Tochter Kathy und zwei Begleitsoldaten.
Es ist ein Marsch ohne Wiederkehr.
Schon nach wenigen Meilen wird der Transport überfallen, die beiden Soldaten getötet.
In der allgemeinen Panik gehen die Pferde mit einem Planwagen durch.
Das einzige Gewehr, das dem Trupp bleibt, hat Sergeant Brown.
Hungernd und frierend schleppt sich die Gruppe durch Eis und Schnee, bis eines Nachts einer der Gefangenen den wahren Grund für den Transport entdeckt.
Die Entdeckung macht alles nur noch schlimmer und läßt die Gefangenen zu unmenschlichen Bestien werden, die kein Gewissen mehr kennen.
Wer wird diese Hölle überleben?
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Re: Todesmarsch der Bestien - Joaquín Luis Romero Marchent

Beitragvon dr. freudstein » 31. Jan 2010, 20:54

den mag ich auch richtig gerne, genialer, derber splatter-western.
die bootleg-dvd war zwar nicht ganz günstig, aber spitze.
den muss ich auch mal auf 35mm sehen.
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Re: Todesmarsch der Bestien - Joaquín Luis Romero Marchent

Beitragvon Blap » 31. Jan 2010, 21:15

Sergeant Brown und ein paar andere Soldaten überführen eine Reihe Schwerbrecher, es ist eine Strecke von gut 400 Meilen zurückzulegen. Die Aktion findet mitten im Winter statt, stellt also für alle Beteiligten eine grosse Anstrengung dar. Plötzlich wird der kleine Trupp überfallen. Eine Bande von Gaunern vermutet, dass der kleine Treck in Wirklichkeit ein Goldtranport ist. Doch die Burschen finden kein Gold, töten aber alle Kameraden des Sergeants. Schliesslich gehen die aufgescheuchten Gäule durch und der Planwagen wird geschrottet. Brown steht nun mit einer Horde von aneinander geketteten, widerlichen Typen in der Einöde. Das er seine Tochter dabei hat, die Gefangenen den Abschaum der Menscheit repräsentieren und die Nahrungsmittel knapp sind, macht die Lage nicht unbedingt angenehmer. Doch damit nicht genug. Durch einen Zufall entdecken die Kettensträflinge ein bisher gut gehütetes Geheimnis, welches ihre primitivsten Instinkte nun völlig ausser Kontrolle geraten lässt...

"Todesmarsch der Bestien" ist eine spanische Produktion aus den frühen Siebzigern. In Deutschland rief das Werk die Zensur auf den Plan, da es ein paar brutale Szenen zu sehen gibt. Die gelegentlichen Ausbrüche von Gewalt, brachten dem Werk einen gewissen Kultstatus ein. Doch was taugt der Film wirklich?

Eines gleich vorweg. "Todesmarsch..." würde auch ohne die Gewaltszenen funktionieren. Die Darsteller gehören nicht zu den bekannteren Akteuren der damaligen Zeit, machen ihren Job aber ordentlich und wirken angenehm unverbraucht. Die Story weicht vom üblichen Racheschema ab, ohne dabei sonderlich kreativ zu sein. Die winterliche Kulisse sorgt für optische Abwechslung, man fühlt sich ein wenig an Corbuccis Meisterstück "Leichen pflastern seinen Weg" erinnert. Kamera und Schnitt sind nicht immer glücklich, da ist man von vielen anderen Euro-Western besseres gewohnt. Das Gepansche hält sich in Grenzen, ist aber für einen Western durchaus nicht üblich. Die Momente voller Mettgut erfreuen das Auge, die Qualität des Hackfleisches geht in Ordnung.

Wie ich bereits schrieb, könnte der Film auch ohne Gemetzel bestehen. Doch wäre er dann vermutlich schon vergessen, denn letztlich ist "Condenados a vivir" lediglich ein durchschnittlicher Euro-Western. Es gibt etliche Werke dieser Gattung die weitaus stilvoller und faszinierender ausgefallen sind, und dabei gänzlich ohne Mettgut auskommen.

Fazit: Für Genre-Fans sehenswerter Euro-Western. Guter Durchschnitt, obere Mittelklasse = 6/10

***

Vielleicht ein wenig zu "streng" bewertet. Der Film hätte auf jeden Fall eine bessere Auswertung verdient.
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Re: Todesmarsch der Bestien - Joaquín Luis Romero Marchent

Beitragvon dr. freudstein » 31. Jan 2010, 21:37

Herr Blap,

natürlich hast Du nicht ganz unrecht, was handwerkliche Qualitäten angeht. Klar, auch ohne Rot würde er gut funktionieren. Naja, aber es ist teilweise schon recht übel, wie die Menschen dort miteinander umgehen. Der Räubervater und seine Jungs bringen ja wenigstens ein bißchen Komik in die Geschichte.

Ich geb aber:
8/10
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Re: Todesmarsch der Bestien - Joaquín Luis Romero Marchent

Beitragvon Santini » 1. Feb 2010, 14:05

Extrem pessimistischer und nihilistischer Film.
Und schon daher nach meinem Geschmack. 8-)

Der Film würde auch ohne die derben Bluteinlagen gut funktionieren...
Ich finde allerdings sie passen in das Gesamtbild das der Film zeichnet. ;)
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Re: Todesmarsch der Bestien - Joaquín Luis Romero Marchent

Beitragvon Santini » 2. Aug 2010, 10:37

Das Mike Hunter Tape trat bei ebay den Todesmarsch für EUR 17,27 an.


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Re: Todesmarsch der Bestien - Joaquín Luis Romero Marchent

Beitragvon sid.vicious » 7. Aug 2010, 12:45

Ein Sträflingstransport wird von ein paar durchgeknallten Outlaws überfallen. Diese wollen, das angeblich im Wagen versteckte Gold haben. Da sie nicht fündig werden, massakrieren sie einen Teil der Eskorte. Sergeant Brown und seine Tochter müssen nun mit den aneinander geketteten Sträflichen zu Fuß den Weg Richtung Fort Green antreten.

Die Situation ist auf Grund der skrupellosen Sträflinge so gut wie aussichtslos für Sergeant Brown. Nach einer Zeit stellt sich heraus, dass die Ketten der Sträflinge aus purem Gold sind…

Todesmarsch der Bestien ist ein bösartiger, gemeiner und brutaler Film aus Spanien.

Der Film weißt eine gute Story auf und konzentriert sich schwerpunktmäßig auf die psychische Stimmung, welche einmalig vermittelt wird. Die Darsteller sind allesamt überzeugend und die Schneelandschaft in der der Film gedreht wurde, trägt erfolgreich zu einer depressiven und gemeinen Grundstimmung bei.
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Re: Todesmarsch der Bestien - Joaquín Luis Romero Marchent

Beitragvon dr. freudstein » 7. Aug 2010, 16:21

Santini hat geschrieben:Das Mike Hunter Tape trat bei ebay den Todesmarsch für EUR 17,27 an.


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UI, meine nicht offizielle DVD VÖ war doppelt so teuer :shock:
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Re: Todesmarsch der Bestien - Joaquín Luis Romero Marchent

Beitragvon AL NORTHON » 9. Feb 2011, 17:07

Zum Todesmarsch der Bestien möchte ich auch mal was beisteuern.Und zwar einen Vergleich zwischen der Retro DVD und der VHS von Mike Hunter.Von den Mike Hunter Tapes gab es glaube ich
zwischen 4 und 5 verschiedene Varianten (bin jetzt nicht ganz sicher),mit 2 verschiedenen Titeleinblendungen (siehe Bilder unten).Die Bilder der VHS unten sind von der Quali nur so schlecht,da ich sie vom Fernseher abfotografiert habe,da ich die Tapes nicht auf DVD vorliegen hab.
Rechts unten sind original Screenshots der Retro DVD,deshalb wirken die Bilder der DVD besser.
In dem Vergleich kann man sehen,wie sehr das Bildformat der DVD vergewaltigt wurde.Hier stimmt überhaupt nix.Das Format der VHS stimmt leider auch nicht,doch unterm Strich kann man damit besser leben.Den Film gibt es anscheinend auch nirgends im original Format.Die DVD wurde zusätzlich nochmal abgedeckt.Rechts und links hat man noch dazu grüne Streifen.Also spart euch euer Geld und kauft nicht die Retro DVD,man ist mit der original Hunter VHS oder einem guten DVD-Rip davon besser bedient.
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Re: Todesmarsch der Bestien - Joaquín Luis Romero Marchent

Beitragvon Blap » 9. Feb 2011, 18:17

Du hast vollkommen Recht, die DVD von Retrofilm ist sehr schwach, weit unterhalb einer guten VHS-Auswertung. Allerdings sieht die VHS für mich noch schlimmer aus, das Format wirkt stark verzerrt (Ok, du weist ja auf die Unzulänglichkeiten der Screenshots hin). Da ich die DVD recht günstig bekommen habe, ärgere ich mich nicht weiter über die Qualität. Inzwischen wird für die Scheibe deutlich mehr verlangt, Summen jenseits der 20€ ist sie keinesfalls wert.

Es wäre allerdings sehr wünschenswert, wenn dem Film eine vernünftige Auswertung gegönnt würde.
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