The People who own the dark - León Klimovsky (1976)

Moderator: jogiwan

Re: The People who own the dark - León Klimovsky (1976)

Beitragvon jogiwan » 29. Jul 2012, 10:42

Auch in der verbesserten Fassung ist "People who own the dark" immer noch eine hübsch obskure Mischung aus Endzeit-Drama, Sleaze, Sci-Fi, Horror und allerlei anderen Dingen, die den Streifen sicherlich zu einem der seltsamsten Werke aus der Kiste machen. Die DVD aus dem Hause Code Red bietet Klimosvskys Streifen in sehr annehmbarer Qualität, die jedoch mit vielen Laufstreifen, Tonfehlern und anderen Störungen sicherlich nichts für Qualitätsfetischisten ist. Tolle Story, tolle Darsteller und eine grandiose Schlussszene, bei der Freude und Verzweiflung nie näher lagen...
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Re: The People who own the dark - León Klimovsky (1976)

Beitragvon Blap » 29. Jul 2012, 12:11

Wie lange musstest Du auf die Code Red Scheibe warten? Ich habe per PayPal bezahlt, die Bestätigung des Systems kam auch sofort, aber vom Anbieter habe ich nichts gehört. Mhmm...
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Re: The People who own the dark - León Klimovsky (1976)

Beitragvon jogiwan » 29. Jul 2012, 12:19

Blap hat geschrieben:Wie lange musstest Du auf die Code Red Scheibe warten? Ich habe per PayPal bezahlt, die Bestätigung des Systems kam auch sofort, aber vom Anbieter habe ich nichts gehört. Mhmm...


Bei mir gabs auch lediglich die Paypal-Bestätigung, dass der Betrag an einen gewissen Herrn Olsen überwiesen wurde uns sonst keine weitere Info oder Mail-Bestätigungen. Bezahlt hab ich am 13.07. und die Scheibe war am 24.07. im Briefkasten.
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Re: The People who own the dark - León Klimovsky (1976)

Beitragvon Blap » 29. Jul 2012, 13:54

OK. Dann scheint ja noch alles im gelben Bereich zu sein.
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Re: The People who own the dark - León Klimovsky (1976)

Beitragvon Nello Pazzafini » 29. Jul 2012, 16:27

wow, der klingt aber sehr gut, freu mich schon darauf wie ein kleiner bub :D
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Re: The People who own the dark - León Klimovsky (1976)

Beitragvon Blap » 3. Aug 2012, 10:59

Die Scheibe wurde heute geliefert. Kurz reingeschaut, die abgetastete Kopie versprüht jede Menge Nostalgiefeeling. Zusätzlich sind ein paar Trailer an Bord, ich muss auf jeden Fall "Brute Corps" besitzen!
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Re: The People who own the dark - León Klimovsky (1976)

Beitragvon Nello Pazzafini » 14. Aug 2012, 21:17

hhhhhmmmmm, was soll ich dazu sagen? Schön unangenehme Stimmung zweifellos aber die "Möglichkeiten" der Blinden sind extrem an den Haaren herbeigezogen. Ich bin ja keiner der die Logik sucht in einem Film aber das ging mir ein bisserl zuweit.
Ze orgy in ze Keller war grande, ja die hätt ruhig ein bisschen länger dauern können und dann wirds düster Endzeitig, leider mit ein paar Längen und leider mit an den spanischen Haaren herbeigezogenen Übertriebenheit aber unterhaltsam. Der Schlussakt ist natürlich grossartig, der Tod ist nicht nur ein Meister aus Deutschland... ;) so und nicht anders sollten Filme mit solcher einer Handlung enden, hear me Americanos?
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Re: The People who own the dark - León Klimovsky (1976)

Beitragvon creepy-images » 14. Sep 2012, 16:04

Ich finde den Film auch großartig (auch wenn sowohl Klimovsky als auch Naschy imho noch weitaus besseres im Portfolio haben) und bin mit der CODE-RED ziemlich zufrieden obwohl die natürlich noch Luft nach oben bietet.

Was die Orgie angeht: Ich muss gestehen, dass ich auch nur die US-Fassung kenne, aber ausgehen von einigen Stills die ich zu dem Film habe und einer Ausgabe der spanischen CINE-SEX, muss es da in punkto Nacktheit noch deutlich mehr geben/gegeben haben.

Eigentlich sollte ich mal den Arsch hochkriegen und ein spanisches Tape zum Vergleich kaufen, denn der Film ist ja zu einer Zeit erschienen in der Nacktheit auch für die Spanier kein Problem mehr war.
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Re: The People who own the dark - León Klimovsky (1976)

Beitragvon Blap » 21. Sep 2012, 00:13

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DVD von Code Red



The People Who Own The Dark (Spanien 1976, Originaltitel: Último deseo)

Die letzte Orgie?

Ab und zu trifft sich eine kleine Gruppe angesehener Mitglieder unserer Gesellschaft auf einem abgelegenen Landsitz. Angesehene Diplomaten, seriöse Geschäftsleute und elitäre Wissenschaftler vergnügen sich mit attraktiven Damen, in einem würdevollen Kellergewölbe huldigt man dem Erbe des Marquis de Sade. Kaum hat Hausherrin Lily (Maria Perschy) ihre keine Begrüßungsrede vom Stapel gelassen und der Abend begonnen Fahrt aufzunehmen, wird das gesamte Anwesen wie von einem mächtigen Erdbeben durchgerüttelt. Professor Fulton (Alberto de Mendoza) erkennt die Ernsthaftigkeit der Lage, irgendwo in der Ferne muss es zu einer gewaltigen Explosion gekommen sein, der befürchtete Atomkrieg ist ausgebrochen! Zunächst haben die Freunde der Gelüste keinen sichtbaren Schaden genommen, der Aufenthalt unterhalb der Erdoberfläche verhinderte das Schlimmste. Dem Hauspersonal ausserhalb des Kellers ist weniger Glück beschieden, blind und mit Tode ringend taumeln sie dem Verderben entgegen. Radio und Telefon sind ausgefallen, niemand kann den Ort des Bombeneinschlags bestimmen. So beschliesst man sich im Gewölbe vor der Strahlung zu schützen, am folgenden Morgen sollen Nahrungsmittel aus dem nächsten Dorf herbeigeschafft werden. In der kleinen Ortschaft wird das Ausmaß der Katastrophe deutlich, sämtliche Einwohner befanden sich auf einem Fest und irren blind und verzweifelt umher. Es kommt zu einer fürchterlichen Eskalation, mehrere Bewohner des Dorfes werden von dem durchdrehenden Victor (Tomás Picó) erschossen. Nur mühsam und zu spät gelingt es der Gruppe um Professor Fulton und den wohlhabenden Borne (Paul Naschy) den Aggressor zu stoppen, der ebenfalls völlig überforderte Dr. Robertson (Ricardo Palacios) erwürgt den Schiesswütigen. Nach diesen Ereignissen müssen die Damen und Herren nicht nur die Folgen des Atomkriegs fürchten, die erblindeten Dorfleute wollen eine offene Rechnung um jeden Preis begleichen...

León Klimovsky verdanken wir einige prächtige Streifen, vor allem die Zusammenarbeit des Regisseurs mit Spaniens Horror-Ikone Paul Naschy war äusserst fruchtbar. Hier ein paar aussagekräftige Beispiele:

• Die Nacht der Vampire (La noche de Walpurgis, 1971)
• Blutrausch der Zombies (La rebelión de las muertas, 1972)
• Todeskreis Libelle (Una libélula para cada muerto, 1974)

"The People Who Own The Dark" baut auf ein übliches Endzeitszenario, nach dem Atomkrieg muss sich eine kleine Gruppe Überlebender gegen mordlüsterne Häscher zur Wehr setzen. Was sich zunächst als wenig kreatives Fundament präsentiert, wird durch zahlreiche Wildereien in verwandten Genres zu einem ganz besonderen Filmerlebnis. Der Streifen verzichtet völlig auf zerstörte Städte und trostlose Wüstenlandschaften oder graue Kiesgruben, lediglich im kurzen und heftigen Finale sieht es tatsächlich ein wenig nach Endzeit aus. Interessanterweise bettet Klimovsky das Geschehen in einen herrschaftlichen Landsitz ein, freilich inklusive Kellergewölbe, dieses Umfeld scheint wie geschaffen für einen klassischen Gruselstreifen. Vor dem Atomschlag streicht kurzzeitig ein Hauch prickelnder Erotik unsere Wangen, später mutet die Bedrohung durch die blinde Dorfbevölkerung wie eine Belagerung durch Zombies an, obendrauf gibt es eine kleine Liebesgeschichte. Zunehmend kippt die Stimmung innerhalb der Gruppe, entwickelt die um sich greifende Zerstörung der Harmonie eine gefährliche Dynamik. Der offensive Brückenschlag zurück zur Endzeitthematik erfolgt in den letzten Minuten, zu Klängen aus Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie schlägt uns León Klimovsky mit voller Wucht in den Magen, zynische Kälte und grosse Kunst prallen wie ein gewalter Vorschlaghammer auf Herz und Hirn des Zuschauers! Großartig! "Último deseo" bereichert das Thema Endzeit durch Ausflüge in andere Bereiche, überschüttet mich geradezu verschwenderisch mit Wohlfühlatmosphäre und Knuffigkeit, haut mir abschliessend dennoch mit aller Wucht in die Fresse, vielen Dank dafür!

Werfen wir einen Blick auf die Damen und Herren vor der Kamera. Alberto de Mendoza macht einen verdammt guten Job, sichert sich als Professor Fulton mit "herzlicher Intelligenz" meine Zuneigung. Der in Argentinien geborene Schauspieler ist Freunden gepflegter Euro-Unterhaltung kein Fremder, er wirkte in unverzichtbaren Gialli wie z. B. "Der Killer von Wien" (Lo strano vizio della Signora Wardh, 1970) und "Der Schwanz des Skorpions" (La coda dello scorpione, 1971) von Sergio Martino mit. Meine Begeisterung für Paul Naschy ist kein Geheimnis. Diesmal gibt er nicht den tragischen Werwolf mit Herz oder einen anderen Horrorknuffel, er agiert unter Druck mehr und mehr egoistisch und bösartig, Herr Naschy überzeugt auch als Charakterschwein. Bemerkenswert der Auftritt von Ricardo Palacios, in der Rolle des dicklichen Dr. Robertson verliert er zunehmend die Contenance, verliert sich im Wahnsinn. Auf den ersten Blick vielleicht albern, letztlich bedrückend und anrührend. Es soll nicht zu ausufernd geraten, daher möchte ich mich nun den Damen zuwenden. Maria Perschy fungiert als Puffmutter der besseren Sorte, nebenbei knabbert Lily noch immer an tiefgehendem Liebeskummer, unterhielt einst eine lesbische Beziehung zu Berta (Teresa Gimpera). Es wäre sicher reizvoll Maria Perschy und Teresa Gimpera mehr Raum zur Reaktivierung ihrer Leidenschaft zu gewähren. Dies geschieht nicht, für zu viele Nebenschauplätze bleibt kein Raum. Bei genauer Betrachtung eine gute Entscheidung, schliesslich sorgt die aufkeimende Liebe zwischen Professor Fulton und Clara für entsprechende Momente. Clara wird von der bezaubernden Nadiuska gespielt, eine höchst erotische Dame mit wunderschönen Augen und sinnlichen Lippen, mein Puls kommt beim Gedanken an die Dame auf Touren. Kaum weniger reizvoll Julia Saly, die mich einmal mehr mit ihrer etwas eigenwilligen Schönheit betört. Ich liebe Julia Saly für ihre fantastische Darbietung der Blutgräfin Bathory im Naschy-Klassiker "The Night of the Werewolf" (El retorno del Hombre-Lobo, 1981), bei dem Meister Naschy als Waldemar Daninsky unterwegs ist und weiterhin für die Regie verantwortlich zeichnet. Julia Saly ist in dem hier kurz vorgestellten Film weit von der perversen Gräfin entfernt, sie zeigt uns ihre zarte und zerbrechliche Seite, das Drehbuch nutzt die Rolle der Marion für einen kleinen Nackenschlag, nicht immer hat eine milde Gabe an einen Bettler gnädige Folgen. Diana Polakov und Leona Devine sind nett anzuschauen, ich möchte meine Zeilen zum Ensemble damit beschliessen.

Endzeit aus einem anderen Blickwinkel, gewürzt mit bewährten Zutaten aus dem Genreumfeld. Diese Ausrichtung funktioniert ganz vorzüglich, ich musste mir den Film gleich mehrfach hintereinander zu Gemüte führen, er wird in Zukunft immer wieder ein gern gesehener Gast in meinem Player sein! León Klimovsky lieferte mit "Último deseo" wohl einen seiner besten Streifen ab, ich bin restlos begeistert! Geschickt streut der Auftakt kleine Hinweise auf das kommende Inferno, um dann clever (fast) ohne "Endzeitoptik" im Gewand anderer Genres unterhaltsam und kurzweilig 80 Minuten für wohlige Schauer zu sorgen, gekrönt durch den harschen Kontrast des schmerzhaft-intensiven Finales. Zerfall einer dekadenten Gesellschaft, mit Konsequenz und ohne Gande zu Ende geführt.

Von Code Red kommt die DVD zum geneigten Filmfreund ins Haus, die Scheibe ist unter http://www.codereddvd.com direkt beim Erzeuger zu beziehen. "The People Who Own The Dark" ist in zwei Varianten enthalten, eine wurde von einer 35mm Kopie abgetastet, alternativ liegt der Transfer eines alten 1-Zoll-Videos vor. Auf dem Cover wird auf die Verfassung der 35mm Kopie hingewiesen: "Brand new telecine from an abused, scratched and beat-up 35mm print that went vinegar!" Ja, der ramponierte Zustand ist nicht zu übersehen, sorgt aber für ein tolles "Kinofeeling", die Kratzer und Rumpeleien stören mich keinesfalls, Farben und Schärfe sind solide. In der Tat erinnert mich diese Präsentation an die abnudelten Kopien anderer Filme, die ich in meiner Kindheit im alten Dorfkino geniessen durfte. Damals wurde der Grundstein für meine Filmleidenschaft gelegt, aber ich will mich nicht allzu sehr in diesen lange zurückliegenden Nachmittagen suhlen (Lüge! Ich will, ich will, ich will!!!). Auf der DVD befinden sich zusätzlich ein paar Trailer zu Titeln aus dem Labelprogramm. Klare Kaufempfehlung meinerseits, die Scheibe ist übrigens codefree.

Uff, schon wieder das Zahlenraster. Zunächst belasse ich es bei sehr feisten 8,5/10 (sehr gut bis überragend)! Selten treffen Wohlgefühl und Boshaftigkeit derartig stimmungsvoll aufeinander! Pflicht!

Lieblingszitat:

"An Explosion! A big one, maybe more than one!"
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Re: The People who own the dark - León Klimovsky (1976)

Beitragvon jogiwan » 21. Sep 2012, 08:15

Blap hat geschrieben:[...] ich bin restlos begeistert!


und nichts anderes hab ich mir erwartet! :thup:
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