The Nameless - Jaume Balagueró

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The Nameless - Jaume Balagueró

Beitragvon Onkel Joe » 3. Apr 2010, 17:47

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Originaltitel:Los Sin nombre
Herstellungsland:Spanien/1999
Regie:Jaume Balagueró
Darsteller:Jordi Dauder, Jessica Del Pozo, Karra Elejalde, Carlos Lasarte, Pep Tosar, Tristán Ulloa und Emma Vilarasau.
Story:Fünf Jahre nach der grauenhaften Verstümmlung ihrer Tochter erhält die entsetzte Mutter einen telefonischen Hilferuf eines Mädchens, das behauptet, das verstorbene Kind zu sein. Da das Opfer damals zu entstellt war, um zweifelsfrei identifiziert zu werden, es aber bisher nie einen Zweifel gab, beginnt die um Hilfe gebetene mit Ermittlungen. Dabei stößt sie immer wieder auf einen Geheimbund des Bösen, die Namenlosen, deren Ziel die Erschaffung des ultimativen Grauens ist. Sollte ihre Tochter in deren Hände gefallen sein?

Diesen Film habe ich auf dem Fantasy Filmfest gesehen, die Klimaanlage hat nicht gefunzt und das Kino war voll.
Das ganze war so bedrückend und die Atmosphäre des Films hat uns den rest gegeben, toller Film, tolles Erlebnis.
gruß
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Re: The Nameless - Jaume Balagueró

Beitragvon jogiwan » 3. Apr 2010, 18:23

ganz großartiger Film! Sehr empfehlenswert!
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Re: The Nameless - Jaume Balagueró

Beitragvon McBrewer » 4. Apr 2010, 00:51

Ist auch schon eine weile her, als ich den Film das letzte Mal gesehen hatte, aber ich weiß noch sehr gut, das ich echt weggeblasen von der Inszenierung war. Dank THE NAMELESS bin ich auch sehr auf den Geschmack der spanischen Filmproduktionen gekommen.

Richtig genial fand ich dabei auch den Schlußsoundtrack von FANG "My Black Dress"

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Wenn ich mal wieder richtig gute Laune habe werd ich den mir mal wieder ansehen (müssen!)
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Re: The Nameless - Jaume Balagueró

Beitragvon horror1966 » 24. Jan 2011, 23:06

Fünf Jahre nach dem Verschwinden ihrer kleinen Tochter erhält die verzweifelte Mutter einen Anruf: "Mama, ich bin's...komm und hol mich". Sollte das wirklich ihre Tochter gewesen sein, die da um Hilfe gerufen hat? Gemeinsam mit einem ehemaligen Kommissar macht sie sich auf die Suche und gerät in einen Strudel von Furcht und Geheimnissen.


Und wieder ein ertklassiger Thriller aus Spanien, der es nahezu perfekt versteht, die Genres Thriller, Horror-und Mystery miteinander zu verbinden und so für ein herrlich gruseliges Filmvergnügen zu sorgen, an dem man als Zuschauer seine wahre Freude haben kann. Regisseur Jaume Balaguero ([rec], [rec] 2) hat schon mit seinem Langfilm-Debut "The Nameless" sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das er ein ausgesprochenes Faible für Filme hat, die sich auf dem Spannungssektor ansiedeln. Bei vorliegendem Werk handelt es sich allerdings um einen Mystery-Thriller, der mit einigen dezenten Horroranleihen angereichert wurde und über eine eher bedächtige und sehr ruhige Erzählweise auffällt. Es passiert eigentlich nicht wirklich viel und actiongeladene Passagen sollte man erst gar nicht erwarten, aber dennoch entfacht die Geschichte ihre ganz eigene Dynamik und fördert dabei eine Intensität an den Tag, die sich fast schon körperlich auf den Zuschauer überträgt. Denn ohne es richtig zu merken, wird man immer tiefer in das ominöse und geheimnisvolle Geschehen hineingezogen, das man dabei stellenweise wirklich vergisst, das man sich hier lediglich in der Zuschauerrolle befindet. Vielmehr entwickelt sich ein Eindruck, das man sich mit der Mutter Claudia auf die verzweifelte Suche nach ihrer totgeglaubten Tochter begibt und dabei vollkommen ahnungslos ist, in welche Gefahr man sich dabei begibt. Denn trotz der eher ruhigen Töne die "The Nameless" anschlägt, kann man die mysteriöse Gefahr irgendwie fühlen, die aber lange Zeit über absolut nicht greifbar ist.

Erst mit zunehmender Laufzeit taucht man immer tiefer in die Ereignisse ein und erhält langsam aber sicher einen etwas klareren Blick dafür, um was sich das ganze Szenario eigentlich dreht. Dabei kommt man einer obskuren sektenähnlichen Gruppierung auf die Spur, die sich eben "Die Namenlosen" nennt und im weiteren Verlauf der Geschichte werden auch Ziele immer deutlicher, die diese Gruppierung anscheinend verfolgt. Balaguero hat es allerdings hervorragend verstanden, dem Zuschauer immer nur kleine Häppchen zuzuwerfen, mit denen sich dieser erst einmal zufriedengeben muss. Eine endgültige und lückenlose Aufklärung der Gesamtzusammenhänge erhält man nämlich erst wenige Minuten vor dem Ende, denn bis dahin befindet man sich zusammen mit den Protagonisten der Geschichte auf der fast schon fieberhaften Suche nach einer Wahrheit, die man am liebsten wieder verdrängen möchte, wenn man sie erst einmal kennt. Denn das Ende des Szenarios ist ein echter Tiefschlag in die Eingeweide des Betrachters, kommt es doch äusserst abrupt, knallhart und absolut kompromisslos, wobei es einen erst einmal mit einem offenstehenden Mund zurücklässt. Man muss das Gesehene wirklich erst einmal sacken lassen und das fällt gar nicht einmal so leicht, vor allem wenn man es aus der Sicht der Mutter sieht.

Das herausragende an diesem Werk ist neben der extrem dichten und streckenweise sehr bedrohlichen Grundzüge der dramaturgisch erstklassig gezogene Spannungsbogen, denn während man zu Beginn eher das Gefühl bekommt, von der Story seltsam eingelullt zu werden, so verdichtet sich die spannungsgeladene Atmosphäre fast minütlich und entfacht dabei eine solch starke Faszination, das man sich nicht dagegen erwehren kann. Es entsteht eine Art Sog, der einen in den Strudel der mysteriösen Geschichte hineinzieht und einfach nicht mehr loslassen will, wodurch der Zuschauer selbst zu einem Teil der Ereignisse wird, die eine fast schon hypnotische Wirkung erzielen. Streckenweise entwickelt eine Gänsehaut , die sich wie eine unangenehme und viel zu enge zweite haut über einen legt, ohne das man sich dazu in der Lage fühlt, diese abzustreifen. Zu sehr fühlt man sich in das Szenario involviert und hat die Befürchtung, das sich die eigens angestellten Vermutungen über die Zusammenhänge bewahrheiten könnten, was die ganze Zeit über eine extrem starke Beklemmung verursacht, der man sich nur zu gern entledigen würde.

So erlebt man also letztendlich ein durchaus schweisstreibendes Filmerlebnis, in dem der aufkommende Horror einem unter die Haut kriecht, dabei aber eine unglaubliche Intensität freisetzt, die nicht spurlos an einem vorrübergeht. Erstklassige Darsteller sorgen dabei dafür, das die freigesetzten Emotionen auch wirklich glaubhaft erscheinen und beim Zuschauer einen extrem authentischen Eindruck hinterlassen. In einigen ganz wenigen Einstellungen wird dabei vielleicht sogar schon etwas zu dick aufgetragen, was allerdings keinen sonderlich großen Kritipunkt darstellen soll, denn insgesamt gesehen wird man mit bravourösem Schauspiel konfrontiert, das einen nicht unwesentlichen Anteil am insgesamt hervorragendem Gesamteindruck hat, den man von diesem fantastischen Film gewinnt. Balaguero hat es ausgezeichnet verstanden, mit minimalistischen Mitteln die maximale Wirkung zu erzielen, es gibt keinerlei großartige Effekte und auch Action und ein rasantes Erzähltempo sind hier eher Fremdworte. Vielmehr bekommt man eine wahnsinnig spannende Geschichte präsentiert, in der sich mit der Zeit ein immenser Spannungsbogen entwickelt, der sich ganz am Ende in einer Schlusseinstellung entlädt, die von der psychischen Wirkung her nicht härter hätte ausfallen können.


Fazit:


"The Nameless" ist ein Leckerbissen für Freunde von Mystery-Thrillern, die durch eher ruhuge Töne zu überzeugen wissen, aber mit der zeit eine solche Intensität freisetzen, das einem dabei fast schwindelig werden kann. Das bedächtige Erzähltempo versucht dabei den Zuschauer richtiggehend einzulullen, um ihn dann jedoch mit ziemlicher Wucht in ein Geschehen zu integrieren, das mysteriös und sehr geheimnisvoll daherkommt und eine unglaubliche Faszination entfaltet, derer man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Ein erstklassiger Filmgenuss, an dem man als Liebhaber solcher Filme einfach nicht vorbei kommt.


8,5/10
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Re: The Nameless - Jaume Balagueró

Beitragvon Arkadin » 25. Jan 2011, 14:40

Ja, damit fing es auch bei mir an, dass ich mich eine zeitlang intensiv mit dem zeitgenössischem spanischen Genrefilm beschäftigt habe. Sehr schöner, finsterer Film. Von Balaguero mag ich auch "Darkness" und "Fragile"... ja und [rec] war auch sehr ordentlich. Aber "The Nameless" gefällt mir von seinen Filmen tatsächlich am Besten.
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Re: The Nameless - Jaume Balagueró

Beitragvon Santini » 28. Jan 2011, 13:25

Onkel Joe hat geschrieben:Diesen Film habe ich auf dem Fantasy Filmfest gesehen, die Klimaanlage hat nicht gefunzt und das Kino war voll.


Some call this "Geruchs-Kino". :lol:


Story, Inszenierung, Darsteller und Atmosphäre sind absolut stimmig, überdurchschnittlich gut.
In "Los Sin nombre" gibt es eigentlich nur Kälte, Dunkelheit und gebrochene Charaktere.

Jaume Balagueró macht dem Zuschauer von Beginn an eigentlich schon klar, dass man hier kein Happy-End zu erwarten hat...

The Nameless ist ein düsterer Horror-Thriller, der seine Spannung von Beginn an langsam, kontinuierlich und konsequent steigert und den Zuschauer immer tiefer in seinen Bann zieht.



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"SIE SOLLEN VERLOREN, GEBROCHEN UND KRANK SEIN UND SIE SOLLEN DEN NAMEN ABLEGEN,
DENN DER NAME IST DAS WORT UND DAS WORT IST DAS INSTRUMENT DER LÜGE UND FALSCHHEIT!"
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Re: The Nameless - Jaume Balagueró

Beitragvon buxtebrawler » 13. Feb 2011, 23:00

„Solche Scheißkerle sind absolut krank! Stecken sich brennende Watte in den Arsch und holen sich einen runter! Ich kenn’ so’n paar!“

Zunächst einmal frage ich mich, warum „The Nameless“ im Deutschen (wohlgemerkt!) nicht schlicht „Die Namenlosen“ heißt, schließlich werden jene in der deutschen Synchronisation auch exakt so genannt. Etwa, weil die englische Übersetzung vermeintlich „hipper“ und „moderner“ klingt? Nun, wer es „hip“ mag, sollte besser die Finger von diesem spanischen Horrorfilm bzw. Mystery-Thriller von Regisseur Jaume Balagueró aus dem Jahre 1999 lassen, denn „The Nameless“ erzählt seine Geschichte langsam und behutsam und setzt auf eine ausdrucksstarke, unheimlich triste, gefühlskalte Atmosphäre statt übermäßig auf grafische Schauwerte oder gar „coole“ Sprüche. Und das gelang zweifelsohne ziemlich gut und sorgt für eine unwohlige Gänsehaut. Man bediente sich dafür einer blassen, tristen Farbgebung, der gesamte Film wirkt wie ein kalter, unwirtlicher Novembertag. Die Farbtupfer in Form von gelegentlichen blutigen oder anderweitig grässlichen Szenen tragen sodann natürlich nicht sonderlich dazu bei, das Geschehen aufzuhellen, im Gegenteil – gut so, man bleibt konsequent seiner Linie treu und setzt die sorgfältig aufgebaute Stimmung nicht aufs Spiel. Ein Zugeständnis an die „Moderne“ sind dabei allerdings die selbstzweckhaften, nicht so recht zum Film passen wollenden Zwischensequenzen; hektisch geschnittene, verfremdete und wackelnde Bildabfolgen, die ein actionreiches Finale, das sich zahlreicher Horror-Elemente bedient, suggerieren, das es zumindest in dieser Form nicht gibt. Die Schauspieler indes sind stets auf der Höhe und fügen sich mit der Verkörperung der ihnen zugeschriebenen, vom Leben gebeutelten Charaktere (den überstrapazierten Begriff „Anti-Helden“ möchte ich in diesem Zusammenhang nicht verwenden) und dem passenden Ausdruck in Mimik und Körpersprache gut in die negative Grundstimmung des Films ein. Die Handlung um ein verschwundenes, für tot erklärtes Mädchen, das sich nach Jahren plötzlich telefonisch bei seiner Mutter meldet und dessen Spuren zu einer finsteren Sekte führen, fiel relativ komplex aus und sichert sich die Aufmerksamkeit des Zuschauers nachhaltig, macht neugierig und übt eine gewisse Faszination aus. Leider entpuppt sie sich am Ende als doch arg konstruiert, denn die Auflösung mit ihrer bösen Pointe hat man zwischenzeitlich durchaus erahnt bzw. befürchtet, als „zu platt“ aber schnell beiseite gewischt. Leider kommt es trotzdem genau so und ist wird dem Vorausgegangenen nicht gerecht. Das ist etwas enttäuschend und wirkt, als wäre es nicht ganz gelungen, alle guten Ideen, alle Fäden zu einem starken Finale zusammenzuziehen; oder aber man hat aus einer schwächeren Grundidee stilistisch und dramaturgisch das beste herausgeholt - je nach Sichtweise. Nichtsdestotrotz ist „The Nameless“ ein guter Film, der besonders Freunden des atmosphärischen Thrillers/Horrors ans Herz gelegt sei.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: The Nameless - Jaume Balagueró

Beitragvon horror1966 » 21. Mär 2012, 14:51

Nach erneuter Sichtung muss ich die Bewertung sogar noch etwas aufwerten, der Film packt einen wirklich von der ersten bis zur letzten Minute und versetzt einem dabei mit dem gewählten Ende noch einen absoluten Tiefschlag in die Magengrube.


9/10
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Re: The Nameless - Jaume Balagueró

Beitragvon Onkel Joe » 22. Mär 2012, 20:28

9/10 gebe ich dem so auch, die Kinoauswertung damals lag aber deutlich höher den das war wirklich Kräfte saugend, einfach GENIAL !!!
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Re: The Nameless - Jaume Balagueró

Beitragvon Onkel Joe » 8. Mär 2014, 14:22

Weil wir gerade bei Balagueró sind, das hier ist mein Favorit! Der Kerl kann es einfach, er haut immer wieder brauchbares Material raus das es einfach eine Pracht ist.
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