Sleep Tight - Jaume Balagueró (2011)

Moderator: jogiwan

Sleep Tight - Jaume Balagueró (2011)

Beitragvon jogiwan » 5. Jul 2012, 09:48

Sleep Tight

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Originaltitel: Mientras duermes

Herstellungsland: Spanien / 2011

Regie: Jaume Balagueró

Darsteller: Luis Tosar, Marta Etura, Alberto San Juan, Pep Tosar

Story:

César ( Luis Tosar), der als Pförtner in einem Mietshaus in Barcelona arbeitet, trägt sich täglich mit Selbstmordgedanken, denn er spürt weder einen Sinn in seinem Leben, noch kann er Glück empfinden. Das Einzige, was ihn am Leben erhält, ist der Wunsch, auch die anderen Menschen unglücklich zu sehen, wofür er sich jede erdenkliche Mühe gibt. Dank seines Jobs, der ihm auch den freien Zutritt in sämtliche Wohnungen verschafft, ist er in der Lage, sich genau über die Mieter zu informieren. So torpediert er die alte, einsame Frau mit den zwei kleinen Hunden, die Vertrauen zu ihm fasst, genauso, wie den Sohn der Putzfrau, der es wagte, sich über ihn lustig zu machen. Einzig Clara (Marta Etura), eine lebensbejahende, immer freundliche junge Frau, erweist sich als schweres Kaliber, denn alle seine Versuche prallen an ihrer guten Laune ab. Er spürt, das er mehr riskieren muss... (quelle: ofdb.de)
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Re: Sleep Tight - Jaume Balagueró (2011)

Beitragvon jogiwan » 5. Jul 2012, 09:50

der neue Streifen des zweifachen "[Rec]"-Regisseurs mit Luis Tosar ("Wenn die Glocke 13 schlägt") - seit heute in den deutschen Kinos!

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Klingt spannend! :)
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Re: Sleep Tight - Jaume Balagueró (2011)

Beitragvon purgatorio » 5. Jul 2012, 09:58

jogiwan hat geschrieben:Klingt spannend! :)


...und bekommt bombige Kritiken! Ich bin auch höchst aufgeregt und neugierig auf den Streifen :nick:
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Re: Sleep Tight - Jaume Balagueró (2011)

Beitragvon jogiwan » 6. Dez 2012, 10:26

Beunruhigender und sehr old-skooliger Thriller über einen Hausmeister, der die Mieter eines Wohnhauses auf subtile Weise terrorisiert, sich in ihr tägliches Leben einmischt und ihnen bewußt die Freude am Leben nimmt. "Sleep Tight" ist dabei eigentlich überraschend ruhig, langsam und emotionslos erzählt und erst langsam offenbart sich ein sehr düsteres Gesamtbild eines kriminellen Soziopathen, der auch vor wenig zurückschreckt. Die Thematik vom freundlichen Herr von nebenan, der im Grunde ein kaltblütiges Monster ist, ist zwar nicht unbedingt neu, aber im Falle von Herrn Jaume Balagueró aber hochgradig effektiv und nachhaltig verstörend erzählt. Luis Tosar in der Hauptrolle ist tatsächlich "creepy as hell" und auch der Rest absolut beeindruckend ausgefallen. Tipp!
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Re: Sleep Tight - Jaume Balagueró (2011)

Beitragvon purgatorio » 9. Jun 2014, 07:45

SLEEP TIGHT (MIENTRAS DUERMES, Spanien 2011, Regie: Jaume Balagueró)

Welch fiese Vorstellung! Ein Hauswart schleicht sich nachts unter dein Bett, wartet bis du schläfst, betäubt dich und legt sich zu dir.
Whoahhhh, welch furchtbarer Film! Im positiven Sinne! Ein Mann, der ernsthafte Probleme mit seinem eigenen Leben hat, versucht sein Glück darin zu finden auf perfide Art anderen ihr Glück zu nehmen. Die hinterhältige Kaltblütigkeit ist dabei extrem bedrückend! Unangenehmer Film, gut inszeniert und zu gucken. 7-8/10
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Re: Sleep Tight - Jaume Balagueró (2011)

Beitragvon Arkadin » 10. Jun 2014, 15:49

purgatorio hat geschrieben:SLEEP TIGHT (MIENTRAS DUERMES, Spanien 2011, Regie: Jaume Balagueró)

Welch fiese Vorstellung! Ein Hauswart schleicht sich nachts unter dein Bett, wartet bis du schläfst, betäubt dich und legt sich zu dir.
Whoahhhh, welch furchtbarer Film! Im positiven Sinne! Ein Mann, der ernsthafte Probleme mit seinem eigenen Leben hat, versucht sein Glück darin zu finden auf perfide Art anderen ihr Glück zu nehmen. Die hinterhältige Kaltblütigkeit ist dabei extrem bedrückend! Unangenehmer Film, gut inszeniert und zu gucken. 7-8/10


Dem schließe ich mich an. Sehr finsterer, und unangenehmer Film, der erfreulicherweise seine Bösartigkeit auch bis zum Ende konsequent durchzieht. Hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.
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Re: Sleep Tight - Jaume Balagueró (2011)

Beitragvon karlAbundzu » 10. Jun 2014, 16:11

kurze gedanken meinerseits kurz nach sichtung auf dem fff:
Jaume Balagueros ([REC] & [REC]²) neuer. Ein eigentlich konventioneller Suspense Thriller um einen Concierge, der wirklich böse ist, und nur will, das eine Mieterin nicht mehr lächelt.
Sehr spannend und hervorragend gespielt, gemahnt an DePalma und Hitchcock. Luis Tosar als böser Hausangestellter, Marta Etura als fröhliche Mieterin (und im wirklichen Leben Tosar Freundin), und Iris Almeida als fieses Mädchen.
Kamera und Regie Suspense-Standard, aber das alles genau und richtig eingesetzt.
Guter Film. Und schön, das Balguero auch da war, interessanter Typ.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Sleep Tight - Jaume Balagueró (2011)

Beitragvon Adalmar » 5. Apr 2015, 17:08

Eigentlich ein guter Thriller, aber an zwei Dingen hatte ich doch schwer zu schlucken:

Es ist doch kaum vorstellbar, dass einer bei jemand anderem unterm Bett liegt und nicht auch nur das kleinste Geräusch macht (Vom Atem zu irgendwelchem Blubbern in den Eingeweiden macht der menschliche Körper nun mal Geräusche, die in völliger Stille doch bemerkt werden müssen ... ?)

Es ist weiterhin extrem dämlich, wenn ich bemerke, dass ein Psychopath sich heimlich in einer Wohnung eingenistet hat, diesen allein in ebendieser Wohnung mit seinem Tun zu konfrontieren, statt direkt die Polizei zu rufen.


Was das angeht, strapaziert der Film schon stark mein Vorstellungsvermögen, aber ansonsten ein wirklich interessanter Genrevertreter mit guten Darstellern.
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Re: Sleep Tight - Jaume Balagueró (2011)

Beitragvon buxtebrawler » 16. Sep 2016, 00:43

„Ich kann einfach nicht glücklich sein!“

Regisseur Jaume Balagueró ist zu einem der großen Namen des spanischen Thriller- und Horror-Kinos der jüngeren Vergangenheit avanciert und scheint spätestens mit „[•REC]“ ein gewisses Faible für Wohnblocks entwickelt zu haben, wie zumindest sein 2011 entstandener Psycho-Thriller „Sleep Tight“, ein Home-Invasion-Film der subtileren Art, Glauben machen könnte. Achtung: Die folgenden Notizen enthalten Spoiler.

César (Luis Tosar, „Allein unter Nachbarn“) ist akut suizidgefährdet und nicht in der Lage, wie andere Menschen Glück und Freude zu empfinden. Seine alte Mutter vegetiert im Krankenhaus, wo er sie regelmäßig besucht und mit ihr redet, ohne dass sie etwas erwidern könnte. In seiner dunklen Wohnung hört er psychotherapeutische Call-in-Radiosendungen, in denen andere ihre Probleme schildern. Doch seinen Job als Hauswart eines Wohnblocks in Barcelona kann er nutzen, den Mietern unbemerkt das Leben schwer zu machen. Besonders abgesehen hat er es auf die junge, lebenslustige Clara (Marta Etura, „DunkelblauFastschwarz“), deren sonniges Gemüt ihn zu kreativen Höchstleistungen motiviert, um sie endlich innerlich zu brechen – denn nur am Unglück anderer kann er sich noch ergötzen; nur aus der Pein, die er verursacht, schöpft er seinen Lebensmut...

„Ich will, dass diese scheiß Schlampe das Lächeln verlernt!“

Im Prolog sehen wir César am Rand eines Häuserdachs stehen, im Begriff, seiner irdischen Existenz ein Ende zu bereiten. Aus dem Off hört man ihn sinnieren, dass er einfach nicht glücklich sein könne. Doch fehlt es ihm zur letzten Konsequenz und so tritt er morgens um 5:00 Uhr erneut seine Schicht als Hauswart an. Balagueró verwendet relativ viel Zeit darauf, Césars Charakter zu skizzieren, beginnend mit dem Kontrast zwischen seiner düsteren und tristen Wohnung und dem sonnendurchfluteten, lebendig wirkenden Pendant der fröhlichen Clara. Ein kleines Nachbarsmädchen lässt sich für sein Schweigen von César bezahlen, der wiederum Ärger mit seinem Vorgesetzten hat. Dieser hat ihn auf dem Kieker und reagiert auf jede Verspätung mit Kündigungsandrohungen – was César nach ein paar Ausreden herunterschluckt. Nach außen hin ist er freundlich und hilfsbereit, bei den Bewohnern beliebt. Clara jedoch schickt er täglich anonyme Briefe und belästigt sie mit anonymen SMS – was vergleichsweise harmlos gegen seine nächtlichen Aktivitäten in ihrer Wohnung ist: Berufsbedingt verfügt er über Schlüssel zu sämtlichen Mieteinheiten und so lauert er in aufgrund der langsamen Entfaltung des Sujets besonders gruseligen Szenen unter ihrem Bett, wo er wartet, bis sie eingeschlafen ist, um sie anschließend zu chloroformieren. So kann er in Ruhe ihre Kosmetika vergiften, dass sie Ausschlag bekommt oder für eine Kakerlakenplage in ihrer Wohnung sorgen – und sich zu ihr ins Bett legen...

„Zum ersten Mal hatte ich wirklich einen Grund zum Leben!“

Unaufgeregt und mit dem Zuschauer als Komplizen – die Handlung wird fast komplett aus Césars Sicht erzählt – entspinnt „Sleep Tight“ ein soziopathisches Beispiel für extremes Nachstellen, bei dem es dem Stalker nicht mehr darum geht, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und sich am erzwungenen Kontakt zu laben, sondern um pure Destruktivität ohne jeglichen amourösen Hintergrund. Damit einher geht hier ein Spiel mit Urängsten wie der unterm Bett lauernden Gefahr und dem unbemerkten völligen Verlust von Privatsphäre. Wochentagseinblendungen dienen der Orientierung und so weiß man, dass es Dienstag ist, als das neunmalkluge Nachbarsgör César erwischt und neue Forderungen stellt. César plauscht häufig mit der älteren einsamen Hundeliebhaberin Verónica (Petra Martínez, „Das Novembermanifest“) aus dem Haus, der er schließlich mit nur wenigen seine negative Weltsicht ausdrückenden Sätzen den Lebensmut nimmt. Zwar scheint die Polizei César aufgrund der Briefe und SMS auf die Schliche zu kommen, doch gelingt es ihm, erfolgreich den Verdacht auf den Sohn der Putzfrau zu lenken. Die lebenslustige und sich scheinbar durch nichts aus der Ruhe bringen lassende Clara bringt César indes in eine wahre Bredouille, als sie unerwartet mit einem Freund nach Hause kommt und Sex mit ihm hat, während César unter ihrem Bett liegt. Als er aus Versehen sein eigenes Chloroform einatmet, entwickelt sich eine kreuzgefährliche Situation, ein Ablauf an Hochspannungsszenen zwischen Suspense und Thrill: Er will fliehen, kommt jedoch nicht aus der Wohnung, schläft in der Badewanne, wird am nächsten Morgen nass und beinahe entdeckt. Kurz darauf wird er tatsächlich gestellt, redet sich aber mit viel Geschick heraus.

Diese Sequenz, in deren Anschluss er an Claras positiver Grundeinstellung verzweifelt und sich erneut am Dachrand wiederfindet, zählt zu den Höhepunkten des Films, der sich daraufhin langsam in Richtung Finale bewegt und die Schraube der Gemeinheiten weiter anzieht: Clara ist schwanger, doch ihr Freund hat stets mit einem Kondom verhütet... Dieser ist es schließlich, der Beweismittel gegen César findet und ihm eine Falle stellt, die tödlich endet – jedoch nicht für César, der es wie Selbstmord aussehen lässt. Dennoch wird die Schlinge um Césars Hals langsam enger – Nachbarsmädchen und Polizei sind ihm auf der Schliche –, aber erneut gelingt es ihm, sich herauszuwinden, was den Zuschauer auf eine wahnsinnige Achterbahnfahrt der Gefühle schickt. Mit einer bösen Pointe endet „Sleep Tight“ und manch Zuschauer wird sich mit Einsatz des Abspanns verdutzt fragen, ob er in den Szenen, in denen César aufzufliegen drohte, tatsächlich mit ihm gefiebert hat. In der Tat gelingt es Balagueró und Co., das Publikum mindestens zeitweise entsprechend zu manipulieren, und zwar ganz ohne niedere Instinkte anzusprechen, die es Clara ebenfalls hassen lassen würden. Hierzu führt die eingeengte Perspektive – während César recht umfassend charakterisiert wird (wenn auch ohne seine Lebensgeschichte aufzurollen und „Gründe“ zu liefern), bleibt Clara tatsächlich über weite Teile das fröhliche, aufgeweckte, aber eben auch oberflächliche Mädchen von nebenan. Als Zuschauer pendelt man so zwischen schwarzhumorigem Amüsement, Empathie und Abscheu. Luis Tosar ist zudem ein perfekter Schauspieler in zweierlei Hinsicht: Darin, wie er seinem gesamten Umfeld permanent etwas vorspielt und wie er sich als Darsteller in den von ihm getragenen Film einfügt bzw. vielmehr durch ihn führt. Auch ohne ein umfassendes Psychogramm darzustellen, schürt „Sleep Tight“ die diffuse, latente Sorge vor diesem einen einzelnen Irren, der, sobald sich einmal die Wege kreuzen, nicht mehr von einem lässt und nicht davor scheut, Existenzen zu zerstören. Wie „Sleep Tight“ nach und nach eskaliert und schließlich auch an Tempo gewinnt, ist dramaturgisch fesselnd und sein längere Zeit gezügeltes Erzähltempo einmal mehr eine iberische Absage an hektisch geschnittene Hollywood-Prätentiösen. Trotz seiner genregerechten Übertreibungen und sich zumindest bei näherer Überlegung als gröbere Unwahrscheinlichkeiten herauskristallisierenden entscheidenden Details ist Balaguerós Film ein unbedingt sehenswerter Psycho-Thriller, der sich ferner auf stilvolle Weise dezent vor Inspirationen à la Polanski u.ä. verbeugt.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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