Pieces - Stunden des Wahnsinns - Juan Piquer Simon (1982)

Moderator: jogiwan

Pieces - Stunden des Wahnsinns - Juan Piquer Simon (1982)

Beitragvon Santini » 11. Dez 2009, 01:26

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Originaltitel: Mil Gritos tiene la Noche

Herstellungsland: Spanien / Puerto Rico / 1982

Regie: Juan Piquer Simon

Darsteller: Christopher George, Lynda Day George, Edmund Purdom, Paul L. Smith, Jack Taylor, Hilda Fuchs, Gerald Tichy u. A.

Story:

Wegen eines Puzzles, das eine nackte Frau zeigt, hackt ein Junge aus lauter Wut seine Mutter, die ihm das Spiel verbieten will, in Stücke. Die Polizei glaubt seinen Worten, dass ein wahnsinniger Killer der Täter war. Vierzig Jahre später. An einem College in Boston geschehen fürchterliche Morde. Ein grausamer Killer zerstückelt mit einer Kettensäge junge Studentinnen und fügt sie wieder zu einem menschlichen "Puzzlespiel" zusammen. Die nackte Angst geht um. Wir wird der nächste sein? Eine junge Polizistin wird als Lockvogel eingeschleust. Schnell stellt sich heraus, dass der Killer unter den Lehrern zu suchen ist. Doch wer ist es? Die Morde gehen weiter, und es bleibt wenig Zeit, den Täter zu entlarven und sein schreckliches Geheimnis zu enthüllen...


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Re: Pieces - Stunden des Wahnsinns - Juan Piquer Simon

Beitragvon horror1966 » 6. Apr 2011, 17:27

Wegen eines Puzzles, das eine nackte Frau zeigt, hackt ein Junge aus lauter Wut seine Mutter, die ihm das Spiel verbieten will, in Stücke. Die Polizei glaubt seinen Worten, dass ein wahnsinniger Killer der Täter war. Vierzig Jahre später. An einem College in Boston geschehen fürchterliche Morde. Ein grausamer Killer zerstückelt mit einer Kettensäge junge Studentinnen und fügt sie wieder zu einem menschlichen Puzzlespiel zusammen. Die nackte Angst geht um. Wer wird der nächste sein? Eine junge Polizistin wird als Lockvogel eingeschleust. Schnell stellt sich heraus, dass der Killer unter den Lehrern zu suchen ist. Doch wer ist es? Die Morde gehen weiter, und es bleibt wenig Zeit, den Täter zu entlarven und sein schreckliches Geheimnis zu enthüllen...


Dieser Film von Juan Piquer Simon ist ein typisches Relikt der 80er Jahre und bietet dem Zuschauer recht kurzweilige Horror-Unterhaltung, die teilweise sogar einige derbe und blutige Passagen beinhaltet, die selbst die Freunde etwas härterer Kost ansprechen dürfte. Die handgemachten Effekte verleihen dem Szenario dabei eine unverwechselbare Note, hier ist noch nichts von heutigen Effektgewittern zu verspüren, so das man als Zuschauer fast schon nostalgische Gefühle verspürt. Dies ist auch der sehr schönen Grundstimmung zu verdanken, hat man doch zu dieser Zeit das Hauptaugenmerk noch auf eine anständige und größtenteils auch dichte Atmosphäre gelegt. Leider kommt aber nur selten so etwas wie eine echte Bedrohlichkeit auf, da die Ereignisse doch ziemlich vorhersehbar in Szene gesetzt wurden und die gesamte Geschichte so ziemlich alle Klischees bedient, die man sich nur vorstellen kann.

Das ändert aber rein gar nichts am Unterhaltungswert dieses Filmes, der an vielen Stellen eine äusserst unfreiwillige Komik an den Tag legt, was in erster Linie den recht hölzern agierenden Darstellern zu verdanken ist, die dem Gesamtwerk durch das phasenweise ungelenke Schauspiel einen herrlich trashigen Anstrich verleihen. So kommt es dann auch fast schon zwangsläufig trotz einem angemessenen Härtegrad auch zu etlichen Momenten, in denen man sich einen Schmunzler nicht verkneifen kann. Dadurch entsteht eine wirklich gelungene und sehr kurzweilige Mixtur, an der man auch nach fast drei Jahrzehnten immer noch seine helle Freude haben kann. Da schaut man auch gern einmal großzügig über die nicht sehr ergiebige Rahmenhandlung hinweg und nimmt auch einen nicht ganz gelungenen Spannungsbogen in Kauf. In dieser Beziehung hätten die Macher des Filmes ganz bestimmt etwas mehr bewerkstelligen können, was allerdings durch den äusserst begrenzten Kreis der Verdächtigen einigermaßen erschwert wird, denn schon aufgrund der ersten Passagen des Filmes wird schnell klar, das der Mörder einer bestimmten Altersgruppe zuzuordnen ist.

Wie die Inhaltsangabe auf dem DVD-Cover schon verrät, ist der Mörder nämlich unter dem Lehrpersonal zu suchen und die von Juan Piquer Simon angebotene Auswahl ist doch mehr als nur überschaubar. So dürften dann Kenner des Genres auch keine wirklichen Schwierigkeiten haben, den Kettensägenkiller äusserst frühzeitig zu erkennen, was das Filmvergnügen aber ehrlich gesagt nicht sonderlich beeinträchtigt. Die in "Pieces" gesetzten Erwartungen sollten lediglich nicht zu hoch angesetzt werden, denn es gibt sicherlich genügend qualitativ hochwertigere Genre-Vertreter, was man auch ziemlich stark bei der deutschen Synchronisation dieses Werkes feststellen muss. die ganz objektiv gesehen unter aller anone ist, aber andererseits den trashigen Anstrich noch einmal zusätzlich hervorhebt. Nicht selten hat man dabei das Gefühl, das die Dialoge von einem Zettel abgelesen werden, zudem sind so gut wie keine emotionalen Untertöne zu erkennen, ganz egal in welcher Situation sich die Protagonisten befinden. In Verbindung mit dem dürftigen Schauspiel kommt es so sehr oft zu ungewollter Situationkomik, die einen sehr bleibenden Eindruck beim Betrachter hinterlässt.

"Pieces - Der Kettensägenkiller" ist alles andere als ein Meisterwerk und bietet auch keinerlei Innovation, aber dennoch bekommt man sehr unterhaltsame Horrorkost geboten, die phasenweise eine erstaunliche und nicht unbedingt vermutete Härte an den Tag legt. Insbesondere Fans der 80er Jahre dürften ihre Freude mit diesem atmosphärischen, aber auch trashigen Genre-Vertreter haben, der auch im Laufe der ganzen Jahre nichts von seinem Reiz und seinem Charme eingebüßt hat. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und kann für den Film nur eine absolute Empfehlung aussprechen, allerdings dürften Freunde qualitativ sehr hochwertiger Filme hier an der falschen Adresse sein.


Fazit:


Eine nicht sonderlich ergiebige Geschichte, die zudem noch alle Klischees bedient, größtenteils ungelenke Schauspieler, ein mäßiger Spannungsbogen, eine gelungene Atmosphäre und jede Menge unfreiwilliger Komik machen dieses Werk zu einem wirklich sehenswerten Genre-Beitrag, den man zumindest einmal gesehen haben sollte. Ganz bestimmt wird der Film nicht jeden Geschmack treffen, wer jedoch trashigen Horror zu schätzen weiss, der wird diesen Film lieben.


7/10
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Re: Pieces - Stunden des Wahnsinns - Juan Piquer Simon

Beitragvon Onkel Joe » 6. Apr 2011, 17:37

Es gibt ja Menschen die auf diesen Film ne menge geben aber mir selbst gefällt er überhaupt nicht.Ich stehe normalerweise auf solches zeugs nur der hat nichts was mich irgendwie wuschig macht.Ich hab den schon 3-4 mal ne Chance gegeben aber über 5/10 kommt er nicht hinaus.
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Re: Pieces - Stunden des Wahnsinns - Juan Piquer Simon

Beitragvon horror1966 » 6. Apr 2011, 17:42

Kann ich durchaus nachvollziehen, ist wirklich nicht jedermanns Sache.
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Re: Pieces - Stunden des Wahnsinns - Juan Piquer Simon

Beitragvon dr. freudstein » 6. Apr 2011, 19:36

Ich hab den als *gut* in Erinnerung, aber wie meine Stimmung war, kann ich gar nicht mehr genau sagen.
Sichtung erfolgte mit 2 Admins, Bier und Fressen.
Zulegen möchte ich mir den auf jeden Fall noch mal selbst, um mittels Alleinsichtung unbefangener und konkreter drauf eingehen zu können.
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Re: Pieces - Stunden des Wahnsinns - Juan Piquer Simon

Beitragvon buxtebrawler » 6. Apr 2011, 20:17

Ich find den töfte und zücke 7/10.

Vor knapp drei Jahren notierte ich:

Deutlich von Slashern wie "Freitag der 13." inspirierter, spanischer B-Horror von '83 um einen kleinen Jungen, der gerade mit einem Erotik-Puzzle beschäftigt ist, als ihn seine Mutter dabei erwischt und ihn maßregelt. Daraufhin greift er kurzerhand zur Axt und erschlägt seine Mutter, um in Ruhe das Puzzle vollenden zu können. 40 Jahre später ist er mit einer Kettensäge ausgestattet an einer Uni unterwegs und zerstückelt junge Mädchen, um nach und nach sein geliebtes Nackedei-Puzzle mit echten Körperteilen vollenden zu können...

Was für eine Story! Die Dialoge sind hölzern, von der deutschen Pornosynchro ganz zu schweigen, und die Schauspieler (u.a. Bud Spencers Stuntdouble, das genauso aussieht, wie Bud Spencer) laufen hier bestimmt nicht zu Hochtouren auf, aber das erwartet sicherlich auch niemand. Dafür gibt's Haufen-(oder besser "Stückchen-"?)weise blutigen Exploitation-B-Spaß, der sich selbst nicht immer ganz ernst nimmt! Für solche Filme lebe und sterbe ich.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Pieces - Stunden des Wahnsinns - Juan Piquer Simon

Beitragvon Onkel Joe » 6. Apr 2011, 20:52

1.Hat Paul L. Smith den Buddy net gedoubelt sondern in diesen billigen Rip-Offs praktisch die Buddy Figur gespielt.
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Schaut zwar aus wie Buddy, steckt aber Paul drin ;) .
Der gute Mann hat aber auch in Klassikern wie Dune und Midnight Express mitgespielt ;) .
2.Für solche Filme lebste und stirbste und bei Der Frosch meckerst du rum :roll: , jetzt hör aber mal auf.
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Re: Pieces - Stunden des Wahnsinns - Juan Piquer Simon

Beitragvon buxtebrawler » 6. Apr 2011, 21:07

Onkel Joe hat geschrieben:2.Für solche Filme lebste und stirbste und bei Der Frosch meckerst du rum :roll: , jetzt hör aber mal auf.


Das sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe :ugeek:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Pieces - Stunden des Wahnsinns - Juan Piquer Simon

Beitragvon Onkel Joe » 6. Apr 2011, 21:11

buxtebrawler hat geschrieben:Das sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe :ugeek:


Du bist einfach nur ein Korinthenkacker aber ich mag dich trotzdem :mrgreen: :prost: .
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Re: Pieces - Stunden des Wahnsinns - Juan Piquer Simon

Beitragvon buxtebrawler » 6. Apr 2011, 21:13

Onkel Joe hat geschrieben:Du bist einfach nur ein Korinthenkacker aber ich mag dich trotzdem :mrgreen: :prost: .


:lol: :prost:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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