Mansion of the Living Dead - Jess Franco (1982)

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Mansion of the Living Dead - Jess Franco (1982)

Beitragvon jogiwan » 7. Okt 2012, 18:38

Mansion of the Living Dead

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Originaltitel: La Mansión de los muertos vivientes

Alternativtitel: Die Auferstehung der reitenden Leichen

Herstellungsland: Spanien / 1982

Regie: Jess Franco

Darsteller: Lina Romay, Antonio Mayans, Mabel Escaño, Albino Graziani

Story:

Vier deutsche Kellnerinnen fahren in den wohlverdienten Urlaub und da das spanische Hotel ziemlich billig war, stört es kaum, daß dort weder Personal noch Gäste vorhanden scheinen. Stattdessen wird untereinander wild durch die Betten getobt, während eine Dame nach der anderen verschwindet. Was wissen der mysteriöse Portier und der ebenso mysteriöse Gärtner darüber? Und was hat es mit dem schwarzen Orden vom Tode auferstandener Templer auf sich, die in einer verlassenen Kirche hausen und deren Fluch nur durch die Opferung von jungen Damen gebrochen werden kann? (quelle: ofdb.de)
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Re: Mansion of the Living Dead - Jess Franco (1982)

Beitragvon ugo-piazza » 7. Okt 2012, 22:48

Den gibt's hierzulande? :shock:

Hab ich gar nicht mitbekommen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Mansion of the Living Dead - Jess Franco (1982)

Beitragvon Salvatore Baccaro » 26. Dez 2012, 22:30

Meine Notizen, wie ich sie vorfand, nachdem ich aus der Besinnungslosigkeit erwachte, die mich nach Sichtung dieses Machweks umfing:

"Wie soll ich mir das vorstellen? Jess Franco hat es entweder mal wieder fertiggebracht, einen ahnungslosen und/oder leichtfertigen Produzenten davon zu überzeugen, dass sein nächster Film ein derartiger finanzieller Erfolg werden wird, worauf dieser ihn mit den nötigen Peseten ausstattete, die nötig sind, um sich auf Gran Canaria ein ganzes Hotel zu mieten und sich ein paar schöne Tage am Stand zu machen, oder aber ihm ist selbst noch ein bisschen Kleingeld von seinen vorherigen Projekten geblieben, das er gewinnbringend verwendet, um mit einem Ensemble von Schauspielern, die wirken, als habe er sie in der erstbesten Cocktailbar gecastet, als sie zu betrunken waren, um absehen zu können, was für einen Vertrag sie da eigentlich unterzeichneten, und der eigenen Ehefrau auf besagtes Eiland zu reisen, dort sich das besagte, wohl eher überschaubare Preise verlangende, Hotel zu mieten und mit minimalistischsten Mitteln zu versuchen, Urlaub und Arbeit dahingehend zu verbinden, dass er zwischen Sonnenbädern und Ausflügen ins Landesinnere von Zeit zu Zeit seine Kamera schulterte, um spontan zu filmen, was ihm gerade so durch den Kopf ging, also lesbische Liebesspiele von ehem geringen Erotikfaktor, etwas Okkult-Horror-Mummenschanz ohne Sinn und Verstand, sowie schier endlose Szenen, in denen schlicht nichts passiert, und die mehr oder minder attraktiven, zumeist nackt agierenden Darstellerinnen ziellos durch das Hotel, über den Strand oder durch ihre Zimmer stapfen? Falls Variante 1 zutrifft und dieser Humbug tatsächlich von jemandem produziert worden ist, der nicht Franco selbst war oder jemand, der ihm einen Gefallen schuldete, verdient der gute Jesus allein aufgrund seiner offenkundigen rhetorischen und kaufmännischen Talente mein uneingeschränktes Lob. Falls Variante 2 der Wahrheit näherkommt, muss ich immerhin die Unbekümmertheit bewundern, mit der der Mann sich an das Medium Film wagt, nämlich mit einer Sorglosigkeit, einer Ambitionslosigkeit, einer Naivität, die ihn die Grenze zum Surrealismus spielerisch überschreiten lassen.

Tatsächlich erinnert mich dieses Werk stark an diverse Filme des französischen Regisseurs und Romanautors Alain Robbe-Grillet, mit dem feinen Unterschied, dass Robbe-Grillet wohl von niemandem, der seine intellektuelle Würde behalten will, nicht als ernstzunehmender Künstler bezeichnet wird, während Franco in der Öffentlichkeit mehr der schmutzige Orden des reinen Schundfilmers anhängt. Allein die Intention scheint die Scheidung in der Rezeption zu verursachen. Wo Franco es hier und andernorts vorrangig darum zu gehen scheint, nackte Frauen abzufilmen, hat Robbe-Grillet ein künstlerisches Konzept, das in sich schlüssig sein Oeuvre wie die filmische oder literarische Übersetzung einer Idee wirken lässt. Das Ergebnis indes, muss ich sagen, ist ein ähnliches. Wie Robbe-Grillet experimentiert Franco hier mit den Möglichkeiten des filmischen Mediums. Das, was von der Tonspur pfeift, zumeist Windgeräusche, wird recht wahllos eingesetzt, zuweilen in Szenen, zu denen es überhaupt nicht passt. Einer Geschichte im herkömmlichen Sinne wird die absolute Verweigerung erteilt, vielmehr zerfällt der Film in eine Reihe von Einzelszenen, die sich nicht immer harmonisch miteinander vereinigen. Eine Story wird zwar angedeutet, ist aber unterm Strich so widersprüchlich und zerfasert, dass zumindest ich kein bisschen schlau aus ihr geworden bin. Im Grunde handelt die ganze Chose nämlich von vier Oben-Ohne-Kellnerinnen aus München, die einen Urlaub auf Gran Canaria gewannen, und sich dort nun in einem Hotel wiederfinden, das wohl nicht aus dramaturgischen Gründen völlig menschenleer ist, sondern weil, spekuliere ich wild, Franco sich den Lohn für etwaige Statisten sparen wollte, immerhin aber von einem jungen Mann geleitet wird, der wohl abfälliger Priester ist, zudem sadistisch veranlagt, denn er hält eine Dame wie eine Hündin in seinen Privatgemächern, und irgendwie mit einer Teufelssekte zusammenhängt, die in der nahen Dorfkapelle auf die Reinkarnation irgendeiner Hexe wartet und, um dieses Warten zu überbrücken, zwischenzeitlich beginnt, unsere Heldinnen mittels Vergewaltigung und Dolchstoß für ihre angebliche Todsünde der Wollust zu richten. Das klingt alles völlig daneben und ist es auch, und falls der Spruch, dass ein Film so schlecht sein kann, dass er wieder gut wird, jemals zutraf, dann wohl bei dem vorliegenden - denn Franco macht alles falsch, und deshalb alles richtig. Diese unsägliche Langeweile bspw., die den Streifen durchzieht und die sich problemlos mit der Ödnis von D'Amato-Meisterwerken wie PORNO HOLOCAUST messen kann: nichts geschieht über weite Strecken des Films, bis der "Horrorplot" einsetzt vergehen allein gefühlte fünf Stunden, die Sexszenen sind wohl nur dazu da, Laufzeit zu schinden, Spannung und Unterhaltungswert wird man vergeblich suchen. Aber gerade deshalb kann ich MANSION OF THE LIVING DEAD nur empfehlen. Auch für die Filme Robbe-Grillets gilt für mich: das ist nichts, womit man Spaß haben kann, das ist etwas, worüber man sich den Kopf zerbricht. Franco ist eben einer jener Regisseure, die dadurch, dass sie sich so weit wie möglich von der vielbesungenen Avantgarde entfernen und sich auf das Rudimentärste reduzieren, nämlich Sex und Gewalt im langweiligsten, unästhetischsten Gewand, plötzlich von der anderen Seite wieder in sie eintreten, wie der berühmte Boomerang, der einen selbst am Hinterkopf streift, nachdem er einmal die Welt umsegelte.

Eine wahre Frechheit indes ist es, diesen nur halbherzig kaschierten Softporno in Deutschland als ein angebliches Sequel zu Amando de Ossorios legendärer REITENDEN-LEICHEN-Reihe zu veröffentlichen, die ja nun jeder, der halbwegs bei Sinnen ist, zu den besten Filmen zählen muss, die Spanien jemals hervorbrachte. Es ist müßig zu erwähnen, dass die reitenden Leichen bei Franco keine Auferstehung erfahren, und dass von einer Residenz oder gar einem Schloss, das in ihren Zuständigkeitsbereich fällt, keine Spur zu erspähen ist. Da ich leider nur die deutsche Synchronfassung zu Gesicht kriegte, weiß ich nicht, ob dies nur einem Übersetzungsfehler geschuldet ist, aber es überrascht schon, dass die Zombie-Mönche des vorliegenden Werks laut Eigenaussage nicht mal, wie die originalen Ossorio-Untoten, dem Orden der Templer zuzurechnen sind, sondern es sich bei ihnen um Katharer handelt! (Interessant hierbei auch, dass später im Film eine andere Person davon berichtet, die lebenden Toten seien Angehörige der Heiligen Inquisition, die keine Ruhe fänden.) Falls mir jemand weiterhelfen kann, würde ich es begrüßen, zu erfahren, als was genau die lächerliche Klosterbande, die größtenteils aus offenkundigen Plastikskeletten besteht, denn nun im Original auftritt, denn es ist, finde ich, ein himmelweiter Unterschied zwischen einem zunächst anerkannten und dann verteufelten Mönchsritterorden, einer gnostischen Sekte und der Päpstlichen Inquistion. Wobei man sicher zu keiner der drei Institutionen in der Fachliteratur irgendwas davon finden wird, dass sie es für ein probates Mittel hielt, unzüchtige Frauen dadurch zu "heilen", dass sie sie erstmal kollektiv vergewaltigen... Ein unfassbarer Film."
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Re: Mansion of the Living Dead - Jess Franco (1982)

Beitragvon Nello Pazzafini » 27. Dez 2012, 00:49

vieles und schön geschriebenes Salvatore für etwas von Franco wo eigentlich nichts ist....... :D....aber auch das muss man mal schaffen da hast du schon recht. Für mich war es trotzdem Zeitverschwendung aber ich bin dem Jesus nicht böse :lol:
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Re: Mansion of the Living Dead - Jess Franco (1982)

Beitragvon Salvatore Baccaro » 27. Dez 2012, 01:15

Das Beste ist ja, wie Franco diese Langeweile regelrecht zelebriert. Da laufen minutenlang seine Protagonistinnen splitterfasernackt durch die öden Gänge ihres Hotels, ohne dass solche Streifzüge auch nur ansatzweise dramaturgisch motiviert wären. Oder dieses schier endlose Zwiegespräch zwischen einer der Oben-Ohne-Kellnerinnen und der Gefangenen des vermeintlichen Bösewichts des Films, bei dem im Grunde nur völlig nutzlose Informationen ausgetauscht werden und ein verwirrter Satz dem nächsten folgt, ohne dass die Figur für die "eigentliche" (hust) "Handlung" überhaupt von Relevanz wäre. Das ist ungefiltert exakt die Atmosphäre, die D'Amato einem etwa zur gleichen Zeit gerne aufs Brot schmierte, und hat eben überhaupt nichts mit der zu tun, die de Ossorio bspw. anwendete, um bei seinen reitenden Leichen Spannung zu erzeugen, denn die entstand ja, da der Zuschauer wusste, jeden Moment müsse etwas Schreckliches passieren, und der Reiz bestand darin, dass er eben nur nicht wusste, WANN dieses Etwas eintrifft, bei vorliegendem Franco indes ist alles Warten vollkommen sinnlos, da eben REIN GAR NICHTS passiert, das Versprechen schlicht nicht eingelöst wird, und, falls denn doch mal etwas "Nennenswertes" passiert wie die Hinrichtungen der jungen Mädchen, dies einfach nur so billig und lächerlich daherkommt, dass es wiederum, wie du schon sagst, nur "Nichts" ist: eigentlich müsste der Film sich von selbst in Luft auflösen, so wenig Substanz besitzt das alles.
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Re: Mansion of the Living Dead - Jess Franco (1982)

Beitragvon Nello Pazzafini » 27. Dez 2012, 13:26

:lol:
ja er war ein Meister im zelebrieren.........und stimmt, eigentlich müsste sich der Film im Nichts auflösen :D
wir sollten den gemeinsam gucken und nichts miteinander reden, nichts dabei tun, einfach nur hinstarren, ich glaub das ist dann wie eine kollektive Drogenerfahrung die aber dann auch ein Nichts an Nebenwirkungen hat :lol:
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Re: Mansion of the Living Dead - Jess Franco (1982)

Beitragvon Arkadin » 27. Dez 2012, 14:58

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Eine Reisegruppe von vier Frauen kommt in ein spanisches Hotel an der Küste. Anscheinend ist grade Nebensaison, denn die Betonburgen sind völlig ausgestorben und die Frauen haben das Hotel quasi für sich ganz allein. Doch irgendwas stimmt nicht. In dem Hotel wird in einem Zimmer eine Frau gefangen gehalten und in dem Gebäude neben dem Hotel treiben sich verrottete Templer rum.

Ein gar nicht mal uninteressanter Film, mit dem Franco auf der "Blind Dead"-Reihe seines Landsmannes Amando Ossori anspielt. Waren es dort noch "reitende Leichen" mutieren die alten Templer bei Franco zu "fickenden Leichen". Denn wenn sie erst einmal eine junge Frau in ihre Gewalt bekommen haben, dann darf jeder mal ran. Ziemlich obskur das Ganze. Allerdings gelingt es Franco ziemlich gut, eine recht gruselige Atmosphäre in dem leeren Hotel hervor zu zaubern. Dagegen wirken die Templer dann eher lächerlich. Ziemlich abgefahren ist auch der Subplot mit der angeketteten Frau, die dem Wahnsinn verfallen ist. Eine ziemliche Schade ist die sonst sehr ansehnliche Lina Romay. Hier hat sie nicht nur eine fürchterlich unvorteilhafte Frisur, sondern sieht auch aus, als ob Ehemann Franco sie einige Monate lang gemästet hätte. Für ihre reichlichen Nackt-Szenen ist sie wirklich nicht "in Form".
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Re: Mansion of the Living Dead - Jess Franco (1982)

Beitragvon Salvatore Baccaro » 27. Dez 2012, 17:00

Ha! Arkadin, du sprichst ebenfalls davon, dass die Zombie-Mönche, oder wie auch immer man die albernen Gesellen nennen möchte, Angehörige des Templerordens seien, dabei bin ich hundertprozentig sicher, dass sie sich in der mir vorliegenden Fassung eindeutig als Katharer outeten. Kann es sein, dass da wirklich etwas völlig falsch übersetzt wurde oder gar verschiedene Versionen, von denen eine sich bei de Ossorio anbiedert und die andere mehr als eigenständiger Film funktioniert?!

Übrigens fand ich die Brüste von Frau Romay weitaus erschreckender als ihren harmlosen Hüftspeck... :shock:
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Re: Mansion of the Living Dead - Jess Franco (1982)

Beitragvon Arkadin » 27. Dez 2012, 17:28

Salvatore Baccaro hat geschrieben:Ha! Arkadin, du sprichst ebenfalls davon, dass die Zombie-Mönche, oder wie auch immer man die albernen Gesellen nennen möchte, Angehörige des Templerordens seien, dabei bin ich hundertprozentig sicher, dass sie sich in der mir vorliegenden Fassung eindeutig als Katharer outeten. Kann es sein, dass da wirklich etwas völlig falsch übersetzt wurde oder gar verschiedene Versionen, von denen eine sich bei de Ossorio anbiedert und die andere mehr als eigenständiger Film funktioniert?!


Boah, keine Ahnung. Ich habe den vor vielleicht 14 Jahren auf spanisch ohne Untertitel geguckt und musste mir das meiste selber zusammenreimen. Das Tape ist jetzt in einer von vielen großen Kiste in der Garage eingemottet, sonst hätte ich mal durch gespult, was die tatsächlich sagen. Die Templer waren für mich klar, weil die Reitenden Leichen" auch Templer waren und der Film hier ja wohl so etwas wie eine Fortsetzung sein sollte.
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