Empusa - Paul Naschy (2010)

Moderator: jogiwan

Empusa - Paul Naschy (2010)

Beitragvon jogiwan » 10. Jul 2012, 19:23

Empusa

Bild

Originalititel: Empusa

Herstellungsland: Spanien / 2010

Regie: Paul Naschy ( + Carlos Aured ?)

Darsteller: Paul Naschy, Antonio Mayans, Maria Jesus Solina, Laura de Pedro

Story:

Abel, einst ein bewunderter Schauspieler entdeckt eines Tages mit seinem besten Freund Victor am Strand einen abgetrennten Arm, der mit einem seltsamen Symbol versehen ist. Als weitere Leichen bzw. deren Teile angeschwemmt werden und die Polizei vor einem Rätsel steht, beginnt Abel auf eigene Faust zu forschen und kommt sogeannnten "Empusas" auf die Spur, die laut Überlieferung eine Mischung aus Meerjungfrauen und Vampiren sein sollen...
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Re: Empusa - Paul Naschy (2010)

Beitragvon jogiwan » 10. Jul 2012, 19:26

Gerade entdeckt...

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


http://empusafilm.blogspot.co.at/

Hat jemand Infos zu dem Teil? Offensichtlich hat Paul Naschy bis vor seinem Tod an dem Film gearbeitet, bei dem er auch eine Hauptrolle übernommen hat. Trailer gibts jedenfalls und auf der IMDB ist der auch eingetragen, während die OFDB sich über den Film derzeit noch in Schweigen hüllt. Hab auch eine Seite gefunden, die sich dem Film ausführlich widmet - leider jedoch nur in spanischer Sprache. Aber ein paar Bilder zum Gucken gibts wenigstens... ;)

http://cerebrin.wordpress.com/2011/11/1 ... los-aured/
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Re: Empusa - Paul Naschy (2010)

Beitragvon purgatorio » 10. Jul 2012, 19:29

jogiwan hat geschrieben:(...)Trailer gibts jedenfalls und auf der IMDB ist der auch eingetragen, während die OFDB sich über den Film derzeit noch in Schweigen hüllt.


Dann trag den doch in der ofdb ein, dazu reichen die imdb-Informationen. Dann ist die Eintragung auf der ofdb-Startseite zu sehen und eventuell passiert dann ja etwas (was ich allerdings für höchst unwahrscheinlich halte)
Bild
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Re: Empusa - Paul Naschy (2010)

Beitragvon jogiwan » 10. Jul 2012, 19:41

kann man schon online gucken gegen Cash:

http://www.naschysempusa.tk/

demnächst wohl dann auch auf Silberling...
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Re: Empusa - Paul Naschy (2010)

Beitragvon Salvatore Baccaro » 7. Mai 2013, 20:02

Seit Anfang des Jahres nun habe ich mein Herz an jenen Spanier verloren, der sich unter dem putzigen Namen Paul Naschy in die Annalen der Schauerfilmhistorie eingeschrieben hat. Neben reinen Spaßfilmen wie Klimovskys Klassiker LA NOCHE DE WALPURGIS oder Naschys erstem Auftritt im Werwolfspelz LA MARCA DEL HOMBRE-LOBO sind es vor allem zweierlei Arten von Filme gewesen, die mich endgültig für den Mann und seine Kunst einnahmen: zum einen zwei der insgesamt vier Werke, die Carlos Aured mit ihm inszenierte, EL ESPANTO SURGE DE LA TUMBA und vor allem EL RETORNO DE WALPURGIS, den ich als einen der wenigen "ächt romantischen" Filme bezeichnen würde, eine Traumlandschaft, so entrückt, so verzaubert, dass man sich im Märchenwald seiner Kindheit wähnt, nur dass darin ein Werewolf heult, der einem unter Umständen das Fell über die Ohren ziehen kann, sowie die ersten Filme, in denen Naschy nun nicht mehr bloß den Part des Hauptdarstellers und Drehbuchautors, sondern zusätzlich den Regisseursposten übernahm, und mir bewies, dass er nicht nur in verträumt-poetischen oder unterhaltsam-trashigen Horrorfilmen meine Verzückung herbeiführen kann, sich vielmehr als ein ambitionsvoller Künstler entpuppte, der in Filmen wie INQUISICION oder EL CAMINANTE durchaus politische, subversive Zielsetzungen erkennen ließ, die es leicht machen, gerade seine Frühwerke problemlos dem europäischen Arthouse-Autorenfilm zuzuordnen. Über EMPUSA, seinen letzten Film, kann ich indes nicht viele lobende Worte verlieren - oder besser gesagt: kein einziges - und niemanden enttäuscht das wohl mehr als mich selbst. Ich empfinde es nämlich als herzzereißend tragisch einen geschätzten Künstler wie eben Herrn Molina, der zudem offenbar noch während der Post-Productions-Phase verstarb, in einem derart billigen Stück Film agieren sehen zu müssen, von dem ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass er selbst mit DIESEM Ergebnis zufrieden gewesen wäre.

Ästhetisch ist EMPUSA eine Mischung aus TV-Film und 90er-Jahre-Homevideo. Das allein wäre noch nicht weiter schlimm, immerhin bin ich der Letzte, der einen Film allein deshalb verdammt, weil er von der technischen Seite her verrät, welch geringes Budget ihm zugrundelag. Das Problem bei EMPUSA ist es indes, dass Naschy es nicht schafft, aus seinen zugegebenermaßen äußerst dürftigen Ressourcen etwas zu schöpfen, das über sie hinausweist. Wo Regisseure wie beispielweise Alberto Cavallone oder Romano Scavolini noch unter den armseligsten Bedingungen es verstanden, wenigstens einen Film auf die Beine zu stellen, der mit einigen ungewöhnlichen Kameraeinstellungen, unerwarteten Schnitten oder schlicht eindrucksvollen Kulissen aufwarten kann, hat Naschy eben nichts zu bieten als die banalen Strände, Wohnräume, Veranden, auf die er seinen Kameramann die Linse richten lässt, und das ist uninspiriert in dem Sinne, dass hier eine pure Realität abgelichtet wird, deren blankness man nichts hinzufügt, das sie zu mehr erheben würde als dem, was sie ist. Um mich nicht falsch zu verstehen: Filmemacher wie Bresson oder Haneke sind sicher auch nicht dafür bekannt, dass sie die Wirklichkeit wie sie sich ihnen darbietet zu etwas Neuem verformen wollen, bei denen gilt aber eben das oben bereits Ausgeführte, dass sie sich in der Art und Weise WIE sie diese Realität darstellen einer Stilistik bedienen, die die Realität in ein Licht rückt, in dem sie sich zuvor nicht befunden hat. Naschy scheint rein inszenatorisch verlernt zu haben, wofür ich ihn beispielweise in EL CAMINANTE oder EL RETORNO DEL HOMBRE-LOBO so sehr schätzte: nicht mittels seiner Geschichten, sondern vor allem mittels seiner Bilder einen Gegenkosmos, ein privates Mythenreich heraufzubeschwören, in dem man sich trunken verlieren kann. Naschy, für mich stets ein besonders visueller Regisseur, ist in EMPUSA nicht besser dran als jeder beliebige ZDF-Fernsehfilm-Regisseur, der sich darauf beschränkt, seinen Zuschauern das zu zeigen, was sie, seiner Meinung nach, sehen sollen, und es dabei belässt.

Leider sieht es mit dem Drehbuch nicht viel besser aus, wobei Naschys Filme sicherlich selten dafür bekannt sind, außerordentlich "gute" Geschichten zu erzählen, "gut" natürlich in dem Sinne, dass sie dramaturgisch ausgefeilt, kohärent, in sich schlüssig sind usw., etwas, das man indes auch gar nicht von einem Regisseur mit seinem künstlerischen Ansatz erwarten darf, der, ähnlich wie Jean Rollin oder Dario Argento zu seiner Zeit, als er noch keine Tatort-Krimis drehte, Emotionen und intellektuelle Inhalte mehr über die visuelle Komponente, über Analogien, subtile Bezüge vermittelt und nicht darüber, dass seine Figuren sich allesamt psychologisch einwandfrei verhalten oder seine Storylines klar und übersichtlich von A nach Z verlaufen. Wäre EMPUSA ästhetisch eine Augenweide, hätte man die krude, verworrene Mär von den aus den Tiefen des Ozeans entstiegenen Vampirbräuten, die aussehen wie aus dem nächsten Nachtclub angeheuert, vielleicht noch genießen können, so, ohne allen verklärenden Überbau, offenbart sich das Drehbuch als eine Sammlung loser Blätter, deren Sinn sich zumindest mir nicht ganz erschlossen hat. Zu viele Frage würde ich Paul Naschy gerne stellen, wäre er noch unter uns. Die für mich wichtigste, weil nämlich die Prämisse des Films beinhaltende, wäre, weshalb die Vampirfrauen nun eigentlich an den Strand kriechen und was es mit dem finalen Krieg zwischen den, soweit ich das begriffen habe, verschiedenen Vampirrassen auf sich hat. Darüber, dass Naschy, der hier, was immerhin ein nettes selbstreflexives Element darstellt, einen ehemaligen Horrorfilmmimen und Okkultforscher mit Absinthabhängigkeit gibt, regelmäßig von seinem vampirisch ermordeten und nun als ruheloser Geist zwischen den Welten herumirrenden Freund besucht wird, kann ich, es als Hommage an AMERICAN WEREWOLF verstehend, noch schmunzeln, und die Idee, zwei Polizeibeamten und den örtlichen Priester zu, nachdem sie von den Vampirinnen gebissen wurden, sogenannten "Zweite-Klasse-Vampire" zu machen, die sich allzu schnell in ihrer neuen Existenz zurechtfinden, ist immerhin originell. Beides wird allerdings von den 1. wirklich schrecklichen Spezialeffekten ruiniert, eine Mischung aus Handgemachtem und Computergeneriertem, das sich beides in Qualitätsfragen nichts nimmt, und 2. darunter leidet, dass bspw. eben die Szenen, in denen jene Polizisten und der Priester vampirisiert werden, dem Zuschauer nur mittels Dialogen mitgeteilt werden, sodass man oftmals das Gefühl hat, wichtige Szenen wären entweder nie gedreht oder später, aus unerfindlichen Gründen, herausgeschnitten worden.

Überhaupt, die Dialoge. Es ist schon lange her, dass ich einen solch geschwätzigen Film wie EMPUSA gesehen habe. Erneut: nichts gegen dialoglastige Filme. Ich wäre auch hier der Letzte, der über Rohmers Grab fluchen oder den Figuren Tarantinos einen Maulkorb umschnalle würde (obwohl es mir bei INGLOURIOUS BASTERD zuweilen bereits in den Fingern juckte), bei beiden Regisseuren sind die unendlichen Gesprächseskapaden aber wenigstens noch dahingehend interessant, dass sie den Bildern eine zusätzliche verbale Ebene hinzufügen, die den Genuss des Werks schlußendlich steigert und optimiert. Bei EMPUSA scheinen mir die Dialoge reiner Selbstzweck. Da wird endlos über Nichtigkeiten gequatscht, die der Zuschauer, der ja immerhin sehen kann und keinem Hörspiel lauscht, längst begriffen hat. Mit einer Laufzeit von fast 110 Minuten ist EMPUSA zudem nun wirklich kein Kurzfilm geworden und anhand der Tatsache, dass davon, schätze ich mal, mindestens 95, wenn nicht gar 100 Minuten aus Szenen bestehen, in denen Naschy mit Laiendarstellern irgendwo herumsitzt und sich langsam und andächtig unterhält, kann man schon erahnen, wie wenig Drive, Suspense und Thrill, um mal alles in den Topf zu werfen, was ich von einem nominellen B-Movie-Schocker erwarte, das Ganze zu bieten hat. Noch einmal: von mir aus kann ein Film aus einer einzigen Einstellung bestehen, mit zwei Leuten in einem Raum, die nichts weiter tun als zu reden, zu reden, zu reden, solange das Werk dann nicht den Anspruch erhebt eine bluttriefende, schauderhafte Vampirschlächtergeschichte aufzutischen. Da passt Selbstwahrnehmung und Außenwahrnehmung, so meine ich, einfach nicht zusammen. Ein Punkt, der mich an den Dialogen zudem besonders störte: die Sprache, derer sich hier bedient wird, ist nun wirklich alles andere als, hm, poetisch oder auch nur gehoben zu nennen, besteht aus ordinärsten Sexanspielungen und primitivsten Flüchen, dass ich mich persönlich nur wundern kann, was mir Naschy denn DAMIT hat sagen wollen. Unterm Strich: so viel da geplappert wird, so wenig Substanz hat das Geplapperte, vielmehr wähnt man sich inmitten spanischer Jugendlicher, die sich gegenseitig mit "bösen Wörtern" zu übertrümpfen suchen.

Was bleibt, ist Enttäuschung. Ich meine, was wollte Naschy mit diesem Film bezwecken? Einen letzten Gruß an seine Fans? Ein krönendes Abschlusswerk seines Oeuvres? Ein Spaßprojekt an Wochenenden, mit ein paar guten Freunden, ohne Ambitionen und viel warmen Bier? Eine Selbstparodie? Ich weiß es nicht. Herausgekommen ist jedenfalls ein Machwerk, das mir die Tränen in die Augen treibt, wenn ich sehe wie dieser Held meiner letzten fünf Monate sich im Grunde selbst demontiert. Zwar hat Naschy in seinen letzten Lebensjahren nun wirklich keine Großtaten mehr vollbracht, jedoch selbst ein trashiger Softporno wie COUNTESS DRACULA'S ORGY OF BLOOD, wo er einen lichtspenden Priester darstellt, oder ein wenig innovativer Slasher wie SCHOOL KILLER stehen noch meilenweit über dem sinn- und ziellosen Duell der Dialoge, das einem mit EMPUSA vorgesetzt wird. Schade, sage ich und wische mir eine weitere Träne von der Wange.
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Re: Empusa - Paul Naschy (2010)

Beitragvon jogiwan » 11. Jun 2015, 08:12

Zu gerne würde ich an dieser Stelle schreiben, dass „Empusa“ ein würdiger Abschluss der über viele Jahrzehnte andauernden Karriere von Paul Naschy a.k.a. Jacinto Molina als sympathische Genre-Ikone ist, aber selbst mit viel Wohlwollen ist der 2010 gedrehte Streifen noch immer totaler Quark und funzt trotz Gewalt und nackter Haut so überhaupt nicht. Die von Carlos Aured und Naschy erdachte Geschichte über einen pensionierten Schauspieler mit Hang für das Okkulte, der durch am Strand gefundene Körperteile und andere mysteriöse Begebenheiten auf die Spur eines uralten Vampir-Kultes kommt ist dröge und haarsträubend zusammengeschustert und kommt dank unlogischer Momente am laufenden Band und sehr plumpe Verweise auf andere Genre-Klassiker auch nie so richtig in Fahrt. Die Produktion stand wohl von Anfang an unter einem schlechten Stern, Paul Naschy selbst stapft lustlos durch den Streifen mit seiner Billig-Optik und am Ende gibt es dann auch noch billiges CGI. Also im Grunde alles auf das man als Eurokult-Fan gut und gerne verzichten kann und so behalte ich Paul Naschy auch lieber aus seinen anderen Filmen als sympathischen Schauspieler, Regisseur und Genre-Fan in Erinnerung und hülle über „Empusa“ dann auch gerne den Mantel des Schweigens… für immer!

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