Der Todesrächer von Soho - Jess Franco (1971)

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Der Todesrächer von Soho - Jess Franco (1971)

Beitragvon dr. freudstein » 5. Sep 2010, 13:57

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Originaltitel: El muerto hace las maletas

Herstellungsland: Deutschland / Spanien 1971

Regie: Jess Franco

Darsteller: Horst Tappert, Fred Williams, Barbara Rütting, Elisa Montés, Luis Morris, Siegfried Schürenberg u.a.

Story:
Ohne Zutun der Polizei sterben plötzlich Verdächtige, von denen man annimmt, daß sie mit Rauschgift handeln. Ist der Täter nun einer, der ganz groß ins Geschäft einsteigen will und mutmaßliche Konkurrenten beseitigt? Ist ein "Rächer" am Werk oder nur ein Irrer? Scotland Yard steht vor einem Rätsel - und einem Problem: bei aller Todesangst die die "Branche" erfaßt, will dennoch keiner der Bedrohten der Polizei Hinweise liefern um den Mörder zu stellen...

Original: Das Geheimnis der schwarzen Koffer (1962) Regie: Werner Klingner

Quelle: ofdb.de
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Re: Der Todesrächer von Soho - Jess Franco

Beitragvon dr. freudstein » 5. Sep 2010, 14:00

Pressefoto Deutschland

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Re: Der Todesrächer von Soho - Jess Franco

Beitragvon dr. freudstein » 5. Sep 2010, 15:54

AHF Satz Deutschland

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Re: Der Todesrächer von Soho - Jess Franco

Beitragvon dr. freudstein » 26. Sep 2010, 19:41

Projektions - Dia Deutschland

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Re: Der Todesrächer von Soho - Jess Franco

Beitragvon untot » 27. Sep 2010, 00:48

Ja, wieder mal ein Franco Film den ich mag, mit viel Lokalkolorit aus Germany.
Auch wenn der Streifen nicht ganz an die alten Edgar Wallace Verfilmungen aus den Rialto Studios rankommt, so weiß er dennoch gut zu unterhalten.

6/10
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Re: Der Todesrächer von Soho - Jess Franco

Beitragvon dr. freudstein » 26. Nov 2010, 23:22

Plakatmotiv Deutschland

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NOCH liegts in der Schublade 8-)
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Re: Der Todesrächer von Soho - Jess Franco

Beitragvon Blap » 2. Mär 2011, 13:11

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Links das Cover der Box, rechts das Cover der DVD


Der Todesrächer von Soho (Deutschland, Spanien 1971, spanischer Titel: El muerto hace las maletas)

Horst im Zwielicht

In London geht die Angst um. Wer seinen Koffer gepackt vorfindet, endet wenig später mit einem Messer im Rücken. Inspector Rupert Redford (Fred Williams) baut auf die Hilfe seines Freundes Charles Barton (Horst Tappert), einem recht erfolgreichen Autor von Kriminalromanen. Doch Barton treibt seine eigenen Ermittlungen auf riskante Weise vorwärts, was in bald in grosse Gefahr bringt. In einem Nachtclub wird offenbar mit Drogen gehandelt, aber warum zeigt der Schriftsteller derartig grosses Interesse an den dortigen Umtrieben? Inspector Redford hat derweil ein Auge auf den windigen Mediziner Dr. Bladmore (Siegfried Schürenberg) geworfen, der zur Tatzeit stets in der Nähe der Opfer gewesen sein muss. Barton greift derweil zu radikalen Methoden, um der verruchten Celia (Barbara Rütting) Informationen zu entlocken...

"Der Todesrächer von Soho" ist gewissermaßen ein Remake des 1961 produzierten Streifens "Das Geheimnis der schwarzen Koffer". Der eher zähflüssige, von Werner Klingler inszenierte Vorläufer, wird von der Neuauflage ganz locker und lässig gedeckelt. Jess Franco erfreute bereits mit seinem Edgar Wallace Flick "Der Teufel kam aus Akasava", der innerhalb des "Wallace-Universums" ein echter Geheimtipp für aufgeschlossene Filmfreunde ist. Sein Beitrag zur "Bryan Edgar Wallace" Reihe fällt zwar deutlich hinter "Akasava" zurück, konnte mich aber trotzdem ansprechend (und vor allem sympathisch) unterhalten.

Zunächst fällt auf, dass Franco die Kamera weniger "pulsierend" einsetzt, als man es aus vielen anderen seiner Filme kennt. Mit Kameramann Manuel Merino arbeitete Franco -der bekanntlich auch gern selbst diesen Job übernahm- häufiger zusammen, ich mag seine kreativen und teils ungewöhnlichen Einstellungen sehr gern. Die musikalische Untermalung passt gut zum Treiben auf der Leinwand, die Kulissen weisen ab und an auf ein kleines Budget hin. Man schaue sich nur das angebliche Büro von Scotland Yard an, welches mehr nach Kellerräumen denn Behörde anmutet, aber dadurch umso knuffiger und liebenswerter wirkt.

Ein Schwachpunkt von "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" war nicht nur die biedere Inszenierung, sondern vor allem auch die sehr unscheinbare Besetzung. Da konnte selbst Senta Berger nicht viel retten, die erst wenige Jahre später in voller Schönheit erstrahlte. Jess Franco stand ein deutlich interessanteres Ensemble zur Verfügung, selbst kleinere Nebenrollen können für Begeisterung sorgen. Fred Williams (der als Friedrich Wilhelm Löcherer geboren wurde) war auch in "Der Teufel kam aus Akasava" in einer Hauptrolle zu sehen, seine Darbietung als leitender Ermittler überzeugt und wirkt erfrischend. Auch Horst Tappert wirkte in "Akasava" mit, seine Anwesenheit erfreut mich als Derrick-Fan natürlich sehr. Tapperts Rolle bietet mehr Raum zur Entfaltung, da er nicht wie Williams an die Fesseln eines Staatsdieners gebunden ist. Am herrlichsten finde ich Horst Tappert immer dann, wenn er sein schelmisches, breites Grinsen aufsetzt, welches er später in seiner Paraderolle Derrick perfektionierte. Barbara Rütting hat sogar einen ihrer besten Auftritte überhaupt! Die Rolle der kalten, bösartigen und verruchten Halbweltdame, passt perfekt zu ihrer kantig-charaktervollen Ausstrahlung. Die Szene in der Tappert seine Gegenspielerin auf harsche Weise "verhört", gehört zu den stärksten Momenten des Films. Ein weiterer Höhepunkt poltert in Form von Siegfried Schürenberg durchs Szenario, der hier nicht in seiner Stammrolle als "Sir John" zu sehen ist. Die Rolle des Scotland Yard Bonzen übernahm ein Bursche namens Ángel Menéndez, der ein paar schrullige Szenen mit Fred Williams veredelt. Rainer Basedow taucht als Sergeant auf, Dan van Husen sehen wir kriminelles Helferlein mit Bart (steht im gut, sollte er häufiger tragen). Sehr gut geraten ist der kurze Auftritt von Wolfgang Kieling, der in verschwitzter Panik durch die Kulissen taumelt. Herr Franco lässt es sich nicht nehmen, ebenfalls in einer kleinen Rolle aufzutauchen. Elisa Montés und Eva Garden sorgen für weibliche Anmut, insgesamt hält sich der Film im Bereich Erotik aber (leider) sehr bedeckt.

Wirft man die eingefahrene Erwartungshaltung über Bord, kann man mit "Der Todesrächer von Soho" seinen Spass haben. Wer generell nichts mit Filmen von Jess Franco anfangen kann, wird vermutlich auch mit dieser Sause nicht glücklich werden. Für einen Franco aus den frühen Siebzigern kommt der Todesrächer recht bodenständig daher, unterscheidet sich aber trotzdem deutlich von anderen Filmen aus dem "Wallace Universum". Auch wenn "Der Teufel aus Akasava" mich auf Anhieb weitaus stärker beeindrucken und packen konnte, bin ich mit "Der Todesrächer von Soho" durchaus zufrieden. Zwar scheint der eigentliche Fall manchmall ein wenig zur Nebensache zu geraten, doch warum sollte ich mich daran stören, wenn ich mich wohlig in der warmen, dezent schmuddeligen Atmosphäre suhlen darf!? Sicher kein Höhepunkt im Schaffen von Jess Franco, aber ein kantiger und beachtenswerter Film, der zusätzlich mit seiner sehr guten Besetzung punkten kann.

Die DVD aus dem Hause Universum geht völlig in Ordnung. In der "Bryan Edgar Wallace DVD Collection 3" sind neben "Der Todesrächer von Soho" folgende Filme enthalten:

• Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe
• Das Geheimnis des gelben Grabes


Es soll nicht verschwiegen werden, dass "Handschuhe" lediglich gekürzt und in mittelprächtiger Qualität vorliegt. Ergo sollte man sich bezüglich "Handschuhe" nach einer brauchbaren Alternative umschauen, die Box lohnt aber schon allein wegen "Todesrächer" und "Grab". Das Set ist für weniger als 20€ zu bekommen, was für zwei solide DVDs völlig in Ordnung geht.

Zunächst 6,5/10 (oberste Mittelklasse) ...aber da geht noch mehr...

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Re: Der Todesrächer von Soho - Jess Franco

Beitragvon sid.vicious » 8. Aug 2011, 12:36

Ein schönes Review, Herr Blap, dass mein momentanes Interesse für Wallace-Verfilmungen noch weiter stärkt.
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Re: Der Todesrächer von Soho - Jess Franco

Beitragvon Blap » 8. Aug 2011, 13:05

Wobei sich "Der Todesrächer..." deutlich vom "Wallace-Standard" abhebt. Ich möchte den Film nicht missen, vielen Wallace-Fans sind Francos Beiträge ein Dorn im Auge, was ich sehr schade finde.
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Re: Der Todesrächer von Soho - Jess Franco

Beitragvon sid.vicious » 20. Aug 2011, 10:15

Blap hat geschrieben:Wobei sich "Der Todesrächer..." deutlich vom "Wallace-Standard" abhebt. Ich möchte den Film nicht missen, vielen Wallace-Fans sind Francos Beiträge ein Dorn im Auge, was ich sehr schade finde.


Ich freue mich jedenfalls auf den Film. Heute müssten die drei Bryan Edgar Wallace Boxen per Post eintreffen. Bei den Edgar Wallace Boxen bin ich mittlerweile komplett.
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