Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu - Jess Franco (1968)

Moderator: jogiwan

Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu - Jess Franco (1968)

Beitragvon dr. freudstein » 6. Feb 2011, 16:35

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Originaltitel: The Blood of Fu Manchu

Herstellungsland: Spanien / USA / Großbritannien / Deutschland 1968

Regie: Jesus Franco

Darsteller: Christopher Lee, Richard Greene, Howard Marion-Crawford, Tsai Chin, Götz George,
Ricardo Palacios, Shirley Eaton, Maria Rohm, Frances Kahn u.a.

Story:
Bevor Dr. Fu Manchu seine Pläne zur Weltherrschaft verwirklichen kann, muss er zunächst seine Feinde auslöschen - allen voran natürlich seinen Erzrivalen Nayand Smith von Scotland Yard. Damit das Vorhaben gelingt, entführt er zehn der schönsten Frauen und kontaminiert sie mit dem tödlichsten Gift des Planeten. Daraufhin schickt er diese schwarzen Witwen er zu den mächtigsten Personen der Erde, damit diese durch den 'Kuss des Todes' eliminiert werden. Auch Nayland Smith ist eines der Ziele, doch Scotland Yards bester Mann hat Fu Manchus Spur im südamerikanischen Dschungel schon aufgespürt...


http://www.ofdb.de/film/5594,Der-Todesk ... -Fu-Manchu
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Re: Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu - Jess Franco

Beitragvon dr. freudstein » 6. Feb 2011, 16:39

Gott, die Suchmaschine bei der ofdb hat der buxtebrawler erfunden :|

AHF Deutschland
1 ist mehr als keins :oops:

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Re: Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu - Jess Franco

Beitragvon Blap » 3. Apr 2011, 13:27

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DVD-Box von Kinowelt


Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu (Großbritannien, Spanien, Deutschland, USA 1968, Originaltitel: The Blood of Fu Manchu)

Christopher vs. Götz

Dr. Fu Man Chu (Christopher Lee) hält sich inzwischen gut versteckt im südamerikanischen Dschungel auf. Selbstverständlich hat er bereits eine neue Teufelei erdacht, mit deren Hilfe er endlich nach der Weltherrschaft greifen will. Ein altes Ritual der Inka soll sich als hilfreich erweisen. Junge Frauen werden von einer Giftschlange gebissen, sie sterben jedoch nicht, sondern geben das Gift per Kuss an ihre Opfer weiter. Beglückte Personen erblinden sofort, der nächste Vollmond bringt ihnen den Tod. Fu Man Chu will auf diese Weise mächtige und einflussreiche Gegner ausschalten, vor allem seinen Erzfeind Nayland Smith (Richard Greene) loswerden. Tatsächlich gelingt der Anschlag auf Nayland Smith, doch dieser bricht erblindet nach Südamerika auf, begleitet von seinem alten Freund und Weggefährten Dr. Petrie (Howard Marion Crawford). Vor Ort ist der clevere und wehrhafte Carl Jansen (Götz George), ein Agent im Dienste von Nayland Smith, bereits seit einiger Zeit auf der Spur von Dr. Fu Man Chu. Der machtgierige Chinese überlässt nichts dem Zufall, er zwingt den ruchlosen Banditen Sancho Lopez (Ricardo Palacios) unter seine Knute, er soll die nahenden Feinde aus dem Weg räumen. Carl Jansen musste derweil der Krankenschwester Ursula Wagner (Maria Rohm) mitteilen, dass ihr Onkel bei einem Angriff von Fu Man Chus Schergen getötet wurde. Können Jansen und Dr. Petrie den nahezu hiflosen und immer schwächer werdenden Nayland Smith noch retten, kann Dr. Fu Man Chu ein für alle Mal ausgeschaltet werden...???

"Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu" ist der vierte von fünf Filmen, in denen der geschätzte Christopher Lee als Dr. Fu Man Chu zu sehen ist. Mit "Ich, Dr. Fu Man Chu" (1965) gelang der Reihe ein grandioser Auftakt, die Fortsetzung "Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu" (1966) konnte die Klasse nicht ganz halten, machte aber trotzdem jede Menge Spass. Mit dem dritten Film "Die Rache des Dr. Fu Man Chu" (1967) kehrte eine Spur zu viel Routine ein, doch noch immer zeigte der Daumen klar nach oben. Nun bringt Jess Franco frischen Wind in die Reihe, der Spanier präsentiert uns eine knackige Fortführung der geliebten Filmreihe.

Die Zusammenkunft von Fu Man Chu und Jess Franco funktioniert sehr gut. Als Fan des Regisseurs (zu denen ich inzwischen zähle) fällt die bodenständige Inszenierung auf, die aber noch immer die Handschrift Francos erkennen lässt. Freilich darf man hier keinen psychedelischen Trip aka "Vampyros Lesbos" erwarten, und auch mit den Sexploitationflicks aus den siebziger Jahren hat "Der Todeskuss" nicht viel gemein. Der künstlerische Anspruch (was auch immer das sein mag), wird eindeutig vom Willen zur kurzweiligen Unterhaltung dominiert. So dürfte der Streifen auch für "Franco-Skeptiker" ein guter Einstieg sein, während die Reihe gleichzeitig durch den Spanier stilvoll fortgeführt wird. Wir bekommen herrliche Kulissen geboten, das Drehbuch von Produzent Harry Alan Towers punktet mit witzigen Einfällen (Fu Man Chu kommt ohne Hightech-Waffenarsenal und sonstigen Schnickschnack aus). Gekrönt wird das knuffige Spektakel durch die tolle Besetzung, die bewährte und neue Gesichter zusammenführt.

Christopher Lee ist und bleibt die ideale Besetzung für die Rolle des Superschurken, seine Darbietung als Fu Man Chu ist wundervoll, herrlich, liebenswert. Wie immer steht Tsai Chin als Töchterlein Lin Tang zur Seite, sie mutet stets ein Spur unbeherrschter als ihr Daddy an, hat ihre sadistische Boshaftigkeit weniger gut unter Kontrolle. Christopher Lee und Tsai Chin sind ein prächtiges Gespann, eine sichere Bank. Götz George sehen wir als jungen, dynamischen Draufgänger, dem keine Gegnerschar zu mächtig ist, der großzügig austeilt und einiges einstecken muss. Götz explodiert in den Actionszenen regelrecht, ich bin begeistert! Produzent Harry Alan Towers brachte seine attraktive Ehefrau Maria Rohm als Co-Heldin unter, trotz befremdlicher Frisur (Perücke?) erfreut Frau Rohm die Augen des Zuschauers. Maria Rohm wirkte in einigen Towers/Franco Werken mit, kleine Berichte werden folgen. Richard Greene ist bereits die dritte Besetzung für die Rolle des Nayland Smith. Greene macht seinen Job nicht schlecht, sein Part ist diesmal sehr passiv angelegt, Götz George dient als sein verlängerter Arm. Neben Christopher Lee und Tsai Chin ist Howard Marion Crawford die dritte Konstante innerhalb der Reihe, im vierten Film ist er für seinen Freund Nayland Smith wichtiger denn jemals zuvor. Ricardo Palacios soll nicht ungenannt bleiben, seine Darstellung des saufenden, schwitzenden und lüsternen Mordbuben sorgt für manchen Schmunzler. Die kleineren Nebenrollen bringen wie üblich diverse "Mitarbeiter" des bösartigen Chinesen ins Spiel, dazu einige hübsche Damen, sowie Marcelo Arroita-Jáuregui als windigen Gouverneur.

Ganz ohne Erotik kommt Franco dann (glücklicherweise) doch nicht aus, hier und da erhaschen wir einen Blick auf angenehme Rundungen. Erneut: Der vierte Auftritt des Dr. Fu Man Chu setzt die Reihe nicht nur sehr ansprechend fort, der Film scheint mir auch als Einstieg in die Welt des Jess Franco gut geeignet. Wie üblich findet man auf der DVD die gekürzte Kinofassung für den deutschen Markt, sowie die ungekürzte Originalfassung in englischer Sprache (auf Wunsch mit deutschen Untertiteln). Erneut ziehe ich die lange Fassung vor, doch Francos Arbeit macht in beiden Versionen Spass. Die kurze Variante verliert hier nicht so deutlich an Boden, wie es bei den vorherigen Teilen der Fall war. Der unverzichtbare Hinweis auf die "Dr. Fu Man Chu Collection" aus dem Hause Kinowelt, in der alle fünf "Fu Man Chu" Filme mit Christopher Lee enthalten sind:

• Ich, Dr. Fu Man Chu (1965)
• Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu (1966)
• Die Rache des Dr. Fu Man Chu (1967)
• Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu (1968)
• Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu (1969)


Noch immer ist das Boxset zum sehr fairen Kurs von rund 20€ erhältlich, sofortige Beschaffung ist gewissermaßen eine Pflichtübung!

Es wird Zeit für die unselige Zahlenwertung. 7/10 (gut) halte ich für angemessen, der "Wohlfühlfaktor" lässt den Flick in höhere Regionen schweben. Danke, lieber Jes(u)s.

Lieblingszitat(e):

Aus der englischen Fassung:

"He is an Iron Man. We will melt him"

Aus der deutschen Fassung:

In den Felsen gibt es Gespenster. Sie saugen Ihnen das Blut aus den Adern!"
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Re: Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu - Jess Franco

Beitragvon Prisma » 25. Okt 2014, 00:45



Christopher Lee   Tsai Chin   Götz George   in

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● DER TODESKUSS DES DR. FU MAN CHU / THE BLOOD OF FUMANCHU (1968)
mit Loni von Friedl, Maria Rohm, Howard Marion-Crawford, Ricardo Palacios, Frances Khan, Isaura de Oliveira
sowie Richard Greene und als Gast Shirley Eaton
eine Gemeinschaftsproduktion der Terra Filmkunst | Ada Films | Udastex Films | im Verleih der Constantin
ein Film von Jess Franco


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»Und wenn es mir gefällt, wirst du sterben!«


Dr. Fu Man Chu (Christopher Lee) lebt und möchte erneut die Weltherrschaft an sich reißen. Zu diesem Zweck hat er sich in den südamerikanischen Regenwald zurückgezogen um dort mit seiner teuflischen Tochter Lin Tang (Tsai Chin) gegen die Menschheit zu konspirieren. Mit Hilfe eines alten Inka-Giftes will er seine Kontrahenten ausschalten und dabei sollen ihm eine Reihe hübscher Mädchen behilflich sein, die mit diesem Gift infiziert werden und durch deren Kuss seine Gegner zunächst erblinden, bis sie schließlich bein nächsten Vollmond qualvoll sterben müssen. Zuerst nimmt er seinen Erzfeind Nayland Smith (Richard Greene) ins Visier, der den Todeskuss von seiner Sklavin Celeste (Loni von Friedl) erhält. Die Zeit für ihn wird denkbar knapp, denn der nächste Vollmond ist nicht mehr weit entfernt, also macht man sich auf die Suche nach einem Gegengift sowie dem Geheimversteck des Dr. Fu Man Chu...

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Der Tag an dem Jess Franco das Regiment bei Fu Man Chu übernehmen sollte, wird in der Regel mit gemischten Gefühlen wahrgenommen. Viele sehen ab diesem Zeitpunkt den vorweg gegriffenen Todeskuss für die laufende Reihe, andere erkennen die Art und Weise, neue Impulse zu platzieren und die unbändige Lust, gegen bestehende, sozusagen konventionelle Formate zu wirtschaften kopfnickend an. In der Gesellschaft der zweitgenannten Fraktion fährt man mit diesem Beitrag erstaunlich gut, denn die vorhandenen Bindeglieder zur Reihe werden hier nicht nur aufgegriffen, sondern erfahren einige bemerkenswerte Erweiterungen. Von einer Verfeinerung kann man allerdings nicht sprechen, dafür tauchen zu viele Ungereimtheiten auf. Versucht man den kompletten Verlauf eher nüchtern zu Betrachten, so hat man es stilistisch und inhaltlich nahezu mit einem wirren Schnipsel-Sammelsurium von zahlreichen Fragmenten zu tun, die keine Ordnung finden konnten, so dass der Verlauf eine auffällige Inkohärenz vermittelt. Dieser Eindruck mag vielleicht nicht zuletzt an den Vergleichen zu den Vorgänger-Filmen liegen, die einfach klassischer, und Auf Jess Franco bezogen, sicherlich konservativer inszeniert wurden. Besonders unklar erscheint in "Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu" das Zeitfenster zu sein, da man es dem Empfinden nach mit einer Reise durch gleich mehrere Dekaden zu tun hat. Nichtsdestotrotz weiß diese beschwerliche Reise durch die südamerikanischen Regenwälder zu unterhalten und wartet erneut mit einer spektakulären Besetzung auf.

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Christopher Lee stattet die Titelrolle erneut mit einer mysteriösen und gleichzeitig beunruhigenden Aura aus, wobei seine neuste Idee, die Weltherrschaft an sich zu bringen, ohne jeden Zweifel auch seine abstruseste geworden ist. Dr. Fu Man Chu wirkt boshaft genug, dass man ihm gebannt dabei zuschauen möchte, wie er seine Kontrahenten manipuliert, foltert und liquidiert, erneut liegt es zumindest im Bereich des Möglichen, dass er seinem Ziel mit Skrupellosigkeit und Unerbittlichkeit einen bedeutenden Schritt näher kommen könnte. Mit ihm im Bunde ist seine diabolisch wirkende Tochter Lin Tang, die im Großen und Ganzen neben Christopher Lee an meisten überzeugen konnte. Tsai Chin wirkt unter der Führung von Jess Franco allerdings leicht konträr zu ihren vorausgegangenen Darbietungen, sie ist auf einmal nicht nur die willenlose, sadistische Dienerin ihres Vaters, sondern neuerdings liegt das Augenmerk auf einmal auch auf ihren femininen Qualitäten, zumindest dem Eindruck nach, da man mehr Emotionen sieht. In diesem Zusammenhang ist auch Shirley Eaton zu nennen, die man als "Sumuru", alias Li Hong zu sehen bekommt. Diese Figur in die laufende Geschichte zu integrieren ist, außer dass man einen namhaften Gaststar mit an Bord hatte, vollkommen verwirrend und nahezu überflüssig. Ihre Szenen fallen besonders im optischen Sinne komplett aus dem bestehenden Zeitfenster und der Kontakt zu ihr ist technisch, sowie inhaltlich gesehen, vollkommen vermessen. Des Weiteren sieht man Maria Rohm, die in ihrer ungünstig angelegten Rolle und Erscheinung nicht in die gewohnte Freude versetzen kann und Götz Georges damalige Ehefrau Loni von Friedl zeigt sich in ihrem kurzen Auftritt als Überbringerin des Todeskusses von einer sehr interessant-ansehnlichen Seite.

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Götz George selbst, sorgt für die agilen Momente in der turbulenten Geschichte, erscheint für die Handlung jedoch weitgehend irrelevant zu sein, genau wie Fu Man Chus Erzfeind Nayland Smith, nun zu sehen in Form von Richard Greene, der leider eine blasse Figur macht und bei Weitem nicht so überzeugend wirkt, wie beispielsweise ein Nigel Green aus dem ersten Teil "Ich, Dr. Fu Man Chu". Allerdings muss man sich gerechtfertigterweise auch fragen, ob die Herren der Schöpfung in Jess-Franco-Filmen jemals relevant waren, zumindest verglichen mit den Damen? So bekommt das entzündete Auge neben allerlei angedeuteten Grausamkeiten und Folterpraktiken auch die übliche Exposition und Prise Erotik geboten, so dass die Darstellerinnen erst gar nicht sparsam mit ihren körperlichen Reizen umzugehen brauchten. Dieser Beitrag vermittelt insgesamt nicht mehr den temporären Charme der Vorgänger und wirkt im Gegensatz dazu viel zu getuned, so dass dieser Fortschritt in sich eher einen Rückschritt darstellt. Die Schauplätze sind zwar immer wieder nett anzusehen, wirken aber fremd und die Ortsgebundenheit entwickelt sich schnell zu einem Vakuum, musikalisch bekommt man in jeder Fassung sehr passende Klänge geboten. Die ohnehin eher spärlich vorhandene Spannung wird in einem hastig abgespulten Finale komplett fallen gelassen, so dass der größenwahnsinnige Doktor wenigstens noch schnell und verheißungsvoll verkünden kann, dass man garantiert wieder von ihm hören werde. "Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu" weiß trotz betsehender Schwächen jedenfalls gut zu unterhalten, gewissermaßen auch zu erstaunen, so dass der Film bei jeder erneuten Ansicht auch nicht eintönig wird.
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