La Comunidad - Allein unter Nachbarn - Álex de la Iglesia

Moderator: jogiwan

La Comunidad - Allein unter Nachbarn - Álex de la Iglesia

Beitragvon buxtebrawler » 19. Aug 2010, 17:34

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Originaltitel: La Comunidad

Herstellungsland: Spanien / 2000

Regie: Álex de la Iglesia

Darsteller: Carmen Maura, Eduardo Antuña, María Asquerino, Jesús Bonilla, Marta Fernández Muro, Paca Gabaldón, Ane Gabarain, Sancho Gracia, Emilio Gutiérrez Caba, Kiti Manver, Terele Pávez, Roberto Perdomo u. A.

In einer heruntergekommenen Dachwohnung in Madrid wird eine stark verweste Leiche gefunden. Die Immobilienmaklerin Julia (Carmen Maura) entdeckt durch Zufall in der Küche des Verstorbenen einen verborgenen Schatz: stolze 300 Millionen Peseten. Dumm nur, dass die restlichen Mieter des Hauses schon lange hinter dem Geld her sind. Seit vielen Jahren wartet die skrupellose Meute auf diesen einen Augenblick. Aber Julia denkt nicht daran, auf ein Leben in Reichtum zu verzichten. Jetzt gilt es, das Geld aus dem Haus zu schaffen, doch auf den Gängen lauert schon die Hausgemeinschaft - eine mörderische Treibjagd beginnt.


Quelle: www.ofdb.de
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: La Comunidad - Allein unter Nachbarn - Álex de la Iglesia

Beitragvon buxtebrawler » 19. Aug 2010, 17:35

Álex de la Iglesias „La Comunidad“ aus dem Jahre 2000 ist eine pechschwarze Komödie, bei der sich eine Hausgemeinschaft mit einer Immobilienmaklerin um einen Koffer voller Geld streitet und dabei irgendwann vor nichts mehr zurückschreckt. Die Charaktere sind skurril und satirisch überzeichnet, Carmen Maura geht in ihrer Rolle als müde, aber die Chance ihres Lebens entdeckt habende Maklerin auf, der Humor kommt oftmals mit der Brechstange und einige derbe, unappetitliche Szenen erfreuen das Kennerauge und irritieren den Hollywood-Einheitsbrei gewohnten Zuschauer. Das ist alles recht unterhaltsam und aussagekräftig, wenn die Inszenierung auch verglichen mit de la Iglesias vorausgegangenen Werken überraschend geradlinig und damit mitunter etwas langatmig ausfiel. Irgendwann stehen sich Groteske und Spannung gegenseitig ein wenig im Wege. Nichtsdestotrotz ist „La Comunidad“ ein guter, erfrischend anderer Film. Die spanische, satirische schwarze Komödie hat de la Iglesia meines Erachtens aber erst vier Jahre später mit „Ein ferpektes Verbrechen“ nahezu perfektioniert.
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Re: La Comunidad - Allein unter Nachbarn - Álex de la Iglesia

Beitragvon jogiwan » 19. Aug 2010, 17:43

auch einer meiner Lieblinge. Spanische Filme sind ja sowieso geil und wenn Almodovars Ex-Muse Carmen Maura noch so herrlich agiert, kann der Film ja nur gut werden. War allerdings bei der ersten Sichtung im Kino doch etwas zwiespältiger Meinung, weil mir die Mischung aus pechschwarzer Komödie und Thriller auf den ersten Blick doch etwas irritiert hat. Mittlerweile landet der regelmäßig im Player und wurde auch schon dem gesamten Freundeskreis aufgedrängt. Schöner ist die tödliche Wirkung von Habgier und Neid wohl nie wieder in Szene gesetzt worden und auch wenn der Film sicher ein paar Längen hat - das Finale über den Dächern von Madrid ist einfach nur grandios!
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Re: La Comunidad - Allein unter Nachbarn - Álex de la Iglesia

Beitragvon Arkadin » 19. Aug 2010, 21:55

Ja, ein wirklich schöner Film. Etwas lieber mag ich noch den überkandidelten "Ferpektes Verbrechen".
Aber beide Filme sind schon sehr gelungen. Von "800 Bullets" war ich dann ziemlich enttäuscht.
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Re: La Comunidad - Allein unter Nachbarn - Álex de la Iglesia

Beitragvon Blap » 24. Sep 2010, 14:26

Allein unter Nachbarn (Spanien 2000, Originaltitel: La comunidad)

Julia (Carmen Maura) versucht sich seit kurzer Zeit als Imobilienmaklerin. Als sie eine Wohnung im Zentrum von Madrid den skeptischen Interesseten anspreist, ist sie vor allem selbst von der hübschen Unterkunft beeindruckt. Ergo ruft sie flugs ihren Gatten herbei, um mit ihm eine romantische Liebesnacht in der Butze zu verbringen. Dieser zeigt sich wenig begeistert von der Idee. Überhaupt plagt ihn der Frust, da er vor kurzem seinen Job verloren hat, sich nun als Türsteher einer Disco verdingen muss. Bald stellt sich heraus, dass es in der Wohnung darüber zu einem tragischen Vorfall gekommen ist. Ein alter Mann ist verstorben und gammelte etliche Wochen vor sich hin. Die Räumlichkeiten sehen aus wie eine Müllhalde, doch Julia macht eine interessante Entdeckung. Der Alte hatte eine riesige Summe Geld im Fussboden versteckt, insgesamt rund 300 Millionen Peseten! Heimlich bringt Julia den Zaster an sich, doch sie hat nicht mit den übrigen Hausbewohnern gerechnet. Die verschwore Gemeinschaft überwachte den alten Herrn rund um die Uhr, man wollte um jeden Preis an sein Geld kommen. Dies führte dazu, dass der Alte keinen Fuss mehr vor die Tür setzte, daher blieb auch sein Tod zunächst unbemerkt. Nun kommt eine Aussenstehende daher, die sich alles unter den Nagel reissen will. Man belauert sich gegenseitig, es brodelt und brodelt unter der spiessigen Oberfläche, eine Eskalation scheint nahezu unvermeidbar...

Es ist schon weit über zehn Jahre her, seit ich zum ersten Mal einen Film von Regisseur Álex de la Iglesia schaute. Damals wanderte "Perdita Durango" (1997) in den Player, der mir zuvor mit Nachdruck empfohlen wurde. Die Rechnung ging nicht auf, der Streifen konnte mich nicht überzeugen, ich verfolgte den Werdegang von de la Iglesia nicht weiter. Erst 2007 bekam der gute Mann eine neue Chance, ich legte mir "El día de la bestia" (1995) zu, der dann auch tatsächlich massiv in meinem Schädel zündete. "Allein unter Nachbarn" wurde kurz danach angeschafft, verschwand aber für einige Zeit im Regal der jungfräulichen DVDs (gewissermaßen meine persönliche "Filmhalde"). Ich nehme es gleich vorweg, de la Iglesias Arbeit zündet erneut, ich werde sogar dem ungeliebten "Perdita Durango" eine zweite Chance einräumen.

"La comunidad" ist eine herrlich schwarze Komödie, die uns unverblümt den Spiegel vor die entstellten Fratzen hält. Wie gross kann die Gier nach Geld sein? Welche Grenzen wäre man bereit zu überschreiten, um die Kohle in die Finger zu bekommen? Gibt es überhaupt noch Grenzen, wenn die Raffgier erst so richtig zugepackt hat, Besitz von Leib und Seele ergriffen hat? Glücklicherweise kommt der Film nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher, sondern gibt dem Zuschauer offenkundige Denkanstösse, ohne dabei dem Versuch der pseudointellektuellen Gängelung zu erliegen. Bei allem Humor, der angenehmerweise nicht in den platten Stumpfsinn abgleitet, wird es zeitweise auch richtig spannend, regelrecht packend. Die Kombination von Humor und Spannung funktioniert erstaunlich gut, ergänzt sich gar vortrefflich. Dass man letztlich nicht auf den Einsatz kleiner Effekthaschereien verzichten konnte/wollte, mag ein Zugeständnis an den Massengeschmack sein, trübt den Filmgenuss allerdings kaum bis gar nicht.

Die Besetzung liefert durch die Bank grossartige Leistungen ab. Allen voran natürlich Carmen Maura, die als Frau in den besten Jahren alle Register zieht. Sie durchlebt das volle Gefühlskaleidoskop, Emotionen jeder Form und Farbe spielen sich in ihrem Gesicht ab, stürzen gleichzeitig in Form der Hausbewohner auf sie hinab. Ein tolle Leistung, ich ziehe meinen Hut vor dieser begnadeten Schauspielerin. Doch auch die übrige Cast lässt sich nicht lumpen. Da hätten wir die vergnatzen Damen, die eifersüchtig und habgierig jeden Schritt der "Neuen" beobachten, sich dabei selbst kaum ertragen können. Den Verwalter, hinter dessen Gutmenschenfassade der Verfall bereits nachhaltig gewütet hat. Das debile Bürschlein, welches ständig im Lord Vader Kostüm durch das Gemäuer taumelt. Nicht zu vergessen der Möchtegern-Latin Lover, selbst Mitglied der Hausgemeinschaft, von dieser zwecks Ablenkung auf Julia angesetzt. Lauter schräge Gestalten, Menschen die man ungern in der eigenen Nachbarschaft wissen möchte. Doch... sind diese vermeintlich ach so schrägen Charaktere uns wirklich so fremd, so fern, so anders als wir selbst? Finden wir uns nicht -mehr oder weniger- in diesem Zerrspiegel wieder? Wollen wir überhaupt darüber nachdenken??? Es bleibt jedem Zuschauer selbst überlassen. Ich wühlte noch einige Zeit in meinem Hirnkasten, was für weitere Schmunzler sorgte. Denn "La comunidad" ist weitaus näher an der Realität, als man sich selbst eingestehen möchte.

Leider bin ich der spanischen Sprache nicht mächtig. Ergo muss ich mich auf die Qualität der deutschen Synchronisation verlassen. In technischer Hinsicht ist diese fraglos gut gelungen. Wie es um den Transport des spanischen Humors, in die deutsche Sprache bestellt ist, lässt sich dank meiner Unkenntniss der Originalsprache natürlich nur vermuten. Auf mich macht die Umsetzung einen soliden Eindruck, sie scheint dem Zungenschlag des Orignals gerecht zu werden. Es wäre sicher sehr interessant, dazu die Meinung eines Filmfreundes zu hören, dem beide Sprachoptionen ohne Einschränkungen zugänglich sind. Mir hat "La comunidad" richtig gut gefallen, Álex de la Iglesia hat sich nun endgültig Zugang zu meinem Filmherzen verschafft. Ich freue mich auf weitere Filme des Regisseurs, entsprechende Scheiben werden bald in meiner Sammlung ihren Platz finden.

"Allein unter Nachbarn" wurde von E-M-S für den deutschen Markt ausgewertet. Es gibt diverse Auflagen, die mit verschiedenen Covern und teils unterschiedlicher Ausstattung ins Haus kommen. Die DVD bietet eine sehr anständige Bildqualität. Aktuell scheint mir das Angebot des OFDB-Shops am reizvollsten. Dort gibt es die "2 DVD Special Edition" für schlappe 2.98€, alternativ die "Álex de la Iglesia Collection" zum Kurs von 7.98€ (dort sind ferner "Ein verpecktes Verbrechen" (2004) und "800 Bullets" (2002) enthalten). Die mir vorliegende Single Disc bietet ein tadelloses Bild, kommt allerdings mit geringerer Ausstattung daher. Lasst euch nicht von den günstigen Preisen abschrecken, es handelt sich keineswegs um Veröffentlichungen in "Wühltischqualität", hier werden einfach nur die E-M-S Überreste verschachert.

Eine liebenswerte Komödie. 7/10 (gut) ...mit steigender Tendenz.

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Re: La Comunidad - Allein unter Nachbarn - Álex de la Iglesia

Beitragvon Reinifilm » 24. Sep 2010, 16:46

Der beste Film mit Darth Vader, der nicht zur StarWars-Reihe gehört! :D
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Re: La Comunidad - Allein unter Nachbarn - Álex de la Iglesia

Beitragvon Onkel Joe » 26. Sep 2010, 00:12

Ein wirklich sehr guter Film der alle halbe Jahr in meinem Player landet, der Humor ist ebenso wie die Story :thup: .
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Re: La Comunidad - Allein unter Nachbarn - Álex de la Iglesia

Beitragvon untot » 18. Dez 2010, 04:19

Gerade mal wieder gesehen, ein herrlich bitterböses Filmchen, rabenschwarzer Humor, wunderbar überdrehte Charaktäre, der macht mir wirklich immer wieder großen Spaß! :thup:

7/10
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Re: La Comunidad - Allein unter Nachbarn - Álex de la Iglesi

Beitragvon jogiwan » 25. Aug 2011, 07:06

"La Comunidad" ist einfach ein herrlicher Film! Sehr eindeutig von Pedro Almodóvar inspiriert, aber mit bitterbösem Humor, comichaft überzeichneten Charakteren und moderater Gewalt versetzt, die eindeutig die Handschrift und Trademarks des knuddeligen und sympathischen Regisseurs zeigen. Die Geschichte über die menschliche Gier ist einfach zum Schreien und auch das Tempo passt weitgehend bis zum skurrilen Finale über den Dächern von Madrid. Für mich ein kleines Genre-Juwel mit einem tollen Cast, die sich auch ordentlich gegenseitig an die Gurgel geht und den ich auch immer wieder genre schaue: 8/10
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