Arrebato - Ivan Zulueta

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Arrebato - Ivan Zulueta

Beitragvon Slim Naughton » 24. Nov 2010, 01:25

Tja, die Bildstörung hat den nächsten Coup gelandet und wird am 26.11. "Arrebato" als amtliche und üppig ausgestattete Erst-VÖ auf den Markt hauen. Wir haben ihn schon mal gesichtet ;-). Wer keinen Bock hat, auf unsere Seite zu gehen, der kriegt hier die Kurz-Rev (ohne Inhaltsangabe) spendiert:

Regisseur Ivan Zulueta drehte im Laufe seiner Karriere neben zahlreichen eher experimentellen Kurzfilmen nur zwei abendfüllende Streifen, von denen Arrebato auch schon sein letzter sein sollte. Danach arbeitete er nach diversen Zusammenbrüchen nie wieder fürs Kino, sondern beschränkte sich auf Fotografie, Malerei und gelegentliche TV-Geschichten. Ende 2009 verstarb er in seiner Heimatstadt San Sebastian. Der Mann war mir im übrigen bis vor kurzem total unbekannt, muss ich zugeben.
Vorliegender Streifen ist – ich will’s mal etwas pathetisch ausdrücken, liebe Gemeinde – eine Liebeserklärung ans Kino. Eine Liebe, die, wenn ich den Film richtig verstanden habe, so zehrend wie vereinnahmend ist. So entwickelt Pedros Super 8-Kamera im Verlauf ein fast schon vampirisches Eigenleben und verschlingt letztlich die, die sich in ihren Bann ziehen lassen. Nicht umsonst vereinigt der Film einen abenteuerlichen Stil- und Genremix, der vom deutschen Expressionismus, über Paul-Naschy-Horrorstreifen bis hin zum US-Experimental-/Avantgardefilm der Marke Andy Warhol reicht.
Mit Öffnen des Pakets dominieren Rückblenden den Film, die die Beziehungen zwischen José und Pedro sowie von José zu Ana entwickeln. Dabei sind sie größtenteils unterlegt durch den Ton der besprochenen Kassette, so dass Pedro gleichzeitig zu Off-Kommentator und Hauptperson wird. Eine große Rolle spielt auch die Suche nach Rausch, Ekstase. Letztere wird einmal erreicht durch das Medium Film, aber in großem Maß auch mit Hilfe chemischer Erfrischungen. Da wird konsumiert, dass die Schwarte kracht: geschnupft oder in wiederholten Großaufnahmen gespritzt.
Damit bekommt der Film auch was Autobiografisches: José als Genrefilmer auf der Suche nach kommerziellem Erfolg und der reine Experimentalfilmer Pedro gehen als Alter Egos Zuluetas durch, der schlussendlich beide Charaktere konsequenterweise vereinigt. Ebenso war Zulueta über lange Zeit heroinabhängig.
Ein Fazit ist für mich nicht einfach: Der Streifen offeriert einen mainstreamfernen Bilderrausch, ist pures Kino für die, die sich drauf einlassen möchten. Andere werden mit seiner Machart wahrscheinlich Probleme haben.
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Re: Arrebato - Ivan Zulueta

Beitragvon Arkadin » 24. Nov 2010, 10:11

Über den Film habe ich schon sehr viel Gutes gehört. Scheint was für mich zu sein :D
"Bildstörung" ist sicherlich das momentan spannendste DVD-Label in Deutschland. Respekt.
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Re: Arrebato - Ivan Zulueta

Beitragvon horror1966 » 29. Nov 2010, 16:31

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Arrebato
(Arrebato)
mit Eusebio Poncela, Cecilia Roth, Will More, Marta Fernandez Muro, Helena Fernan-Gomez, Carmen Giralt, Max Madera, Javier Ulacia, Rosa Crespo, Luis Ciges
Regie: Ivan Zulueta
Drehbuch: Ivan Zulueta
Kamera: Angel Luis Fernandez
Musik: Negativo / Ivan Zulueta
FSK 16
Spanien / 1980

Was für ein beschissener Tag! Unzufrieden mit der Arbeit an seinem billigen Horrorfilmchen kommt José völlig entnervt nach Hause, wo seine zugedröhnte Freundin Ana bereits auf ihn wartet und ein mysteriöses Päckchen von Pedro, einem alten Bekannten, der die Welt scheinbar nur durch den Sucher seiner Kamera wahrnimmt. Der Inhalt des Päckchens: eine Super8-Filmrolle, ein Tonband und ein Wohnungsschlüssel. Als José gelangweilt das Tonband anwirft, holt ihn zunächst die Erinnerung an seinen seltsamen Freund wieder ein. Nach und nach realisiert er jedoch, welch unfassbare Geschichte Pedro ihm da eigentlich gerade erzählt. Ungläubig fällt sein Blick auf Filmrolle und Schlüssel


"Arrebato (Verzückung)"


In den Zustand der Verzückung kann man bei diesem wirklich aussergewöhnlichen Film durchaus geraten, allerdings bedarf es dafür auch einiger Grundvorraussetzungen, die man als Zuschauer erfüllen muss. Man sollte eine ausgeprägte Vorliebe für den besonderen Film haben, gleichzeitig muss man sich auch dem aussergewöhnlichen Erzählstil der Geschichte öffen und sollte insbesondere ein ausgeprägtes Faible für surreale Elemente haben, die in diesem Film zu Hauf vorhanden sind. Denn nur so kann man etwas mit dem Bilderrausch anfangen, der hier gut 110 Minuten auf einen einprasselt und doch in so vielen Passagen anscheinend überhaupt keinen Sinn ergibt. Dabei ergibt das Szenario bei genauerem Hinschauen sehr wohl einen Sinn und schon in der Eröffnings-Sequenz des Filmes bekommt man einen recht eindeutigen Hinweis, auf was das Geschehen im Endeffekt hinausläuft. Um allerdings die Zusammenhänge herzustellen, sollte man die Ereignisse erst einmal auf sich wirken lassen, was gar nicht einmal so leicht ist, erscheinen doch viele Dinge extrem surreal und geradezu verwirrend, so das man die Verknüpfungen innerhalb der Story nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennt.

Man merkt also, auch bei der mittlerweile neunten Veröffentlichung des Independent Labels Bildstörung hat man es einmal mehr mit einem Film zu tun, der jenseits jeglichen Mainstreams angesiedelt ist und so auch ganz sicher nur eine bestimmte Zielgruppe ansprechen wird. Der durchschnittliche Mainstreamer wird mit diesem visuell berauschendem Werk ganz bestimmt nicht viel anfangen können, zudem die Erzählstruktur doch gänzlich anders strukturiert ist wie in "normalen Filmen". So fragt man sich unwillkürlich über einen längeren Zeitraum, welcher Sinn überhaupt hinter den Geschehnissen steht und um was es eigentlich geht. Eine endgültige Erklärung für die teils verwirrenden Ereignisse erhält man letztendlich erst am Ende des Filmes und selbst dann kann man sich nicht zu 100 % sicher sein, ob die eigene Interpretation des Szenarios auch die Richtige ist. Es fällt auch nicht leicht, hier näher auf die Geschichte einzugehen, ohne zuviel vom Inhalt zu verraten und so anderen Zuschauern den Überraschungsmoment wegzunehmen, den dieser Film durchaus beinhaltet.

Im Prinzip könnte man "Arrebato" als Liebeserklärung an den Film generell ansehen, die aber auch im gleichen Atemzug aufzeigt, wie verzehrend diese Liebe sein kann, wenn man sich ihr voll und ganz hingibt. So stehen auch zwei junge Männer im Focus der Geschichte, von denen einer (Jose) billige Horrorfilme produziert. Gleich in den ersten Minuten des Filmes wird man mit seiner Arbeit konfrontiert und diese Passage ist für die Gesamtzusammenhänge nicht gerade unwesentlich, was man allerdings erst ganz am Ende erkennen kann. Der zweite Mann ist Pedro, der sich so sehr dem Filmen verschrieben hat, das er dadurch in den Zustand der absoluten Ekstase geraten kann. Zudem erweckt er bei seinen Mitmenschen den Eindruck, das es sich bei ihm um ein Kind im Körper eines Mannes handelt, das in einer Art Fantasiewelt lebt und einfach nicht erwachsen werden will. Kein Wunder also, das man bei der Figur des Pedro fast schon zwangsläufig an "Peter Pan" erinnert wird, denn zu offensichtlich sind doch die Parallelen zu dieser Fantasiefigur. Die Beziehung der beiden Männer zueinander wirkt einerseits sehr distanziert, vermittelt aber auf der anderen Seite durch die gleiche Leidenschaft zum Film ein Gefühl, als wenn sie eine Art Symbiose eingehen. Es fällt äusserst schwer, die gewonnenen Eindrücke dieses Filmes in Worte zu fassen, denn man sollte sich selbst einen Eindruck dieser fantastischen Geschichte machen, in der auch die entstehende Beziehung zwischen Mensch und Maschine eine große Rolle spielt und im Prinzip sogar den zentralen Kernpunkt dieser surrealen Geschichte darstellt.

Letztendlich ist "Arrebato" ein Film, der nur sehr schwer einem bestimmten Genre zuzuordnen ist. Eigentlich als Drama zu bezeichnen, lässt dieses Werk ganz eindeutige Elemente aus dem Horror-Genre erkennen, die sich allerdings erst im laufe der Zeit und auf eine sehr ungewöhnliche Art erkennen lassen. So ist man dann auch sichtlich erstaunt als man feststellen muss, das vampirismus ein wesentlicher Bestandtei der Ereignisse ist, denn ist doch die Einführung dieser Thematik vollkommen anders dargestellt, als wie man sie aus normalen Vampirfilmen her kennt. Nichtsdestotrotz ist die hier verwendete Mixtur aus Drama-und Horror und vielen surrealen Elementen in ihrer Art wohl ziemlich einmalig und sorgt so für einen Filmgenuss der ganz besonderen Art. Auch wenn "Arrebato" auf viele Leute einen vielleicht eher verstörenden und wirren Eindruck hinterlässt, so dürften Freunde des aussergewöhnlichen Filmes absolut begeister von diesem Werk sein, das Kopfkino der ganz besonderen Art bietet und ein erlesenes Meisterwerk darstellt, das sich kein Filmfreund entgehen lassen sollte. Denn gerät man doch fast in eine Art Sog, der von den visuell berauschenden Bildern ausgeht und einen in eine Art Zwischenwelt hineizieht, die sich zwischen realität und Fiktion ansiedelt.


Fazit:


Mit Arrebato hat der 2009 verstorbene spanische Kultregisseur Ivan Zulueta ein visuell berauschendes Meisterwerk geschaffen, das jenseits des Mainstreams angesiedelt ist und dessen Genialität sich wohl nur einer bestimmten Zielgruppe erschließt. Selten habe ich einen teils so verwirrenden und surrealen Film gesehen, der dem Zuschauer erst ganz zum Ende eine Aufklärung anbietet, die aber immer noch Freiraum für eigene Interpretationen des Szenarios bietet. man muss schon eine ausgrprägte Vorliebe für das ganz besondere haben, um etwas mit "Arrebato" anfangen zu können, doch wenn das der Fall ist wird man mit einem erstklassigen Filmerlebnis belohnt, das selbst noch lange nach seiner Sichtung noch extrem im Kopf des Betrachters nachhallt. Die DVD-Veröffentlichung von Bildstörung ist wie schon gewöhnt erstklassig ausgefallen und bietet auf einer Extra-DVD auch wieder jede Menge Extras.


Die DVD:

Vertrieb: Bildstörung
Sprache / Ton: Spanisch DD 2.0 Mono
Untertitel: Deutsch / Englisch
Bild: 1:1,85 (16:9)
Laufzeit: 110 Minuten
Extras: "IVAN Z" -- Goya-prämierte Kurzdokumentation über Regisseur Iván Zulueta von 2004 (ca. 50 Min.), "ARREBATOS" -- Kurzdokumentation/Making of von 1998 (ca. 55 Min.), "LEO ES PARDO" -- prämierter Kurzfilm von Iván Zulueta (ca. 10 Min.), ca. 20-seitiges Booklet
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Re: Arrebato - Ivan Zulueta

Beitragvon jogiwan » 25. Dez 2010, 15:52

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Regisseur Jose (Eusebio Poncela) kehrt nach anstrengenden und kräfteraubenden Dreharbeiten zu einem Horrorfilm und einer Diskussion über die ideale Schnittfassung vollkommen übermüdet in seine Wohnung in Madrid zurück. Dort erhält er von dem Hausmeister ein mysteriöses Paket und erfährt gleichzeitig, dass sich Ana (Cecilia Roth), die Schauspielerin aus seinem letzten Film mit der er eine exzessive Affäre hatte, in seiner Wohnung einquartiert hat. Während diese jedoch vollkommen weggetreten in seinem Bett schlummert öffnet Jose das Paket und entdeckt darin eine Filmrolle, einen Schlüssel, sowie ein Tonbandkassette.

Darauf spricht der Filmemacher Pedro (Will More) mit brüchiger Stimme zu dem Regisseur, den dieser vor einiger Zeit auf dem Land bei der Suche nach Dreh-Locations durch seine Cousine Marta (Marta Fernandez Muro) kennen gelernt hat. Pedro war zu damaligen Zeiten von künstlerischen Selbstzweifeln zerfressen und drohte daran zu zerbrechen, während er weiter Filmrolle um Filmrolle mit Bildern aus seinem Alltag füllte. Doch durch das Treffen mit Jose und gemeinsame Gespräche über Kunst, Inspiration und jungendliche Erinnerung, sowie gemeinsamen Drogenkonsum erlebte Pedro damals einen künstlerischen Schub, zog nach Madrid und verfolgte weiter seine Vorstellung vom perfekten Film.

Durch den unvollendeten Film von Pedro erinnern sich Jose und Ana an den jungen Mann und ein gemeinsames Wochenende, dass die drei miteinander verbrachten. Doch danach trennten sich jedoch die Wege der beiden Filmemacher und während Jose einen Horrorfilm über Werwolfmenschen realisierte, erlebt Pedro anderen Horror durch seine exzessive Lebensweise und den Menschen, die ihn umgeben. Das obsessive Verhalten seiner Kamera gegenüber und dem Drang zur künstlerischen Perfektion steigert sich in einen destruktiven Wahn und der junge Mann steuert geradewegs seinem Ende entgegen, während Jose durch das filmische Vermächtnis ebenfalls dem Wahn zu verfallen scheint...

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Die Art und Weise, wie die abstrakte Geschichte des Filmes erzählt wird, ist außerordentlich interessant und Zulueta spannt dabei den Bogen von kindhafter Erinnerung, Sex und Drogenrausch bis hin zum Vampirismus und Horror-Elementen. Aber auch wenn die Geschichte vermutlich jeder für sein Empfinden auf andere Weise interpretieren würde, sind die beiden unterschiedlichen Filmemacher Jose und Pedro wohl die konträren Eckpunkte der gängigen Filmkunst. Während Jose schmuddelige Filme in Hinblick auf den kommerziellen Erfolg dreht und eine Affäre mit seiner Hauptdarstellerin beginnt, ist der jugendliche Misanthrop Pedro der kreative Geist, der die Bilder seiner Filme förmlich seziert und nach und nach die Kontrolle über seinen kreativen Geist verliert und beinah Frankenstein-haftig der destruktiven Macht seiner selbst geschaffenen Bilder erliegt.

Die Vampir-Komponente in „Arrebato“ kann in diesem obsessiven Werk über Kunst und Selbstzerstörung dann wohl auch nur als Metapher auf das Filmemachen selbst zu sehen sein, das die Kraft und Energie seiner Schöpfer wie ein Blutsauger immer mehr verschlingt und seine Opfer in einen hypnotischen Bann zieht, aus dem es kein Entrinnen gibt. Und wenn sich am Ende von „Arrebato“ die Kamera wie von Geisterhand bewegt und Personen im Umfeld des Regisseurs verschwinden, dann ist das von Regisseur Ivan Zulueta, der sich im Verlauf der Jahre von der Öffentlichkeit komplett zurückgezogen hat, ebenfalls sehr autobiografisch zu deuten.

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Genauso beeindruckend wie der Film ist aber auch die Veröffentlichung aus dem Hause „Bildstörung“, die diesen bisher unterschätzten Meilenstein des spanischen Kinos in einer unglaublich-liebevollen Fassung bringt, die abgesehen von einer deutschen Synchro keine Wünsche offen lässt. Die Bildqualität ist sehr gut und auf einen zweiten Silberling gibt es auch noch die höchst-interessante Doku „Arrebatos“ in der im Jahre 1998 nochmals fast alle Beteiligten mit Ausnahme des Regisseurs zu Wort kommen. Dieser wird dafür in dem intimen, Goya-prämierten und knapp 53 Minuten langen Dokumentation „Ivan Z“ ausgiebig portraitiert, die im Jahre 2004 entstanden ist. Abgerundet wird die empfehlenswerte VÖ dann noch mit einem dicken Booklet und der gewohnt-geschmackvollen Verpackung.

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„Arrebato“ ist schlicht und ergreifend sperriges und unkonventionelles Underground-Kino der allerbesten Sorte, das thematisch auch aufgrund der expliziten Darstellung von Drogenkonsum seiner Zeit weit voraus war und im Jahre 1980 bereits vieles vorweg nahm, was Filmemacher wie David Lynch oder David Cronenberg in darauffolgenden Jahren an filmischen Alpträumen realisierten. Intensiver, fiebriger und beeindruckender ist die selbst-zerstörerische Suche nach körperlichen Rauschzuständen, künstlerischen Kicks und die oftmals auch destruktive Kraft von bewegten Bildern wohl nicht in Szene gesetzt worden. „Arrebato“ ist in allen Belangen gegen den Mainstream gebürstet, dennoch fesselnd, faszinierend und für Fans des spanischen Films und anspruchsvollen Underground-Kino schlichtweg essentiell. Ein Film der auch den oftmals arg überstrapazierten Begriff „Kultfilm“ mit jeder Sekunde seiner Laufzeit absolut verdient und eine wunderbare Veröffentlichung, die zweifelsfrei am Ende des Jahres 2010 noch zu dessen Highlights gezählt werden kann. Hammer!

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Re: Arrebato - Ivan Zulueta

Beitragvon jogiwan » 25. Dez 2010, 16:59

horror1966 hat geschrieben:Im Prinzip könnte man "Arrebato" als Liebeserklärung an den Film generell ansehen, die aber auch im gleichen Atemzug aufzeigt, wie verzehrend diese Liebe sein kann, wenn man sich ihr voll und ganz hingibt.


Mit diesem Satz ist der Inhalt des Filmes wirklich sehr treffend beschrieben. "Arrebato" ist wohl einer der Filme, die man nicht zwangsläufig gut und/oder unterhaltsam finden muss, aber der zweifellos beim aufgeschlossenen Zuschauer durch seine diffus-hypnotische Erzählweise eine Art Faszination auslöst, die man wohl nur schwer in Worte fassen kann. Am ehesten trifft es da wohl noch die titelgebende "Verzückung".
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Re: Arrebato - Ivan Zulueta

Beitragvon Arkadin » 26. Dez 2010, 00:28

jogiwan hat geschrieben:„Arrebato“ ist in allen Belangen gegen den Mainstream gebürstet, dennoch fesselnd, faszinierend und für Fans des spanischen Films und anspruchsvollen Underground-Kino schlichtweg essentiell. Ein Film der auch den oftmals arg überstrapazierten Begriff „Kultfilm“ mit jeder Sekunde seiner Laufzeit absolut verdient und eine wunderbare Veröffentlichung, die zweifelsfrei am Ende des Jahres 2010 noch zu dessen Highlights gezählt werden kann. Hammer!


Na, wenn das keine dicke Empfehlung ist, dann weiß ich auch nicht. Danke jogi für dieses schöne Review. Jetzt MUSS ich mir den Film einfach besorgen.
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Re: Arrebato - Ivan Zulueta

Beitragvon Adalmar » 25. Jun 2011, 11:10

Mich hat der Film jetzt nicht so sehr begeistert. Die Grundidee hat zwar einiges für sich, hätte aber aus meiner Sicht auch spannender umgesetzt werden können. Auch wenn das ganze kein "Unterhaltungs"-, sondern eher ein Bekenntnisfilm sein soll. Die "Macht der Bilder"-Thematik fand ich beispielsweise in "Blow-up" und "Peeping Tom" ansprechender gestaltet. Die auf Dauer doch ziemlich monotonen Krächz-Monologe von Pedro konnte ich irgendwann nicht mehr so recht goutieren. Rezensenten, die hier von einem "Bilderrausch" sprechen, kann ich hierin nicht verstehen, visuell gesehen fand ich das Werk ehrlich gesagt recht dröge. Das liegt aber auch daran, dass z. B. Zeitraffer-Sequenzen mittlerweile in so vielen Filmen (teils auch ziemlich sinnlos, wie z. B. kürzlich gesehen in "The Lodger" von David Ondaatje) verwurstet worden sind, dass sie zur Entstehungszeit von "Arrebato" deutlich wirkungsvoller gewesen sein mögen. Trotzdem insgesamt gesehen ein originelles Werk, dass die schöne Bildstörung-Veröffentlichung sicher auch verdient hat, nur nicht ganz mein Fall.
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