[Rec] 4 - Apocalypse - Jaume Balagueró (2014)

Moderator: jogiwan

[Rec] 4 - Apocalypse - Jaume Balagueró (2014)

Beitragvon horror1966 » 30. Dez 2014, 16:21

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[Rec] 4 - Apocalypse
([Rec] 4 - Apocalipsis)
mit Manuela Velasco, Javier Botet, Paco Manzanedo, María Alfonsa Rosso, Ismael Fritschi, Críspulo Cabezas, Mark Schardan, Héctor Colomé, Khaled Kouka, Mariano Venancio, Javier Laorden, Cristian Aquino, Emilio Buale
Regie: Jaume Balagueró
Drehbuch: Jaume Balagueró / Manu Díez
Kamera: Pablo Rosso
Musik: Arnau Bataller
FSK 16
Spanien / 2014

Glück im Unglück für Fernsehjournalistin Angela: Als letzte Überlebende wird sie von Soldaten aus einem mit Zombies infizierten Mietshaus in der spanischen Hauptstadt gerettet und auf einen zur militärischen Krankenstation umgebauten Frachter vor der Küste verschafft. Dort trifft sie auf andere Überlebende der Katastrophe sowie Ärzte, die fieberhaft an einer Therapie forschen. Als sich der Keim des Todes schließlich auch im Schiff Bahn bricht, sind Angelas Kämpferqualitäten und Überlebensinstinkte erneut gefragt.


Mittlerweile ist es schon geschlagene sieben Jahre her das Regisseur Jaume Balagueró mit seinem Film "[Rec]" für jede Menge Aufsehen sorgte und gleichzeitig den Startschuss für eine mittlerweile 4-Teilige Reihe abfeuerte. Im Found Footage Look aus der Sicht der berüchtigten Wackelkamera wurde ein intensiver und äußerst spannender Horrorfilm präsentiert, der bis zum heutigen Tag wohl auch ganz eindeutig der stärkste Film der Reihe ist. Mittlerweile sind wir dann also beim vermutlich letzten Film einer Quadrilogie angelangt und mit "[Rec] 4 - Apocalypse" liegt dann auch ein recht ordentlicher Abschluss vor, so das man die so langsam abgenutzte Thematik mit Anstand zu grabe tragen sollte. Nachdem der Vorgänger "Genesis" mit den Ereignissen der ersten beiden Filme nur noch im Entferntesten zu tun hatte und unter der Regie von Paco Plaza lediglich ein unterhaltsames Splatter-Festival darstellte, kehrte nun wieder Jaume Balagueró auf den Regiestuhl zurück, wobei die vorliegende Geschichte dann auch an die Ereignisse der ersten beiden Teile anknüpft. Diesen Umstand nimmt man dann auch als Zuschauer sehr wohlwollend zur Kenntnis, bekommt man nun doch auch einige abschließende Erklärungen geliefert die einem die ausgebrochene Zombie-Seuche plausibler machen.

Auf die Wackelkamera muss man dieses Mal allerdings gänzlich verzichten, was meiner persönlichen Meinung nach aber nicht unbedingt als negative Kritik angesehen werden muss. Die absolute Stärke der Geschichte ist sicherlich die sehr gelungene Grundstimmung, denn durch den Schauplatz des Geschehens auf einem Schiff entfaltet sich von Beginn an eine herrlich klaustrophobische Atmosphäre. Natürlich handelt es sich um einen großen und umgebauten Frachter, doch da man irgendwo auf hoher See ist und dadurch keinerlei Zufluchtsort finden kann erscheinen sämtliche Abläufe äußerst bedrohlich. Auf diesen Aspekt hat der Regisseur dann auch sein Hauptaugenmerk gelegt, wohingegen man im Bezug auf die Härte und die damit verbundenen SFX ein wenig zurück gerudert ist. Nachdem nämlich gerade der Vorgänger ein wahres Festival an Blut und expliziten Gewaltdarstellungen war, bewegt sich in "[Rec] 4 - Apocalypse" alles in einem durchaus überschaubaren Rahmen. Das soll jetzt aber keinesfalls bedeuten das man hier als Freund der harten Gangart nichts geboten bekommt, nur sollte man schon allein aufgrund der 16er Freigabe keine zu hohen Erwartungen hegen.

Ehrlich gesagt ist das aber auch nicht weiter störend, denn die Story erscheint durchaus schlüssig, ist jederzeit spannend verpackt und eröffnet dem Betrachter auch die noch fehlenden Informationen, die nun die gesamte Reihe extrem stimmig wirken lassen. In darstellerischer Hinsicht bekommt man die gewohnt soliden Leistungen geboten, wobei der Figur der Reporterin Angela in vorliegendem Fall das größte Hauptaugenmerk geschenkt wird. Zog Schauspielerin Manuela Velasco schon in Teil 1 & 2 die Aufmerksamkeit auf sich, so kommt ihr dieses Mal eine wahre Omnipräsenz zu, die dem Film insgesamt gesehen sehr gut zu Gesicht steht. Aus der eher zarten Frau wird nun nämlich eine echte Überlebenskämpferin und sie offenbart auch diverse Nehmerqualitäten, die man ihr in dieser Form nicht unbedingt zugetraut hätte.

Wenn man sich das Ende des Filmes vor Augen hält wäre sicherlich noch eine weitere Fortsetzung möglich, doch ehrlich gesagt bekommt man es mit einem würdigen Abschluss einer Reihe zu tun die nun auch langsam ihren Reiz verliert. Wie bei fast allen Mehrteilern hat sich eine gewisse Thematik mit der Zeit auch etwas abgenutzt, so das man es nun gut sein lassen sollte bevor man mit weiteren und wohl eher unnützen Ablegern den insgesamt überdurchschnittlich guten Gesamteindruck der "[Rec] Reihe" eventuell zerstören würde.


Fazit:


Auch gänzlich ohne Wackelkamera konnte man in vorliegender Geschichte die extreme Bedrohung einfangen, die sich mit zunehmender Laufzeit auf dem umgebauten Frachter zu erkennen gibt. Mit "Apocalypse" kehrt man wieder einigermaßen zu den Wurzeln zurück und präsentiert einen gut gelungenen Film, der aber dennoch bitte der Abschluss sein sollte, da die Thematik mittlerweile ein wenig abgenutzt erscheint.


7/10
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Re: [Rec] 4 - Apocalypse - Jaume Balagueró (2014)

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 30. Dez 2014, 18:20

Hier hatte mich entgegen vieler begeisterter Stimmen bereits das Original nicht vom Hocker gehauen, deswegen werde ich mir Teil 4 sicherlich genauso sparen wie 2 und 3.
~ VORSICHT! Off Topic ~
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Re: [Rec] 4 - Apocalypse - Jaume Balagueró (2014)

Beitragvon Die Kroete » 1. Jan 2015, 15:27

FarfallaInsanguinata hat geschrieben:Hier hatte mich entgegen vieler begeisterter Stimmen bereits das Original nicht vom Hocker gehauen, deswegen werde ich mir Teil 4 sicherlich genauso sparen wie 2 und 3.


Auch dann kann man sich durchaus mal den Dritten zu Gemüte führen. Der hat nämlich mit den anderen absolut nichts gemein, außer das es sich um den gleichen Virus handelt. ;)
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Re: [Rec] 4 - Apocalypse - Jaume Balagueró (2014)

Beitragvon jogiwan » 2. Mai 2015, 08:59

Der vierte Aufguß der „REC“-Reihe schließt ja nahtlos an den ersten Teil an und verfrachtet Reporterin Angela, die nach der schicksalhaften Nacht ihr Gedächtnis verloren hat mit den Überlebenden aus den weiteren Teilen und ihrer Kamera auf ein Schiff, auf dem eine Quarantäne-Station eingerichtet wurde. Statt Wackelkamera gibt es hier aber einen innovationsfreien Pandemie-Horrorthriller nach üblicher Machart mit einem Hauch „Found Footage“ und irgendwie hat mich das gestern nach Sichtung des ersten Teils so überhaupt nicht vom Hocker gerissen. Der Streifen sieht zwar gut aus und hat im Vergleich zu Teil 1 auch sicher ein Vielfaches gekostet, aber unterm Strich ist er weder sonderlich spannend und verzettelt sich auch bei den zahlreichen Figuren, die in einem Labyrinth aus Gängen unter Deck vor den Infizierten flüchten. Ansonsten gibt es genau das, was man sich in einem derartigen Streifen erwartet und ob es sich dabei um schnelle Zombies, Infizierte oder ein sonstiges Bedrohungsszenario handelt – die Filme funzen halt leider auch immer alle nach demselben Prinzip.
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