Die Marquise von Sade - Jess Franco (1976)

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Die Marquise von Sade - Jess Franco (1976)

Beitragvon buxtebrawler » 1. Sep 2013, 18:14

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Originaltitel: Die Marquise von Sade

Herstellungsland: Schweiz / 1976

Regie: Jess Franco

Darsteller: Lina Romay, Monica Swinn, Raymond Hardy, Stewart Black, Peggy Markoff, Olivier Mathot, Renato Romano, Pamela Stanford

Die geheimnisvolle Doriana Gray (Lina Romay) lebt alleine mit einem Diener in ihrer Villa am Meer. Angelockt von der Mythenbildung um die unnahbare, offen lesbische Frau, stattet ihr eine amerikanische Journalistin (Monica Swinn) einen Besuch ab, um das Geheimnis der melancholischen Schönen zu lüften. Was sie noch nicht weiß: Doriana ist ein Vampir, der seinen vornehmlich weiblichen Opfern beim Sex die Lebensenergie aussaugt und selbst, im Gegensatz zu ihrer geisteskranken Zwillingsschwester, keine Lust empfinden kann...


Quelle: www.ofdb.de
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Re: Die Marquise von Sade - Jess Franco (1976)

Beitragvon buxtebrawler » 1. Sep 2013, 18:18

Die bereits erhältliche DVD von ABCDVD/Ascot Elite:

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...erhält Zuwachs.

Ascot Elite / ILLUSIONS UNLTD. films veröffentlichen den Film voraussichtlich am 24.09.2013 auf DVD und Blu-ray. Laut OFDb soll die neue DVD ca. sieben Minuten länger sein.

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Re: Die Marquise von Sade - Jess Franco (1976)

Beitragvon Arkadin » 2. Sep 2013, 09:32

Dann wird das die HC-Fassung sein, die 2003 bereits in der Schweiz erschienen ist. die Extras scheinen auch identisch zu sein.
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Re: Die Marquise von Sade - Jess Franco (1976)

Beitragvon ugo-piazza » 19. Mär 2014, 23:28

Arkadin hat geschrieben:Dann wird das die HC-Fassung sein, die 2003 bereits in der Schweiz erschienen ist. die Extras scheinen auch identisch zu sein.


Als Extra gibt's Interviewsauszüge mit Dietrich, Franco und Romay, die einen 2003er-Copyrightvermerk tragen.

Die Hauptfassung ist HC, es ist aber auch noch eine "alternative Kinofassung" drauf, dass ist vermutlich dann die softe.


Ansonsten zum Film in Kürze, da die Handlung ja nun nicht sehr umfangreich ist. Auch Budget und Besetzung wurden auf das Maximum reduziert, und noch nie hat der Jess seine Haus-und-Hof-Muse dermaßen gynäkologisch abgefilmt. Unglaublicherweise funktioniert das Werk aber tatsächlich recht prima, und ist gar manchmal richtig erotisch, was bekanntlich nicht mit pornografisch gleichzusetzen ist.

Allerdings hätte Onkel Erwin dennoch ein paar Fränkli aus dem Produktionsbudget für Friseurtätigkeiten investieren sollen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Die Marquise von Sade - Jess Franco (1976)

Beitragvon FarfallaInsanguinata » 21. Mär 2014, 00:44

Ich kenne da nur eine alte deutsche Video-Fassung von, bei der ich im Nachhinein nichtmal sagen kann, welche es genau ist. Besitze ich auch schon ewig nicht mehr, da sie mir ein penetranter Sammler abgeschwatzt hat. :lol:

Aber der Film ist definitiv eine Hommage an Lina Romay, kein Film (mit Handlung, Sinn etc.) im eigentlichen Verständnis.

Oh, mir fällt grad ein, ich hatte mir sogar eine Kopie gezogen vor Weggabe des Originals, aber so spannend war das dann wohl doch nicht. Weil seitdem nie mehr angeschaut ... :mrgreen:
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Re: Die Marquise von Sade - Jess Franco (1976)

Beitragvon Die Kroete » 21. Mär 2014, 16:43

ugo-piazza hat geschrieben:... und ist gar manchmal richtig erotisch, was bekanntlich nicht mit pornografisch gleichzusetzen ist...


Alle Filme von Jess Franco sind auf die ein- oder andere Weise erotisch, wenn hübsche Damen am Set zugegen waren! :opa: :sabber:
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Re: Die Marquise von Sade - Jess Franco (1976)

Beitragvon buxtebrawler » 24. Jul 2015, 23:10

Erscheint voraussichtlich im Oktober 2015 bei Ascot Elite noch einmal auf Blu-ray und DVD:

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Re: Die Marquise von Sade - Jess Franco (1976)

Beitragvon ugo-piazza » 24. Jul 2015, 23:45

buxtebrawler hat geschrieben:Erscheint voraussichtlich im Oktober 2015 bei Ascot Elite noch einmal auf Blu-ray und DVD:

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Dürfte dann wohl die Softfassung sein.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Die Marquise von Sade - Jess Franco (1976)

Beitragvon buxtebrawler » 12. Nov 2017, 22:46

„Nachdem das Schicksal mich zur Untätigkeit bestimmt hat, ist Warten meine einzige Tätigkeit. Ein wechselndes Spiel zwischen tödlicher Langeweile und rauschhafter Gier, die ich mir selbst nicht erklären kann.“

Eine der zahlreichen Kollaborationen des spanischen Viel- und Low-Budget-Genrefilmers Jess Franco mit dem Schweizer Erotik-Produzenten Erwin C. Dietrich ist „Das Bildnis der Doriana Gray“ alias „Die Marquise von Sade“ aus dem Jahre 1976, ein pornographischer Sexfilm sehr frei nach Motiven Oscar Wildes („Das Bildnis des Dorian Gray“).

„Es ist das Schicksal der Schönheit, zerstört zu werden!“

Die mysteriöse lesbische Millionärin Doriana Gray (Lina Romay) lebt zurückgezogen nur mit ihrem Diener Ziros (Raymond Hardy, „Mädchen für intime Stunden“) auf einem alten Schloss. Ihre Zwillingsschwester (Lina Romay), von der sie bei der Geburt gewaltsam getrennt wurde, fristet ihr Dasein in Dr. Orloffs psychiatrischer Anstalt. Obwohl sich beide nicht kennen, sind sie doch miteinander verbunden: Während Doriana trotz sexueller Umtriebigkeit partout keine Lust empfinden kann und ihren Sexualpartner(innen) in vampiristischer Weise den Lebenssaft aussaugt, ist ihre Schwester permanent am Masturbieren - und empfindet die Orgasmen ihrer Schwester, wenn diese sich über neue Opfer hermacht. Als eine Reporterin (Monica Swinn, „Heiße Berührungen“) den Kontakt zu Doriana aufnimmt, erzählt Doriana ihr ihre Geschichte…

Doriana spricht aus dem Off zum Zuschauer, allein schon, weil ihr in ihrer Einsamkeit Kommunikationspartner fehlen. Ihr Zwilling singt und masturbiert derweil vor dem Spiegel in ihrem Zimmer, masturbiert vor der den Raum betretenden Krankenschwester (Peggy Markoff, „Down Town“) und lässt sich von Franco explizit auf den gigantischen Busch zoomen. Die Journalistin auf den Spuren Dorianas kommuniziert ebenfalls aus dem Off verbal mit dem Rezipienten und als sie schließlich aufeinandertreffen, haben sie im jeweiligen Gegenüber eine Gesprächspartnerin, um die Handlung weiterzuerzählen. Dies geschieht zunächst in Rückblenden, die die sexuellen Erlebnisse der in einem durchsichtigen rosa Kleid mehr ent- denn verhüllten Doriana illustrieren. So berichtet Doriana der neugierigen und faszinierten Reporterin von ihrem Treffen mit einer Pornodarstellerin in einem Hotel, was in leider nicht sonderlich ästhetisch gefilmtes, explizites Gefingere und Gelecke mündet. Am nächsten Tag sei die Aktrice tot aufgefunden worden…

Seit der Trennung von ihrer Zwillingsschwester seien ihr Sexualempfinden sowie der Verstand ihrer Schwester gestört. Franco zoomt lange auf das Gesicht der Journalistin, die sich schließlich an Doriana heranmacht, während diese Klavier spielt. Von Ziros erbittet sich Doriana Hilfe in Form einer Kraftspende, woraufhin sie Oralverkehr mit ihm zu haben scheint. Ihre entblößte Schwester singt derweil wieder. Als Ziros und seine Freundin (Martine Stedil, „Frauengefängnis“) knutschen und Sex miteinander haben, integriert Franco immer wieder Gegenschnitte zur singenden Schwester vor einem Regenbogen im Firmament. Doriana räkelt sich im Schlaf, Franco findet weiter Gefallen an seinen Gegenschnitten und als es zwischen Ziros und seiner Freundin zur Penetration kommt, erwacht Doriana und schreit auf. Der Sexualakt bleibt dem Zuschauer leider nicht vorenthalten, in Großaufnahme von hinten gefilmt ist er im wahrsten Sinne des Wortes für den Allerwertesten. Ebenso unansehnlich ist das Schamhaargelecke, als Doriana Ziros Freundin weckt und verführt. Doriana tut der Dame dabei offenbar weh, sodass sie sich wehrt, doch Ziros fixiert sie. Dies gipfelt in einem schlecht gespielten Entsetzensschrei der Schwester, die daraufhin ekstatisch masturbiert. Und noch immer mag Franco seine Gegenschnitte.

Dorianas Schwester schreit nach Hilfe und erzählt dem herbeieilenden Arzt, jemand habe eine andere totgebissen. Franco wackelt mit der Kamera um Säulen herum, zwischen denen Doriana und die Pressedame sich unterhalten. Doriana befriedigt Ziros oral, ihre Schwester wirft sich wieder masturbierend im Bett umher. Ziros überlebt seinen Orgasmus nicht, Dorianas Schwester sehnt sich ihren Zwilling herbei und die Journalistin liegt nackt im Bett, woraufhin es wieder haarig wird: Cunnilingus in 69er-Stellung usw., bis auch die Vertreterin der schreibenden Zunft das Zeitliche segnet. Auf diesen Schreck hin zoomt Franco extrem auf die Vagina der Schwester, die erneut vor der Krankenschwester masturbiert, welche sich ihrer erbarmt, sich auszieht und mithilft, woraus sich ein Sexualakt zwischen beiden entwickelt.

(Achtung, Spoiler!) Endlich besucht Doriana ihre Schwester, es kommt zur „Aussprache“: Doriana leckt ihre Schwester, bis diese stirbt, geht baden, masturbiert - und empfindet endlich etwas… Franco arbeitet für diesen starken Tobak viel mit Bildunschärfen, unscharf in mehrerer Hinsicht bleibt jedoch generell sein Film: Ohne zu wissen, was wohl Oscar Wilde zu Francos kruder „Adaption“ gesagt hätte, sticht natürlich ins Auge, dass „Das Bildnis der Doriana Gray“ ähnlich wie zuvor „Entfesselte Begierde“ als eine Art One-(and some other)-Girl(s)-Show für seine damalige Muse und spätere Ehefrau Lina Romay konzipiert wurde. Dafür eine Doppelrolle in einem derart halbgaren Porno- und Horror-Sex-Film einzunehmen, erscheint mir jedoch arg verschwenderisch. Der nicht uninteressante Dualismus-Ansatz muss einer eruptiv wirkenden Umsetzung weichen, in der sowohl mit Romay als auch Franco die Gäule mehr als einmal durchzugehen scheinen und statt Wert auf Ästhetik und einer gewissen Ausgewogenheit lieber brachial gezoomt, masturbiert und chargiert wird. So richtig erotisch ist all das jedenfalls nicht. Wenn mein Kritikerkollege Christian Genzel abwertend, nichtsdestotrotz amüsant behauptet, Romay verfüge lediglich über zwei Gesichtsausdrücke, nämlich bekleidet und nackt, muss ich das zwar zurückweisen, jedoch unumwunden zugeben, dass sie hier ihr schauspielerisches Potential ganz sicher kaum ausgeschöpft hat und nicht immer eine gute Figur macht. Kein Wunder, wenn man ständig die Finger in der Möse hat und die entsprechenden Szenen wie First Takes wirken. Dies verhindert dann auch leider ziemlich erfolgreich, dass sich so etwas wie eine Atmosphäre etabliert, in deren Kontext der Film auch nur ansatzweise ernstzunehmen wäre. Zudem mutet das alles doch arg billig an, als sei man nach dem Motto verfahren: Romay sells, (viel) mehr brauchen wir nicht. Zu unscharfen Bildern gesellen sich also unscharfe (im Sinne von ungeile) Sexszenen innerhalb einer unscharf im Sinne von unklar bleibenden Handlung insofern, als sie wie fragmentarisches Beiwerk zu einer Nacktnummernrevue erscheint, die mehr zeigt, als man eigentlich sehen möchte.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Die Marquise von Sade - Jess Franco (1976)

Beitragvon Adalmar » 13. Nov 2017, 00:07

buxtebrawler hat geschrieben:„Nachdem das Schicksal mich zur Untätigkeit bestimmt hat, ist Warten meine einzige Tätigkeit. Ein wechselndes Spiel zwischen tödlicher Langeweile und rauschhafter Gier, die ich mir selbst nicht erklären kann.“

Eine der zahlreichen Kollaborationen des spanischen Viel- und Low-Budget-Genrefilmers Jess Franco mit dem Schweizer Erotik-Produzenten Wolf C. Hartwig


Wenn das der Erwin liest :mrgreen:

Finde es aber sehr gut, dass du dich des Films mit der gewohnten Sorgfalt annimmst. Ganz so billig kommt er dann m. E. aber doch nicht daher. Die Aufnahmen von Dorianas Haus und Umgebung fand ich schon sehr ansprechend und sie selbst auch teilweise geschmackvoll-erotisch in Szene gesetzt.
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