Wie Raubkatzen - René Clément

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Wie Raubkatzen - René Clément

Beitragvon unsociable » 16. Jan 2010, 19:00

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Originaltitel: Les félins

Herstellungsland: Frankreich 1964

Regie: René Clément

Darsteller: Alain Delon, Jane Fonda, Lola Albright, Sorrell Booke u.A.

Story:
Nach seiner Affäre mit der Frau eines New Yorker Gangsterbosses wird Marc (Alain Delon) von dessen Schergen in Frankreich aufgespürt. Eine kräftige Abreibung später befindet sich Marc auf dem Rücksitz eines Autos auf seiner offenbar letzten Fahrt. Es gelingt ihm jedoch in letzter Minute, zu fliehen. Zuflucht findet er schließlich im Haus der reichen Witwe Barbara (Lola Albright), die ihn als Chauffeur einstellt. Wie sich bald herausstellt, scheint dies jedoch kein bloßer Akt der Nächstenliebe zu sein - und auch die Amerikaner haben die Suche nach ihm nicht aufgegeben.
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Re: Wie Raubkatzen - René Clément

Beitragvon sid.vicious » 28. Feb 2012, 10:37

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Alternativer Titel: Les Félins
Produktionsland: Frankreich
Produktion: Jacques Bar
Erscheinungsjahr: 1964
Regie: René Clément
Drehbuch: René Clément, Pascal Jardin, Charles Williams
Kamera: Henri Decaë
Schnitt: Fedora Zincone
Musik: Lalo Schifrin
Länge: ca. 97 Minuten
Freigabe: FSK 12
Darsteller:
Alain Delon: Marc
Jane Fonda: Melinda
Lola Albright: Barbara
Sorrell Booke: Harry
Carl Studer: Loftus
André Oumansky: Vincent



Marc hat ernsthafte Probleme da er die falsche Frau verführt hat. Nun sind ihm die brutalen Schläger des Ehemanns auf den Versen. Es gelingt ihm bei einer reichen Frau und deren Cousine als Chauffeur unterzukommen. Das die Oberschicht allerdings auch nicht ohne kriminelle Absichten taktiert, macht die Sache zu einer sehr verzwickten Situation.

René Clément drehte vier Jahre nach „Nur die Sonne war Zeuge“ den wirklich exzellenten Film „Les Félins“ („Wie Raubkatzen“).

Cléments Film startet mit Action und ein paar Brutalitäten die in eine rasante Verfolgungsjagd münden. Danach wird es allerdings wieder verhaltener, so dass dem Zuschauer die Hauptpersonen: Marc, Melinda und Barbara ausgiebig vorgestellt werden können. Auf diese Weise entsteht ein Bild das den Bezug: Darsteller- Zuschauer aufbaut. Ein Bezug und eine Einschätzung die sich von Minute zu Minute ändern kann, da alle Beteiligten in diesem Film ohne Netz und doppelten Boden spielen.

Niemand spielt mit offenen Karten und Jeder kann für den Anderen eine Gefahr sein. Eine herrliche Ausgangslage für zahlreiche Wendungen und Überraschungen. Das man die Anfangsstory vereinzelnd ein wenig außer Aug lässt ist vollkommen normal, da diese eigentlich als kleines Beiwerk neben her läuft. Denn dieser Film hat weitaus mehr als die Suche nach einem in Ungnade gefallenden Millionärsgattinnenliebhaber zu bieten.

In technischer Hinsicht macht „Les Félins“ alles richtig. Die Schnitttechnik und die Beleuchtung vermitteln eine vereinzelnd bedrohliche und teils klaustrophobische Atomsphäre. Stilmittel die den Zuschauer zum Vertiefen in Cléments Film bringen. Stilmittel die in optischer Hinsicht eine ganze Menge an positiven Elementen vermittelt. Dazu kommen mit Alain Delon als Marc, Jane Fonda als Melinda und Lola Albright als Barbara drei hervorragende Schauspieler/ innen die stets in der Lage sind ihren Part absolut überzeugend zu vermitteln.

Cléments Film sucht keine Direktheit, er kann den Zuschauer bis zur letzten Minute überraschen und diesen in Atem halten. Der Weg zur Lösung scheint einfach, aber wie sich diese gestalten wird, das lässt erst das Ende verlauten.

Fazit: Ein brillanter Thriller mit leichten Horrorfilmanklängen der erneut beweist, dass das französische Kino der 60er Jahre zu Recht einen exzellenten Ruf und Ausnahmestatus genießt.


9,5/10
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