Re-Animator – Stuart Gordon (1985)

Moderator: jogiwan

Re-Animator – Stuart Gordon (1985)

Beitragvon DrDjangoMD » 5. Sep 2011, 08:37

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Originaltitel: Re-Animator

Land: USA

Jahr: 1985

Regie: Stuart Gordon

Darsteller: Jeffrey Combs, Bruce Abbott, David Gale, Barbara Crampton, Robert Samson,…

Handlung:
Der Student Herbert West (Jeffrey Combs) ist ein recht kluges Köpfen. Er entdeckte ein Serum, mit welchem man Tote wieder zum leben erwecken kann. Der einzige Nachteil, die re-animierten Menschen scheinen über eine gewisse Mordlust zu verfügen…

Kritik:
Auf eine Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft basierend schufen Produzent Brian Yuzna und Regisseur Stuart Gordon zusammen mit einer exzellenten Crew vor und hinter der Kamera einen Juwel der Filmgeschichte, der so ausgezeichnet ist, dass nicht mal Roger „Caligula-geb-ich-0-Sterne-weil-ich-keinen-Filmgeschmack-habe“ Ebert umhin konnte ihn zu loben.
Die Geschichte selbst erinnert an eine moderne Frankenstein-Version, die besonders wegen ihrem Hauptcharakter gefällt. Herbert West ist so ein richtig schönes Aas. Ich würde ihn zwar nicht als „Bösewicht“ des Filmes bezeichnen, eine Rolle, welche Dr. Hill innehat, aber West verhält sich seinen Mitmenschen so respektlos gegenüber, dass es eine wahre Freude ist. Er scheint nur seine Arbeit zu lieben, alles andere ist ihm egal und wenn ihn irgendwer an seinen Projekten stört, reagiert er mit Hass und Abneigung. Frauen interessieren ihn sowieso nicht und jeder anderen Vergnügung des Lebens scheint der Gute auch zu entsagen. Grandios wird dieser Griesgram von Jeffrey Combs verkörpert, welcher Herbert West gleichsam als cartoonhaft überzeichnet und real glaubwürdig darstellt.
Die schauspielerischen Leistungen von Bruce Abbott und Barbara Crampton sind solide, sie zeigen sich uns als sympathisches Liebespaar. David Gale ist genial als schmieriger, sturer, skrupelloser Dr. Hill und verfügt über ein herrlich dreckiges Lächeln. Auch Robert Samson als Dekan ist mir besonders aufgefallen, da seine Rolle einen totalen Wandel erlebt, vom seriösen Universitätsvorsteher zum gehirnlosen Zombie, ein Kontrast, den Samson sehr sehr stark hervorhebt.
Für Regisseur Stuart Gordon ist „Re-Animator“ einer seiner ersten Filme, ein Umstand, den man absolut nicht merkt. Die Regie zeugt von außerordentlichen Materialverständnis. Die Kameraeinstellungen sind aufregend und abwechslungsreich, Aktionsszenen glaubhaft und die Handlung konnte trotz der rasanten Inszenierung sehr verständlich rübergebracht werden. Dies macht Re-Animator zu einem unglaublich kurzweiligen Film. Bei keinem anderen wundere ich mich so oft, wie schnell er wieder aus ist. (Zumindest der kürzere Director’s Cut)
Dies alles würde „Re-Animator“ zu einem perfekten Film machen. Er ist aber nicht nur einfach perfekt, er ist auch außergewöhnlich, was wir besonders zwei Aspekten zu verdanken haben: Seinem Gore und seinem Humor, die hier in einer Verbindung auftreten, die stark an den immerhin sieben Jahre später erschienenen „Braindead“ erinnern.
Bred Culpepper bescherte dem Streifen ein paar wunderbare Spezialeffekte, welche solch absurde Sachen wie einen redenden abgeschlagenen Kopf und einen Darm mit Eigenleben erstaunlich realistisch darstellen. Die Ekeleffekte sind zahlreich, durch ihre Übertreibung haben sie aber, wie in „Braindead“, mehr eine erheiternde Wirkung. Ulkige Momente, wie ein kopfloser Körper, der sich einen medizinischen Modellkopf auf den Rumpf setzt, tragen zum Spaß bei, wie auch die Titelmelodie des Richard Band, die nichts anderes als eine fröhlichere Variante des Psycho-Themas zu sein scheint.
Fazit: „Re-Animator“ ist eines der lustigsten Blutbäder des Horrorfilms, dessen professionelle Regie und unterhaltende Darsteller zum Sehvergnügen beitragen. 10/10 :thup:
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Re: Re-Animator – Stuart Gordon

Beitragvon horror1966 » 10. Sep 2011, 21:56

Dieser Film ist der erste Teil einer der besten Horror - Trilogien überhaupt, wie ich finde Der Film hat alles, was einen wirklich guten Horrorfilm auszeichnet und sämtliche Zutaten sind zu einem wirklich genialen Mix zusammengefügt worden.

Da wäre als erstes die wirklich gute und interessante Story, die zwar nicht besonders innovativ ist, aber trotzdem ihren ganz besonderen Reiz hat. Die Geschichte wird sehr flüssig erzählt und vermag den Zuschauer bestens zu unterhalten, denn sie ist sehr gut umgesetzt worden und beinhaltet genau die richtigen Zutaten für ein tolles Filmerlebnis.

Der Spannungsbogen hält sich konstant hoch, es gibt keinerlei Einbrüche, die Atmosphäre ist schön dicht und wirkt auch manchmal leicht bedrohlich und unheimlich. Das alles ist garniert mit jeder menge Sarkasmus und sehr viel schwarzem Humor. Selten hat man in Horrorfilmen eine so gelungene Mischung gesehen, wie in diesem Film hier.

Auch die Darsteller sind allesamt hervorragend und tragen ihren teil zu diesem gelungenem Film bei. Besonders hervorzuheben ist hier Jeffrey Combs, der den Herbert West einfach nur genial und bitterböse darstellt.Man nimmt ihm den den durchgeknallten Doktor jederzeit ab, man hätte die Rolle einfach nicht besser besetzen können.

Insgesamt kann man sagen, das "Re - Animator" ein absolut köstliches Filmvergnügen bietet, dessen man auch nach mehrmaligem ansehen niemals überdrüssig wird.




9/10
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Re: Re-Animator – Stuart Gordon

Beitragvon jogiwan » 22. Jul 2013, 13:16

Capelight hat soeben auf Facebook verkündet, dass der Streifen runter vom Index ist...

capelight hat geschrieben:Die unrated-Fassung von RE-ANIMATOR wurde 23 Jahre nach Indizierung von der Liste gestrichen und freut sich auf die deutschlandweite Heimkinoveröffentlichung als 3-Disc Set im Mediabook am 27.09. Cheers.


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Re: Re-Animator – Stuart Gordon

Beitragvon purgatorio » 22. Jul 2013, 13:31

hehe, ich hab's auch gerade gelesen. Mich freut das natürlich sehr, aber da ich den Streifen längst besitze sehe ich selbstverständlich davon ab ein unnötiges und unnötig teures Mediabook zu kaufen :nick:
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Re: Re-Animator – Stuart Gordon

Beitragvon horror1966 » 22. Jul 2013, 13:38

purgatorio hat geschrieben:hehe, ich hab's auch gerade gelesen. Mich freut das natürlich sehr, aber da ich den Streifen längst besitze sehe ich selbstverständlich davon ab ein unnötiges und unnötig teures Mediabook zu kaufen :nick:



Sehe ich auch so, dennoch schön, das der Film endlich runter ist. :thup:
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Re: Re-Animator – Stuart Gordon

Beitragvon Adalmar » 22. Jul 2013, 13:50

Ich glaube nicht, dass das Mediabook unnötig sein wird, da das für mich so klingt, als ob hier eine BD ins Haus steht (Barbara Crampton in High Definition, wer kann da nein sagen?), und allzu teuer fand ich die bisherigen Mediabooks von Capelight auch nicht. Assault on Precinct 13 bekommt man aktuell für 20 EUR, das ist doch recht moderat.

Übrigens, ist das eigentlich Absicht?
DrDjangoMD hat geschrieben:Der Student Herbert West (Jeffrey Combs) ist ein recht kluges Köpfen.

:mrgreen:
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Re: Re-Animator – Stuart Gordon

Beitragvon Reinifilm » 22. Jul 2013, 14:07

Adalmar hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass das Mediabook unnötig sein wird, da das für mich so klingt, als ob hier eine BD ins Haus steht (Barbara Crampton in High Definition, wer kann da nein sagen?), und allzu teuer fand ich die bisherigen Mediabooks von Capelight auch nicht. Assault on Precinct 13 bekommt man aktuell für 20 EUR, das ist doch recht moderat.

Übrigens, ist das eigentlich Absicht?
DrDjangoMD hat geschrieben:Der Student Herbert West (Jeffrey Combs) ist ein recht kluges Köpfen.

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Re: Re-Animator – Stuart Gordon

Beitragvon jogiwan » 31. Dez 2013, 08:53

Stuart Gordons „Re-Animator“ ist und bleibt einer der ganz großen Kultfilmen aus dem Horror-Genre, der diesen Status nicht aus seiner mangelnden Verfügbarkeit, sondern vollkommen zurecht besitzt. Stuart Gordons Kino-Erstlingswerk eine kurzweilige Wundertüte aus schwarzhumorigen Einfällen, moderner Frankenstein-Adaption, blutigen Splatterorgien und einem sympathischen Cast. Selbst wenn der Überraschungseffekt der ersten Sichtung nicht mehr vorhanden ist, überzeugt "Re-Animator" mit ordentlich Tempo und wenn den Witz an der Sache sogar für die FSK erkennbar ist, dann hat der Regisseur wohl wirklich alles richtig gemacht. Stuart Gordon ist und bleibt halt ein Guter.
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Re: Re-Animator – Stuart Gordon

Beitragvon purgatorio » 20. Jul 2016, 08:11

RE-ANIMATOR (USA 1985, Regie: Stuart Gordon)

Hier gibt es nicht viel zu sagen: Der Film ist Knaller! Der ist so unglaublich schräg, schön in Szene gesetzt und angenehm witzig, dass man ihn innerhalb des Subgenres gerne als Meisterwerk betiteln kann. Und dank dieses Films hängt neben meiner Tür ein Zettelchen, auf welchem geschrieben steht: „Cat dead, details later!“
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Re: Re-Animator – Stuart Gordon (1985)

Beitragvon karlAbundzu » 13. Mär 2018, 18:01

Wußtet ihr, das Bruce Abbott mal mit Linda Hamilton verheiratet war, und mit ihr in zwei Folgen die Schöne und das Biest auftauchte (und alleine noch eine Vigilantenserie Die Verchwörer als Hauptdarsteller drehte)? Jetzt dreht er nicht mehr, sondern baut Häuser in Malibu, am liebten in Space Age Style. Und ist mit einer vielbeschäftigten TV-Darstellerin verheiratet. Und Richard Band, der hier einen Bernard Herrmann - Rip Off - oundtrack hinlegt au einer Filmfamilie kommt? Sein Vater Albert hat Regie bei so Knallern wie Zoltan, Draculas Bluthund und Dino Kids, und in Italien hat er einiges produziert. Sein Bruder Charles führt auch gern Regie im unteren Sektor, u. a. auch eine Lovecraft-Verfilmung. Er selbst wurde für seine Musik auch schon mal für einen Emmy nominiert. Wußtet ihr, dass Barbara Crampton nach ihren kurzen Oben Ohne Scream Queen Karriere eine erfolgreiche Soap-Darstellerin wurde? Zeit der Sehnsucht und Schatten der Leidenchaft sind hier die Stichwörter.
Sowas findet man raus, wenn man nicht so genau weiß, mit welchem Thema man einführen soll, es wurde dann Combs' Theater - und Star Trek- Engagements.
Ein herrlicher 80er Fun-Splatter-Knaller, mit dem ich so groß geworden bin.
Herbert West entwickelt eine Methode, um die Leute wieder ins Leben zu holen, aber wir wissen seit Frankenstein und auch später in Pet Semetary, dass das nicht ohne FOlgen bleibt. Hier dreht einiges über: Die Effekte, Combs Mimik, die Kamera, die Entcheidungen. Und das ist alles sehr gut gefilmt, wir ahnen schon Gordons Mut im Horror, er kommt ja vom experimentellen absurden Theater, und das kann man hier ahnen. Es gibt immer wieder hübche EInfälle, das beinahe platte Talking Heads: Stop Making Sense Plakat , der verbundene Typ, der neben Meg im Krankenhaus sitzt usw.
Und dieser Cut ist auch super, im nachinein vermute ich fast, ich kannte nur die deutsche TV Version, hier spritzt noch einiges mehr.
Und obwohl mir Bride noch ein wenig besser gefällt, ist das hier doch ein tadelloser 80er Funsplatter, ein Genre, in dem es einiges schönes und einiges ödes zu entdecken gibt.
Und auf großer Leinwand noch größer.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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