Get Out - Jordan Peele (2017)

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Get Out - Jordan Peele (2017)

Beitragvon jogiwan » 9. Sep 2017, 08:11

Get Out

Bild

Originaltitel: Get Out

Herstellungsland: USA / 2017

Regie: Jordan Peele

Darsteller: Daniel Kaluuya, Allison Williams, Catherine Keener, Bradley Whitford

Story:

Der Fotograf Chris ist seit fünf Monaten mit der hübschen Rose zusammen und so ist es an der Zeit, auch die gut situierten Schwiegereltern in spe endlich kennenzulernen. Diese wissen aber nichts von der gemischtrassigen Beziehung und Chris ist dementsprechend vor dem Wochenende im Haus von Rose’s Eltern etwas nervös, wie diese auf den neuen Freund ihrer Tochter regieren könnten. Doch gleich zu Beginn werden alle Bedenken zerstreut und die Eltern entpuppen sich nicht nur als Obama-Wähler, sondern auch in ihren sonstigen Ansichten als sehr liberal. Wenig später beginnt Chris jedoch zunehmend an der toleranten Fassade zu zweifeln und mehrere seltsame Ereignisse lassen die Vermutung zu, dass irgendetwas mit der Familie nicht zu stimmen scheint…
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Re: Get Out - Jordan Peele (2017)

Beitragvon jogiwan » 9. Sep 2017, 08:13

Dem Überraschungs-Hit „Get Out“ eilt ja der Ruf eines „intelligenten Horrorfilms“ voraus, was ich persönlich ja etwas seltsam finde, da dieses ja die restlichen Genre-Filme automatisch in eine bestimmte Ecke stellt. Jordan Peeles Werk zählt aber sicherlich zu den originelleren Streifen der letzten Zeit und bietet eine unvorhersehbares Drehbuch, dass den Zuschauer hübsch an der Nase herumführt und dabei auch mit Vorurteilen und Klischees spielt. Nur so viel: hinter der ach so liberalen und aufgeschlossenen Fassade lauern natürlich Abgründe und dem schwarzen Chris wird bei dem Familienbesuch auch noch hören und sehen vergehen. Dabei schafft „Get Out“ auch das Kunststück von Beginn an eine sehr unangenehme Stimmung zu verbreiten und dabei trotzdem spannend und auch unterhaltsam zu sein. Das Szenario kippt genüsslich von Minute zu Minute um dabei auch das Thema Alltagsrassismus jeglicher Ausprägung und auf vielschichte Weise zu behandeln. Der Überdrüber-Film ist „Get Out“ aber nicht geworden und ein paar Längen und ein paar konventionelle Momente haben sich meines Erachtens in dem etwas überhypten Streifen ebenfalls eingeschlichen. Das "Get Out" mancherorts als "so lustig" bezeichnet wird, finde ich angesichts aktueller Ereignisse ja ebenfalls etwas befremdlich. Doch das sollte niemanden davon abhalten, diesen gelungenen Film zu sehen, dessen Thematik erschaudern lässt und sicher noch längere Zeit im Kopf herum spuken wird.

PS: in einigen Kritiken auf zahlreichen Seiten wird im Zusammenhang mit "Get Out" auch leider immer wieder auf einen bestimmten Film verwiesen. Ja, mich hat "Get Out" auch daran erinnert, aber ihn zu nennen, gleicht fast die gesamte Auflösung zu spoilern. Also Leutchen - nennt ihn einfach nicht, setzt ihn zumindest unter Spoiler-Tags und lasst den Zuschauer ihre Überraschung. Danke!
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Re: Get Out - Jordan Peele (2017)

Beitragvon Arkadin » 6. Mär 2018, 11:25

Vor der Oscar-Verleihung noch geguckt. Guter, sehr spannender Film. aber warum der jetzt so gehypt wurde und auch noch einen Oscar für das beste Originaldrehbuch bekommen hat,erschließt sich mir nicht so wirklich. Wie gesagt, ich mochte den und habe nachher auch ziemlich an den Nägeln geknabbert, aber super originell ist der nun nicht. Das Thema gab es schon öfter, ich sage nur
The Stepford Wives
, und das Rad wird nun auch nicht neu erfunden. Das soll aber nicht von seinen Stärken ablenken, als da wären die sehr guten und überzeugenden Darsteller, die konsequent unangenehme Atmosphäre und ein kluges Drehbuch, welches seine Protagonisten nicht wie dummes Schlachtvieh, sondern wirklich wie logisch denkende Menschen erscheinen lässt. Ich habe mir danach auch noch die Extras rein gezogen, die ja naturgemäß immer gerne mit langen Ausschnitten gestreckt werden. Kennt man die Pointe, dann sieht man da erst, wie deutlich der Film darauf hinweist und wie perfekt das umgesetzt wurde. Quasi wie bei "The Sixth Sense", den man ja auch beim zweiten Mal aus einer ganz anderen Perspektive sieht und der dann auch komplett Sinn macht. Das Finale war mir dann etwas zu drüber, aber damit kann ich leben.
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Re: Get Out - Jordan Peele (2017)

Beitragvon jogiwan » 6. Mär 2018, 11:30

Arkschi... und würdest du "Get Out" als Horror-Komödie oder Satire bezeichnen? :???:
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Re: Get Out - Jordan Peele (2017)

Beitragvon Arkadin » 6. Mär 2018, 11:43

jogiwan hat geschrieben:Arkschi... und würdest du "Get Out" als Horror-Komödie oder Satire bezeichnen? :???:


Horror-Komödie definitiv nicht. Satire... ja, schon eher. Aber eher in Hinblick
auf die Party, wo alle ja die tollen Vorzüge "der Schwarzen" preisen (auch eine Art Rassismus) und sich selber in einen schwarzen Körper sehnen, weil das "modern" und "chic" ist.
Wobei die eigentliche Schärfe dieser Szene erst richtig zum Tragen kommt, wenn man das Ende kennt.

Komödie: Nein. Der Charakter des Rod ist zwar lustig angelegt (wie ich jetzt gesehen habe ist Darsteller LilRel Howery auch Comedian), aber ich würde jetzt nicht alle Filme mit EINEM lustigen Charakter als Komödie bezeichnen.
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Re: Get Out - Jordan Peele (2017)

Beitragvon purgatorio » 6. Mär 2018, 18:12

ich habe den auch kürzlich gesehen, weil wir uns unter Kollegen über den Film unterhielten und der dann die Runde machte. Gefiel mir gut. Besonders der Abstieg in die Trance ist großartig inszeniert. Allerdings muss ich mich auch Arkschi anschließen, denn warum nun gerade dieser Film zur Zeit als der große Wurf gehandelt wird erschließt sich mir nicht. Der ist gut, keine Frage, aber die "Innovation" der Geschichte gab es so ähnlich schon. Trotzdem ist der Film natürlich gut gespielt und sehr unterhaltsam, kann man nichts sagen.
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Re: Get Out - Jordan Peele (2017)

Beitragvon McBrewer » 7. Mär 2018, 00:32

Ich würde ja meinen, das die große "Innovation" ja die Rassismuskritik in einem bzw diesem Genrefilm ist. GET OUT transportiert m.E. sehr gut dieses Thema in die Popkultur. Und es ist ja auch nicht leugnen, das nach einiger Ungerechtigkeit bei der Preisvergabe oder Nominierungen der Akademie in den letzten Jahren & Jahrzehnten eine Wiedergutmachung längst überfällig ist. Und wenn den dieser Film noch die richtige Zielgruppe erreicht (z.B. der große Markt der Teenager & jungen Erwachsenen) um so seine Botschaft zu transferieren finde ich jede Ehrung als Gerechtfertigt.
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