Man-Eater - Joe D'Amato (1980)

Grusel & Gothic, Kannibalen, Zombies & Gore

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Re: Man-Eater - Joe D'Amato (1980)

Beitragvon buxtebrawler » 9. Feb 2018, 14:12

Ohne deinen Beitrag, Salvatore, schon ganz gelesen zu haben: Wow! :o

Evtl. könnte ein solcher Text auch mal helfen, den Film endlich zu rehabilitieren.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Man-Eater - Joe D'Amato (1980)

Beitragvon Deak Ferance » 9. Feb 2018, 16:22

Ist alles sehr interessant zu lesen. Und mein Kompliment für die Arbeit und die Thesen dazu
Aber vielleicht hätte sich der Autor auch etwas genauer informieren sollen, woher sich Montefiori wirklich zum Drehbuch hat inspirieren lassen. :)
Zudem sollte man sich, was die Recherchen bzgl. der Filmlocations angeht bitte nicht mit fremden Federn schmücken! ;)
Die Info darüber existiert schon seit 2005. :)
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Re: Man-Eater - Joe D'Amato (1980)

Beitragvon Salvatore Baccaro » 9. Feb 2018, 17:09

Deak Ferance hat geschrieben:Ist alles sehr interessant zu lesen. Und mein Kompliment für die Arbeit und die Thesen dazu
Aber vielleicht hätte sich der Autor auch etwas genauer informieren sollen, woher sich Montefiori wirklich zum Drehbuch hat inspirieren lassen. :)


Danke. Ich habe in der mir vorliegenden Sekundärliteratur leider nichts Nennenswertes bzgl. konkreter Inspirationsquellen gefunden. Was genau gibt es denn da für Aussagen von Montefiori oder Massacessi?

Deak Ferance hat geschrieben:Zudem sollte man sich, was die Recherchen bzgl. der Filmlocations angeht bitte nicht mit fremden Federn schmücken! ;)


Wieso denn fremde Federn? Ich habe die Info zu den Katakomben aus Alessandro Bettarelli: Terre di Cinema. Canale Monterano, 101-105, wo es auch einige anschauliche Bildvergleiche zu sehen gibt. Natürlich bin ich nicht auf der Suche nach den Drehorten quer durch Italien gereist...!
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Re: Man-Eater - Joe D'Amato (1980)

Beitragvon Deewani » 9. Feb 2018, 19:32

Sehr spannender Text, vielen Dank.
Nur ein kleiner Fauxpas am Rande: im "Ruhrgebiet" hast Du den Film nicht gesehen, wenn dann im "Rheinland", öhem... :D
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Re: Man-Eater - Joe D'Amato (1980)

Beitragvon Salvatore Baccaro » 10. Feb 2018, 11:25

Deewani hat geschrieben:im "Ruhrgebiet" hast Du den Film nicht gesehen, wenn dann im "Rheinland", öhem... :D


Puh, zum Glück hatte ich forumliert "ins Ruhrgebiet aufgebrochen", sodass ich jetzt argumentieren kann, dass ich ja durchs Ruhrgebiet bis ins Rheinland gefahren bin... ;-)
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Re: Man-Eater - Joe D'Amato (1980)

Beitragvon karlAbundzu » 14. Feb 2018, 15:59

Hui, dieser Amato auf 35mm, ich hab den bisher einmal auf schraddeliger VHS gesehen und oft gewinen ja die alten Schulhofangeberfilme ja auf der Leinwand, jedenfalls die italienischen. Schon Fulci überzeugte mich da ja.
Die Grundannahme ist simpel, eine fröhliche Reisegruppe kommt auf eine Insel, die verlassen scheint, und kommt nicht mehr weg. Ein Monster treibt sein Unwesen.
D'Amato macht daraus einiges: Alleine schon die Anfangsszene: Ein paar mit fremden Hund an einem einsamen Strand, sie badet, er sonnt sich, Kamera, Sound, verstärken eine leicht schräge, dann bedrohliche Stimmung. Sehr schön, zwar auf dem esten Blick Horrorstandardkram, aber so bekommen das nciht so viele hin. Und irgendwie auch mystisch aufgeladen, alleine durch den fremden Hund. Der weder die Bedrohung, noch irgendeine Art von Warnung oder Rettung repräsentiert.
Dann geht es los, in der heiteren Reisegruppe sehen wir schon Risse ob der unterschiedlichen Auffasung von Treue und sexueller Attraktion, eine fremde kommt zu der Gruppe und stört dieses fragile soziale Gebilde auch noch. Dazu ein wenig Übersinnliches im Zeichen der Zeit. Die Fremde führt dann die Gemeinschaft auch ungewollt ins Verderben, namens George Eastman. Es dauert bis zu seinem Auftritt, aber da werden auch alle Klaiviaturen gespielt, vom unheimlichen Herumstehen über gewaltvoll Auftreten und Erschrecken bis zu der berühmten Ekelszene mit dem Fötus.
Hier wird alles richtig gemacht, die Erzählweise (sogar der Rückblick von der fremden Alten wirkt nicht pseudoerklärend aufgesetzt) ist spannend, die Kamera, die z.T. unwirklichen Bauten/Drehorte (die alte Villa passt sogar nicht auf die griechische Insel, aber in die Geschichte), die Schauspieler, allen voran halt Tisa Farrow und Eastman, aber auch die anderen mir bisher unbekannten, machen das glaubhaft, der Sound die Kamera: Alles untergeordnet für die grausliche Stimmung und die Zuspitzung der Morde.
Ich war geplättet und war froh, den in dieser angenehmen Runde sehen zu dürfen mit anschliessendem gemeinsamen Austausch. Herrlich. Und je länger man drüber nachdenkt , um so mehr steckt da wohl drin.
Meisterhaft!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Man-Eater - Joe D'Amato (1980)

Beitragvon karlAbundzu » 14. Feb 2018, 16:31

PS: Jetzt erst deine Kritik gelesen, Salvschi! Bravo. Anmerkung dazu: Tisa (Nicht Tia, da vermengst du die beiden Schwestern ;-))Farrows Debutfilm hieß "Homer", und da du da ja nicht mehr an Zufälle glaubst! Und Anthropophagus meines Wissen ihr letzter Film, ist dann ja auch eine schöne Klammer.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Man-Eater - Joe D'Amato

Beitragvon jogiwan » 14. Feb 2018, 16:34

Wenn den so viele geguckt haben, ist es wohl wieder ander Zeit den ollen Fotoroman aus 2011 bzw. der Versenkung zu holen... :? :troest: ;)

Bild

Spoiler Alarm!!! :popcorn:

Der Film-Fotoroman geht in die nächste Runde und wie könnte man dieses halbe Jubiläum besser begehen als mit dem wohl berüchtigsten Film von Joe D´Amato und der dramatische Geschichte eines Mannes der nach einer mißglückten Bootstour zum Kannibalen mutiert und auf einer entlegenen Insel mal so nebenher die gesamte Bevölkerung verschnabuliert. Doch davon ahnen die jungen Menschen natürlich nichts, die dort ankern und dann die griechische Gastfreundschaft von der unangenehmen Seite kennenlernen müssen.

Der Film ist ja ein absoluter Kracher und wurde nicht umsonst im letzten Jahr beim Forentreffen der feierwütigen Menge präsentiert. Der Streifen ist garantiert geschmacklos und bietet nebenher sicherlich eine der meist-diskutiertesten Szenen, der italienischen Filmgeschichte. Abseits aller Skandale ist "Der Menschenfresser" aber dann auch ein symapthischer Streifen mit Tisa Farrow und George Eastman, sowie dem wohl niedlichsten Rampensau-Hündchen, der jemals das Licht der großen Leinwand erblicken durfte. Viel Spass mit acht Seiten delirenden Wahnsinns und bunten Bildern, die den gesamten Wahnsinn schonungslos dokumentieren:

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it´s fun to stay at the YMCA!!!



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Re: Man-Eater - Joe D'Amato (1980)

Beitragvon Arkadin » 14. Feb 2018, 16:59

karlAbundzu hat geschrieben: aber auch die anderen mir bisher unbekannten,


Serena Grandi (die Schwangere mit den angeknacksten Knöchel) wurde mit Tinto Brass wunderbar saftigen "Miranda" und Andrea Barzinis "Giulia" fünf Jahre später zu einem großen Erotik-Star in Italien. Sie spielte auch 1987 die Hauptrolle in Lamberto Bavas "Das unheimliche Auge". 2003 hat sie laut Wikipedia wegen Drogengeschichten einen ziemlichen Karriereknick erlitten. 2013 war sie aber wieder in Paolo Sorrentinos "La grande bellezza" dabei.
Früher war mehr Lametta
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Re: Man-Eater - Joe D'Amato (1980)

Beitragvon Canisius » 20. Feb 2018, 21:31

Alle, die den Menschenfresser als 35 mm sehen durften: Ihr Penner Glücklichen! :)
„Seine Stiefel aus frischem Krokodilleder knarrten. Er trug eine Jacke aus gegerbter Elefantenhaut und im offenen Hemd eine Kette aus Leopardenkrallen und Affenzähnen.
Mit dem Outfit, dachte Meuchköt, käme er durch keine europäische Flughafenkontrolle.“
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