MotorPsycho - Russ Meyer (1965)

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MotorPsycho - Russ Meyer (1965)

Beitragvon purgatorio » 1. Feb 2016, 09:04

MOTORPSYCHO … WIE WILDE HENGSTE

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Deutscher Titel: MOTORPSYCHO … WIE WILDE HENGSTE
Alternativtitel: Motor Mods and Rockers / Motor-Psycho - Wie wilde Hengste / Rio Vengeance / Russ Meyers Motorpsycho
Originaltitel: Motor Psycho

Regie: Russ Meyer
Produktionsland: USA (1965)

Darsteller: Alex Rocco, Steve Oliver, Haji, Joseph Cellini, Thomas Scott, Holle K. Winters, Sharon Lee, Coleman Francis, Steve Masters, Arshalouis Aivazian, Fred Owens, Russ Meyer…

Story:

Drei Rocker, einer von ihnen ein Ex-GI, fahren mordend und vergewaltigend durch die Gegend. Als sie die Frau des örtlichen Tierarztes vergewaltigen schwört dieser Rache und zusammen mit einer Frau, deren Ehemann von den Rockern getötet wurde, heftet er sich an ihre Fersen.

(via ofdb)
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Re: MotorPsycho - Russ Meyer (1965)

Beitragvon purgatorio » 1. Feb 2016, 09:04

MOTORPSYCHO … WIE WILDE HENGSTE (MOTOR PSYCHO, USA 1965, Regie: Russ Meyer)

Eine Bande Rocker fährt mordend und vergewaltigend durch die Gegend und macht sich über alles her, was nicht niet- und nagelfest ist. Nachdem sie die dralle Gattin des lokalen Tierarztes niedermachten, nimmt dieser die Verfolgung auf und wird dabei von einer Frau unterstützt, die so stark ist wie ihr Busen groß…

Im meiner Kurzbeschreibung legte ich – aus alter Gewohnheit bei der Nachbesprechung von Russ Meyer-Filmen – schon mehr Wichtung auf die gewichtigen Oberweiten, als es Russ Meyer himself in diesem Film tat. Tatsächlich bleibt die Erotik seiner drallen Frauen hier stets unterschwellig, wird nie aufdringlich fokussiert, wie in seinen späteren Arbeiten. Hier steht der Wahnsinn der jugendlichen Rocker im Mittelpunkt, die sich grinsend in eine stetig beschleunigende Gewaltspirale stürzen. Dass hier final sogar der Wahnsinn eines Vietnamkriegheimkehrers eine tragende Rolle spielt, ist Russ Meyer im Anbetracht der Entstehungszeit des Films (zur Erinnerung: 1965! – die USA treten aktiv mit Bodentruppen in den Krieg in Indochina ein!) sehr hoch anzurechnen. Dieser Krieg wird unsere Gesellschaft verändern, er wird sie gefährlicher machen – so offenbart es Meyer hier. Und im Anbetracht der Dinge, die alsbald folgen sollten, kann man ihm hier eher eine Aura der Prophetie denn der Tittenvernarrtheit attestieren. Toll!
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Re: MotorPsycho - Russ Meyer (1965)

Beitragvon Arkadin » 1. Feb 2016, 11:48

Ich habe da auch mal was drüber geschrieben:

35 Millimeter - Das Retro-Filmmagazin hat geschrieben:Russ Meyers nächster Film „Motorpsycho“ ist eine Vorstudie zu seinem Opus Magnum „Faster Pussycat, kill, kill“. Hier machen drei junge Männer, unter der Führung des traumatisierten Vietnam-Veteranen Brahmin, auf ihren Motorrädern die Gegend unsicher und vergewaltigen die hübsche junge Frau des liebenswerten Veterinärs Maddox. Da der zynische Sheriff – Regisseur Russ Meyer höchstpersönlich als Ausbund von gefühlskalter Ekelhaftigkeit – mehr Interesse an den Geschlechtsteilen des Opfers, als in der Verfolgung der Übertäter hat, macht sich Maddox selber auf den Weg, die drei „wilden Hengste“ zu stellen. Auf der Jagd nach den Dreien findet er eine junge Frau namens Ruby, gespielt von der späteren „Pussycat“ Haji. In diesem für Meyers Verhältnisse ungewöhnlich männerzentrierten und frauenarmen Film ist sie die Überfrau, die voller Energie und Selbstbewusstsein zunächst vehement ihren schwächlichen Ehemann beschimpft und dann später mit vollem Körpereinsatz versucht, sich mittels Verführungskunst aus der Schlinge zu befreien. Kein Wunder, dass den drei Rowdys bei so viel geballter Weiblichkeit nichts weiter einfällt, als Ruby über den Haufen zu schießen. Überhaupt zeigen die Drei nichts von der gefährlichen Stärke und dem Selbstbewusstsein, welches ihre drei weiblichen Nachfolger auszeichnet. Brahmin und seine Jungs vergreifen sich grundsätzlich an Schwächeren und scheuen den offenen Kampf. Sie sind gefährliche Feiglinge, die sich am Ende nur mit Flucht oder Waffengewalt zu wehren wissen.
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Re: MotorPsycho - Russ Meyer (1965)

Beitragvon jogiwan » 13. Jan 2018, 12:54

Motorpsycho

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Die hübsche Gattin des Tierarztes Cory wird eines Tages von zwei Halbstarken und einem Ex-Vietnam-Veteranen auf ihren Mopeds belästigt und als ihr Mann beherzt das Treiben beendet, heften sich die drei Männer auf die Fersen des Paares. Wenig später wird die Frau im gemeinsamen Haus überfallen, vergewaltigt und schwer verletzt zurückgelassen und Cory schwört bittere Rache an den Tätern. Als er daraufhin mit seinem Pickup den drei Rockern in die Wüste verfolgt trifft er auf die leicht verletzte Ruby, deren Ehemann ebenfalls von dem Anführer Brahmin getötet wurde. Als sich diese Cory anschließt, führt der Weg immer weiter in die abgelegene Wüste, wo Veteren Brahmin mittlerweile endgültig dem Wahn und einem Blutrausch verfallen ist, der sich seinen Verfolgern wie auch den aufkeimenden Spannungen innerhalb der Gruppe mit Waffengewalt entgegenstellt.

So wie „Lorna“ und „Mudhoney“ im Grunde die gleichen Themen behandeln stehen auch „Motorpsycho“ und „Faster Pussycat… Kill! Kill!“ in einem ähnlichen Verhältnis zueinander. Beide Filme handeln von drei gewaltbereiten Menschen und Eskalation, auch wenn es hier PS-technisch ein paar Nummern kleiner geht. Statt Varla und ihre Go-Go-Tänzerinnen mit röhrenden Sportwagen, verbreiten hier Jungs auf dem Moped (!) Angst und Schrecken, fahren mordend und vergewaltigend durch die Gegend und treffen dann auf den beherzten Tierarzt, der sich dem sinnlosen Treiben in den Weg stellt. Dabei wirkt „Motorpsycho“ wie eine frühe Mischung auch „Clockwork Orange“ und „Ein Mann sieht rot“, auch wenn Russ Meyer seinen Streifen natürlich rasch und kostengünstig realisiert hat und ein Großteil des Streifens ohne sonstige Kulissen in der Wüste realisiert wurde. Inhaltlich lässt der werte Russ aber wenig aus und der Freund ruppiger Werke bekommt hier ja auch einen interessanten Vertreter des frühen Exploitation-Films präsentiert, der überraschend wild zur Sache geht. Zum packenden Herzschlag-Finale gibt es ja auch noch Alex Rocco in seiner ersten Rolle, Haji (Gesundheit!) als toughe Begleiterin und einen schmissigen Soundtrack, der sich perfekt zur wüsten Story gesellt. Wer „Pussycat“ mag, kommt an „Motorpsycho“ eigentlich auch nicht vorbei und irgendwie ist es für mich fast verwunderlich, dass der Streifen nicht öfters auftaucht, wenn es um ungewöhnliche Genre-Filme geht.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



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