Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

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Moderator: jogiwan

Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 11. Dez 2017, 20:47

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Lost Hearts (1973)

Ein elfjähriger Waisenjunge kommt auf den Landsitz seines exzentrischen Vetters, der nichts Gutes mit ihm im Schilde führt und wird fortan von Geistererscheinungen begleitet, die ihn offensichtlich vor großer Gefahr warnen wollen.

Treasure of Abbot Thomas (1974)

Ein Vorzeige-Student und sein weltlicher Tutor auf der Suche nach einem legendären Schatz eines rätselfreudigen Alchemisten, der sich innerhalb einer Abtei verbergen soll. Dummerweise hat der Zauberer jedoch noch eine Überraschung für die Beiden parat.

The Ash Tree (1975)

Ein reicher Adeliger plant den Zubau zu einer Kirche und ordert dafür die Exhumierung und Verlegung eines Grabes an. Später erlebt der Mann jedoch seltsame Visionen einer Hexenverfolgung und muss erkennen, dass auch sein Schicksal untrennbar mit dem seines verstorbenen Vorgängers verknüpft ist.

The Signalman (1976)

Ein Fremder lernt eines Tages einen Eisenbahner kennen, der ihn zuerst für eine Geistererscheinung hält. Als sich die Beiden anfreunden, erzählt der für die Signale und Weichen zuständige Mann eine düstere Geschichte, die wie ein drohender Schatten über den pflichtbewussten Mann schwebt.

Stigma (1977)

Als ein großer Stein aus dem Garten des neuen Hauses entfernt werden soll und dafür einige Zentimeter angehoben wird, schlüpft offensichtlich ein Geist eines Verstorbenen in den Körper der modernen Hausfrau, die daraufhin seltsame Veränderungen an ihrem Körper feststellt.

Fünf weitere Episoden der BBC-Weihnachtsserie (!) über Geistererscheinungen unter der Regie von Lawrence Gordon Clark. Die Adaptierungen von Geschichten aus der Feder von M.R. James oder auch Charles Dickenson dauern jeweils ungefähr 30 bis 40 Minuten und höchst unterschiedlicher Natur. Besonders hervor sticht hier die Folge „The Signalman“ die mir ausnehmend gut gefallen hat und auch der Rest ist angenehm gealterter und eher gediegener Grusel, der von Entstehungsjahr zu Entstehungsjahr mehr in Richtung Genrefilm geht. Hier ein bisschen Blut, da ein bisschen Haut und mit „Stigma“ gibt es sogar eine Geschichte, die in der modernen Zeit angesiedelt ist. Zu meckern gibt es da eigentlich nichts und wer eher ruhige, unaufgeregt erzählte Gruselgeschichten aus der oldskooligen Ecke mit britischen Anstrich mag, ist mit dieser doch eher ungewöhnlichen Reihe der britischen BBC sicherlich gut beraten. Vielleicht kein absolutes Highlight, aber für eine TV-Serie, die noch dazu um Weihnachten ausgestrahlt wurde, doch recht ungewöhnlich und guckenswert.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 12. Dez 2017, 20:33

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The Ice House (1978)

In einer Wellness-Anlage für Betuchte scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen und rund um einen MItfünziger häufen sich seltsame Ereignisse und Begebenheiten.

A View from a Hill (2005)

Ein Archäologe findet in der Sammlung eines Verstorbenen ein Fernglas, durch das sich scheinbar in die Vergangenheit sehen lässt. Doch mit dem Blick in vergangene Zeiten lockt er auch ruhende Geister aus der Reserve.

Number 13 (2006)

Ein Professor erforscht das Leben eines Geistlichen mit unrühmlichen Bekanntschaften und entdeckt, dass dieser scheinbar in seinem Hotel unchristlichen Dingen nachgegangen ist.

Auch der dritte Abend mit den Geistergeschichten der BBC entpuppt sich als sehr solide, auch wenn die neuen Episoden leider im Vergleich zu den Folgen aus den Siebzigern leider etwas abfallen. Zwar ist die Neuauflage wieder nach Vorlagen von M.R. James entstanden, aber die Geschichten sind eher durchschnittlich und imho nicht sonderlich orginell. Dafür ist "The Ice House" als Abschluss der Siebziger-Reihe aber noch ein hübsch schräges Teil mit einer entrückten Stimmung, das vielerlei Interpretationen zulässt und meines Erachtens auch so gar nicht massenkompatibel daherkommt. Schöne Sache das!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 13. Dez 2017, 20:53

The Gift - Die dunkle Gabe

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Um sich und ihre drei Kinder nach dem Unfalltod ihres Mannes über Wasser zu halten, legt die mit einer speziellen Gabe ausgestattete Annie ihren Mitmenschen die Karten und versucht diese in einer Mischung aus Westentaschen-Psychologie, gesunder Menschenkenntnis und Wahrsagerei auf einen vernünftigen Weg zu bringen. Als sie eines Tages nach dem Verschwinden einer jungen Frau von deren Familie zu Rate gezogen wird, ahnt Annie deren gewalttätigen Tod und kann auch die Stelle ihres Leichnams lokalisieren. Dieser wird ausgerechnet am Grund von Donnie gefunden, der das Medium bereits im Vorfeld wegen einer anderen Sache bedroht hat und während dieser als Mörder verhaftet und vor Gericht gestellt wird, ahnt Annie jedoch, dass die Polizei einen Unschuldigen gefasst hat und versucht das Unrecht ungeschehen zu machen.

„The Gift“ von Sam Raimi ist ja ein angenehm altmodisch anmutender Streifen über ein Medium in den hinterwäldlerischen Sümpfen von Georgia, dass durch ihre übernatürliche Gabe immer tiefer in einen Mordfall und menschliche Abgründe verstrickt wird. Dabei ist der etwas zu lange Streifen zugegeben auch in seinen Wendungen etwas vorhersehbar und wird den Genre-Freund sicherlich nicht groß überraschen, aber Sam Raimi ist hier zweifelsfrei eine sehr nette Mischung aus Drama und Mystery gelungen, die mir mit seinem White-Trash-Anstrich und sumpfigen Lokalkolorit auch sehr gut gefallen hat. Vor allem Cate Blanchett und ihre Figur als verkannte Heilsbringerin mit einer Mischung aus übergroßer Empathie-Fähigkeit, Nächstenliebe und Hellseherei fand ich spannend gezeichnet und auch der Rest der Figuren fand ich sehr gelungen, auch wenn hier teils etwas dick aufgetragen wird und die Figuren dabei auch immer einen Ticken zu „clean“ wirken. Die Figuren und die Geschichte entwickeln nach etwas Anlaufzeit ja eine ziemliche Dynamik und ein paar Momente sind dann auch sehr intensiv ausgefallen und überraschen den Zuschauer immer wieder in der ansonsten eher unaufgeregt erzählten Geschichte. Insgesamt ein schöner Streifen im Spannungsfeld von Thriller, Drama und Mystery auf den man sich und sein Erzähltempo aber auch sicherlich ein Stück weit einlassen muss.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 14. Dez 2017, 21:21

Super Dark Times

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Die beiden Teenager Zach und Josh sind schon ihr Leben lang befreundet und verbringen nach der Schule ihre Freizeit miteinander und quatschen sinnloses Zeugs über ihr aufkommendes Interesse an Mädchen, Computerspielen und sonstigen Dingen. Doch eines Tages geschieht durch Jux und Tollerei ein schreckliches Unglück mit dem Schwert von Joshs Bruder und ein weiterer Bekannter wird in Panik von den Beiden und einem weiteren Jungen tot im Wald zurückgelassen. Dieses Ereignis hat große Auswirkungen auf die Freundschaft der Beiden und während Zach versucht normal weiterzuleben und auch zunehmend Gefallen an der hübschen Allison findet, zieht sich Josh immer weiter von seiner Umwelt zurück.

Lange hat es ja nicht gedauert, bis „Stranger Things“ auch popkulturell seine ersten Nachahmer findet und schon von der ersten Sekunde an fühlt man sich bei „Super Dark Times“ an die erfolgreiche Netflix-Serie erinnert, auch wenn sich Regisseur Kevin Phillips für seinen „Coming-of-Age“-Thriller hier die Neunziger vornimmt. Düstere Stimmung, ein wummernder Elektronik-Soundtrack und überall Lichterketten gibt es auch hier zuhauf und irgendwie wartet man auch nur darauf, dass noch ein Mädchen mit übernatürlichen Fähigkeiten um die Ecke biegt. Doch „Super Dark Times“ hat zwar ein paar surreale Momente, ist aber ansonsten sehr bodenständig und bietet eine ruhig erzählte Geschichte über Jugendfreundschaft an der Kippe zum Erwachsenwerden, die durch ein tragisches Ereignis und erwachende Sexualität erste Risse bekommt. Dabei erscheint der Streifen aber inhaltlich doch auch sehr unausgegoren und so hat der schöne Auftakt des Streifens für den weiteren Verlauf keine Bedeutung und auch andere Handlungsfäden werden nicht oder nur unzureichend zu Ende geführt. Das Langfilm-Debüt von Herrn Phillips ist dann zwar hübsch anzusehen, krankt aber etwas an der scheinbar überambitionierten Herangehensweise, am etwas seltsamen Vokabular seiner Protagonisten und dem Versuch es allen recht zu machen und seine Geschichte nach vielen Richtungen offen zu halten. Herausgekommen ist zwar ein immer noch schön anzuschauender und durchaus interessant, aber auch spekulativ gemachter Indie-Streifen aus der "Coming-of-Age"-Ecke mit gelungener Grundstimmung, der mich inhaltlich aber gerade im letzten Drittel nicht zur Gänze überzeugen konnte und hier auch seine interessanten Figuren etwas zu sehr aus den Augen verliert.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 15. Dez 2017, 20:50

It's a Very Merry Muppet Christmas Movie

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Ausgerechnet zu Weihnachten muss Kermit der Frosch erfahren, dass sein kleines Muppet-Theater kurz vor dem Ruin steht und an die böse Investorin Bitterman abgetreten werden muss, die aus dem Ort einen hippen Nachtclub machen möchte. Obwohl mit einer fulminanten Weihnachtsvorstellung das Geld zusammengebracht werden kann, scheitert die Übergabe des Geldes und so stehen die Muppets am Weihnachtsabend auch vor dem Nichts. Doch auch in dieser dunkelsten Stunde kann sich Kermit zum Glück immer noch auf seine irdischen Freunde und ein bisschen überirdische Hilfe verlassen, die doch noch alles zum Guten wenden.

Sympathischer, aber nicht gänzlich gelungener Weihnachtsfilm mit den Muppets, der auch alles bietet, was man sich in einem derartigen Film erwartet und von turbulenter Puppen-Action, viel Gesang und menschlichen Darstellern, die sich zum Affen machen, ist hier auch alles vertreten. Die Geschichte des TV-Movies, irgendwo zwischen Spoof und Charles Dickens Weihnachtsgeschichte ist als loses Vehikel okay, aber nicht der Burner und die Gags zünden ja nicht immer. Aber „It's a Very Merry Muppet Christmas Movie“ ist immer eine spaßige Sache, die zur Weihnachtszeit auch große Freude bereitet und mit jeder Menge witziger Einfälle alles andere entschädigt. Das einzige Manko sind dann auch nur die menschlichen Charaktere, bei denen man sich wohl gedacht hat, dass Kinder es lustig finden, wenn man die allesamt gegen den Strich castet und die dann auch noch totalen Overacting ihren freien Lauf lassen. Doch auch das kann die Freude nicht schmälern und am Ende sitzt man wieder freudestrahlend vor dem Fernseher, wenn Kermit sich Miss Piggys Avancen erwehren muss, Fozzy durch die Gegend schusselt und Ralph kraftvoll in die Tasten haut, während Waldorf und Stadler das ganze Geschehen gewohnt bissig von der Loge aus kommentieren. Weihnachten kann kommen!
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 16. Dez 2017, 20:01

The Autopsy of Jane Doe

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Als an einem bizarren Mordschauplatz der halb eigegrabene, aber äußerlich unversehrte Leichnam einer jungen Frau gefunden wird, beauftragt der aufgrund der verworrenen Sachlage völlig ratlose Sheriff Burke die beiden Leichenbeschauer Tommy und Austin Tilden bei diesem noch in derselben Nacht eine Autopsie durchzuführen. Mit Beginn der Autopsie entdecken Vater und Sohn jedoch immer mehr Rätsel am Körper der Toten und während die Beobachtungen und Schnitte am Körper der namenlosen und unbekannten Frau immer tiefer gehen und das Mysterium größer wird, brauen sich auch über den Beerdigungsinstitut immer dunklere Wolken zusammen…

Schon verwunderlich, was mittlerweile in Mainstream-Horror an Schauwerten mittlerweile so alles möglich ist und „The Autopsy der Jane Doe“ mutet dem unbedarften Zuschauer schon ein paar drastische Szenen zu, die jedoch im Zusammenhang im einem kriminalmedizinischen Umfeld dennoch den FSK-16-Segen erhalten haben. Einen halbwegs starken Magen sollte man aber schon haben und potentielle Zuschauer sollten auch vor Skalpell und Organentnahme keine Ekelgefühle haben. Zur Handlung selbst möchte ich ja an dieser Stelle nicht zu viel verraten und der Streifen von Regisseur André Øvredal ist auch sehr spannend und ist vor allem in der ersten Hälfte sehr wirkungsvoll. Später driftet das Geschehen in Richtung Übernatürliches ab, was das Publikum aber etwas zwiespältig zurücklässt. Ich fand „The Autopsy of Jane Doe“ aber eigentlich recht stimmig und wirkungsvoll, auch wenn ich diese Art von endlos hinausgezögerten und vom Sounddesign unterstützten Schreckmomenten eigentlich nicht so gerne mag. Hier passt aber auch die Geschichte dazu und in der Liste an aktuellen Horrorfilme, die man gesehen haben sollte und auch halbwegs originell daher kommen, ist der hier meines Erachtens ganz vorne dabei.

Red Christmas

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Diane hat am Weihnachtstag ihre ganze Familie inklusive hochschwangerer Tochter und behindertem Sohn in ihrem geräumigen Haus versammelt, die teils wenig darüber erfreut sind, dass die Witwe dieses verkaufen möchte um auf eine ausgedehnte Europareise zu gehen. Doch diese Probleme und der brüchige Weihnachtsfriede sind alsbald nebensächlich als eine verhüllte Gestalt an der Türe klingelt, die zwar eingelassen, aber wenig später aufgrund ihres merkwürdigen Verhaltens wieder vor die Türe gesetzt wird. Noch in derselben Nacht kommt der Unbekannte nämlich zurück, dezimiert die Familie auf brutale Weise und während Diane um ihr Leben kämpft, kommt sie auch hinter das erschreckende Geheimnis des Fremden, das sie noch weiter erschüttern lässt.

Bei Slashern mit saisonaler, regionalen oder sonstigen Bezügen kann man ja eigentlich nicht viel falsch machen, wenn man ein paar grundlegende Dinge berücksichtigt, die das Genre-Publikum in derartigen Werken sehen möchte. Dazu gehören eine halbwegs harmonische Rahmengeschichte, ein paar nette Kills und Spannung, die bestmöglicherweise auch bis zum Ende durchgehalten wird. Leider hält sich Regisseur Craig Anderson an keine dieser Regeln und von der hochnotpeinlichen Geschichte inklusive WTF-Bösewicht, lahmen Kills, noch lahmeren Dialogen bis hin zur nichtvorhandenen Spannung macht er eigentlich alles falsch, was man in diesen Punkten nur falsch machen kann. Sicherlich lässt sich „Red Night“ immer noch gucken, aber mit Ruhm hat sich in den farbenfroh ausgeleuchteten Streifen niemand bekleckert und dass in Australien im Dezember halt auch Sommer ist, ist dem Weihnachtsbezug für mein persönliches Empfinden dazu auch nicht gerade zuträglich. Insgesamt betrachtet ist „Red Christmas“ dann auch ein größtenteils völlig belangloses Low-Budget-Low-Light mit furchtbarer Synchro, in dem nichts so wirklich zusammenpassen möchte, in dem sich die Protagonisten mal wieder einmal besonders dämlich verhalten und der so viel unnötigen und inhaltlichen Ballast mit sich herumschleppt, dass sich der Streifen selbst im englischsprachigen Original damit keinen Gefallen tut.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 17. Dez 2017, 20:38

Disconnected

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Die eher schüchterne Videotheken-Angestellte Alicia hat gleich mehrere Probleme in ihrem Leben. Einerseits ihre extrovertierte Zwillingsschwester Barbara Ann, die sich unverhohlen an alle ihre männlichen Bekannten inklusive Freund heranmacht, seltsame Telefonanrufe, die sie mit furchtbaren Geräuschen quälen und eine Serie von Morden, die ihre Wohngegend seit einiger Zeit verunsichern. Als eines Tages Franklin bei ihr im Laden steht und ihr zärtliche Avancen macht, ist Alicia daher zurückhaltend und lässt sich nur langsam auf den jungen Mann ein, der sich prompt als Serienmörder entpuppt. Doch davon ahnt die junge Frau noch nichts und während die ominösen Telefonanrufe unvermittelt weitergehen, verliert sich Alicia immer weiter in einem Netz aus realer und irreal erscheinenden Bedrohungen…

Sehr seltsam erscheinender Regie-Erstling des „Psychos in Love“-Regisseur Gorman Bechard, der hier eine Mischung aus Slasher, Psycho-Drama und übernatürlichen Horror abliefert. Jedoch ist dieser Low-Budget-Film aus den Achtzigern eigentlich alles andere als stimmig und der Film ist auch so aufgebaut, dass keine Spannung aufkommt oder die Figuren so gezeichnet sind, dass man nie weiß, was man von ihnen halten soll. Die Sache mit der Zwillingsschwester wird nur kurz aufgegriffen, genauso wie die Sache mit dem Serienkiller und den ermittelnden Beamten. Alle Elemente also eher lose aneinandergereiht ist „Disconnected“ aber dennoch irgendwie so seltsam ausgefallen, dass man gerne bis zum vagen Ende dranbleibt, dass den Zuschauer dann mit einem wohligen WTF-Gefühl und vielen Fragezeichen in die Nacht entlässt. Fragen nach dem warum und wieso sollte man sich bei so einem obskuren Werk dann wohl auch besser nicht stellen und wer so etwas wie „Disconnected“ in ein herkömmliches Punkteraster quetschen möchte, ist wohl ebenfalls selber schuld. Als Freund von strangen und weitestgehend unbekannten Filmen kann man aber durchaus einen Blick riskieren, ohne groß enttäuscht oder gelangweilt zu werden. Das US-Label hat dem auf 16mm gedrehten Streifen jedenfalls eine schöne VÖ geschenkt und diesen kleinen und anscheinend auch gesuchten Streifen aus dem Jahr 1983 so auch auf hübsche Weise vor dem Vergessen bewahrt.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 18. Dez 2017, 20:48

A Christmas Horror Story [Netflix]

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In dem kleine Ort Bailey Downs geschah vor einem Jahr genau an Heiligabend ein schrecklicher Ritualmord in einem ehemaligen Kloster und eine Handvoll Jugendlicher macht sich ein Jahr später auf den Weg um vor Ort zu recherchieren und kommt der Wahrheit näher als sie eigentlich wollen. Zur gleichen Zeit ist ein Polizist mit seiner Familie auf der Suche nach einem Weihnachtsbaum und sucht diesen in einem abgesperrten Areal mit schwerwiegenden Folgen. Eine dysfunktionale Familie macht unliebsame Bekanntschaft mit dem Krampus und auch Santa himself hat dieses Jahr schwerwiegende Probleme in seinem Betrieb, bei denen auch nur noch der brachiale Einsatz seines Hirtenstabes hilft.

Eigentlich schwer unterhaltsamer Anthologien-Horror, der viereinhalb Geschichten - William Shatner als Radiomoderator ist ja quasi nur Rahmenhandlung – mit mehr oder weniger stark ausgeprägter Weihnachtsthematik zusammenbringt. Die Geschichten mit losem Bezug zueinander werden nebeneinander erzählt, sind hübsch anzusehen, sehr blutig und am Ende gibt es auch noch einen netten Twist, der mir ebenfalls gut gefallen hat. „A Christmas Horror Story“ ist eigentlich genau das spaßige Genre-Ereignis, dass man sich bei so einem Titel erwartet und da kann man als Österreicher auch wohlwollend darüber hinwegsehen, dass der Krampus nun einmal mit Weihnachten nicht viel am Hut hat und in dem amerikanischen Streifen europäische Folklore sehr wüst durcheinander gemischt und neu interpretiert wird. Das Tempo passt, die Geschichten sind halbwegs originell und ein paar nette Schreckmomente gibt es auch, sodass insgesamt für mich ein sehr positiver Anthologien-Horror-Gesamteindruck zurückbleibt. Eigentlich der ideale Film und in die finale Adventwoche zu starten und dem Massaker, pardon… natürlich dem Fest der Liebe entgegenzufiebern.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 19. Dez 2017, 20:45

Zombies at Christmas

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Tom ist am Weihnachtsabend gerade damit beschäftigt seinen Frust und Einsamkeit in der Bar von Sam unter den Tisch zu saufen, als auf einmal der blutverschmierte Hausmeister der nahen Uni auf der Bildfläche erscheint und von Kadavern erzählt. Als Sam die Polizei alarmiert, ist dieser wenig später in Form von Sam Sherriff (!) mit einem wegen einem Sittlichkeitsdelikt verhafteten Gefangene im Auto zur Stelle, der den Ausführungen des Hausmeisters keinen Glauben schenkt. Prompt wird der Barkeeper, der Besoffene und der Perverse von Sam ins Polizeiauto gepackt und zur Uni gefahren, wo wenig später tatsächlich lebende Toten durch die Gängen wanken und nach den Lebenden greifen.

Hoffnungslos in den Sand gesetzte Weihnachts-Zombiekomödie über eine Handvoll Loser, die sich am Weihnachtsabend auf einmal mit Untoten auseinandersetzen müssen. Dabei ist „Zombies at Christmas“ eigentlich in allen Belangen ziemlich schlecht und von der miesen Geschichte über unsympathische Figuren bis hin zu lahmen CGI-Gore und einem völlig furchtbaren Humorverständnis wird hier auch nichts ausgelassen, um den Lowest-Budget-Streifen an die Wand zu fahren. Hier stimmt weder Tempo noch der Weihnachtsbezug, der völlig willkürlich wirkt und die deutsche Synchro inklusive Stimmen-Lotterie ist dann noch das Tüpfelchen auf dem I. Trotz Weihnachtsfriede, besinnlicher Stimmung und grundsätzlicher Sympathie für Werke aus der Amateur-Ecke mit Krautfinanzierung und vermeintlichen Partyfilm-Anspruch konnte ich auch beim besten Willen nichts Positives an dem Streifen erkennen. Das Beste an „Zombies at Christmas“ waren die Weihnachtskekse, die ich dazu gefuttert habe und da ich nicht noch mehr Negatives über das Teil und seinen hemmungslos ausgedehnten Abspann schreiben möchte, bin ich hier auch schon am Ende meiner Zeilen angekommen.
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Re: Friedhof ohne Kreuze - das Jess Rollin-Tribute-Filmtagebuch

Beitragvon jogiwan » 20. Dez 2017, 20:24

Stalled

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Mit Genre-Filmen mit Weihnachtsthematik ist es wohl irgendwie wie mit Weihnachtsliedern: Minimaler Aufwand steht hier einer maximalen Umsatzmöglichkeiten gegenüber und jedes Jahr im Advent ploppen diese Filme stets wieder im Bewusstsein der Horrorfans auf. „Stalled“ ist aber der nächste, eher misslungene Weihnachtsfilm mit einem Klempner, der während der etwas zu ausgelassenen Weihnachtsfeier einer Bürofirma am Damenklo einpennt und sich danach mit jeder Menge Zombies auseinandersetzen muss. Zwar ist „Stalled“ nicht so ein Rohrkrepierer wie der thematisch ähnlich gelagerte Hausmeister-Weihnachtshorror „Zombies at Christmas“, aber auch hier kommt keine recht Freude auf und die Weihnachtsthematik dient hier ebenfalls nur als loser Aufhänger und spielt ansonsten thematisch keine große Rolle. Das dieser britische Streifen nicht so wirklich punkten kann liegt aber weniger daran, dass der Streifen zu 90 % auf einer Damentoilette mit drei Kabinen spielt, sondern daran, dass der Streifen um diese durchaus lustige Idee herum nicht viel mehr zu bieten hat, als ein paar gorige Zombie-Momente, einen Hauch existenziellen Dramas und ein paar lahme Witze, die im Kontext wieder einmal so gar nicht zünden wollen. Das Format des Kurzfilms oder als Episodenhorror wäre für „Stalled“ sicher die bessere Wahl gewesen, aber bei 85 Minuten haben sich doch zahlreiche Längen eingeschlichen und von vielen und auch sehr unlogisch erscheinenden Momenten will ich ja auch gar nicht erst anfangen. Am lustigsten fand ich da noch den überraschenden und kurzen Ausflug in die Welt des Tanzfilms, der zumindest kurzzeitig ein Lächeln auf meine Lippen gezaubert hat – der Rest ist dann eher Low-Budget und Low-Idea für den Weihnachtsfilm-Wühltisch im Ein-Euro-Shop eures Vertrauens.
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