The Other Hell - Bruno Mattei (1981)

Alles aus Italien was nicht in die anderen Threads gehört.

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The Other Hell - Bruno Mattei (1981)

Beitragvon jogiwan » 4. Feb 2012, 22:28

The Other Hell

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Originaltitel: L'Altro Inferno

Alternativtitel: The Presence / Guardion of Hell

Herstellungsland: Italien / 1981

Regie: Bruno Mattei

Darsteller: Franca Stoppi, Carlo De Mejo, Francesca Carmeno, Susan Forget, u.a.

Story:

Ein Kloster wird von einer schrecklichen Mordserie heimgesucht. Ein Priester wird herbeigerufen, um die Angelegenheit intern aufzuklären und etwaige böse Geister zu vertreiben. Zunächst erscheint alles als ein Werk eines Psychopaten. Seltsame Zeichen, schwarze Messen, benommene Schwestern weisen aber auf übermächtige Kräfte hin. (quelle: ofdb.de)
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Re: The Other Hell - Bruno Mattei (1981)

Beitragvon jogiwan » 4. Feb 2012, 22:34

Wirklich gut guckbarer Nunploitation-Film vom vermeintlichen Schundfilmer Bruno Mattei, der hier wider Erwarten einen recht kurzweiligen Film im schönsten Kloster-Ambiente gezaubert hat. Die Geschichte über seltsame Vorgänge in einem Nonnenkloster ist eigentlich ganz stimmig und vor allem Franca Stoppi als undurchsichtige Oberschwester ist natürlich wieder einmal eine Wucht. Der Soundtrack von Goblin wurde u.a. von "Buio Omega" ausgeborgt und am Ende wirds nicht nur richtig infernalisch, sondern es kommen auch gleich noch die Toten auf die Erde zurück. Das macht nicht nur Spass, sondern rockt auch ordentlich die Klostermauern und sowieso und überhaupt ist "The Other Hell" ein Streifen, der zwar sicher kein Highlight ist, aber dennoch keiner gepflegten Italo-Sammlung fehlen sollte.


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Re: The Other Hell - Bruno Mattei (1981)

Beitragvon Blap » 4. Feb 2012, 23:30

Ein älterer Kurzkommentar:


L'autre enfer (Italien 1981, Originaltitel: L'altro inferno)

In einem Nonnenkloster kommt es zu grauenvollen Todesfällen. Pater Inardo (Andrea Aureli) vermutet dämonische, teuflische Hintergrüde und will das Böse mit althergebrachten Methoden austreiben. Der zuständige Bischof zeigt sich skeptisch, er schickt den noch recht jungen Pater Valerio (Carlo De Mejo) zu den Nönnchen, denn Valerio mag nicht an übernatürliche Vorgänge teuflischer Natur glauben. Die Mutter Oberin Vincenza (Franca Stoppi) verhält sich wenig kooperativ, zeigt nach und nach gar deutlichen Zorn gegenüber Pater Valerio. Das Grauen lässt sich allerdings von den Ermittlungen nicht ausbremsen, so verwandelt sich Pater Inardo bald in eine lebendige Fackel und stirbt qualvoll. Welche Rolle spielt die Mutter Oberin tatsächlich? Kann Pater Valerio das Rätsel lösen, das schreckliche Geheimnis des Kloster lüften...???

Mit "L'altro inferno" stellt Bruno Mattei erneut unter Beweis, dass er der richtige Mann für Exploitation² ist. Man nehme eine ordentliche Dosis Nunploitation, lasse aber das übliche Gepeitsche und Gelesbel weg, addiere an dessen Stelle eine feiste Prise Horror, bediene sich für die etwas garstigeren Momente bei Lucio Fulci, schaue für "kunstvolle" Momente bei Dario Argento vorbei. Bruno Mattei klaut hier besonders auffällig bei seinen Kollegen und wildert in unterschiedlichen Genres. Dabei ist aber ein sehr schmackhaftes Süppchen entstanden, das gut zu unterhalten weiss und den Gaumen angenehm kitzelt. Wenn eine ängstliche Nonne gleich zu Beginn durch einen Gang voller Totenschädel und sonstiger Gebeine stolpert, dann kommt gar liebliche Gothic Horror Atmosphäre auf, im nächsten Moment befinden wir uns in einer Art Labor, werden Zeuge befremdlicher Ereignisse. Eine Nonne entfernt bei einer verstorbenen Ordensschwester ein "bösartiges" Körperteil -ich verzichte an dieser Stelle auf Details- das Lieblingsspielzeug des Leibhaftigen persönlich.

Bezüglich der Darstellerriege gelang Mattei eine prächtige Wahl. Carlo De Mejo spielte in frühen achtziger Jahren gleich in einigen extrem liebenswerten Reissern mit. Man kennt ihn z.B. aus Fulcis Werken "Ein Zombie hing am Glockenseil" (Paura nella città dei morti viventi, 1980) und "Das Haus an der Friedhofsmauer" (Quella villa accanto al cimitero, 1981). Nicht zu vergessen sein herrlich asozialer Auftritt in "Horror-Sex im Nachtexpress" (La ragazza del vagone letto, 1980) von Ferdinando Baldi. Auch Bruno Mattei griff später erneut auf De Mejo zurück, er ist in den beiden Frauenknast Brechern mit Laura Gemser zu sehen die 1982/83 ihr Unwesen trieben. Genau diese beiden Filme bringen uns zum eigentlichen Star des Streifens, der wahnsinnig intensiv aufspielenden Franca Stoppi. Im Matteis WIP Filmen ist sie als fiese Ober-Schliesserin zu sehen, hier treibt sie als Mutter Oberin ihr Unwesen. Leider beschränkt sich die Karriere der Dame auf recht wenige Filme, "Sado - Stoß das Tor zur Hölle auf" (Buio Omega, 1979) von Joe D'Amato sei noch genannt, was ich sehr schade finde. Als ich vor einigen Wochen "Laura - Eine Frau geht durch die Hölle" (Violenza in un carcere femminile, 1982) schaute, übte Frau Stoppi schon einen seltsamen, bizarren Reiz auf mich aus. Ähnlich erging es mir bei "Sado...". Doch seit "L'altro inferno" bin ich Franca Stoppi verfallen! Was für eine faszinierende und eigenwillige Schönheit diese Frau ausstrahlt, wie überzeugend sie die abstossensten Charaktere spielt. Herrlich! Huldigt Franca Stoppi!

Mattei baut bei "L'altro inferno" eine gelungene Atmosphäre auf, eine wüste Origie mit reichlich Sex und Mettgut sollte man nicht erwarten. Klar, es gibt -in der Disziplin Gewalt- ein paar kleine Boshaftigkeiten, es wird aber nie allzu ausufernd. Ich finde den Film sogar recht packend und spannend. Dies mag sicher daran liegen, dass mir die verwursteten Genres und die "bestohlenen" Regisseure sehr zusagen. Selbst eine Köterattacke nach "Suspiria Art" fehlt hier nicht. Bruno Mattei mag die Fans des italienischen Genrekinos spalten, ich möchte seine Werke aber um keinen Preis missen, für mich ist Mattei fast ein Garant für angenehme, oft angenehm geschmacklose Unterhaltung. Zarte Gemüter können hier trotzdem ein Auge riskieren, wirklich "geschmacklos" wird Herr Mattei dieses Mal nicht (Naja, sagen wir kaum). In Deutschland liegt bisher keine DVD Auswertung des Films vor, schade! Die US-DVD soll cut sein, daher habe ich auf die französische DVD von Neo Publishing zurückgegriffen, diese trägt den Titel "L'autre enfer". Das Bild ist mittelprächtig, es könnte sicher besser sein, der Filmgenuss wird aber nicht beeinträchtigt. Der Ton liegt glücklicherweise auch in englischer Sprache vor. Wer sich für den Film interessiert, wird für kleines Geld bei amazon.fr fündig.

Mir macht "L'altro inferno" richtig Spass und in der letzten Nacht erschien mir Franca Stoppi im Traum. Ich weiss nicht ob daran liegt, aber heute schmerzt mein Leib noch stärker als sonst.

Guter Stoff = 7/10

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Re: The Other Hell - Bruno Mattei (1981)

Beitragvon jogiwan » 1. Mär 2015, 08:49

Unter dem Pseudonym Stefan Oblowsky drehte Bruno Mattei im Jahr 1981 zwei Filme mit Nonnen nach von Claudio Fragasso verfassten Drehbüchern, die sich aber inhaltlich stark unterscheiden. Während „Das süße Leben der Nonne von Monza“ eher in Richtung Historien-Drama geht und deren „ganz wahre“ Geschichte erzählen möchte, wandelt „The Other Hell“ eher auf Horrorpfaden und bietet eine seltsame Mordserie in einem Kloster, bei der ganz offensichtlich übernatürliche Mächte im Spiel sind. Dabei hat sich Fragasso wohl auch von Dario Argento inspirieren lassen und neben der Musik von Goblin gibt es gleich mehrere Szenarien, die an „Suspiria“ und „Inferno“ erinnern. Alles natürlich eine Stufe kleiner ausgefallen macht „The Other Hell“ aber durchaus eine gute Figur und Mattei schafft es aus Dingen, die auf den ersten Moment nicht zusammenpassen wollen, wieder einmal eine ganz eigene Atmosphäre zu kreieren, die auch dank der tollen Leistung von Franca Stoppi sehr gut funktioniert. Alles in allem ein Film, der sich auch beim wiederholten Male gut gucken lässt und sich bis zum infernalischen Ende auch keine allzu großen Durchhänger erlaubt.
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Re: The Other Hell - Bruno Mattei (1981)

Beitragvon jogiwan » 12. Nov 2017, 08:41

jogiwan hat geschrieben:Unter dem Pseudonym Stefan Oblowsky drehte Bruno Mattei im Jahr 1981 zwei Filme mit Nonnen nach von Claudio Fragasso verfassten Drehbüchern, die sich aber inhaltlich stark unterscheiden. Während „Das süße Leben der Nonne von Monza“ eher in Richtung Historien-Drama geht und deren „ganz wahre“ Geschichte erzählen möchte, wandelt „The Other Hell“ eher auf Horrorpfaden und bietet eine seltsame Mordserie in einem Kloster, bei der ganz offensichtlich übernatürliche Mächte im Spiel sind. Dabei hat sich Fragasso wohl auch von Dario Argento inspirieren lassen und neben der Musik von Goblin gibt es gleich mehrere Szenarien, die an „Suspiria“ und „Inferno“ erinnern. Alles natürlich eine Stufe kleiner ausgefallen macht „The Other Hell“ aber durchaus eine gute Figur und Mattei schafft es aus Dingen, die auf den ersten Moment nicht zusammenpassen wollen, wieder einmal eine ganz eigene Atmosphäre zu kreieren, die auch dank der tollen Leistung von Franca Stoppi sehr gut funktioniert. Alles in allem ein Film, der sich auch beim wiederholten Male gut gucken lässt und sich bis zum infernalischen Ende auch keine allzu großen Durchhänger erlaubt.


Über „The Other Hell“ habe ich ja schon mehrfach wohlwollend geschrieben und ich mag den Streifen mit seiner Mischung aus Nunploitation, übernatürlichem Horror und teuflischen Wahnsinn einfach sehr gerne. Auch auf Blu-Ray macht der Streifen eine gute Figur, auch wenn ich gestern im Archiv-Interview mit Franca Stoppi erfahren musste, dass der unter dem Pseudonym Stefan Oblowsky gedrehte Streifen weitgehend von Co-Autor und Regie-Assistent Claudio Fragasso inszeniert wurde und Herr Mattei nur am Rande mitgewirkt haben soll. Doch auch das und der von „Sado“ ausgeborgte Soundtrack können die Freude darüber natürlich nicht trüben und der Film ist ja inhaltlich noch immer leicht verschwurbelt und herrlich neben der Spur. Wer so wie ich Nunploitation und italienischen Horror aus der nicht immer geschmackssicheren Ecke mag, kommt an diesem Werk mit all seinen erinnerungswürdigen und überzeichneten Momenten, der bisweilen etwas holprig und kostengünstig erscheinenden Inszenierung und der ebenfalls Ländercode-freien Blu aus dem Hause Severin ja ohnehin nicht vorbei.
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Re: The Other Hell - Bruno Mattei (1981)

Beitragvon Adalmar » 12. Nov 2017, 20:27

Wie sieht der denn aus auf Blu-ray? Den Transfer der französischen DVD habe ich als grobkörnig und recht unscharf in Erinnerung.
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Re: The Other Hell - Bruno Mattei (1981)

Beitragvon jogiwan » 12. Nov 2017, 20:39

Adalmar hat geschrieben:Wie sieht der denn aus auf Blu-ray? Den Transfer der französischen DVD habe ich als grobkörnig und recht unscharf in Erinnerung.


Rein subjektiv: die Bildqualität ist okay, aber teilweise hatte ich hier den Eindruck, dass auf 16mm gedreht wurde, weil das Bild doch arg grobkörnig erscheint - laut IMDB ist das aber nicht der Fall. Ein paar Momente, in denen einzelne Personen etwas unscharf und eine Bildhäfte geringfügig heller erscheint, gibt es auch, aber da bin ich mir nicht sicher, ob das teils nicht an falschen Einstellungen beim Dreh lag. Das Bild ist sicher keine Offenbarung oder für Pixelzähler, aber mich hat das ehrlich gesagt nicht gestört.
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Re: The Other Hell - Bruno Mattei (1981)

Beitragvon Adalmar » 12. Nov 2017, 23:09

OK, danke! Das mit den 16mm könnte hinkommen.
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