Hiruko - The Goblin - Shin'ya Tsukamoto (1991)

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Hiruko - The Goblin - Shin'ya Tsukamoto (1991)

Beitragvon jogiwan » 4. Nov 2017, 10:36

Hiruko - The Goblin

Bild

Originaltitel: Yôkai hantâ: Hiruko

Herstellungsland: Japan / 1991

Regie: Shin'ya Tsukamoto

Darsteller: Kenji Sawada, Masaki Kudô, Hideo Murota, Naoto Takenaka

Story:

Während sich der junge Masao in den Sommerferien mit Freunden an der Schule herumtreibt und von seltsamen körperlichen Beschwerden geplagt ist, verschwindet sein Vater spurlos mit seinem Schwarm Tsukishima, die dem Archäologen als Assistentin zur Seite stand. Wenig später erreicht dessen nerdiger Archäologie-Kumpel Hieda das Areal, nachdem er vom Verschwundenen einen Brief erhalten hat, dass dieser vermeintlich am Areal der Schule das Grabmal des Kobold-Gottes Hiruko gefunden hat. Tatsächlich weisen einige Ereignisse in der kommenden Nacht darauf hin, dass das Grabmal geöffnet wurde und die unsichtbaren Kobolde ihr Unwesen treiben und sich der abgetrennten Köpfe von Menschen bemächtigen um Schabernack zu treiben. Während die Beiden daraufhin versuchen, der Bedrohung Einhalt zu gebieten, erfährt Masao aber auch mehr über die Vergangenheit seiner Familie und seinem unausweichlichen Schicksal, dass ebenfalls mit dem Grabmal des Kobold-Gottes Hiruko im Zusammenhang steht.
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Re: Hiruko - The Goblin - Shin'ya Tsukamoto (1991)

Beitragvon jogiwan » 4. Nov 2017, 10:37

Die Filme von Shin'ya Tsukamoto gelten ja gemeinhin als körperbetontes „Kino der Extreme“ und „Hiruko – The Goblin“ ist hier wohl der berühmte Ausreißer, da der japanische Regisseur für seine Verhältnisse hier überraschend konventionell, geradlinig und zugänglich zu Werke geht. Für den Zuschauer entsteht ja so auch erst einmal der Eindruck, dass hier die Produktionsfirma ein großes Wort mitgesprochen hat, wobei Tsukamoto großen Wert darauf legt, dass er diese Mischung aus Fantasy, Horror und Komödie komplett nach seinen Vorstellungen realisiert hat. Tsukamoto wollte mit „Hiruko“ einen Streifen schaffen, der in an Filme erinnerte, die ihn in seiner Jugend inspirierten und wirkt inhaltlich und auch inszenatorisch auch etwas aus der Zeit gefallen. „Hiruko“ ist sicherlich auch nicht das Werk, was man sich zwischen „Tetsuo I & II“ erwarten würde und doch ist hier auch wieder das Thema „Body-Horror“ präsent, selbst wenn die Reise dieses Mal in eine völlig andere und eher Comic-hafte Richtung geht. Die Figuren und das Szenario wirken mit seinem gewöhnungsbedürftigen Humor-Anteil abermals völlig überzeichnet, wenig ernsthaft und irgendwie ist hier wiederum alles auf eine trashige Weise und ohne Rücksicht auf Verluste vollkommen „Over-the-Top“ ausgefallen. Obwohl der Zuschauer mit sonderbaren und haarsträubenden Einfällen am laufenden Band zwar stets bei Laune gehalten wird und das Finale dann die Kinnlade nach unten klappen lässt, würde ich „Hiruko“ nach herkömmlichen Gesichtspunkten auch nicht als funktionalen, guten oder gar gelungenen Streifen bezeichnen – als weiteres Puzzle-Teil im abstrakten Tsukamoto-Universum macht aber der bisweilen überdreht und verspielt wirkende Streifen aber durchaus Sinn und präsentiert sich für den Zuschauer glücklicherweise auch immer noch das Gegenteil von langweilig oder gar gewöhnlich.
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Re: Hiruko - The Goblin - Shin'ya Tsukamoto (1991)

Beitragvon Arkadin » 8. Nov 2017, 10:04

Hmmm.. auch hier habe ich eine etwas abweichende Meinung.

Ich schrieb kürzlich mal:

Tja, im allgemeinen verehre ich Herrn Shin'ya Tsukamoto über alle Maße. Vielleicht habe ich mich darum so lange um eine Wiedersichtung von "Hiruko" gedrückt. Das erste und bis gestern einzige Mal habe ich ihn auf einer VHS-Kopie des niederländischen Tapes gesehen. Auf japanisch mit niederländischen Untertiteln. Keine optimalen Veraussetzungen, wenn man sich die Handlung mehr oder weniger zusammenreimen muss. Gestern also die deutsche DVD mit deutschen (die man übrigens im Menü nicht auswählen kann, wohl aber über den Player selber) Untertiteln. Neee... hat mich nicht wirklich überzeugt. Aber ich habe auch so meine Probleme mit japanischer Komik, wenn alle ständig hysterisch am Schreien und wild durch die Gegend lauf sind. Die (preisgünstigen) Effekte waren nett, die Geschichte irgendwie auch - aber diese Slapstick-Einlagen und das groteske Overacting war mir dann doch much too much. Von Tsukamoto merkt man auch nicht wirklich viel. Das ist alles technisch sehr kompetent, aber auch irgendwie komplett beliebig und nicht besonders nachhaltig. Ich habe noch ein paar Extras gesehen. Da gab es eine 4-minütige Einführung von irgendeinem Franzosen, der merkwürdige Dinge zu erzählen wusste, bei denen ich mich gefragt habe, ob er den Film wirklich gesehen hat. Und zwei Interviews mit dem wie immer sehr sympathisch-bescheidenen Tsukamoto, der einerseits erzählt, dass er den Film recht gerne mag und völlig freie Hand gehabt hätte den zugrundeliegenden Manga umzusetzen - andererseits aber auch zugibt, die ganze Zeit über extrem gestresst gewesen zu sein.
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