Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Moderator: jogiwan

Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon ugo-piazza » 26. Sep 2017, 19:32

buxtebrawler hat geschrieben:
karlAbundzu hat geschrieben:Also Wayne singt, spielt Gitarre und bedient die Bassdrum, Lula singt und beident den Rest des Schlagzeugs (Stand-Tom, Snare, Becken). Hab ich so auch noch nicht gesehen.


Ich auch nicht :-?


So ähnlich hab ich das durchaus schon gesehen, beim Auftritt des Ösi-Duos "My name is music" in Flensburg vor einigen Jahren. Looks like this:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 27. Sep 2017, 14:39

22.09.2017, Lobusch, Hamburg:
THE MAD MOISELLES + THE SOUL INVADERS + DISILLUSIONED MOTHERFUCKERS


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Pott-Export Mäggi blies zur Geburtstagsfeier in der Lobusch und hatte all seine Lieblingsbands eingeladen. Weil aber weder die DIE AMIGOS noch DIE FLIPPERS und leider auch nicht BRUNNER & BRUNNER konnten, sprangen wir stattdessen zusammen mit zwei Bands aus seiner alten Heimat ein. Diesmal war’s nicht ich, der im Vorfeld mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, sondern Dr. Tentakel kroch auf allen Achten und war ein erbarmungswürdig vergripptes Häufchen Elend. Dazu aber ein tapferes und so verzichteten wir auf die letzten Proben und versorgten ihn stattdessen mit schlauen Tipps („Iss mal ‘nen Apfel!“), Freitag stand er Gewehr bei Fuß. Gegen 22:30 Uhr ging’s mit „Pogromstimmung“ los und elf weitere Songs folgten, von denen wir „Ghettoromantik“ spontan etwas umstrukturierten, ähem… Obwohl’s in der Lobusch keine Monitore mehr gibt, konnte ich den Sound über die P.A. gut vernehmen und der klang gar nicht übel – zumindest so lange mein Mikro nicht plötzlich leiser wurde oder zwischendurch gar ganz ausfiel. Hrmpf. Auch das Publikum war diesmal seltsam reserviert, dafür aber ungefähr in der von mir in etwa vermuteten Stärke aufgeschlagen – wenn Mäggi auch mit mehr gerechnet hatte. Hinterher konnten wir uns aber ein Lob abholen, wie schnell unsere Songs mittlerweile geworden seien – klar, wir mussten uns ja auch beeilen, schließlich musste das Tentakelchen schnellstens zurück ins Lazarett.

THE SOUL INVADERS aus Hagen traten anschließend kräftig Arsch mittels flottem englischsprachigem Oldschool-Punkrock, mal rockiger, mal melodischer, mal Richtung Rock’n’Roll oder Garage, aber immer 100 % nach vorn. Teile des Publikums tauten nun etwas auf und feierten die vor allem vom Sänger inbrünstig transportiere Punkrock-Show. Das hatte Stil, Druck und Qualität und war in jedem Fall der beste SOUL-INVADERS-Gig, dem ich bisher beigewohnt habe. Die Soundprobleme hatten hier anscheinend auch ein Ende und der coolen Abgewichstheit, mit der die SOUL INVADERS ihr Set durchzockten, merkte man die langjährige Live-Erfahrung zu jeder Sekunde an. Der Sänger, der als Ritual unmittelbar vor jedem Gig noch mal aufs Scheißhaus geht, hatte offenbar guten Stuhlgang… Ohne Zugabe ging’s nicht zur Aftershow-Party und damit hatte der Abend seinen musikalischen Zenit erreicht.

THE MAD MOISELLES stammen ebenfalls aus Hagen, dürften aber bei weitem noch nicht so lange unterwegs wie die Kollegen sein. Musikalisch fährt man ganz grob ‘ne ähnliche Schiene, englischsprachiger Punkrock der alten Schule eben, etwas ruppiger und aggressiver, angepisster und grundsätzlich echt nicht verkehrt, musikalisch ‘ne ehrenwerte, wohlklingende Angelegenheit. Nach ein paar Minuten jedoch verweigerte das Quintett den Dienst und verlangte mehr Bier – bis dahin absolut verständlich. Doch auch mit neuen Kannen ausgestattet tat sich erst mal nix und der Sänger lümmelte auf dem Bühnenboden herum. Irgendwann ging’s dann nach ‘nem verbalen Arschtritt des Drummers weiter, woraufhin der Sänger sich offenbar genötigt fühlte, ‘ne besonders ausgefallene Show hinzulegen: Er mimte den Besoffski und saß, kroch oder lag mehr auf der Bühne herum, als dass er sich in der Senkrechten befand. So richtig authentisch wirkte das nur leider nicht, was aber wiederum ganz gut war, da die Texte anscheinend saßen und gesanglich alles gepasst zu haben schien. Gute Songs und Performance aller Beteiligten also mit seltsamer, übertriebener Show-Einlage, deren Sinn sich mir nicht erschloss und die irgendwie bizarr und einfach drüber war.

Das war’s dann auch mit dem öffentlichen Teil der Geburtstagssause Señor Mäggies, der nur einen Tag später mit den SOUL INVADERS im privaten Kreise auf dem Gaußplatz weiterfeiern sollte – je oller, je doller. Glückwunsch noch mal und danke darüber hinaus an seine Helfer und das Lobusch-Team (insbesondere Sonja fürs Überwachen unseres eigentlich nur zu repräsentativen Zwecken aufgebauten Merch-Stands) sowie an Meisterkoch Olax fürs leibliche Wohl über Kaltgetränke hinaus und last but noch least an Jana und Flo für die Schnappschüsse unseres Gigs!

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 12. Okt 2017, 15:07

06.10.2017, Villa, Rotenburg:
RESTMENSCH + ANGEBRACHTE PANIK + DISILLUSIONED MOTHERFUCKERS


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Eigentlich hätte eine Mini-Tour daraus werden sollen: Freitag in Rotenburg und Samstag zusammen mit KILLBITE und RESTMENSCH in Rostock. Als wir kurz vor Toreschluss erfuhren, dass in Rostock zeitgleich ein Konzert stattfindet, von dem die Bagehl-Veranstalter vermuteten, dass es das ganze Publikum ziehen würde und sie dieses auch selbst gern besuchen würden, war kurzzeitig ein Nachmittags-Konzert im Gespräch, worauf wir letztlich in gegenseitigem Einvernehmen und vor dem Hintergrund des Rotenburg-Gigs dann doch lieber verzichteten – aufgeschoben ist natürlich nicht aufgehoben!

Nichtsdestotrotz hatte uns der gute KILLBITE-Ballo in der Rotenburger Villa untergebracht, die ich einst bereits mit BOLANOW BRAWL bespaßen durfte und auf die ich mich aufgrund der positiven Erfahrungen besonders freute. Doch warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? Einen Tag vorher war Xavier (nicht Naidoo, sondern der Orkan – egal, beide scheiße) über Deutschland hinweggefegt und hatte eine Schneise der Verwüstung hinterlassen: Zerstörung, Tote, Verkehrschaos. So wurde schon mal nichts aus dem Plan, dass Eisenkarl und Tentakel mit dem Wohnmobil anreisen und wir übrigen inkl. Jana und dem österreichischen Matjesmädchen Lisa mit der Bahn loseiern, denn die Bahnstrecke war gesperrt. Also erklärte sich Jana dankenswerterweise bereit, ihre alte Schüssel nicht nur zur Verfügung zu stellen, sondern auch höchstpersönlich zu steuern, wenn auch mit einem etwas mulmigen Gefühl und der Befürchtung, irgendwo auf der Autobahn liegenzubleiben. Dies passierte zwar nicht, doch musste zunächst einmal Eisenkarl Starthilfe geben. Durch heillos verstopfte Straßen quälten wir uns dann durch den Hamburger Feierabend- und Wochenendverkehr und konnten nicht einmal auf den Elbtunnel ausweichen, da dieser ebenfalls gesperrt war. Endlich raus aus der Hanse- und Bullenstadt ging’s auf besagte Autobahn, auf der wir prompt in zähflüssigsten Verkehr und Stau gerieten, sodass wir uns nur quälend langsam gen Rotenburg a.d. Wümme fortbewegen konnten. In jenem Bremer Vorort endlich angekommen, ging das Chaos direkt weiter, denn aufgrund einer Kirmes war die halbe Stadt abgesperrt, wovon unsere Navis natürlich nichts wussten. So kurvten wir ein paarmal durch den Kreisverkehr, bis wir ENDLICH zur Villa gelangten. Boah ey!

Dort nahmen uns Einheimische sowie die RESTMENSCHen in Empfang. Beim Einchecken erfuhren wir dann, dass unser Veranstalter und Mann vor Ort ebenfalls noch gar nicht da ist, weil er einen Autounfall hatte – ein Laster war ihm hinten reingefahren. Zum Glück ist dem guten Mann aber nichts weiter passiert und er konnte später dazustoßen. Um uns eine Mahlzeit zu kredenzen, hatte man improvisiert und uns Veggie-Dürüms vom örtlichen Döner-Restaurant besorgt, was ‘ne sehr feine Sache war. Mein Magen dankte es und zwischen Aufbau und Soundcheck begann ich mit der Druckbetankung, denn natürlich waren wir arschspät dran. ANGEBRACHTE PANIK aus Bremen wähnte ich als lokalen Opener, doch die Panikmacher favorisierten selbstbewusst die mittlere Spielposition für sich (RESTMENSCH waren als Headliner eh gesetzt), was uns nur entgegenkam. Der Sound-Maestro zauberte uns einen vernünftigen Klang und hatte sogar bischn Hall für die Gesänge parat, was immer sehr angenehm, aber nicht selbstverständlich ist. Ferner berichtete man uns, dass aufgrund einer Konkurrenzveranstaltung weniger Gäste als gedacht anwesend seien. Ein paar Hamburger, die sich angekündigt hatten, mussten aufgrund besagter Bahnstreckensperrung ebenfalls passen, aber ich war mit dem Publikumszuspruch eigentlich ganz zufrieden.

Denn als wir wesentlich später als geplant endlich zu schrammeln, scheppern, brüllen und hassen begannen, zeigte sich der Mob nicht nur interessiert, sondern sogar tanzfreudig. Relativ unfallfrei zockten wir unser leicht gekürztes Set durch, abgesehen von ein paar Rumplern, meinem Tritt aufs Mikrokabel, was mir das Ding fast aus der Hand riss und ähnlich üblichen Sperenzien, bis Kai unmittelbar vorm letzten Song die E-Saite seines Besens riss. „Ghettoromantik“ wollten wir aber schon noch gern spielen und so zog er ‘ne neue auf, während ich die Zeit mit Bullshit-Gesabbel überbrückte. Nach allen Widrigkeiten hatten wir endlich abgeliefert und konnten nun zum entspannten Teil des Abends übergehen.

Dies bedeutete, sich den deutschsprachigen Punk von ANGEBRACHTE PANIK um die Ohren schlagen zu lassen. Stilistisch etwas eigen und gewöhnungsbedürftig mit seinen funkigen Einlagen und Sprech-Passagen, textlich ambitioniert, wütend und ziemlich undoof gegen Nationalismus, sexistische Geschlechterrollenklischees und ähnliche Unappetitlichkeiten wetternd und meines Erachtens immer dann am stärksten, wenn die Sängerin und Bassistin in Personalunion so richtig schön giftig singkeift. Den Gesang teilt sie sich übrigens mit dem Gitarristen. Die meiste Zeit verbrachte ich glaube ich hinterm Merch-Stand, doch von dort aus hatte man noch gute Sicht und guten Sound. Da fiel mir auch die liebevoll gestaltete CD der Band auf, die anstelle einer normalen Plastikschachtel in Stoff gehüllt wurde. Weiß gar nicht, warum ich mir die nicht mitgenommen habe. Musikalisch ist das nicht 100%ig meine Schiene und hier und da vielleicht noch etwas überambitioniert, aber die selbstbewusste und kritische Attitüde kam gut rüber. Interessante Band.

Was dann geschah, erfüllte einerseits all meine Erwartungen und doch wieder nicht: RESTMENSCH prügelten gewohnt souverän ihren herrlichen ‘80er-HC-D-Punk durch und ließen das Adrenalin fließen, taten dies nach relativ kurzer Zeit jedoch in erster Linie nur noch für uns andere beiden Bands, die wir die Hamburger kräftig abfeierten, sowie einen versprengten Haufen Einheimischer. Ey Rotenburger, was war los? Müsst ihr alle so früh ins Bett? Aufmerksamkeitsspanne nach zwei Bands bereits ausgereizt? Hat das Haake-Beck zu sehr reingeknallt? Falls ihr das lest und wissen wollt, was ihr verpasst habt, konsultiert gern einen meiner anderen RESTMENSCH-Konzertberichte oder hört euch das Album „Die Erde ist eine Scheiße“ an. Die AP-Sängerin ergriff zwischen zwei Songs das Mikro und tat kund, dass sie es bedauerlich fände, dass sie an diesem Abend die einzige Frau auf der Bühne gewesen sei und machte auf das Ungleichverhältnis zwischen den Geschlechtern aufmerksam. Dabei war das Publikum – als es denn noch in stärkerer Anzahl da war – ziemlich gut gemischt und ich vermute einfach mal, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Frauenanteil in Bands derart gestiegen ist, dass Mädels auch auf der Bühne nicht weiter derart unterrepräsentiert sind. Bei RESTMENSCH konnte ich mich jedenfalls schön austoben und anschließend oben im Kneipenbereich auf den Sofas entspannen, bis man uns in unser nahegelegenes Schlafgemach geleitete, eine luxuriöse Wohnung mit reichlich Betten und eigenem Zimmer für uns. Seltsamerweise wollte dort niemand mehr mit mir Aftershow-Party feiern und/oder meine TV-Melodien- oder Surf-Musik-Sammlung hören. Also öffnete ich mir ein letztes Bier und verabschiedete mich nach nur einem Schluck von den Banausen, indem ich spontan wegknackte und den anderen scheinbar den Schlaf raubte, indem ich paar dicke Äste sägte, durchs Gebäude auf der Suche nach dem Klo – bzw. dem Weg zurück – schlich und angeblich gar Zwiebel- und Krautsalat-bedingter Flatulenz freien Lauf ließ. Ich weise sämtliche Vorwürfe natürlich entschieden zurück.

Am nächsten Morgen weckte man mich offenbar aus Rache zu nachtschlafender Zeit. Ich kapitulierte und begab mich ebenfalls zurück zur Villa, wo wir unser Zeug einluden, nachdem ich den armen Veranstalter aus den Federn klingeln musste. Eine Katze lief umher und ließ sich streicheln, Kalle suchte einen Bäcker und kam mit Fladenbrot, Käse und Knobiwurst vom Dönerman zurück und die Rückfahrt gestaltete sich unspektakulär, dank Konterbier (und natürlich Janas besonnener Fahrweise auf nun freieren Straßen) erträglich. Nur Kai wirkte irgendwie unausgeschlafen…

Danke ans Villa-Team für alles, an Ballo für die Vermittlung, an HH-Martin, der’s tatsächlich bis nach ROW geschafft hatte, die Bands, die Leute vor der Bühne und Jana + Lisa fürs Fahren, DJing, Fotografieren und Merch-Stand-Betreuung!

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon karlAbundzu » 24. Okt 2017, 11:29

23.10.17 Precious Few + The Wedding Present, Saal Lagerhaus Bremen

The Wedding Present. Independent Helden der später 80er bis heute. Zu einer Zeit entstanden, als Independent noch schrammelige Gitarrenmusik, nicht mehr Punk, noch nicht Rock oder Pop hieß. Brachte so viele unterschiedliche tolle Bands hervor, neben der Band des Abends New Model Army, The Fall, oder hiesige: Strangemen und Philip Boa. Und eben bei einem Labelsampler von Boas Label stiess ich zuerst auf die zweite Band nach Spandau Ballet, die sich nach einem Berliner Stadtteil benannte. Eigentlich immer wieder aktiv bis heute, aber in wechselnden Besetzungen. Immer mit dabei: Hauptsongschreiber, Gitarrist und Sänger David Gedge.
Im ganz gut gefüllten Lagerhaus (Ich glaube, der Montag verhinderte ein ganz volles Haus) lernte ich vor Spielbeginn der Vorgruppe ein Paar aus der Nähe von Garmisch kennen, die extra den sehr sehr langen Weg auf sich nahmen. Und sich das Wochenende vorher natürlich Bremen ansahen, wovon sie begeistert waren. Das letzte Mal sahen sie die Band vor 30 Jahren. Das ist das Stichwort: Die Tour stand unter dem Motto 30-jähriger Jahrestag der Debut-LP GEORGE BEST.
Doch vorher noch das Duo Precious Few, Sängerin, die hin und wieder Melodica spielte, und Akkustikgitarrenspieler. So SInger-Songwriter - Style, der mich anfangs gar nicht packte, doch nach einer Rauchpause meinerseits gefielen mir die letzten vier Songs gut und mich nervte eher, dass fast das gesamte Publikum redete, was bei so Musik tatsächlich störend ist.
Dann Wedding Present. Ich dachte ja erst, dass sie das beliebte Konzept von "Wir spielen eine legendäre Platte nach" verfolgen. Das ich ja immer nicht so ganz nachvollziehen kann, denn so ein Konzert hat ja eine andere Dramaturgie als eine LP. Andererseits, hätte Dinosaur Jr neulich einfach GREEN MIND ganz nachgespielt, hätte es auch keinen gestört.
Aber schon der erste Song strafte mich Fehleinschätzung: Mein liebster Song ONCE MORE gab den Auftakt. David Wedge war gut drauf, es gab eine supercoole Bassitin, und die Musik zwischen Cure- und Smtihs-Gitarren, treibenden Beat und ein Gesang irgendwie wie ein besser gelaunter Ian Curtis gaben sehr gut die Mischung aus Leichtigkeit und Dringlichkeit der Platten wieder. Wunderbar. David erklärte dann (das meiste, was er erzählte tatsächlich auf deutsch) den Ablauf des Abends, das irgendwann die ganzen GEORGE BEST SONGS kommen. Und nach drei vier gespielten Liedern eben dieser sagte er: Ihr merkt schon, wir sind mitten drin in George Best. Das merkt ihr daran, das alles gleich klingt. :-) Vor dem vorletzten Lied erinnerte er noch mal alle daran, dass sie wie immer keine Zugabe spielen würden. Und so kam es auch.
EIn rundum gelungener Tag, der mir einen persönlich beschissenen Tag noch ein wenig rettete.
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon Paul Naschy » 27. Okt 2017, 10:56

MONICA VLAD (Österreich) – live @ lab30, Augsburg, 26.10.17

Musikalische Mediennostalgie. Mit einer Nähmaschine, mit Radios, Kassettenrekordern und Walkmen kreiert die Linzer Künstlerin Monica Vlad neue Klangräume. Alle Geräte sind mit einem Mischer verbunden, der Klang wird zu­dem durch eigens angebrachte Kontaktmikrophone zusätzlich beeinflusst und verstärkt. Das Ergebnis ist dunkler, experimen­teller Ambient-Sound mit technoiden Einsprengseln.


FRACTION (Frankreich) – live @ lab30, Augsburg, 26.10.17

Ausgangspunkt der Noise-Performance des Pariser Musikers und Klangkünstlers Fraction ist ein virtueller Raum, vollgepackt mit Vektorgrafiken, der musikalisch und visuell live auf der Bühne bearbeitet wird. In akribischer Detailarbeit entstehen aus feinen Linien ganze Flächen und Räume mit hypnotischer Sogwirkung. Eine intensive Performance aus Schwarz, Weiß und den Geräuschen dazwischen. Ein dreidimensionales Massaker aus Lärm. Etwa die Hälfte des Publikums musste vorzeitig den Saal verlassen.
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon Paul Naschy » 29. Okt 2017, 09:24

28.10. Schondorf, Hammerschlag: REDD KROSS & MELVINS

Redd Kross waren die perfekte Einstimmung, nicht mehr, nicht weniger.

Es gibt keine bessere Band als die Melvins. Grandioser Set, dessen intelligenter Aufbau wohl von den wenigsten Zuhörern durchschaut wurde. Aber er verfehlte seine Wirkung nicht. Eines der besten Melvins-Konzerte, die ich bisher gesehen habe (14).
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 29. Okt 2017, 17:56

Paul Naschy hat geschrieben:Eines der besten Melvins-Konzerte, die ich bisher gesehen habe (14).


:shock:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 31. Okt 2017, 16:09

21.10.2017, Lobusch, Hamburg:
AUWEIA! + THRASHING PUMPGUNS + STACKHUMANS


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AUWEIA! auf Abschiedstour mit Halt in der Lobusch – also unbedingt mal hin da, jene achtbeliebteste (nach SLIME, DRITTE WAHL, TOXOPLASMA, CANALTERROR, VORKRIEGSJUGEND, BOSKOPS und RAZZIA) Deutschpunkband ever hatte ich schließlich lang genug mit Ignoranz gestraft – und ich weiß nicht mal, warum. Shouter Ullah machte in seinen Beiträgen zum „Plastic Bomb“-Fanzine i.d.R. einen sehr sympathischen Eindruck und die zwei, drei Songs, die ich kannte, konnten ‘ne Menge. Außerdem wurden sie allenthalben ziemlich abgefeiert und „Dat is Punk, dat raffste nie!“ zum geflügelten Wort. Weshalb ich mir trotzdem nicht mal ‘ne ganze Platte angehört hatte, kann ich echt nicht sagen – vielleicht gerade deshalb? Die Konzerte jedenfalls hab‘ ich anscheinend aus Zeitgründen immer verpasst. Genug des Blablas, erst mal zu den STACKHUMANS aus Itzehoe: Die hatte ich zuletzt im Februar im Gängeviertel gesehen. Seitdem haben die sich ganz schön gemacht: Was damals noch ziemlich rudimentär rumpelte, klang jetzt wesentlich gereifter nach recht tightem Aggro-HC-Punk mit Crust-Einschlag (oder so). Die Band, insbesondere der auch mal seine Bühne verlassende (und sich seiner Schuhe entledigende!?) Shouter, legte sich kräftig ins Zeug und konnte sich grundsätzlich eigentlich nicht über mangelndes Publikumsinteresse beklagen. Weshalb die Leute aber wie angewurzelt dastanden und die Band begafften, weiß ich nicht, doch auch Applaus scheint mittlerweile als uncool und unpunkig zu gelten. Mir gefiel’s über weite Strecken gut, halt die schön grobe, humorlose, radikale Kelle, allerdings täte die Band gut daran, ihr Set etwas zu kürzen – die STACKHUMANS schienen gar nicht mehr von der Bühne zu wollen, doch ihr Sound nutzte sich mit der Zeit spürbar ab und wurde monoton, zu sehr ähneln sich irgendwann die Songs.

THRASHING-PUMPGUNS-Rolf schien vor dem Gig etwas in Sorge um seinen Bassisten zu sein, der bereits bei meinem Erscheinen deutlich Schlagseite hatte. Beim HC-/Thrash-Crossover-Livesound schließlich schien das egal zu sein, die Band pustete den Laden kräftig durch, brachte die vorderen Reihen zum Tanzen und motivierte auch mich zu ekstatischen Ausdrucksformen. Der neue Gitarrist scheint bestens dazu zu passen und Shouter Rolf ist nach wie vor nicht zuletzt ein verdammt geübter Entertainer, der ebenfalls auf Tuchfühlung mit dem Mob ging. Geile Scheiße wieder!

Als AUWEIA! gegen halb eins auf die Bühne kletterten, war ich längst zu breit und ausgepowert, um mir noch Details merken zu können. Fakt ist aber, dass der geschmackssichere Ullah & Co. die Fahne des relativ schnörkellosen, flotten, rauen und unprätentiösen deutschsprachigen Punkrocks bzw. HC-Punks, der irgendwann später mal „Deutschpunk“ getauft wurde, hochhalten (bzw. -hielten) und frei jeglichen aufgesetzten Images, intellektuellen Überaus oder affektierten Getues ordentlich auf die Kacke hauten, wie man es sich wünscht. Ullah sangbrüllschrie sich hektisch und inbrünstig durch etliche straßentaugliche Punk-Weisen und zappelte sich seinen Schnurri schwindelig. Tonnenweise Papierschnipsel wurden von der Bühne geworfen und flogen auf dieselbe zurück, bis die Lobusch aussah wie ein überdimensionierter Aktenschredder. Das Publikum war mittlerweile natürlich auch aufgetaut, bisweilen schwer besoffen, und feierte gut mit. Gegen Ende wurden Spezi und Tommy (beide ex-STAHLSCHWESTER) auf die Bühne gebeten und sangen zusammen mit Ullah, fragt mich aber bitte nicht, was. Nach dem Gig war ich hackedicht, quatschte Ullah noch mit irgendeinem Mist voll und trat schließlich den Heimweg an, das Bier schien auch irgendwie alle zu sein. Bands wie AUWEIA! gibt’s leider zu wenige in der Szene und insofern ist dieser Abschied durchaus ein etwas trauriger – obwohl gerade erst so richtig kennengelernt. Hoffentlich lässt man uns nicht über kurz oder lang mit all diesen „selbstironischen“ D-Punk-Bands allein…

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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon karlAbundzu » 31. Okt 2017, 16:28

Bei Auweia muss ich noch mal reinhören.
Punkgeschichtspolizei:
buxtebrawler hat geschrieben:„Dat is Punk, dat raffste nie!“
ist eigentlich von den Abstürzenden Brieftauben, Song namens "Stefan"(!!!), zu erst veröffentlicht 1987 auf der We break together LP. Live hab ich das, glaube ich, schon früher gehört. Dort sagt die Angebetete zum lyrischen Ich-Erzähler: Mann Aller, dat is Punk, dat raffste nie.

Nebenbei: Die Bolanow Brawl Single gefällt mir sehr gut, CROSSED YOUR PLANS schon ein Ohrwurm!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Euer nächstes/letztes Konzert bzw. Live-Event

Beitragvon buxtebrawler » 1. Nov 2017, 17:47

karlAbundzu hat geschrieben:Bei Auweia muss ich noch mal reinhören.
Punkgeschichtspolizei:
buxtebrawler hat geschrieben:„Dat is Punk, dat raffste nie!“
ist eigentlich von den Abstürzenden Brieftauben, Song namens "Stefan"(!!!), zu erst veröffentlicht 1987 auf der We break together LP. Live hab ich das, glaube ich, schon früher gehört. Dort sagt die Angebetete zum lyrischen Ich-Erzähler: Mann Aller, dat is Punk, dat raffste nie.


Wusste ich tatsächlich noch nicht, da ich die Tauben immer überflüssig fand. Unter Auweia! wurd's aber m.E. erst so richtig zur ständig kolportierten Phrase.

karlAbundzu hat geschrieben:Nebenbei: Die Bolanow Brawl Single gefällt mir sehr gut, CROSSED YOUR PLANS schon ein Ohrwurm!


Das freut mich.
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