Die letzte Frau - Marco Ferreri (1976)

Moderator: jogiwan

Die letzte Frau - Marco Ferreri (1976)

Beitragvon reggie » 7. Jan 2013, 17:45

Bild
Frankreich/Italien 1976

Darsteller: Gérard Depardieu, Ornella Muti, Renato Salvatori, Michel Piccoli
Score: Philippe Sarde

Ein geschiedener Mann kümmert sich um sein Baby, da die Frau sich nicht kümmert.
Er Arbeitet in einer Fabrik, diese macht aber für eine Woche zu und als er seinen Sohn im Betreungshort der Firma abholt lernt er Valerie kennen.
Diese will eigentlich mit ihrem Freund in Urlaub fahren entscheidet sich aber dann mit Gerard mit zugehen . Es beginnt eine Wilde Fickerei, man liebt sich ununterbrochen.
Zwischenrein kümmert man sich mal ums Baby. Aber hauptsächlich wird gefickt, bis endlich schluss ist weil Gerards Penis Wund ist. Tja da heist es von nun an ihn nur noch zu hegen und zu pflegen, täglich eincremen und so.
Silvia ist zwischen ihrem Freund und Gerard hin und her gerissen, entscheidet sich dann für Gerard. Aber zu dem zeitpunkt läuft ihre Beziehung schon nimmer rund.
Da Gerad ziemlich schwanzgesteuert ist. Sein Penis ist sein ein und alles auf dem ist er stolz. Und wenn sein Penis launisch ist, dann ist auch er launisch. Wenn er mal nich sein elektrisches Fleischmesser in der Hand hat dann ist es der Penis.
Irgendwann kommt er mit seinem Penis nimmer Klar und sieht nur einen ausweg...

Der Italiener Ferreri hat ja schon einige spezialfilme angefertigt zb. "Das Grosse Fressen" , auch der Film ist mehr als Spezial. Gerard Depardieu ist andauernd nackt und zeigt dabei alles!!! Hier sieht man schon das er mal einen morts Wanst bekommen wird, der hier schon versucht herauszudrücken. :nick:
Sein gespielin die Ornella Mutti, ist wieder mal wunderhübsch anzusehen, sie hat aber nur eine kurze richtige Nacktszene(siehe Foto unten), ansonsten gibts nur etwas bein...
Schade hätte lieber mehr von der Ornella gesehen, als vom Gerard in all seinen Details....
Teilweise zeigt der Film eine Beziehung wie es sie schon öfters gegeben hat, wie sie sich entwickeln kann, teilweise aber auch sowas an den Haaren herbeigezogen fand ich...
Es beginnt mit Sex, man nähert sich an, zweifelt an den eigenen Gefühlen , es gibt Auseinandersetzungen mit den Ex- Partnern, Streit und unerfüllte Erwartungshaltungen.
Wird auch überaus überzeugend von den Darstellern gespielt, die Muti ist ne wucht und auch Gerard.
Aber mir war der Film zu umständlich und läuft eine Beziehung wirklich so ab? Wohl nur im Film ?
Am ende kommt dann der grosse Knall , der ganz grosse Schock ! Eine Szene die jedem Schmerzt. Krass, ähnlich im Reich der Sinne oder so manchem Kannibalenschocker :shock:
6/10 für mich ganz klar nicht das Meisterwerk für das ihn viele Halten, hat mich einfach nicht gepackt...
Erotisch fand ich den Film übrigens auch nicht, nur die Szene wo sich die Ornela auszieht, das wars dann auch...
Gerard hält nichts von Zährtlichkeiten, der hämmert ihn rein und gut ;)
Und ganz klar ein Franzosenfilm von der Machart...

Noch ein Paar bilder u.a. um zu zeigen wie detailfreudig der Film ist, die argen in Spoilertags:

BildBildBild
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(Es gibt übrigens Gerards prachtsück auch in nahaufnahme, aber wer will das schon sehen)

www.youtube.com Video From : www.youtube.com
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Re: DIE LETZTE FRAU - Marco Ferreri

Beitragvon untot » 7. Jan 2013, 20:06

An den Film hatte ich bei dem Bild auch schon gedacht, ich konnte mich nur nicht an den Titel erinnern.
Hab den auch eher seltsam in Erinnerung und kann mich nach all den Jahren auch kaum noch daran erinnern, eigentlich an nichts mehr, bis auf die besagte Schlussszene.... :kicher:
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Re: DIE LETZTE FRAU - Marco Ferreri

Beitragvon buxtebrawler » 6. Okt 2017, 10:02

„Ihr Weiber könnt mich alle nur fertigmachen, verflucht noch eins!“

Marco Ferreri hatte es erneut getan: Nach „Das große Fressen“ inszenierte der italienische Regisseur mit „Die letzte Frau“ im Jahre 1976 einen weiteren skandalträchtigen Film, ein Drama mit Erotik-Anteilen. Die französisch-italienische Koproduktion atmet jedoch eindeutig den Geist des französischen Kinos und bezieht ihre Skandalwirkung aus wenigen plakativen Szenen.

„Frauen sind sehr sensible Tierchen. Und sie haben sehr viel Fantasie!“

Der alleinerziehende Ingenieur Gérard (Gérard Depardieu, „Die Ausgebufften“) muss aufgrund einer Betriebspause einen einmonatigen Zwangsurlaub abbummeln. Als er seinen Säugling Pierrot (David Biggani) aus dem Firmenkindergarten abholt, lernt er Valerie (Ornella Muti, „Ein Sommer voller Zärtlichkeit“) kennen, die seinen Nachwuchs gerade stillt. Sofort funkt es zwischen beiden, man küsst sich. Eigentlich wollte Valerie mit ihrem Freund, dem wesentlich älteren Michel (Michel Piccoli, „Themroc“), in den Urlaub fahren, überlegt es sich jedoch spontan anders und lässt ihn stehen, um ihre Zeit mit Gérard verbringen zu können. Dieser wurde von seiner feministische Gründe vorschiebenden Frau verlassen und sehnt sich einerseits nach einer neuen erfüllenden Beziehung, hat jedoch andererseits Sorge, dass Pierrot eine zu starke Bindung zur schnell eine Mutterrolle einnehmenden Valerie aufbauen könnte. Außerdem definiert er sich nach außen hin stark über seine Männlichkeit und Sexualität, möchte jedoch gleichzeitig nicht auf sie reduziert werden… Nach anfänglichem Liebesglück wird die Beziehung schnell brüchig, es kommt zum Streit und schließlich zur Eskalation.

„Ihr seid doch alle gleich… Ihr seid beschissen!“

Gérard badet mit seinem Kind, zeigt uns dessen Schniepel und auch seinen eigenen. Er steht nackt im Zimmer, auch Valerie zieht sich aus. Gérard hat eine stattliche Erektion, die die Kamera in voller Blüte einfängt. Dieser Grad selbstverständlicher Nacktheit ist ungewöhnlich für einen Spielfilm, der eben kein Softsex- oder Pornofilm ist. Ferreri setzt diese Aufnahmen als Bilder der Normalität ein, er stilisiert oder ästhetisiert sie nicht übermäßig. Bis auf wenige Aufnahmen sind auch die Sexszenen nicht auf Erotik getrimmt, denn all das ist gar nicht Thema des Films – auch wenn es zunächst einen anderen Anschein haben mag. Vielmehr scheint es mir um einen in seinen Geschlechterrollen gefangenen Mann zu gehen, der seinem Imponiergehabe und ständigem vulgären Gequatsche zum Trotz eine innere Einsamkeit spürt, der er kaum Ausdruck zu verleihen vermag, die jedoch Valerie spürt und sich lieber auf die sexuelle Ebene mit Gérard begibt, statt sich seiner vollumfänglich im Rahmen einer hingebungsvollen Partnerschaft anzunehmen.

Gérards Verzweiflung kulminiert schließlich in (Achtung, Spoiler!) seiner Kastration, die er selbst mittels eines Elektromessers vornimmt. Diese Pointe kann interpretiert werden als radikaler Schritt, um sich an der vornehmlich an seiner Sexualität interessierten Valerie zu rächen bzw. ihr zu trotzen, um nicht mehr über seine Sexualität definiert werden zu können, um nicht mehr Opfer seiner Triebe zu sein oder auch als physikalische Umsetzung einer von Gérard empfundenen Entmannung resultierend aus den Unstimmigkeiten in der Beziehung mit Valerie. Gute schauspielerische Leistungen und eine spärlich eingesetzte, dafür umso effektivere melancholische musikalische Untermalung stehen einer dialogreichen Handlung in Überlänge gegenüber, die Straffung hätte vertragen können. Ja, „Die letzte Frau“ ist mit seinem Ende provokant und schockierend – vor allem aber ein geschwätziger französischer Problemwälzfilm, der zu lange braucht, um auf den Punkt zu kommen und dem es kaum gelingt, die Oberfläche seiner Charakterisierungen zu durchbrechen. Trotz intimer Einblicke in ihr Privatleben bleiben einem Gérard und Valerie ebenso fremd wie sie sich offenbar selbst.

Benötigt Ferreri tatsächlich eine Inspirationsquelle à la Bukowski („Ganz normal verrückt“), um einen wirklich stimmigen Film zu kreieren? Mehr als 5,5 von 10 Elektromessern kann ich ihm hierfür nicht in die Hand drücken.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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