Katalin Varga - Peter Strickland (2009)

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Katalin Varga - Peter Strickland (2009)

Beitragvon jogiwan » 15. Sep 2017, 08:59

Katalin Varga

Bild

Originaltitel: Katalin Varga

Herstellungsland: Großbritannien, Ungarn, Rumänien / 2009

Regie: Peter Strickland

Darsteller: Hilda Péter, Norbert Tankó, Tibor Pálffy, Sebastian Marina

Story:

Als der Ehemann von Katalin erfährt, dass er nicht der leibliche Vater des elfjährigen Orban ist, muss die junge Frau den gemeinsamen Hof verlassen und macht sich unter dem Vorwand, die kranke Oma zu besuchen gemeinsam mit den Jungen auf den Weg um dessen tatsächlichen Vater zu suchen, der sie vor vielen Jahren während eines Autostopps vergewaltigt hat. Mit Pferd und Kutsche geht es durch die wunderbar entrückt erscheinende und noch ursprüngliche Welt der rumänischen Karpaten, die nur kurzfristig von den Annehmlichkeiten der modernen Welt durchbrochen wird. Der erste von zwei Peinigern ist auch rasch gefunden und Katalin macht kurzen Prozess, doch der zweite Mann und Vater von Orban entpuppt sich als liebevoller Ehemann, bescheidener und reumütiger Mensch, der auch durch den Umgang mit Orban Katalinas Plan der Rache in Wanken geraten lässt…
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Re: Katalin Varga - Peter Strickland (2009)

Beitragvon jogiwan » 15. Sep 2017, 09:02

Peter Stricklands in Rumänien realisiertes Leinwand-Debüt ist ein Noir-artig erzähltes Rachedrama der etwas anderen Art und atmet wie auch „Berberian Sound Studio“ und „The Duke of Burgundy“ den Geist vergangener Jahrzehnte. Hier sind es wohl Filmemacher wie Bergmann und Tarkovsky, die Pate für einen Film stehen, dessen Reiz wohl auch aus den gezeigten Kontrasten besteht und Strickland siedelt seinen vielschichtigen Streifen in der Gegenwart an und zeigt doch ein sehr einfachen Leben in scheinbar unberührter Natur, dass scheinbar noch wenig von den Annehmlichkeiten der modernen Welt profitiert. Auch bei den ambivalenten Figuren tut sich der Zuschauer mit der Einordnung schwer und weder Katalina, noch Tibor repräsentieren in dem Anti-Heimatfilm die Figuren, die man sich in einem durchschnittlichen Rachethriller eigentlich erwarten würde. „Katalin Varga“ erinnert mich dann auch sehr an den österreichischen Streifen „Revanche“, der ebenfalls auf inhaltliche Schwarzweiß-Malereien gänzlich verzichtet und zeigt, dass jedes tragische Ereignis unweigerlich Auswirkungen für alle Beteiligten haben kann. Das Ergebnis ist ein ruhiger, nachdenklich stimmender Streifen, der mit schönen Landschaftsbildern eine Suche nach persönlicher Erlösung erzählt, die es letzten Endes ebenfalls nicht ohne entsprechende Konsequenzen geben kann.
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