Le Magnifique - Philippe de Broca

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Le Magnifique - Philippe de Broca

Beitragvon ugo-piazza » 11. Sep 2017, 20:14

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F/I 1973

D: Jean-Paul Belmondo, Jacqueline Bisset, Vittorio Caprioli

AT: Der Teufelskerl

Einst hatte Schriftsteller François Merlin (Jean-Paul Belmondo) Ambitionen. Doch nun ist er 40, geschieden und hat einen halbwüchsigen Sohn. Um das Feuer in Gang zu halten, ist er einen Knebelvertrag mit Verleger Georges Charron (Vittorio Caprioli) eingegangen. Nun sitzt er in seiner abgerockten Butze und schreibt in Serie Pulp-Actioner um den Superagenten Bob Saint-Clair: smart, knallhart und ein Womanizer, der die Matratzen durchglühen lässt.
Zum Frustabbau schlüpft Merlin in seiner Fantasie immer wieder in die Haut Saint-Clairs und lässt an exotischen Schauplätzen die Quälgeister des realen Alltags – Handwerker, Polizisten und dergleichen mehr – spektakuär über die Klinge springen. Unterhaltung und Quelle stiller Sehnsucht bietet seine Nachbarin, Soziologiestudentin Christina (Jacqueline Bisset), die er von seinem Fenster aus beobachten kann. Sie taucht folgerichtig bereits im in der Mache befindlichen Buch als Saint-Clairs Love-Interest Tatjana auf.
Dann lernt Merlin aber Christina tatsächlich persönlich kennen. Und die ist Feuer und Flamme, als sie erfährt, dass der schüchterne Nachbar Groschenromane schreibt. Nun will sie ihre Doktorarbeit über Merlin und die Rezeption seiner Bücher schreiben. Merlins Hormone geraten in Wallung, und so hat er's auf einmal eilig, Saint-Clair loszuwerden und sein Leben zurückzugewinnen. Doch das ist gar nicht so einfach. (Film-Maniax)


Bébel, La Bisset und Vittorio Caprioli (wie lange habe ich den nicht mehr gesehen?) jeweils in Doppelrollen, das klingt nicht nur gut, das ist es auch. Bob Saint-Clair ist natürlich nicht nur der beste Agent, den die Welt je sah, sondern freilich auch ein Frauenschwarm. Und da Bob ja nur eine erfundene Figur eines Autors ist, kommt es in seiner Welt auch nicht ansatzweise auf Realität an. Da wird alles überdreht, dass es eine wahre Freude ist. Ein Agent wird in einer Telefonzelle Opfer eines Hais, Erschießungen geraten zu einer vollkommen überzogenen Splattereinlage, Bob und sein Gegenspieler Karpof müssen ihren Kampf kurzerhand unterbrechen, um mit dem Autor Merlin Rücksprache zu halten, wie es denn nun weitergehen soll.

Wie es weitergehen soll, fragt sich auch Merlin, denn sein Verleger will keinen Vorschuss rausrücken, sein Bad ist praktisch unbenutzbar, weil weder Installateur noch Elektriker als erstes mit der Arbeit beginnen wollen, und sein Auto sieht noch abgewrackter aus, als dass von Columbo.

Sehr schön wird es, wenn die realen Figuren in Bobs Welt eindringen. Die faulen Handwerker werden mal eben mit Schüssen durchsiebt, und seine Haushälterin saugt unberührt mit dem Hoover den Strand von Acapulco ab...

Tolles 70er-Unterhaltungskino, das einfach Spaß macht.

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My brain hurts:

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Jacqueline Bissets Sonnenbrille darf nicht fehlen:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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