Der Teufel tanzt um Mitternacht - Cyril Frankel (1966)

Moderator: jogiwan

Der Teufel tanzt um Mitternacht - Cyril Frankel (1966)

Beitragvon untot » 15. Mai 2011, 17:08

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Originaltitel: The Witches

Herstellungsland: Großbritannien

Erscheinungsjahr: 1966

Regie: Cyril Frankel

Darsteller: Joan Fontaine, Kay Walsh, Alec McCowen, Ann Bell, Ingrid Boulting, John Collin,
Michele Dotrice, Gwen Ffrangcon Davies, Duncan Lamont, Leonard Rossiter, Martin Stephens, Carmel McSharry...

Inhalt:
Als die Englisch-Lehrerin Gwen Mayfield bei Ihrer Arbeit in Afrika auf die Machenschaften eines Schamanen stösst, lässt sie sich in ein kleines, verschlafenes englisches Dorf versetzen, um sich dort von den Strapazen zu erholen und kurz darauf einen Job als Direktorin einer Privatschule anzunehmen. Doch schon bald kommen ihr unheimliche Geschichten über das Dorf zu Ohren und bei ihren Besuchen im Ort fallen ihr mehr und mehr Gestalten auf, deren einziges Interesse ein pubertierendes, geistig leicht zurückgebliebenes Mädchen zu sein scheint. Insbesondere die Beziehung des Mädchens zu einem Jungen wird von den Dorfbewohnern und speziell ihrer Grossmutter argwöhnisch betrachtet. In Gwen reift der Verdacht heran, dass die Dorfbewohner ein Jungfrauen-Opfer planen. Doch als sie anfängt, in diese Richtung Nachforschungen anzustellen, geschehen mehr und mehr seltsame und bedrohliche Ereignisse und ihr wird klar, dass nunmehr auch ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht....

Fazit:
Spannender, atmosphärisch dichter, okkult Thriller, der mir wirklich richtig gut gefallen hat.
Klar gibt es solche Filme mittlerweile zu hunderten, aber ich finde "The Witches" ist schon gehobene Klasse, sehr gut gemacht, gut besetzt, tolle Schauplätze und eine wunderbare Stimmung, weiß dieser Streifen zu verbreiten.
Ich kann nur sagen, Pflichtfilm! :thup:

7,5/10
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Re: Der Teufel tanzt um Mitternacht - Cyril Frankel

Beitragvon buxtebrawler » 17. Mai 2011, 00:08

Seltsam, dieser "Hammer" hat mich bisher irgendwie nie tangiert. Sollte ich vermutlich ändern.

Was sagt das Blap?
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der Teufel tanzt um Mitternacht - Cyril Frankel

Beitragvon buxtebrawler » 23. Sep 2011, 17:14

Wie so viele andere Horrorfilme greift auch „Der Teufel tanzt um Mitternacht“ alias „The Witches“, eine britische „Hammer“-Produktion aus dem Jahre 1966, die Angst vor Dörfern und Kleinstädten auf, die von der restlichen Zivilisation unbemerkt ein dunkles Geheimnis beherbergen und nach ihren ganz eigenen Idealen, Regeln und Gesetzen funktionieren. Der Film basiert auf einem Roman von Norah Lofts und Hollywood-Diva und Hauptdarstellerin Joan Fontaine („Verdacht“) höchstpersönlich erwarb die Filmrechte, um mit der Verfilmung unter Regie von Cyril Frankel ihr Comeback einzuleiten.

Das misslang zwar, der Film an sich jedoch über weite Strecken nicht. Fontaine als ehemalige Missionarin Gwen Mayfield, die nach einem aus Konflikten mit Voodooriten arbeitender Medizinmänner resultierenden Nervenzusammenbruch im englischen Dorf Heddaby eine Stelle als Lehrerin antritt, stellt ihre schauspielerischen Qualitäten über Gebühr unter Beweis und deckt zahlreiche Facetten auch subtilerer menschlicher Emotionen ab. Das trägt entschieden dazu bei, die sich eigentlich eher langwierig gestaltende Handlung dieses Okkult-Thrillers zu einem Genuss für diejenigen Zuschauer zu machen, die eine gewisse Wohlfühlatmosphäre zu schätzen wissen. Ja, es macht Spaß, Gwen dabei zuzusehen, wie sie zunächst überaus freundlich aufgenommen wird, mit zunehmenden Kennenlernen der etwas verschrobenen Dorfbewohner und ihrer Gepflogenheiten aber zu zweifeln beginnt und letztlich Gefahr läuft, einen erneuten Nervenzusammenbruch zu erleiden.

„The Witches“ ist ein wahrer Charmebolzen von Film, was nicht zuletzt in den zahlreichen starken weiblichen Charakteren begründet liegt, die hier das Heft in der Hand halten und sowohl männliche Helden als auch Schurken überflüssig machen. Ja, „The Witches“ wirkt emanzipiert, ohne in Amazonenhaftigkeit zu verfallen. Auch wenn man schon recht früh ahnt, wie der Hase läuft, fesselt insbesondere das Handlungselement um die junge Liebe zwischen einem Mädchen und einem Jungen, die von den Alten mit Nachdruck zu sabotieren versucht wird. Erinnerungen werden wach an die Spießigkeit vergangener Zeiten, Raum für etwas Romantik öffnet sich, Schmalz bleibt außen vor.

Trotz nur sehr geringen Horroranteils, der häufig lediglich durch Einblendungen afrikanischer Voodoo-Masken erzeugt wird, unterhält „The Witches“ auf seinem Weg zur Aufdeckung der Dorfverschwörung, um sich dort anhand eines blasphemischen Rituals, eines „Hexensabbats“, um 180° Grad zu drehen und während einer wahnwitzig choreographierten Tanzszene Overacting-Trash in Reinkultur zu zelebrieren. Die motorischen Zuckungen des auserwählten, jungen Opfers lassen in diesem Zusammenhang sogar einen gewissen Erotikfaktor erahnen, doch um konsequenterweise die hexenhörigen Teilnehmer und ihre Veranstaltung als lasterhaften Sündenpfuhl darzustellen und auf Nacktheit und Blut zu setzen, ist „The Witches“ letztlich doch zu bieder und vermutlich zu… emanzipiert. Das ist, zumindest was Blut und Gewalt betrifft, insofern schade, als das Finale nur noch lächerlich, unfreiwillig komisch wirkt und seine vermutlich angestrebte Wirkung verfehlt. Dem Unterhaltungsfaktor indes tut dies selbstredend kaum einen Abbruch.

Ich jedenfalls habe meinen Ausflug nach Heddaby nicht bereut.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der Teufel tanzt um Mitternacht - Cyril Frankel

Beitragvon buxtebrawler » 23. Sep 2011, 17:40

Zur Choreographie des Hexensabbats möchte ich noch meinen geschätzten Kritikerkollegen yggdrasil zitieren: "Die wirkt, als würde DJ Bobo "Thriller" nachtanzen. Gräßlich." :lol:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Der Teufel tanzt um Mitternacht - Cyril Frankel

Beitragvon untot » 23. Sep 2011, 17:43

buxtebrawler hat geschrieben: "Die wirkt, als würde DJ Bobo "Thriller" nachtanzen. Gräßlich." :lol:


:lol: Wirklich sehr treffend!! :mrgreen:
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Re: Der Teufel tanzt um Mitternacht - Cyril Frankel

Beitragvon buxtebrawler » 28. Aug 2017, 15:05

Erscheint voraussichtlich am 08.09.2017 bei Anolis auf Blu-ray in verschiedenen Mediabooks sowie als herkömmliche Variante:

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Mediabook Cover A

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Mediabook Cover B

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Amaray

Extras:
Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Volker Kronz / Featurette: Hammer Glamour / World of Hammer: Wicked Woman / Amerikanischer Kinotrailer / TV-Spots / Bildergalerien

Inkl. 28-seitigem Booklet geschrieben von Dr. Rolf Giesen, Uwe Sommerlad und Uwe Huber (exklusiv nur im Mediabook enthalten)

Quelle: OFDb-Shop
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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