Die rote Schildkröte - Michael Dudok de Wit (2016)

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Die rote Schildkröte - Michael Dudok de Wit (2016)

Beitragvon jogiwan » 8. Aug 2017, 06:27

Die rote Schildkröte

Bild

Originaltitel: La tortue rouge

Herstellungsland: Frankreich, Japan / 2016

Regie: Michael Dudok de Wit

Darsteller: -

Story:

Ein Mann – vermutlich Schiffbrüchiger – wird eines Tages auf eine idyllische Insel angeschwemmt, auf der er zwar Nahrung findet, aber unentdeckt bleibt. Alle seine Versuche von der Insel wegzukommen scheinen vergeblich und als er sich mehrmals ein Floss baut, wird dieses jedes Mal aufs Neue wenige hundert Meter entfernt im Meer zerstört. Dahinter scheint eine rote Schildkröte zu stecken, die den Mann aus der Ferne zu beobachten scheint und als ihm diese an Land folgt, dreht er sie in Wut auf den Rücken, sodass diese in der heißen Sonne verstirbt. Als der Mann seine Handlung bereut verwandelt sich die Schildkröte auf wundersame Weise in eine Frau und der Kreislauf des Lebens scheint von Neuen zu beginnen…
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Re: Die rote Schildkröte - Michael Dudok de Wit (2016)

Beitragvon jogiwan » 8. Aug 2017, 06:31

Wunderbar gegen herkömmliche Sehgewohnheiten gebürsteter Animationsstreifen, der in Koproduktion zwischen Europa und dem japanischen Studio Ghibli entstanden ist. Angeblich war es Hayao Miyazaki höchstpersönlich, der Michael Dudok de Wit angeboten hat, gemeinsam einen Film zu realisieren, der auch jahrelang an der Optik seines durchkomponierten Films gearbeitet hat, in dem alles auf das absolut Notwendigste reduziert zu sein scheint. In „Die rote Schildkröte“ gibt es keine Dialoge, keine Namen, keine Action und auch die Geschichte über das Verhältnis von Mensch und Natur und dem Kreislauf des Lebens ist so unaufgeregt erzählt, dass insgesamt alles wie aus der Zeit und Norm gefallen scheint. Besonders ansprechend ist die Optik und während die Figuren relativ simpel gezeichnet wirken, sind die Landschaften von fast schon magischer Anmut. Die spartanische anmutende Geschichte erzählt von einfachen Dingen, dem Verhältnis von Mensch und Natur, Liebe, Abschied und auch vom Tod, der untrennbar zu Kreislauf des Lebens gehört. Diese universellen Dinge werden aber nur vage ausformuliert und wer sich auf die Geschichte und die einzigartigen Stimmungen einzulassen vermag, wird je nach Lust und Laune unterschiedliche Dinge herauslesen können. Michael Dudock de Wit ist auch ein Künstler und setzt in seinem ersten abendfüllenden Film komplett auf Kontrast zu herkömmlichen Animationsstreifen und schuf so ein entschleunigtes Juwel, das den Zuschauer nachdenklich stimmt und trotz seiner abstrakten Geschichte berührt.
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Re: Die rote Schildkröte - Michael Dudok de Wit (2016)

Beitragvon Arkadin » 8. Aug 2017, 07:58

Klingt super. Werde ich mir mal vormerken. Auch in Hinblick auf den Nachwuchs. Ab wann kann man den seinen Kindern zeigen? Ab 6 oder lieber später?
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Re: Die rote Schildkröte - Michael Dudok de Wit (2016)

Beitragvon jogiwan » 8. Aug 2017, 08:07

Arkadin hat geschrieben:Klingt super. Werde ich mir mal vormerken. Auch in Hinblick auf den Nachwuchs. Ab wann kann man den seinen Kindern zeigen? Ab 6 oder lieber später?


Diese Frage traue ich mich ehrlich gesagt nicht zu beantworten, aber von der Thematik, der künstlerischen Herangehens- und Erzählweise her ist "Die rote Schildkröte" meines Erachtens eher kein Streifen für ein kindliches Publikum. Es geht ja auch um Themen wie Verzweiflung, Wut, Tod, Abschied nehmen, Naturgewalten und Wiedergeburt und ich befürchte, dass Kinder damit eher weniger anfangen könnten. Vielleicht empfinden junge Erdenbürger den Streifen aber anders und sehen darin eher eine abenteuerliche Robinsonade mit fantastischen Elementen. Ich würde den aber ggf. vorher antesten...
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