Emanuela 2 - Garten der Liebe - Giacobetti/Leroi (1975)

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Emanuela 2 - Garten der Liebe - Giacobetti/Leroi (1975)

Beitragvon jogiwan » 18. Okt 2012, 15:55

Emanuela 2. Teil - Garten der Liebe

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Originaltitel: Emmanelle 2

Alternativtitel: Emmanuelle: The Joys of a Woman

Herstellungsland: Frankreich / 1975

Regie: Francis Giacobetti & Francis Leroi

Darsteller: Sylvia Kristel, Umberto Orsini, Frédéric Lagache, Catherine Rivet, Henry Czarniak

Story:

Nach zwei Monaten kehrt Emanuela aus Bangkok zu ihrem Mann Jean nach Hongkong zurück. Nachdem sich die beiden über ihre sexuellen Abenteuer - als der jeweils andere nicht da war - ausgetauscht haben, geht Emanuela natürlich auch in Hongkong auf erotische Entdeckungsreise und die soll nicht zu kurz ausfallen... (quelle: ofdb.de)
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Re: Emanuela 2 - Garten der Liebe - Giacobetti/Leroi (1975)

Beitragvon ugo-piazza » 11. Mär 2017, 01:03

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F 1975

D: Sylvia Kristel, Umberto Orsini, Laura Gemser


Nach zwei Monaten Aufenthalt in Bangkok reist Emmanuelle per Schiff zu ihrem Ehemann Jean nach Hongkong. Zu ihrem Ärger ist an Bord aber keine Kabine mehr frei, weswegen sie in einem großen Frauenschlafraum übernachten muss. Des Nachts wird sie von ihrer Bettnachbarin geweckt, welche in einem Raum mit vielen Frauen keine Ruhe findet, da sie in ihrer Jugend von drei Philippinerinnen vergewaltigt worden war. Emmanuelle hilft ihr liebevoll die Nacht zu überstehen.

Bei Jean angekommen vereinigt sie sich mit ihm und lernt auch dessen Freund Christopher kennen, mit dem sie später durch die Stadt streift und eine Akupunktur ausprobiert. An einem anderen Tag, bei einer chinesischen Tanzaufführung, trifft Emmanuelle auf die jungfräuliche Tänzerin Anna-Maria und lernt mit ihr und Jean zusammen die Genüsse einer intimen Massage kennen. Abends dann erlebt Emmanuelle aufregende Ereignisse mit drei Matrosen in einem Bordell, die szenisch an das Erlebnis der Bettnachbarin erinnern, aber nicht negativ sind. Am nächsten Morgen reist sie mit Jean, Anna-Maria und deren Freund Michael nach Bali ab, wo die jungfräuliche Anna-Maria, zwecks sexueller Bildung, an einem Flotten Dreier mit Jean und Emmanuelle teilnimmt. (Wikipedia)


Noch weniger Handlung als im ersten Teil, hat man hier aber die Fehler des Originals ausgeräumt. OK, Emmas Gatte sieht nun anders aus, und statt Diplomat ist der neue offenbar some kind of Ingenieur, aber was sind schon Namen, Berufe oder Gesichter? Den pseudophilosophischen Schrott aus Teil 1 hat man gestrichen, und setzt hier nun verstärkt - mit Erfolg - auf Hochglanzerotik. Sylvia Kristel gefährdet diesmal jede Hosennaht des männlichen Zuschauers, Laura Gemser schaut kurz für eine Body-to-Body-Massage rein. Ein kurzer Animationsfilm im Film bietet Fellatio und Strap-on-Einsatz, nun alles frei ab 16. Man kann seine Zeit gewiss schlechter verbringen.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Emanuela 2 - Garten der Liebe - Giacobetti/Leroi (1975)

Beitragvon buxtebrawler » 29. Jun 2017, 14:56

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Emanuela 2 - Garten der Liebe - Giacobetti/Leroi (1975)

Beitragvon buxtebrawler » 29. Jun 2017, 15:07

Der Francis-Dreier

„Fantastisch, nicht wahr?“ – „Das ist Geschmackssache.“

Ein Jahr nach dem französischen Erotik-Kassenschlager „Emanuela“ alias „Emmanuelle“ bot Produzent Rousset-Rouards Just Jaeckin auch die ebenfalls nach einer Romanvorlage Emmanuelle Arsans geskriptete Fortsetzung „Emanuela, 2. Teil - Garten der Liebe“ an, der jedoch lieber „Die Geschichte der O“ verfilmen wollte. So brachte Jaeckin als Regisseur den ebenfalls aus der Modefotografie stammenden Francis Giacobetti ins Spiel, auf dem Co-Regiestuhl nahm Namensvetter Francis Leroi („Privat-Club für intime Spiele“) platz. Auf das Ergebnis wurde schnell die Zensur aufmerksam, sodass diese Fortsetzung es erst nach zwei Jahren in die herkömmlichen Kinos schaffte.

„Im Falle eines Falles macht der Igor einfach alles!“

Nach ihrem schicksalhaften Bangkok-Aufenthalt reist Emmanuelle (Sylvia Kristel) zu ihrem Ehemann Jean (Umberto Orsini, „Der Antichrist“) nach Hongkong. Sie ist gezwungen, in einem großen Frauenschlafsaal zu nächtigen, wo ihr eine Mitreisende von deren Vergewaltigung und Entjungferung durch drei Philippinerinnen berichtet, an der sie sich im Nachhinein durchaus ergötzt. Wieder mit ihrem Mann vereint, stürzt sich Emmanuelle in diverse sexuelle Abenteuer, an deren Ende die sexuelle Initiation der jungen Tänzerin Anna-Maria (Catherine Rivet, „Die Botschafter“) steht – in Form eines „flotten Dreiers“ …

„Ich habe Lust, mit jemandem zu schlafen!“

Ein dritter Francis im Bunde, der Komponist Francis Lai, steuerte den verträumten Klavier-Soundtrack zu Emmanuelles zweitem Sex-Abenteuerreigen bei, für den Sylvia Kristel ihr Haar nun etwas länger trägt, der Schauspieler Jeans gegen Umberto Orsini ausgetauscht wurde und – und das ist die entscheidendste Abweichung vom ersten Teil – man gar nicht mehr erst versucht, durch pseudosexualphilosophisches Geschwurbel die Massenvergewaltigung einer jungen Frau zu rechtfertigen. Stattdessen charakterisiert man Emmanuelle als gereifte, selbstbewusste Frau, die sich auf partnerschaftlicher Augenhöhe bewusst für eine „offene Ehe“ mit ihrem Mann entschieden hat. Eifersucht spielt keine Rolle mehr; sexuelle Freiheit und Selbstbestimmung werden diesmal gleichsam betont, was dem Film auf angenehme Weise viel von seinem potentiellen Alte-Herren-Fantasie-Schmuddel nimmt.

Dies stellt sich für den Zuschauer dann wie folgt dar: Nach ihrem Wiedertreffen masturbiert Emmanuelle vor Jean, was in eine gemeinsame Sexszene mündet. Mit Jeans freund Christopher (Frédéric Lagache) bummelt sie durch die Stadt und lässt neugierig eine Akupunktur über sich ergehen, bei der Christopher zuschauen darf und die sexuelle Fantasien bei ihr auslöst. Sie sieht sich sich einen Zeichentrickporno an und lässt sich dabei von einem Schwarzen nehmen, was Giacobetti und Leroi indes lediglich andeuten. Im Zuge eines Pferderennens trifft sie auf einen Ganzkörpertätowierten, den nun sie sich ohne ein Wort zu sagen nimmt. Anna-Maria lernt sie schließlich während einer chinesischen Tanzaufführung kennen, was zum Höhepunkt des Films führt: Einer erotischen Massage, die Emmanuelle, Jean und Anna-Maria u.a. von der späteren „Black Emanuelle“-Darstellerin Laura Gemser verabreicht wird und zweifelsohne ins kollektive erotikcineastische Langzeitgedächtnis gehört. Emmanuelle lässt sich zur Chinesin umdekorieren und besucht ein Bordell, in dem drei Matrosen bei ihr zum Zuge kommen – was der Film erst später in einer Rückblende zeigt, nachdem dem Zuschauer zunächst „lediglich“ viel exotische nackte Haut präsentiert wurde. Dort trifft Emmanuelle auch auf Christopher, was in ein Streitgespräch mündet. Ihrem Mann berichtet Emmanuelle freimütig von ihrem Matrosen-Dreimaster. Am nächsten Tag geht’s dann zusammen mit Anna-Maria gen Bali, wo die Regisseure minutenlange Einblicke in exotische Rituale ganz ohne Sex gewähren, bevor Emmanuelle und Jean Anna-Maria gemeinsam vernaschen.

An einer in irgendeiner Weise hintergründigen, tiefsinnigen Handlung mangelt es „Emmanuelle 2“ wie so vielen Genrekollegen ebenso wie an Dramatik, Spannung oder Entwicklung, was derartiger Hochglanz-Erotik jedoch immanent ist. Doch so flach er inhaltlich auch sein mag, so gegenteilige Auswirkungen hat er auf den Lendenbereich manch männlichen Zuschauers, denn er ist nicht nur attraktiv besetzt: Giacobetti versteht es meines Erachtens sogar noch besser als sein Kollege Jaeckin, ehrfurchtsvoll ästhetisch menschliche Körper in Szene zu setzen, sich dabei zwischen respektvoller Distanz und schlüpfrigem Voyeurismus zu bewegen und die einzelnen Erotik- und Sex-Parts des Films auch erzählerisch zu verpacken, dadurch interessant zu gestalten, aufzuwerten. Da mutet es beinahe schade an, dass „Emmanuelle 2“ Giacobettis einziger Spielfilm blieb. In Verbindung mit dem folkloristischen Lokalkolorit und den Fernweh weckenden Reiseprospektaufnahmen entsteht so eine Art erotischer, entschleunigender Wohlfühlfilm, der sich doch relativ deutlich vom Genre-Durchschnitt in positiver Hinsicht absetzt und einen phantasievollen Ausflug in promiskuitive Lebens- und Lustentwürfe gestattet, die auf das Gros des Publikums sicherlich ebenso exotisch wie Emmanuelles Reiseziele wirken und im Zweifelsfall dann doch besser auf der Leinwand verbleiben, denn zur persönlichen Motivation zu geraten.

Dass Kristel ausgerechnet Giacobettis Inszenierung im Gegensatz zu Jaeckins als frauenfeindlich empfunden haben soll, verwundert mich da doch sehr. Nichtsdestotrotz säuselt sie im Abspann durchaus beeindruckend Francis Lais „L'amour d'aimer“, dass einem ganz warm ums Herz werden kann. Hach...
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