Hollywood Chainsaw Hookers - Fred Olen Ray (#01)

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Hollywood Chainsaw Hookers - Fred Olen Ray (#01)

Beitragvon jogiwan » 15. Dez 2009, 08:13

Hollywood Chainsaw Hooker - Fred Olen Ray (Trash Collection # 01)

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Originaltitel: Hollywood Chainsaw Hookers

Herstellungsland: USA / 1988

Regie: Fred Olen Ray

Darsteller: Gunnar Hansen, Linnea Quigley, Jay Richardson, Dawn Wildsmith u.a.

Story:

Normalerweise sucht der abgehalfterte Privatschnüffler Jack "Lucky" Chandler (Jay Richardson) vermisste Personen - manchmal ist sogar eine Leiche darunter. Seit einiger Zeit werden sie ihm jedoch in handlichen Einzelteilen serviert. Das ist so gar nicht nach Jacks Geschmack, dessen Lieblingsgetränk Bourbon verdünnt mit Bourbon ist. Über einen harten Privatdetektiv aus Los Angeles lässt so etwas natürlich völlig kalt. Und überhaupt ist er eigentlich auf der Suche nach der Teenagerin Samantha (Linnea Quigley) und nicht nach Verrückten, die ihre Opfer mit laufenden Motorsägen kitzeln. Doch plötzlich steht auch Jack einer ratternden Motorsäge gegenüber... und das ist gar nicht mehr zum Lachen. Mit Motorsägen spaßt man nicht!
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Re: Hollywood Chainsaw Hookers - Fred Olen Ray (#01)

Beitragvon Blap » 27. Jan 2010, 16:23

Hollywood Chainsaw Hookers

Der abgewrackte Privatdetektiv Jack Chandler sucht im Auftrag einer Mutter deren Töchterchen, die junge Dame soll sich in Los Angeles aufhalten. Bei seinen Ermittlungen stösst Chandler auf eine bizarre Sekte. Die Fanatiker läutern ihre Opfer mit Kettensägen, eine verdammt blutige und matschige Angelegenheit. Die Gesuchte hält sich im Dunstkreis der Irren auf, sie will sich nicht von Chandler "retten" lassen, sie hat ein ganz anderes Ziel vor Augen. Bald befindet sich auch der abgehalfterte Schnüffler in Schwierigkeiten, wird er der Säge entkommen...???

Trash-Regisseur Fred Olen Ray liess "Hollywood Chainsaw Hookers" 1988 auf die Menschheit los. Der umtriebige Mr. Ray feuert eine solide Breitseite Trash auf den Zuschauer ab. Der Plot ist haarsträubend bekloppt, die Darsteller mies, abgerundet wird die Sause von ein wenig Blut und umherfliegenden Einzelteilen. Keine Angst, die Effekte sind so mies, dass selbst empfindliche Gemüter nicht geschockt sein dürften. Den "normalen" Filmfreund dürfte eher das beknackte Gesamtbild des Werkes in die Flucht schlagen. Wer kein Herz für groben Unfug hat, der sollte gleich einen grossen Bogen um den Film machen.

Die liebenswerte Trash Collection aus dem Hause CMV umfasst inzwischen mehr als siebzig Titel. "Hollywood Chainsaw Hookers" wurde im Jahre 2004 als erster Titel der Collection veröffentlicht, der Beginn einer herrlichen, sehr abwechslungsreichen Serie, ich hoffe es folgen noch viele weitere Veröffentlichungen. Die Bildqualität dieser DVD kann man als zweckmäßig bezeichen, ein wenig Bonusmaterial ist vorhanden. Der Auftakt der Reihe gehört sicher nicht zu deren Höhepunkten, macht aber durchaus Spass!

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Re: Hollywood Chainsaw Hookers - Fred Olen Ray (#01)

Beitragvon jogiwan » 27. Jul 2010, 16:38

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Jack Chandler (Jay Richardson) ist ein kleiner, etwas schmieriger und heruntergekommener Schnüffler mit Alkoholproblem und einer Extraportion Coolness in Los Angeles und erhält eines lieben Tages den Auftrag, die von zuhause ausgerissene Samantha (Linnea Quingley) in der Millionenmetropole aufzuspüren. Etwas zur selben Zeit gibt es in der Stadt jedoch auch eine bizarre Mordserie, bei denen scheinbar wahllos Opfer von Prostituierten mit einer Kettensäge scheibchenweise in handliche Portionen zerteilt und über das gesamte Stadtgebiet verstreut werden. Durch geschickt entwendetes Beweismaterial kommt Jack auf die Spur einer gewissen Mercedes (Michelle Bauer), die in einer schummrigen Bar ihrem Gewerbe nachtgeht.

Die attraktive Dame wirkt auf den ersten Blick auch sehr kooperativ und geht Jack gleich mächtig an die Wäsche. Und wie es der Zufall so will, findet Jack in dem Lokal auch den ersten Hinweis auf die verschwundene Samantha. Als der neugierige Ermittler Mercedes jedoch ein paar neugierige Fragen zu viel stellt, wird er mit Schlafmittel im Whiskey außer Gefecht gesetzt und wacht an ein Bett gefesselt wieder auf. Jack ist bei seinen Nachforschungen zufälligerweise einer ominösen Sekte auf die Spur gekommen und soll als unfreiwilliger Hauptdarsteller in einer teuflischen Messe das nächste Opfer verkörpern. Doch so leicht lässt sich Jack natürlich nicht aus der Ruhe bringen und schafft es auch tatsächlich mit Hilfe von Samantha aus seiner misslichen Lage zu befreien. Doch der Plan geht leider nicht gänzlich auf und Samantha wird von den Mitgliedern der Kettensägen-Sekte mittels Drogen wieder gefügig gemacht. Jack landet abermals angekettet auf dem Opferaltar und als die Feierlichkeiten beginnen, sieht es für den smarten Privatdetektiv alles andere als gut aus…

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„Hollywood Chainsaw Hookers“ von dem umtriebigen Trash-Vielfilmer Fred Olen Ray ist unbestritten wohl einer der ganz großen Klassiker im Trash-Business und hat sich über die Jahre zu einem absoluten Kultstreifen gemausert, der mit seiner kurzweiligen Mischung aus Kettensägen-schwingenden Achtziger-Schönheiten, coolem Schnüfflerfilm und der Beteiligung von Gunnar Hansen (dem Original „Leatherface“) seit Jahren die Massen begeistert. Für etwas über 20.000 US-Dollar in knapp fünf Tagen gedreht brachte der Streifen auch allen Beteiligten Ruhm und Anerkennung und machte seine beiden weiblichen Hauptdarstellerinnen Linnea Quigley und Michelle Bauer zu vielgebuchten Stars. Und ja, „Texas Chainsaw Hookers“ macht einfach viel Spass und macht mit seiner Mischung aus augenzwinkernder Story, freizügigen Szenen, billigen Zoten, wüsten Dialogen und infantilen Special-Effects auch einfach gute Laute.

Die dünn-dürftige Story, die aus der Sichtweise des Schnüfflers erzählt wird ist natürlich kompletter Nonsens und eine wunderbare Parodie auf den Fankult, der durch Tobe Hoopers Streifen „Texas Chainsaw Massacre“ bzw. dessen Nachfolger ausgelöst wurde. Doch während Hoopers Streifen mit billigsten Mitteln den großen Klassiker und die Mutter aller Terrorfilme abgeliefert hat, zaubert Fred Olen Ray einen lustigen und auch zu keiner Sekunde ernstgemeinten Partyfilm im oben Spitzenbereich der Güteklasse B, der mit seinen Zutaten wohl auch keinen aufgeschlossenen Filmfreund enttäuschen wird. Wer sich bei dem Streifen jedoch eine Splatterkomödie erwartet, wird aber wohl zwangsläufig enttäuscht werden, da sich der Streifen in Punkto Gore auch eher zurücknimmt. Expliziter Kettensägeneinsatz ist eigentlich auch gar nicht zusehen, sonder es werden lediglich Blut und ein paar Körperteile auf vornehmend leichtbekleideten Damen geschüttet.

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Bei der kostengünstigen Machart kann man sich wohl ohnehin keine ausgeklügelten Effekte erwarten. Trashking Fred Olen Ray dreht ja auch seit Jahrzehnten unter eigenen Namen oder seinen vierzehn Pseudonymen gut fünf bis sechs Filme im Jahr und auch „Texas Chainsaw Hookers“ war da natürlich schnell und kostengünstig realisiert. Gedreht wurde die Parodie auf Detektiv- und Terrorfilme mit und ohne Dreherlaubnis vor Ort mit dem Material eines anderen Kamerateams und die Requisiten aus „House“ mit William Katt und „Vamp“, in der Grace Jones eine Blutsaugerin spielt, wurden für das Finale von „Hollywood Chainsaw Hookers“ kurzerhand zweitverwertet. Als Geldgeber diente eine Firma, die normalerweise mit Erwachsenenfilmen ihr Geld verdiente und der Erfolg des Billigfilmchens und der über die Jahre erlangte Kultstatus hat – wie man im Bonusmaterial sehen kann - wohl alle Beteiligten doch etwas überrascht.

Aber man muss auch ehrlich gestehen, dass sich dem Charme dieses kleines Filmchens wohl niemand entziehen kann und die Mischung aus nackter Haut, derben Zoten, Querverweisen zu anderen Filmen (u.a. auch „The wizard of Oz“) und einer kleinen Portion grafischer Gewalt ist einfach zu jeder seiner 75 Minuten absolut stimmig und wer den „Virgin Dance of the double chainsaws“ von Linnea Quigley nicht mit eigenen Augen gesehen hat, wird es ohnehin nicht glauben. Dabei waren die Dreharbeiten mit den schweren und gefährlichen Kettensägen auch gar nicht so ohne und vor allem die holde Weiblichkeit war im Einsatz mit den zweckentfremdeten Maschinen auch ganz schön gefordert. Die beiden männlichen Hauptdarsteller Gunnar Hansen und Jay Richardson haben es da schon wesentlich gemütlicher.

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Womit wir auch schon beim nächsten Thema sind: Die Hauptdarsteller sind für B- bzw. C-Verhältnisse eigentlich sehr gut gewählt, auch wenn Jay Richardson als smarter Ermittler auf Dauer doch etwas farblos bleibt. Auch Gunnar Hansen kann als Demis Roussos-Imitat mit schwarzen Rauschebart und wallenden Klamotten bei aller Liebe nicht ganz überzeugen. Highlight in dem feministischen Werk sind ja sowieso natürlich die beiden Hauptdarstellerinnen Linnea Quingley als Samantha und Michelle Bauer als Mercedes. Beide Frauen liefern auch eine sehr freizügige Performance, bei dem keine Körperstelle unbedeckt bleibt. Die beiden hübschen Achtziger-Schönheiten inklusive auftoupierten Haar sind aber nicht nur hübsch anzuschauen, sonder sind auch noch halbwegs talentiert, sodass es nicht verwundert, dass beide Lady im B-Business als Scream-Queens auch zu den gut gebuchten Stars zähl(t)en und auch heutzutage gerne auf Conventions auftreten.

„Hollywood Chainsaw Hookers“ ist aber nicht nur ein kurzweiliger Trashstreifen, sondern war im Jahre 2004 auch der Auftakt zu – wenn nicht der wichtigsten – dann immerhin zu der sympathischsten und auch einer der langlebigsten DVD-Serien im deutschen Raum – der sogenannten „Trash Collection“ aus dem Hause CMV-Laservision. Seit nunmehr über 6 Jahren wird der Fan von dem Label aus Berlin mit allerlei unterschiedlichster Trash-Streifen aus allen Ecken der Welt verwöhnt und auch immer wieder gründlich überrascht. In der „Trash-Collection“ erscheinen Filme der unterschiedlichsten Güteklasse von Gut bis schrottig über die anderweitig wohl eher der Mantel des Schweigens gebreitet wird. Egal ob gut oder schlecht, Hauptsache die Hütte wird ordentlich gerockt, die Kinnladen klappen nach unten und der Unterhaltungswert ist entsprechend hoch. Die DVD aus dem Hause CMV-Laservision bringt diesen Klassiker des amerikanischen Trashkinos dann auch erstmalig ungekürzt als Nummer 1 der Serie und legte somit auch einen absolut guten Start hin.

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Und so bleibt unterm Strich ein billig-heruntergekurbeltes Filmchen voller Herzblut, das geschickt mit der zweifelsfrei-hohen Anziehungskraft von Motorsägen auf den Menschen spielt. Fred Olen Ray ist mit seinem bekanntesten Werk wohl auch der Glücksgriff seines Lebens gelungen und auch die anderen Stars aus dem Streifen werden sich wohl gerne an die turbulenten Dreharbeiten erinnern. Ein Film irgendwo zwischen „Müllers Büro“, Ted V. Mikels „Die Blutorgie der Satanstöchter“ und natürlich „Texas Chainsaw Massacre“, in dem kein Auge trocken und auch keine Brust unverhüllt bleibt. Für Fans von trashiger Achtziger-Streifen ist der Film sowieso ein absolutes Must und auf jeder Party mit der richtigen Getränkebegleitung schlägt das Teil sowieso ein wie eine Granate. Ein herrlich sympathisches Filmchen mit der Extraportion Troma-Appeal, dem man seine ganzen Schwächen gerne verzeiht. Und auch wenn man den Streifen nach normalen Gesichtspunkten maximal eine durchschnittliche Wertung verpassen könnte, so haben sich die Kettensägen-schwingenden Nutten aus Hollywood ihre 10 Punkte auf der Trashskala auch redlich verdient!

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Re: Hollywood Chainsaw Hookers - Fred Olen Ray (#01)

Beitragvon Santini » 1. Mai 2013, 00:37

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Re: Hollywood Chainsaw Hookers - Fred Olen Ray (#01)

Beitragvon buxtebrawler » 20. Apr 2015, 23:14

Erscheint voraussichtlich am 24.04.2014 bei cmv Laservision im auf 500 Exemplare limitierten Mediabook auf Blu-ray:

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Extras:
- Original Trailer
- Featurette: Remembering Chainsaw Hookers - 27 Years Later
- neuer Audiokommentar
- Making Of
- Fred Olen Ray's Nite Owl Theatre
- umfangreiche Bildergalerie
- Programmtrailer

Quelle: http://www.ofdb.de/view.php?page=fassun ... &vid=62232
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Hollywood Chainsaw Hookers - Fred Olen Ray (#01)

Beitragvon buxtebrawler » 12. Sep 2016, 14:11

Erscheint voraussichtlich am 21.10.2016 bei cmv als Blu-ray/DVD-Kombination im Mediabook:

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Extras:
BD
- Bonusmaterial:
- Original Trailer
- Deutscher Trailer
- Featurette: Remembering Chainsaw Hookers - 27 Years Later
- neuer Audiokommentar
- Making Of
- Fred Olen Ray's Nite Owl Theatre
- umfangreiche Bildergalerie
- Programmtrailer
- animierte interaktive Menüs

DVD
- Bonusmaterial:
- Original Trailer
- Making Of
- Fred Olen Ray's Nite Owl Theatre
- umfangreiche Bildergalerie
- animierte interaktive Menüs

Bemerkungen:
Hollywood Chainsaw Hookers - 18th Anniversary Collection No.02

Dual-Format (Blu-ray + DVD) (2 Discs) Mediabook inkl. umfangreichen Booklet!
Limitiert und durchnummeriert auf 399 Stück

BD Laufzeit: ca. 75 Min.
DVD Laufzeit: ca. 75 Min.

Quelle: http://www.ofdb.de/view.php?page=fassun ... &vid=74476
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Hollywood Chainsaw Hookers - Fred Olen Ray (#01)

Beitragvon buxtebrawler » 23. Mai 2017, 14:26

Erscheint voraussichtlich am 26.05.2017 bei Centurio noch einmal auf Blu-ray und DVD:

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Achtung: Voraussichtlich unvollständige Fassung - Finger weg!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Hollywood Chainsaw Hookers - Fred Olen Ray (#01)

Beitragvon Arkadin » 15. Jun 2017, 10:16

Der heruntergekommene Privatdetektiv Jack Chandler (Jay Richardson) erhält den Auftrag, die von vermisste Samantha (Linnea Quigley) aufzuspüren. Bald schon findet Jack heraus, dass Samantha möglicherweise mit einer bizarre Mordserie in Verbindung steht, bei der Prostituierte mit einer Kettensäge ihre Kunden zerkleinert und über die ganze Stadt verstreut werden. Die Spur führt dabei zu einer gewissen Mercedes (Michelle Bauer), die ihn mit einem präparierte Whiskey außer Gefecht setzt. Am nächsten Morgen wacht Jack an ihr Bett gefesselt wieder auf und soll als nächstes Opfer einer merkwürdigen Sekte dienen, die Kettensägen anbetet und ihrer Göttin Menschenopfer darbringt…

Mit einem Titel wie „Hollywood Chainsaw Hookers“ und dem Bild der leicht bekleideten Michelle Bauer, die eine riesige Kettensäge in den Händen hält, auf dem Cover, ist die Neugierde des Zielpublikums schon einmal geweckt. Und tatsächlich macht der Film den sicherlich nicht ganz falschen Eindruck, als hätte es zunächst nur diesen Titel und das ikonische Bild gegeben, und erst dann hätte sich jemand hingesetzt, um irgendwie eine Geschichte Drumherum zu stricken. Anders lässt sich die ebenso hirnverbrannte, wie geniale Idee eines ägyptischen Kettensägen-Kults, der sich mörderischer Prostituierter bedient, um männliche Opfer für die Wiedererweckung ihrer Göttin zu suchen, nicht erklären.

Wie man merkt, „Hollywood Chainsaw Hookers“ nimmt sich nicht ernst und das ist auch ganz gut so. Vielmehr nutzt Regisseur und Drehbuchautor Fred Olen Ray seine krude Story, um seinen Film mit netten , wenn auch schon damals recht abgenutzten Anspielungen an den klassischen Film Noir und unzähligen sexuellen Doppeldeutigkeiten – zumindest in der Originalfassung – anzureichern, bei denen das Wort „dick“ eine ganz besonders zentrale Rolle spielt. Was „Hollywood Chainsaw Hookers“ von ähnlich gelagerten Billig-Schnellschüssen unterscheidet ist es, dass er ganz offensichtlich mit Herz gemacht wurde, und sich die Waagschale niemals zum totalen, niveaulosen Klamauk hin neigt. Die Darsteller sind alle mit Herzblut bei der Sache und insbesondere Hauptdarsteller Jay Richardson bemüht sich wacker, eine professionelle Darbietung abzuliefern. Was ihm mal mehr, mal weniger erfolgreich gelingt. Immerhin sieht man ihm zu jeder Sekunde an, welchen Spaß er dabei hat, den großmäuligen hard-boiled detective zu mimen. Ein Spaß, der sich durchaus auch auf den Zuschauer überträgt.

Der Clou des Filmes ist dabei natürlich die Besetzung des Anführers des Kettensägen-Kults mit ausgerechnet Gunnar Hansen, dem Original-“Leatherface“ aus Tobe Hoopers Klassiker „The Texas Chain Saw Massacre“, welcher selbstverständlich Pate für den Titel dieses Filmes stand. Wobei dieser gelungene Gag sicherlich vor allem für Kenner des Genres gedacht ist. Die Schauwerte – im wahrsten Sinne des Wortes – liefern aber die beiden weiblichen Stars. Linnea Quigley hatte Mitte der 80er bereits einen gewissen Kult-Status als „Scream Queen“ in preisgünstig hergestellten Direct-to-video-B-Filmen erlangt. Ihren bekanntesten Auftritt hatte sich als Punkerin, die in „Return of the Living Dead“ nackt auf den Gräbern der Untoten tanzt. Allein für diese eine Szene wird sie immer im kollektiven Gedächtnis der Horrorfans bleiben. Auch in „Hollywood Chainsaw Hookers“ hat sie eine Szene, in der sie halbnackt den „Jungrauen-Tanz der zwei Motorsägen“ aufführt. Dieser bleibt, was Grazie und Erotik angeht, zwar weit hinter ihrer unvergesslichen Darbietung in „Return of the living Dead“ zurück. Doch wie sie da mit zwei sichtlich viel zu schweren Hand-Kettensägen versucht, einen aufreizenden Tanz aufzuführen, das ist genauso wie der ganze Film: Recht ungelenk und amateurhaft, dafür aber auch irgendwie ziemlich niedlich und in seiner Hilflosigkeit absolut sympathisch.

Der eigentliche Star des Filmes ist aber die ehemalige Pornodarstellerin Michelle Bauer, die sich hier mit sehr viel Elan und Augenrollen in die Rolle der bösen Mercedes wirft. Nachdem sie bereits auf dem Filmposter prominent zu sehen war, reißt sie in ihrer freizügigen Nebenrolle jede Szene, in der sie auftritt, an sich. Natürlich overacted sie dabei ganz fürchterlich, aber – wie auch im Falle von Linnea Quigleys Motorsägen-Tanz – man kann ihr einfach nicht böse sein. Wie man auch generell gerne über die sehr offenkundige Tatsache hinwegsieht, dass viele Szenen im gleichen Zimmer gedreht wurden, welches nur jeweils unterschiedlich dekoriert ist, und dass Fred Olen Ray seinen eh schon angenehm kurzen Film mit zahlreichen Autofahrten durch das nächtliche Los Angeles aufplustert. „Hollywood Chainsaw Hookers“ ist einfach das was es ist: Ein kleines, formal nicht besonders gelungenes, dafür umso liebenswerteres Stück Film, welches über seine vollen 75 Minuten gut unterhält und mehr eben auch nicht will.
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