The Void - Jeremy Gillespie & Steven Kostanski (2016)

Moderator: jogiwan

The Void - Jeremy Gillespie & Steven Kostanski (2016)

Beitragvon jogiwan » 19. Mai 2017, 09:23

The Void

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Originaltitel: The Void

Herstellungsland: Kanada / 2016

Regie: Jeremy Gillespie & Steven Kostanski

Darsteller: Aaron Poole, Kenneth Welsh, Daniel Fathers, Kathleen Munroe

Story:

Sherriff Carters sitzt während der Nachtschicht wie üblich in seinem Wagen und kommuniziert gegen die Langeweile mit dem Hauptquartier, als auf einmal ein verletzter junger Mann vor seinen Wagen taumelt, der vor zwei Männern die Flucht ergriffen hat. Als er diesen in ein nahegelegenes und vor der Schließung stehendes Krankenhaus bringt, in dem auch seine Ex-Frau Alison arbeitet, überschlagen sich rasch die Ereignisse. Im Krankenhaus geschieht ein grauenvoller Mord, während sich vor dem Gebäude Männer in weißen Roben und blanken Messern sammeln. Als sich auch noch die bewaffneten Männer auf der Suche nach dem Verletzten Zutritt verschaffen, eskaliert die Situation völlig und Carters und die restlichen Verbliebenen sehen sich bald mit Wesen konfrontiert, die direkt aus der Hölle stammen könnten…
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Re: The Void - Jeremy Gillespie & Steven Kostanski (2016)

Beitragvon jogiwan » 19. Mai 2017, 09:24

Der kanadische Streifen „The Void“ ist eine leider etwas zwiespältige, aber dennoch nicht uninteressante Angelegenheit, die einerseits recht gut aussieht und einen unvorhersehbaren Ablauf bietet – auf der anderen Seite aber ganz schön durch zahlreiche Genre-Klassiker wildert und funktionale Elemente von „Assault – Anschlag bei Nacht“ und „Hellraiser“ bis hin zu „Das Ding aus einer anderen Welt“ und noch ca. fünfzig anderen Filmen wurde hier alles zu einem stark überladen wirkenden Cocktail vermengt, bei dem leider auch die Figurenzeichnung etwas auf der Strecke bleibt. Statt ein subtiles Grauen, die Ungewissheit und Belagerungsthematik zu nutzen, wird hier gleich von Beginn an auf Terror und Eskalation gesetzt, was dem Streifen jedoch nicht unbedingt gut tut und ihn nach dem fulminanten Auftakt auch relativ rasch auf der Stelle treten lässt. Auch wenn für die FSK16-Freigabe überraschend viel auf handgemachte Weise geschmoddert wird, kommt „The Void“ ab der Mitte nicht mehr so richtig vom Fleck und selbst das Finale, dass den Delirianer hier an einen großen Italo-Klassiker erinnern wird, konnte das Ruder nicht mehr gänzlich herumreißen. Die beiden Regisseure haben sich die Latte wohl selbst sehr hoch gelegt und scheitern etwas an dem Versuch die zu zahlreichen Elemente in neunzig Minuten harmonisch unter einen Hut zu bringen. Auch bei mir wollte der Funke letzten Endes nicht so richtig überspringen und selbst wenn „The Void“ für aktuelle Indie-Horror-Verhältnisse optisch ganz ordentlich ausgefallen ist, war mir das inhaltlich doch etwas zu unausgegoren. Freunde von Achtziger-Horror sollten dennoch einen Blick riskieren und sich diesen teils herben Genre-Happen auch nicht entgehen lassen.
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Re: The Void - Jeremy Gillespie & Steven Kostanski (2016)

Beitragvon buxtebrawler » 19. Mai 2017, 09:54

Erscheint übrigens laut OFDb-Shop heute bei Universum auf Kauf-Blu-ray und -DVD.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: The Void - Jeremy Gillespie & Steven Kostanski (2016)

Beitragvon Tomaso Montanaro » 15. Jun 2017, 11:34

Einfach unglaublich, wie sich dieser Streifen mit seiner leider etwas überladenen Story durch die Filmgeschichte zitiert: Hellraiser, Assault on Precinct 13, The Beyond... es ist einfach für jeden was dabei und gerade für den erfahrenen Videoveteranen gibt es allerlei Altbekanntes zu entdecken.

Dass bei diesem üppigen Genreeintopf Logik und Glaubwürdigkeit etwas auf der Strecke bleiben sei verziehen, denn unterhaltsam ist The Void allemal.

7/10 Punkten
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Re: The Void - Jeremy Gillespie & Steven Kostanski (2016)

Beitragvon Arkadin » 15. Jun 2017, 11:45

Während seiner nächtlichen Streife entdeckt Deputy Carter (Aaron Poole) ein schwerverletzten Mann (Evan Stern) am Straßenrand. Carter bringt diesen umgehend zum nächstgelegenen Krankenhaus, obwohl dort zur Zeit nur eine Notbesetzung ihren Dienst tut. Dort angekommen entwickelt sich die Nacht zu einem einzigen Albtraum: Vor dem Gebäude versammelt sich eine unheimliche Gruppe vermummter Gestalten, und im Krankenhaus verwandeln sich die Eingeschlossenen in rasende Killer und schleimige Monster…

Würde man eine Liste anfertigen, von welchen Genrefilmen sich die Macher des kanadischen „The Void“ inspiriert haben lassen, so wäre rasch der erste Absatz dieser Besprechung und vielleicht auch noch der zweite gut gefüllt. John Carpenters „Die Fürsten der Dunkelheit“ (mit Abstrichen auch „Assault on Precint 13“), „Hellraiser“ und „Re-Animator“ sind da nur die Beispiele, die als erstes ins Auge springen. Lucio Fulcis „Das Haus an der Friedhofmauer“ und „Die Geisterstadt der Zombies“ sind etwas weniger plakative Inspirationsquellen. Tatsächlich fühlt man sich angenehm an das Horrorkino der 80er Jahre erinnert. Was auch daran liegt, dass man erfreulicherweise auf seelenlose CGI-Effekte weitgehend verzichtet hat und ein beeindruckender Teil des Aufwands in wunderschöne, handgemachte Effekte geflossen ist. Da laufen dem Freund von Latexmasken und Kunstblut angenehme Schauer den Rücken herunter und man fragt sich unwillkürlich, warum die hohe Kunst der „echten“ Special Effects heutzutage fast schon vergessen ist, und selbst das Blut aus dem Computer stammt muss. Eine recht preisgünstige Produktion wie „The Void“ – die mit Crowdfunding-Mitteln realisiert wurde – schafft es doch auch, kreative Masken und handgemachte Effekte auf den Bildschirm zu zaubern.

Dass das alles dann auf Kosten einer originellen Geschichte geht, nimmt man mal so hin. Auch, dass die Charaktere nicht gerade mit dem feinen Pinsel, sondern eher mit der groben Bürste gezeichnet wurden. Überraschungen bleiben also aus, sofern man die „Originale“ kennt. Und ein Subplot, wie der um den Verlust eines Kindes durch das Protagonisten-Paar, wirkt zu dick aufgetragen, um wirken zu können. Auch aus dem Schurken hinter der apokalyptischen Geschichte hätte man mehr machen können. Hinter seiner freundlichen Maske bleibt er anfangs so blass und egal, dass man nach seiner Verwandlung in ein dämonisches Überwesen mit Gottkomplex Mühe hat, sich an seine vorherige Inkarnation überhaupt zu erinnern. Zu beliebig wird diese Figur aus dem Hut gezaubert. Immerhin schafft es Aaron Poole in der Hauptrolle, seinen Deputy Carter sehr sympathisch und lebendig zu gestalten. Ebenfalls relativ gut gelungen ist das Duo, welches zunächst als unheimliche und skrupellose Killer eingeführt wird, sich dann aber als wertvolle Helfer im Kampf gegen Sektenmitglieder und untote Kreaturen entpuppen. Allerdings merkt man dem Drehbuch zu sehr die Absicht an, diese beiden Charaktere als heimliche Helden zu etablieren. Das wirkt dann eher krampfhaft bemüht als cool, zumal die Figur des Sohnes vom Drehbuch vollkommen im Stich gelassen wird.

Doch davon abgesehen, weiß „The Void“ durchaus zu gefallen, was nicht nur an den einfallsreichen, bodenständigen „Creature Designs“ und der für eine FSK16 recht ungewöhnliche Härte liegt. Das Regie-Duo, welches bei einigen großen Blockbustern schon in der Special Effects Abteilung zusammengearbeitet hat, zieht seine Geschichte flott und angenehm humorlos durch. Keine ironisches Augenzwinkern in Richtung der Vorbilder, keine coolen Sprüche. Diese Ernsthaftigkeit tut dem Film sehr gut. Zudem machen Jeremy Gillespie und Steven Kostanski das Beste aus ihrem schmalen Budget und lassen das verlassene Krankenhaus tatsächlich zum „Tor zur Hölle“ werden. Die dichte, stimmungsvolle Inszenierung lässt einen trotz aller Vorhersehbarkeit ab und zu an den Nägeln kauen. Handwerklich kann man Gillespie und Kostanski also keine Vorwürfe machen. Kameraarbeit, Ausstattung, Lichtsetzung – alles vom Feinsten. Es wird spannend sein, den weiteren Weg der Beiden zu beobachten und zu sehen was passiert, wenn sie die Möglichkeit haben ein etwas eigenständiges, besser ausgearbeitetes Drehbuch zu realisieren. Bis dahin ist „The Void“ aber schon einmal eine erstklassige Visitenkarte mit der Empfehlung für höhere Weihen,

„The Void“ ist eine sympathische, blutig-schleimiger Eintopf aus Motiven der großen Horrorklassiker der 80er Jahre von Carpenter über Baker bis Fulci. Dabei bleibt die Eigenständigkeit etwas auf der Strecke und die Figuren sind mitunter recht grob geschnitzt. In Sachen Creature Design, blutige Effekte, Ausstattung und stimmungsvoller Kameraarbeit können die beiden Regisseure aber bereits eine eine Empfehlung in eigener Sache abgeben.

Screenshots & DVD-Infos: http://www.filmforum-bremen.de/2017/06/ ... -the-void/
Früher war mehr Lametta
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