Evilenko - David Grieco (2004)

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Evilenko - David Grieco (2004)

Beitragvon Tomaso Montanaro » 5. Mai 2017, 15:06

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Evilenko

Regie: David Grieco
Produktion: Italien 2004
Darsteller: Malcolm McDowell, Marton Csokas, Ronald Pickup, Frances Barber, John Benfield, Eugenia Gandij, Ihor Ciszkewycz, Fabrizio Sergenti Castellani, Vladimir Levizkiy, Alexei Chadyuk, Viktor Gluskov, Ostap Stupka...

Die Sowjetunion Mitte der 80er Jahre: Der verheiratete Lehrer Andrej Evilenko (Malcolm McDowell) wird aus dem Schuldienst entlassen, nachdem er versucht hat eine Schülerin zu vergewaltigen. Von diesem Moment an, gerät er völlig außer Kontrolle und beginnt im Verborgenen zahlreiche Kinder und Frauen zu vergewaltigen und grausam zu töten. Da es in der UdSSR gerade zu erheblichen politischen Veränderungen kommt, die dem überzeugten Erzkommunisten gar nicht passen, behauptet er aufgrund seiner politischen Gesinnung gekündigt worden zu sein und kriegt vom KGB einen Bürojob angeboten, um einen Kollegen zu überwachen. Um die scheinbar zusammenhangslosen Morde endlich aufzuklären, wird der junge, linientreue Polizeiinspektor Vadim Lesiev mit dem Fall betraut. Mit der Hilfe des Psychologen Dr. Richter versucht Lesiev dem irren Serienmörder, der mittlerweile schon über 50 Menschen ermordet hat, auf die Spur zu kommen…

Quelle: ofdb
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Re: Evilenko - David Grieco (2004)

Beitragvon Tomaso Montanaro » 5. Mai 2017, 15:08

Nach Citizen X eine weitere Verfilmung des Lebens des russischen Massenmörders Andrej Evilenko (Tschikatilo). Malcom McDowell spielt seine Rolle erwartungsgemäß souverän und intensiv.

Leider hat der Film seine Längen und auch seine Ungereimtheiten: So beginnt die Story 1978 und Michail Gorbatchow ist bereits im Fernsehen zu sehen. Aber auch ohne diese kleinen, unbedeutenden Logikfehler bleibt Citizen X die weitaus bessere und intensivere Verfilmung des Stoffes.

6/10 Punkten
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Re: Evilenko - David Grieco (2004)

Beitragvon sergio petroni » 7. Mai 2017, 11:39

Malcolm McDowell spielt Andrej Evilenko, der Mitte der 1980er Jahre wegen
sexueller Übergriffe auf Schülerinnen aus dem Schuldienst entlassen wird.
Der streng kommunistische Evilenko verliert jeglichen Halt, es ist zugleich die
Zeit der beginnenden Perestroika, und beginnt, seine Fantasien auszuleben.
Die enden für über 50 Menschen tödlich.

Welche Absichten stecken hinter dieser italienischen Produktion?
Einen Unterhaltungsfilm zu produzieren? Eine tatsachenorientierte
Darstellung des Lebens eines Massenmörders? Ein Zeitdokument
der Sowjetunion der 1980er?

Es sollte wohl wohl von allem etwas sein. Der Film setzt sich damit zwischen alle
Stühle und versagt auf allen Ebenen.
Lediglich der im Film omnipräsente McDowell vermag den Zuschauer
gewissermaßen durch 115 Minuten Film zu ziehen, der weder Fisch noch
Fleisch ist.

Da wären zum einen die vielen, offenbar gewollten, Unterschiede zum
Leben des echten Mörders Tschikatilo. Dessen Mordserie begann 1978 und nicht
Mitte der 1980er. Des weiteren hatte der echte Tschikatilo zwei Kinder
wohingegen Evilenko kinderlos ist. Ein durchaus nicht unwichtiger Unterschied,
wie ich finde. Die meisten der Opfer waren nämlich Jungen und Mädchen.
Neben vielen weiteren Kleinigkeiten, so zum Beispiel der Hinrichtungsart,
ist auch die Ermittlung gegen Tschikatilo nicht wahrheitsgetreu dargestellt.

Als Spannungsfilm taugt "Evilenko" gar nicht. Auch die Darstellung der Sowjetunion
zur Zeit des sich vollziehenden Umbruchs ist bruchstückhaft und einseitig.
Daß viele der Unzulänglichkeiten aber wohl auf Inkompetenz der Macher
zurückzuführen sind, zeigt die Darstellung des Alterungsprozesses Evilenkos.
Obwohl nur fünf Jahre dazwischen liegen, altert McDowell in dieser Zeit
auf einen Schlag optisch um geschätzte zwanzig Jahre.
Ein Gutes hatte "Evilenko": Ich wurde daran erinnert, mal wieder "Gorky Park"
einzuwerfen.
3,5/10
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
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