Skinner... lebend gehäutet – Mark Herrier (Trash Coll. # 10)

Moderator: jogiwan

Skinner... lebend gehäutet – Mark Herrier (Trash Coll. # 10)

Beitragvon jogiwan » 15. Dez 2009, 15:49

Skinner ... lebend gehäutet – Mark Herrier (Trash Collection # 10)

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Originaltitel: Popcorn

Herstellungsland: USA / 1991

Regie: Mark Herrier

Darsteller: Jill Schoelen, Tom Villard, Dee Wallace, Derek Rydall, u.a.

Story:

Auf die gespannten Besucher eines Horrorfilm-Festivals wartet eine Überraschung der besonderen Art. Wenn das Licht verlöscht, und die Spannung im Saal steigt, ist die Stunde des „Skinners“ angebrochen, des Mannes mit den 1000 Gesichtern. Er holt sich seine Opfer unter den Gästen und häutet sie lebend, um in der neuen Maske unerkannt weiter zu morden.
Das Kino wird zur Todesfalle. Phantasie und Realität vermischen sich auf furchtbare Weise.
Die Filmstudentin Maggie macht im Keller eine grausige Entdeckung und gerät dabei in die Gewalt des „Skinners“. Ihr Freund Mark jagt ein Phantom, dessen Gesicht er noch nicht kennt. Doch auf der Bühne und vor den entsetzten Augen aller, kommt es zur grässlichen Enthüllung. Der „Skinner“ lässt die Maske fallen – und zeigt sein wahres, schreckliches Gesicht…

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Re: Skinner... lebend gehäutet – Mark Herrier (Trash Coll. # 10)

Beitragvon jogiwan » 15. Jan 2011, 15:11

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Ein Kinobesuch sollte ja im besten Falle für den zahlenden Kunden immer ein beeindruckendes und nachhaltiges Erlebnis der positiven Sorte sein. Doch wer Filme wie Biga Lunas „Anguish/Im Augenblick der Angst“ oder auch Lamberto Bavas „Dämonen 2“ aus den Achtziger kennt, weiß auch genau, dass sich dieser Ort des Vergnügens und der Emotion auch rasch zu einer Todesfalle werden kann, in dem der Zuschauer bald nicht mehr weiß, was real und Fiktion ist. Selten wurde jedoch dieser Spaß so humorvoll und augenzwinkernd in Szene gesetzt, wie in dem Slasher „Skinner... lebendig gehäutet“, in dem gleich ein trashiges B-Movie-Horrorfestival in einem alten Kino als Handlungsort für eine Handvoll bizarre Morde dient, von denen das geneigt Publikum jedoch gar nichts mitbekommt.

Wenn man das Cover ansieht und auch den Backcover liest, würde man jetzt vermutlich auch nicht erahnen, dass sich hinter dem reißerischen Titel „Skinner... lebendig gehäutet“ eine kurzweilige Hommage an Horrorfilme und Kinofeeling längst vergangener Tage verbirgt, die auch wirklich gute Laune macht. Die relativ schlechten Bewertungen und unterdurchschnittlichen Bewertungen auf der OFDB kann ich ja nicht unbedingt nachvollziehen und in dem Streifen stecken ja wirklich genug obskure Einfälle und spaßige Szenen, sodass bis zum Finale auch kaum Langeweile aufkommt.

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Die Geschichte ist dabei durchaus interessant und bietet überraschende Wendungen am laufenden Band, wobei vor allem das Geschehen im Kino vor und hinter der Leinwand dann fast in Echtzeit gezeigt wird. Hätte man nicht auch noch diese übernatürliche Komponente mit der Gesichtstransplantation hineingepackt, die auch John Woo in „Face off – im Körper des Feindes“ verwendet hat, der Streifen wäre heutzutage sicherlich bereits ein Klassiker des Teenie-Slasher-Genres. So trifft die Story über den durchgeknallten Mörder (dessen Identität natürlich an dieser Stelle nicht verraten wird) vielleicht nicht unbedingt den Geschmack aller Zuschauer und im Vergleich zu Freddie, Jason und dem ollen Michael mag der Skinner dann vor allem im Finale auch nicht ganz zu überzeugen.

Was den Film aber sicherlich besonders macht, ist die Tatsache, dass man für „Popcorn“ bzw. „Skinner... lebend gehäutet“ und für das gezeigte Festival dann drei kurze Filmchen gedreht hat, die im Kino gezeigt werden und die Ausschnittsweise auch dem Zuschauer nicht vorenthalten werden. Da gibt es dann überlebensgroße Moskitos im bester Larry Harryhausen-Manier, psychopathische Killer mit der Extraportion Elektrizität oder japanische Expeditionsteilnehmer, die etwas zu tief gegraben haben. Und auch im Kino-Foyer gibt es allerlei tolle Plakate zu Filmen wie „The incredible Melting man“ zu sehen, die auch davon zeugen, dass hier Fans mit erhöhtem Hang zur Selbstironie am Werk waren.

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Darstellerisch gibt es auch nicht viel zu bemängeln und Jill Schoelen hat ja bereits im ersten Teil der „Stepfather“-Trilogie Erfahrung im Slasher-Genre sammeln können. Hier darf sie wieder einmal im Finale die Seele aus dem attraktiven Leib kreischen und liefert auch ansonsten eine sehr solide Performance ab. In der Rolle ihrer Mutter bzw. Tante gibt es die vielbeschäftigte Dee Wallace in einer kleineren Rolle zu bewundern, die trotz Unterforderung auch keinen Anlass zur Kritik gibt. Die restlichen Darsteller wirken zwar allesamt sehr sympathisch, scheinen jedoch außer ein paar Auftritten in diversen Serien auch nicht weiter in Erscheinung getreten zu sein.

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"Skinner" ist ein spassiges Filmchen, das im Jahre 1991 bereits den Versuch startete, das angestaubte Teenie-Slasher-Genre mit ordentlich Ironie und Humor wieder salonfähig zu machen. Ganz ist das Regisseur Mark Herrier zwar nicht gelungen und die Lorbeeren hat ja auch Wes Craven mit seinem fünf Jahre danach entstandenen „Scream“ eingeheimst, aber nichtsdestotrotz ist „Skinner… lebend gehäutet“ ein humorvoll-kurzweiliges Filmchen von Slasher-Fans für Slasher-Fans, dass vielleicht für den Mainstream dann doch eine Spur zu over-the-Top daherkommt, aber geeichte Zuschauer kaum enttäuschen wird. Die teils schlechten Bewertungen kann ich jedenfalls nicht so nachvollziehen und die Scheibe wird auch sicherlich trotz Frühneunziger-Optik in meinem bescheidenen Haushalt noch so manchen Slasher-Themen-Abend bereichern: 7/10 Punkte

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Re: Skinner... lebend gehäutet – Mark Herrier (Trash Coll. # 10)

Beitragvon buxtebrawler » 15. Jan 2011, 19:22

jogiwan hat geschrieben:Larry Harryhausen


Gute Freunde dürfen ihn auch Ray nennen ;)

Den Film hast du mir jetzt schmackhaft gemacht, nachdem mich die durchschnittlichen und negativen Bewertungen zunächst abgeschreckt hatten.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Skinner... lebend gehäutet – Mark Herrier (Trash Coll. #

Beitragvon untot » 16. Jun 2011, 02:15

Also ich fand "Skinner" eigentlich richtig klasse, ich hab mich auch zuerst von den schlechten Kritiken abschrecken lassen!
Das Thema ist zwar nicht neu, aber dafür um so liebenswerter umgesetzt.
Die Location ist richtig toll, in so nem Kino würde ich jede freie Minute verbringen, auch sieht man hier viele bekannte Gesichter aus B-Movies. Hier ist alles bis in kleinste Detail mit Liebe gemacht, von der Maske, bis zu den im Kino gezeigten Horrorfilmen, wirklich ein Genuss!
Das einzige kleine Manko ist der etwas zu plötzliche Schluß, da fällt es leider etwas ab, trotzdem sehr sehenswert.

7/10
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Re: Skinner... lebend gehäutet – Mark Herrier (Trash Coll. #

Beitragvon buxtebrawler » 20. Jun 2011, 16:15

Der US-amerikanische Film „Popcorn“ aus dem Jahre 1991 von Regisseur Mark Herrier, der bisher in erster Linie als Schauspieler in Erscheinung getreten ist und neben „Popcorn“ lediglich einen Kurzfilm gedreht hat, ist eine Paradebeispiel für eine hirnrissige deutsche Titelvergabe, die vollkommen falsche Erwartungen weckt und das falsche Publikum anzieht.

Denn ein „Skinner“ kommt im gesamten Film nicht vor, demnach wird auch niemand „lebend gehäutet“. Vielmehr ist „Popcorn“ eine liebevolle Ehrerbietung an den Phantastischen Film, insbesondere an alte Sci-Fi-Horror-B-Movie-Schinken aus den 50ern und 60ern des vergangenen Jahrhunderts sowie an das leider ausgestorbene Event-Kino. Die von Alpträumen geplagte Maggie plant zusammen mit anderen Filmstudenten ein eben solches Kinoereignis mit drei Filmen, doch bei den Vorbereitungen stößt man auf den Film „Possessor“, eine Art avantgardistischen Snuff-Film eines wahnsinnigen Mörders. Die Bilder kommen Maggie bekannt vor, sie kennt sie aus ihren Träumen…

Selbstironisch und detailverliebt nimmt „Popcorn“ alte B-Reißer (und mit „Possessor“ sogar Kunstfilme) aufs Korn, die eigentlichen Höhepunkte sind die parodistischen „Filme im Film“, die (in Ausschnitten) eigens für diese Produktion gedreht wurden und während des Kinoevents über die Leinwand flimmern. Es ist fast verwunderlich, dass diese Filme seinerzeit nicht tatsächlich von findigen Drive-In-Produzenten realisiert wurden, so naheliegend sind die Ideen von menschenaussaugenden Riesenmoskitos, durch eine missglückte Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl aufgeladene Mörder, die als wandelnde Stromgeneratoren jede Menge Unheil anrichten und beißendem Gestank aus den Sümpfen, der nicht nur feinen Nasen nicht bekommt. Von letzterem, „The Stench“, einer angeblich japanischen Produktion, bekommt man leider nicht allzu viel zu sehen, der Moskitofilm hingegen wurde zwischenzeitlich von der Realität eingeholt (vgl. „Mosquito“). Dabei werden nicht nur stumpf Klischees heruntergerasselt, nein, man merkt den Machern an, dass sie etwas von der Materie verstehen und selbst Fans derartiger Unterhaltung mit all ihren Stärken und Schwächen sind. Wenn im Film um den Electro-Man ein Wissenschaftler im weißen Kittel und mit dünnem Oberlippenbart auftaucht und die Filmstudenten Stromstöße in die Kinositze jagen, denkt der findige Genrefreund unweigerlich an „The Tingler“ von William Castle mit Vincent Price in der Hauptrolle. Großartig!

Doch da war ja noch etwas: Die Rahmen- bzw. eigentliche Handlung. Die bietet einige nach fortgeschrittener Slasher-Manier hübsch-kreative Morde und Spezialeffekte, ohne sich dabei in Blut zu baden, erreicht aber nicht ganz den Charme der kinonostalgischen Elemente. Wendungs- und überraschungsreich ist sie durchaus, die Maske des Possessors sieht „ansehnlich unansehnlich“ aus und da er sich deshalb selbst welche von den Gesichtsabdrücken seiner Opfer (wir erinnern uns: hier wird nicht gehäutet) anfertigt, bekommt das Ganze auch noch ein bisschen was von „Fantomas“. Jedoch ist die eigentliche Geschichte wenig parodistisch ausgelegt, vermag als ernsthafter Horror nicht so recht zu fesseln, ist als komödiantischer Beitrag nicht lustig genug und verfängt sich anscheinend in seiner eigenen Logik.

Dafür fällt aber keiner der Schauspieler unangenehm auf, man war mit reichlich Spielfreude bei der Sache. Wie generell der ganze Film wie ein ambitioniertes Liebhaberprojekt für Die-Hard-Genrefans wirkt, inwieweit auch Otto Normalzuschauer damit etwas anfangen kann, weiß ich nicht – ist mir aber auch herzlich egal.

Fazit: Der stumpfe Gorebauer wundert sich und beweist dank seiner negativen Reaktionen, dass selbst eine als Teenie-Horrorkomödie verpackte Hommage an selige vergangene Genrezeiten ihm zu hoch ist, der Kenner hingegen freut sich über ein beachtliches Regiedebüt, das viel Leidenschaft für die Thematik erkennen lässt und addiert heimlich vielleicht ein halbes Sympathiepünktchen. Die 7,5/10 hat sich der Popcorn-Possessor somit redlich verdient. Am besten im Doppelpack mit „Die Nacht der Creeps“ genießen!
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Skinner... lebend gehäutet – Mark Herrier (Trash Coll. # 10)

Beitragvon buxtebrawler » 31. Jul 2017, 13:59

Erscheint voraussichtlich am 22.09.2017 bei cmv-Laservision auf Blu-ray und auch noch einmal auf DVD:

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Blu-ray-Mediabook Cover A

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Blu-ray-Mediabook Cover B, limitiert auf 333 Exemplare

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Blu-ray in Amaray-Hülle

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DVD

Extras:
- Booklet (nur Mediabooks)
- Original Trailer und TV-Spots
- umfangreiche Bildergalerie
- Programmtrailer

Quelle: OFDb-Shop
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