Terror in der Oper - Dario Argento (1987)

Bava, Argento, Martino & Co. Schwarze Handschuhe, Skalpell & Thrills

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Re: Terror in der Oper - Dario Argento (1987)

Beitragvon ugo-piazza » 3. Feb 2016, 17:21

buxtebrawler hat geschrieben:
ugo-piazza hat geschrieben:Die Metal-Einlagen in Opera sind aber echt grausam. :mrgreen:


:nixda:

Großartig sind se, großartig!


Unpassend sind se, unpassend! :nick:
Onkel Joe hat geschrieben:Die Kunst im Leben ist es, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.


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Re: Terror in der Oper - Dario Argento (1987)

Beitragvon buxtebrawler » 3. Feb 2016, 18:02

ugo-piazza hat geschrieben:Unpassend sind se, unpassend! :nick:


Fand' ich in diesem Falle überraschenderweise nicht.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Terror in der Oper - Dario Argento (1987)

Beitragvon sergio petroni » 9. Feb 2016, 16:39

Inzwischen zum wasweißichwievieltenmal gesehen. Aber das erste Mal auf Bluray.
Der Film ist ein echter (noch traditionalistischer) Argento. Und zwar einer an der Schnittstelle
seiner frühen Schaffensphase zu seiner späten Periode. Also ungefähr der Zeitpunkt, der viele seiner Fans spaltet.
Argento liefert hier beeindruckende technische Spielereien mit der Kamera ab;
man sieht dem Film das recht große Budget an. Zugleich bleibt er seiner bis dahin geltenden
Linie treu und eifert in keinster Weise dem Mainstream nach. Und er hatte damit auch recht großen
Erfolg an den Kinokassen.
Das Mediabook von Koch Media ist meiner Ansicht nach uneingeschränkt zu empfehlen.
Wobei ich manch nörglerischen Kommentar wegen eines angeblich falschen Bildformats
gelesen habe. Ist da was dran?
Das präsentierte Bonusmaterial ist jedenfalls zum Zungeschnalzen und für den Fan
unverzichtbar!
Ganz klare Empfehlung meinerseits.
8/10

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Re: Terror in der Oper - Dario Argento (1987)

Beitragvon supervillain » 9. Feb 2016, 16:55

sergio petroni hat geschrieben:(...)Wobei ich manch nörglerischen Kommentar wegen eines angeblich falschen Bildformats
gelesen habe. Ist da was dran?


Da wäre mir nichts aufgefallen. 2.35:1 passt schon. Ging es in dem Kommentar eventuell um die unmaskierte 4:3 Version? Sollte es so sein, brauchst du die Aussage nicht ernst nehmen. Die Fassung steht noch als Extra auf dem Mediabook, wurde allerdings gestrichen. Kein wirklich großer Verlust.
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Re: Terror in der Oper - Dario Argento (1987)

Beitragvon Il Grande Racket » 17. Apr 2016, 04:07

Argento hatte sein Auge zu sehr auf die Konzeption einzelner, teils grandioser Szenen gelegt und vergaß darüber hinaus, dass er für einen funktionierenden Film eine ordentliche Dramaturgie und vor allem einen Spannungsbogen benötigt. Das ist sehr schade, denn so kräftig durfte er ab da nicht mehr aus dem Vollen schöpfen, der Film sieh teils atemberaubend aus, ich sage nur Rabenflug. Und ja, auch die Metal-Musik ist nicht immer sehr passend, sehe ich aber nicht so schlimm an. Visuell einer der besten Argentos, inhaltlich einer der wirklich schwachen. Ich mag ihn trotzdem, kann aber auch verstehen, wenn man es nicht tut. 7/10
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Re: Terror in der Oper - Dario Argento (1987)

Beitragvon buxtebrawler » 7. Jun 2016, 10:58

Erscheint voraussichtlich am 08.07.2016 noch einmal bei Koch Media als Drei-Disk-Ausgabe im Mediabook:

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Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Terror in der Oper - Dario Argento (1987)

Beitragvon karlAbundzu » 12. Sep 2017, 12:48

Jetzt Argento: Seine Arbeit über Raben, Oper, Sehen und Technik. Seine Geschichte über die Sängerin und Tochter einer Sadistin, die zusehen muss, wie der Ex seiner Mutter vor ihren Augen Leute umbringt.
Eigentlich fast wie ein Best Of Bildern von Argento: Rote Vorhänge, schwarze Handschuhe, Augen. Sowieso Farben, ständig wird mit irrealem Licht und Lichtquellen gearbeitet, die, obwohl die Story als solches nichts Übernatürliches hat, alles in Fantastische zieht.
Betty, die Hauptdarstellerin, im Moment ihres künstlerischen und beruflichen Triumphes gefangen zwischen zwei Vaterfiguren – dem Killer (meiner Meinung ist der Darsteller ein wenig jung gewählt – wie jung muss der als Killersklave der Mutter gewesen sein?) und dem Regisseur, beides Unsympathen, von denen sie sich letztendlich befreien kann. Wenn ich die Schlussszene richtig verstehe – Oder so wie ich die Schlussszene verstehe.
Raben – Nicht nur, dass ich allgemein ein Freund der gefiederten Zeitgenossen bin, zu den Corvidae hab ich ein besonderes herzliches Gefühl. In diesem Film sind sie Handlungsträger, Auslöser, Rächer. Und das eröffnet durch ihren mythischen Balast eine ganze Wagenladung von Deutungsmöglichkeiten. Für Argento ist neben ihrer Klugheit vor allem wohl einfach das Unheimliche dieser Tiere wichtig. Und ein guter Anlass für den prima Kameraflug übers Opernpublikum.
Es geht ja wie so oft ums Sehen und das Sehen des Publikums, denn beim Horrorfilmschauen sind wir doch wie Betty, wir können nicht wegschauen, irgendetwas hält unsre Lider oben, während vor uns gemetzelt wird.
Auffällig in diesem Film das Präsentmachen von Technik bzw. Wiedergabetechnik von Musik und Tönen in Großaufnahme.
Beeindruckt bin ich von zwei Darstellern, von Cristina Marsillach, die eine überzeugende Betty gibt, auch in den ganzen surrealen Vorkommnissen und obwohl das Scrip ihr auf den ersten Blick unlogisches zu tun gibt. Dafür, dass sie vorher nur gemodelt hat, und wohl auch nicht sehr offen bei den Dreharbeiten war, hat mich das überzeugt. Ebenso Shakespearo Ian Charleson, der hier einen überzeugenden Arschloch-Regisseur gibt. Gut und gerne sehe ich ja auch immer wieder Coralina Cataldi-Tessoni, hier als rebellische selbstständige Kostümbildnerin.
Musik: Simonetti, Eno-Brüder muss ich nichts zu sagen, toll. Ebenso die gewählten Arien, passend superb. Der Metal: Ich verstehe ihn in den Szenen, hätte wohl aber welchen ohne Gesang bevorzugt, irgendwie reißt der was runter, wirkt durch diesen fast wie eine Persiflage. Schade. Bei der nächsten Tonversion würde ich einfach Slayer-Instrumentals drunter setzen. (Apropos Ton: Wir haben ja eine ungekürzte Version gesehen, bei der die bisher geschnittenen Szenen deutsch untertitelt drin waren: was haben die alles an Handlung rausgenommen! Die ganze falsche Fährte mit Bettys Vorgängerin…)
Das Ende: Ging ich bisher davon aus, das es im Ungewissen gelassen wird, ob und wie verrückt Betty selbst ist / wurde, ist für mich die „Im Gras kriechen“-Szene da eindeutig. Einen Schritt zurück: Die ganze „wunderschöne Welt“-Szene in den Alpen ist durch die übertrieben Idylle ja auch fantastisch, wie in Bollywood oder Heidi-Anime-Versionen. Und: Ich will unbedingt den Film mit der Fliege sehen!!!
So nach zwei Nächten noch über anderes nachgedacht: Gehirne, Konstruktion der Zeit und des Raumes,… aber dazu vielleicht später.
Vielleicht das noch: Bei manchen Szenen oder eben meinen kleinen Mäkeleien, bei Anschlussfehlern und so dachte ich doch mal, das ist vielleicht der Übergangsfilm, bei seinen späteren Filmen, egal ob gelungen oder nicht, beginnt Argento irgendwie ungenau zu arbeiten, und das ist ein herausragendes Merkmal seiner vorherigen, vor allem Ross, Suspiria, Tenebrae, Inferno, Arbeiten: Genauigkeit. Und das fängt hier an, nachzulassen.
Großer Giallo, toller Film!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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