horror's Reise durch die große Welt der Filme

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Moderator: jogiwan

Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 27. Aug 2015, 10:59

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Charlie's Farm
(Charlie's Farm)
mit Nathan Jones, Tara Reid, Kane Hodder, Bill Moseley, Allira Jaques, Cameron Caulfield, Madeleine Kennedy, Genna Chanelle Hayes, David Beamish, Dean Kirkright, Justin Gerardin, Sam Coward, Lindsay Edgecomb
Regie: Chris Sun
Drehbuch: Chris Sun
Kamera: Scott Kimber
Musik: Mark Cyprian Smythe
ungeprüft
Australien / 2014

Vier Freunde folgen den Spuren einer blutrünstigen Legende ins australische Hinterland. Fern jeglicher Zivilisation suchen sie die berüchtigte Farm, auf der die gewalttätige Wilson-Familie samt ihrem degenerierten Sohn Charlie von einem wütenden Mob geradezu hingerichtet wurde. Die Warnungen der heimischen Rednecks wecken dabei erst recht ihren Ehrgeiz, dem Mythos auf den Grund zu gehen. Tatsächlich finden sie die verlassene Farm und übernachten dort. Doch die Legende hat ein wichtiges Detail nicht überliefert: Der Sohn hat überlebt. Und der rachsüchtige Charlie hat die ungebetenen Gäste bereits im Visier...


Immer wieder kommen in regelmäßigen Abständen sehenswerte Horror-oder Terrorfilme aus Australien zu uns. Werke wie "The Loved Ones", "Wolf Creek 1 & 2" oder auch "Storm Warning" sind nur einige davon und jeder einzelne dieser Filme beinhaltet einen relativ großen Unterhaltungswert. Nicht anders verhält es sich bei "Charlie's Farm", der unter der Regie von Chris Sun (Daddy's little Girl) entstanden ist. Wie bei fast allen diesen Genre Vertretern sollte man an dieser Stelle keine tiefsinnige Geschichte erwarten, denn rein inhaltlich bekommt man altbewährte Kost geliefert. Einige Jugendliche sind einer Legende auf der Spur, nach der es vor Jahrzehnten auf einer entlegenen Farm zu wahren Greueltaten gekommen sein soll. Natürlich werden dabei sämtliche Warnungen diverser Anwohner in den Wind geschlagen und jeder Genre Fan kann sich den weiteren Verlauf der Ereignisse bildhaft ausmalen. Man merkt also ziemlich schnell, das hier keinerlei Innovation oder weltbewegende Neuerungen zu erwarten sind, aber dennoch wurden die enthaltenen Zutaten gekonnt miteinander vermischt, so das man sich getrost auf ein kurzweiliges Vergnügen einstellen kann.

Einen erheblichen Unterschied zu unzähligen anderen Filmen dieser Art gibt es dann aber doch, denn wenn man ansonsten mit eher blassen und unsympathischen Charakteren zu tun bekommt, so werden die Hauptfiguren in vorliegendem Fall relativ sympatisch gezeichnet. So entsteht beim Betrachter zumindest ein gewisses Maß an Mitgefühl für die Akteure, denen im laufe der Zeit fast selbstredend ein schreckliches Schicksal vorgeschrieben ist. Mit Kane Hodder und Tara Reid sind dann auch zwei altbekannte Gesichter mit an Bord, wobei der gute Kane leider nicht über den Status einer eher unbedeutenden Nebenrolle hinaus kommt. Aber auch die restlichen Protagonisten liefern einen ordentlichen Job ab und im Gegensatz zu vielen anderen Werken dieser Art kann sich das Schauspiel durchaus sehen lassen. Bevor man hier jedoch so richtig zur Sache kommt vergeht eine geraume Zeit, denn es dauert eine volle Stunde, bevor auch die Freunde der härteren Gangart auf ihre Kosten kommen.

Das mag jetzt sicherlich so manche Leute abschrecken, doch auch die eventuell etwas zu lange Einführung ist zu keiner Zeit langweilig. Chris Sun bringt einem zunächst die Hauptfiguren ein wenig näher, wobei man aber auf keinen Fall tiefer gehende Charakter Zeichnungen erwarten sollte. Gleichzeitig bekommt man durch Erzählungen die 30 Jahre zurück liegenden Ereignisse in Form von diversen Rückblenden geliefert, in denen auch schon die ein oder andere etwas härtere Szene enthalten ist. Gleichzeitig baut sich auch noch eine recht intensive Grundstimmung auf, die sich dann vor allem im letzten Drittel des Szenarios extrem verdichten soll. Dabei kommen dann auch die äußerst bedrohlichen Züge zum Vorschein, die man vielleicht zuvor ein klein wenig vermisst hat. Als dann aber nach gut einer Stunde die richtige Härte Einzug in das Geschehen hält tritt auch der gute Charlie das erste Mal auf den Plan. Allein der Anblick des hünenhaften Rednecks lässt einem dann das Blut in den Adern gefrieren und die nun stattfindende Tempoverschärfung läutet dann das letzte Filmdrittel ein, das es nun wirklich in sich hat.

Wer bis dahin vielleicht schon ein wenig enttäuscht war dürfte nun voll auf seine Kosten kommen, denn der gute Charlie lässt es nun mal so richtig krachen und ist dabei in der Wahl seiner Mittel alles andere als zimperlich. Mehrere blutige und wirklich derbe Effekte dürften das Herz eines jeden Gorehounds höher schlagen lassen und gleichzeitig lässt auch so manche Einstellung einen Hauch von schrägem Humor erkennen. Im Prinzip hat Chris Sun also eine ganze Menge richtig gemacht und mit "Charlie's Farm" einen absolut sehenswerten Beitrag abgeliefert. Wenn man dem Film überhaupt etwas vorwerfen kann, dann ist es höchstens die fehlende Innovation und die Tatsache, das man in der ersten Stunde ruhig schon etwas mehr Härte hätte einbauen können. Natürlich wird ein jeder das anders bewerten, doch in der Summe handelt es sich hier um einen weiteren australischen Terrorfilm, den man als Fan unbedingt gesehen haben sollte. Wer also auf Neuerungen verzichten kann und Altbewährtes zu schätzen weiß ist hier an der richtigen Adresse und dürfte definitiv seine Freude an einem Filmchen haben, das man sich auch gern mehrmals anschauen kann.


Fazit:


Sicherlich ist "Carlie's Farm" nicht unbedingt ein Überflieger, aber der Film bietet jegliche Zutaten, die einen Terrorfilm auszeichnen. Gutte Effekte, ordentliches Schauspiel und ein wenig Humor ergeben ein solides Gesamtpaket das man ohne Weiteres weiter empfehlen kann.


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 31. Aug 2015, 16:14

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Wyrmwood
(Wyrmwood)
mit Jay Gallagher, Bianca Bradey, Leon Burchill, Keith Agius, Berynn Schwerdt, Luke McKenzie, Cain Thompson, Damian Dyke, Catherine Terracini, Meganne West, Yure Covich, Beth Aubrey, Sheridan Harbridge, Damion Hunter
Regie: Kiah Roache-Turner
Drehbuch: Kiah Roache-Turner / Tristan Roache-Turner
Kamera: Tim Nagle
Musik: Michael Lira
keine Jugendfreigabe
Australien / 2014

Als aus heiterem Himmel die Zombieapokalypse ausbricht, werden Frau und Kind von Mechaniker Barry im Nu infiziert, er selbst jedoch nicht. Nachdem er gezwungen war, beide höchstselbst zu erschießen, begibt er sich im gut gepanzerten Geländewagen auf die Suche nach seiner Schwester, die im Getümmel von Soldaten in ein militärisches Geheimlabor entführt wurde, wo ein verrückter Wissenschaftler Experimente an ihr und anderen durchführt. Gemeinsam mit einem ebenfalls entwurzelten Aborigine nimmt Barry den Kampf auf.


Manchmal ist es wirklich von Vorteil wenn man ohne jegliche Erwartungen an einen Film heran geht, denn so ist die Chance äußerst positiv zu überrascht werden umso größer. Ebenso verhält es sich auch bei dem vorliegenden Zombie Moped aus Down Under, das gleichzeitig auch die erste Regie Arbeit von Kiah Roache-Turner darstellt. Gerade im Sub Genre der Untoten hat der Fan eigentlich schon alles gesehen und so gibt es dann auch insbesondere unter den unzähligen Beiträgen der letzten Jahre recht selten einen Vertreter, der auch nachhaltig im Gedächtnis bleibt oder gar das Zeug zu einem echten Kultfilm besitzt. Mit "Wyrmwood" liegt nun endlich einmal wieder ein Beitrag vor der in gewissen Kreisen durchaus den Staus eines Kultfilms erreichen könnte, denn diese australische Low Budget Produktion unterhält dermaßen glänzend, das einem jeden Fan das Herz im Leibe lacht. Selbstverständlich muss man die Ereignisse dabei aus einer ganz bestimmten Sichtweise her betrachten, denn von den rein filmischen Komponenten her handelt es sich ganz bestimmt nicht um ein Meisterwerk. Stattdessen erwartet den Zuschauer eine Mischung aus Action und Horror, die phasenweise eine Verneigung zum australischen Kultfilm "Mad Max" darstellt und vom Goregehalt her stellenweise an Peter Jackson's "Braindead" erinnert.

Wenn einem diese Kombination zusagt dann kann man hier überhaupt nichts falsch machen und nimmt dabei auch gern in Kauf, das die Logik in diesem Szenario phasenweise vollkommen außer Kraft gesetzt wird und auch die Story rein inhaltlich nicht unbedingt prall gefüllt ist. Man bekommt vielmehr eine eher ausgedünnte Rahmenhandlung geboten, in der auch so gut wie gar nichts über die auf einmal aufgetretene Zombie Seuche zu erfahren ist. Nach gut einer Stunde werden einem lediglich ein paar Sätze der Erklärung geliefert und man erhält gleichzeitig auch noch die notwendigen Informationen darüber, warum gewisse Menschen nicht von der Seuche betroffen sind. Diese kurzen Statements sind dann aber auch vollkommen ausreichend und so kann man sich ansonsten den extrem unterhaltsamen Abläufen widmen, die "Wyrmwood" einem durchgehend präsentiert. Etwaige Längen sind dabei überhaupt nicht zu erkennen, denn das Geschehen ist mit ordentlich Action und jeder Menge blutigen Passagen angereichert, so das die Zeit praktisch wie im Flug vergeht.

Aber nicht nur ein ordentlicher Härtegrad und jede Menge Tempo stehen auf der Tagesordnung, denn neben den erwähnten Vorzügen offenbart die krude Geschichte auch jede Menge skurrilen Humor. Die dabei entstehende Situationskomik gestaltet sich dabei fast schon grotesk und in etlichen Momenten treten einem ganz unweigerlich vor lauter lachen die Tränen in die Augen. Selbstredend erhält die Chose dadurch einem angenehm trashigen Anstrich und jeder Liebhaber abwegiger Inszenierungen kann an dieser Stelle ein wahres Sammelsurium von Absurditäten erwarten. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache und wer nichts mit solchen Werken anfangen kann, sollte erst gar keinen Blick riskieren. Alle anderen dürften jedoch durchgehend auf ihre Kosten kommen und stellenweise sogar die Hände vor Begeisterung über dem Kopf zusammen schlagen.

"Wyrmwood" wird ganz bestimmt die Meinungen spalten, ist aber meiner persönlichen Meinung nach im Bereich des Zombie Filmes das Beste, was man seit langer Zeit gesehen hat. Diese Einschätzung wird man allerdings nur teilen wenn man mit der richtigen Erwartungshaltung an den Film heran geht, denn wer einen ernsthaften Beitrag a la Romero erwartet, sollte diese Hoffnung von Beginn an begraben. Stattdessen handelt es sich aber um einen Fun Splatter, wie man ihn schon länger nicht mehr gesehen hat und man merkt auch ganz eindeutig, das die Macher hier mit sehr viel Spaß und echtem Herzblut bei der Sache waren. Ich bin jedenfalls regelrecht begeistert und kann nur eine ganz dicke Empfehlung an all jene aussprechen, bei denen der Unterhaltungswert und jede Menge Spaß im Vordergrund stehen und auch gern einmal auf Dinge wie Logik und eine ausgefeilte Geschichte verzichtet werden kann.


Fazit:


Da geht man ohne jegliche Erwartungen an einen Film heran und bekommt letztendlich eine wahrhaft geile Spaß Granate serviert, die definitiv nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Trashig, kurzweilig und extrem blutig gestaltet sich ein Geschehen, das zu keiner Phase auch nur den Ansatz von Langeweile erkennen lässt. Wer hier nicht zugreift hat selber schuld, denn "Wyrmwood" ist ein weiterer kultverdächtiger Beitrag aus Australien, der eine bestimmte Zielgruppe sicherlich in Begeisterung versetzt.


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 31. Aug 2015, 16:15

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Djinn - Des Teufels Brut
(Djinn)
mit Aiysha Hart, Razane Jammal, Ahd, Paul Luebke, Khalid Laith, Soumaya Akaaboune, Carol Abboud, Saoud Al Kaabi, May El Calamawy, Kristina Coker, Malik McCall, Ghaleb El Saadi, Abdullah Al Junaibi, Rajeev Daswani
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: David Tully
Kamera: Joel Ransom
Musik: BC Smith
keine Jugendfreigabe
Vereinigte Arabische Emirate / 2012

New York City: Seit dem Tod ihres Kindes hat Khalids Frau Salama schwere psychologische Probleme. Ein Psychologe rät Khalid dringend, den Job, den man ihm in den Vereinigten Arabischen Emiraten angeboten hat, anzunehmen, damit seine Frau nahe bei ihrer Familie sein kann. Sie kommen in Abu Dhabi an und beziehen ein Appartement im Al-Hamra-Tower. Salamas Mutter macht sich Sorgen, denn das Gebäude steht auf dem Boden eines ehemaligen Dorfs, das von Djinns heimgesucht worden ist. Es dauert nicht lange und Salama ist überzeugt, dass ein Djinn ihr nachstellt. Ein Djinn, der den wahren Grund für den Tod ihres Babys kennt…


Wohin man auch schaut, das bisher letzte Werk von Kult Regisseur Tobe Hooper erntet in der Regel eher sehr schlechte Kritiken. Zugegebenermaßen stellt "Djinn - Des Teufels Brut" auch wirklich nicht unbedingt ein filmisches Meisterwerk dar, aber dennoch ist der Film weitaus besser geraten als manche Kritik es vermuten lässt. Eventuell hat sich so manch einer auch von der irreführenden Altersfreigabe täuschen lassen und einen harten Horrorfilm erwartet, wobei das Szenario viel eher auf gepflegte Gruselkost ausgelegt ist. Eine 16er Freigabe wäre also mehr als nur ausreichend gewesen, denn im Bezug auf visuelle Härte bekommt der Zuschauer überhaupt nichts geboten. Dafür kann die Geschichte mit einer ordentlichen und streckenweise recht dichten Grundstimmung aufwarten und immer wieder geben sich auch diverse Momente zu erkennen, in denen eine Gänsehaut Atmosphäre auf den Plan tritt.

Ganz offensichtlich ist "Djinn - Des Teufels Brut" nicht unbedingt mit einem üppigen Budget versehen gewesen, doch diesen Umstand kann man dem Film nicht zum Vorwurf machen. Zwar merkt man an der ein oder anderen Stelle die beschränkten finanziellen Möglichkeiten, doch insgesamt gesehen hat Hooper das Optimale aus den gegebenen Möglichkeiten heraus geholt. Besonders gut hat mir persönlich die relativ düster erscheinende Optik gefallen, denn dadurch können die Ereignisse doch größtenteils bedrohliche Züge zum Vorschein bringen. Man bewegt sich hier auf einem durchaus ordentlichen Niveau, wobei das vorliegende Drehbuch dann aber als die größte Schwachstelle auszumachen ist. Hier hat der dafür verantwortliche David Tully dann einen ganz entscheidenden Fehler gemacht, indem er schon nach wenigen Minuten ziemlich eindeutig erkennen lässt, auf was die ganze Chose im Endeffekt hinaus läuft. So wird nämlich schon nach wenigen Minuten während eines Gespräches dreier Männer an einem Lagerfeuer die Legende eines weiblichen Djinns erzählt und wenn man nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, dann sind die Zusammenhänge äußerst leicht zu erkennen.

Sämtliche darauf folgenden Ereignisse sind nun natürlich vollkommen vorhersehbar und so kann sich auch zu keiner Zeit ein wirklicher Spannungsbogen aufbauen. Zu leicht sind die Abläufe vorher zu sagen und es geht letztendlich nur darum, ob die eigenen Vermutungen am Ende bestätigt werden. Dieser Aspekt schmälert das Filmvergnügen dann doch ganz erheblich, wobei sich aber immer noch ein ziemlich solider Gruselfilm präsentiert, in dem man aber leider keinerlei Wendungen oder Überraschungsmomente erwarten sollte. Das ist eigentlich sehr schade, denn die Geschichte beinhaltet durchaus einige starke Momente. So hat Hooper auch diverse kleinere Schockmomente eingebaut, die allerdings nicht das große Manko der fehlenden Spannung übertünchen können. An dieser Stelle hätte man weitaus mehr bewerkstelligen können, hat dies jedoch durch die viel zu frühzeitige Preisgabe der Zusammenhänge total versäumt. Diesen Kritikpunkt kann man ganz einfach nicht völlig außer acht lassen und letztendlich ist darin wohl auch die Begründung zu finden, warum viele Leute den Film so schlecht bewerten.

Es liegt im Auge des jeweiligen Betrachters, aber trotz der angesprochenen und leider offensichtlichen Mankos konnte mich "Djinn - Des Teufels Brut" recht gut unterhalten. Durch etwaige Versäumnisse ergibt sich aber dennoch ein eher durchschnittlicher Eindruck, doch eine Sichtung des Werkes kann man auf jeden Fall wagen. Die persönlichen Erwartungen sollten dabei aber nicht allzu hoch angesetzt werden, da man ansonsten eher eine leichte Enttäuschung erleben könnte. In darstellerischer Hinsicht bekommt man ebenfalls nur Mittelmaß geboten, denn von den eher unbekannten Akteuren drängst sich niemand durch erwähnenswertes Schauspiel in den Vordergrund, andererseits gibt es aber auch keine nennenswerten Rausreißer nach unten.


Fazit:


Der gute Tobe Hooper hat sicherlich schon viel bessere Filme präsentiert, aber "Djinn - Des Teufels Brut" ist keinesfalls so schlecht wie sein Ruf. Mit etwas mehr Feingefühl hätte man sicher viel mehr bewerkstelligen können, doch auch in der vorliegenden Form ist eine Sichtung des Werkes keinesfalls reine Zeitverschwendung.


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 2. Sep 2015, 16:42

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90210 - Shark Attack in Beverly Hills
(90210 Shark Attack)
mit Donna Wilkes, Rachel Rosenstein, Braden Bacha, Jeffrey Decker, Jud Birza, Stephanie Shemanski, Nikki BreAnne Wells
Regie: David DeCoteau
Drehbuch: Charlie Meadows
Kamera: David DeCoteau
Musik: Harry Manfredini
FSK 16
USA / 2014

Sechs Studenten der Ozeanologie, drei Damen und drei Herren, versammeln sich zu einem Arbeitswochenende in einem Apartmenthaus in Malibu. Mit von der Partie ist auch Alyssa, Tochter eines berühmten Meeresforschers, der vor einiger Zeit spurlos verschwand, als er einem geheimnisvollen Haikult in Mexiko nachspürte. Alyssa ist Außenseiter und Zielscheibe von allerhand Spott ihrer Gruppe, woran auch die freundliche Kursleiterin wenig ändern kann. Da beginnt eine mysteriöse Todesfallserie die Reihen der Studenten zu lichten.


Monster-Trash im Stil von "Sharktopus" und "Sharknado"


So zumindest deklariert sich das vorliegende Werk auf dem deutschen Blu-ray Cover selbst und zugegebenermaßen geht man als Zuschauer bei einem Filmtitel wie "90210 - Shark Attack in Beverly Hills" auch mit keiner anderen Erwartungshaltung an diesen Film heran. Das Ergebnis gestaltet sich dann jedoch vollkommen anders und schon nach wenigen Minuten Laufzeit muss man erkennen, das die Macher dieses obskuren Werkes keinesfalls bei bester Gesundheit gewesen sein können. Was einem hier nämlich als Geschichte verkauft werden soll ist eine bodenlose Frechheit und es scheint im Prinzip vollkommen unmöglich, das diesem filmischen Rotz laut IMDB ein Drehbuch zu Grunde liegen soll. Natürlich gibt es unzählige Filme von denen man das behaupten kann, doch der hier ins Bild gesetzte Rotz ist noch nicht einmal den Rohling wert, auf den man ihn gepresst hat. Das hat mit Trash oder gar einer Komödie nichts mehr zu tun, denn der Betrachter wird lediglich mit 70 Minuten sinnlosem Mist konfrontiert, der noch nicht einmal phasenweise den Anspruch auf eine Daseinsberechtigung beinhaltet. Mit Hai-Trash im eigentlichen Sinne hat die Chose dann auch gar nichts zu tun, denn was an dieser Stelle nach knapp 50 Minuten in Erscheinung tritt, spottet nun wirklich jeglicher Beschreibung.

Und wenn jetzt manch einer denkt das er sich verlesen hat kann ich ihn beruhigen, denn bei einer Netto Laufzeit von 70 Minuten passiert in den ersten 50 davon überhaupt nichts. Man wird lediglich mit den wenigen Darstellern konfrontiert, die fast selbstverständlich alle so aussehen, als wenn sie gerade einem Modejournal entsprungen sind. Sobald die Akteure den Mund aufmachen, sollte man sich als Zuschauer allerdings besser die Ohren zu halten, denn der verbal abgesonderte Unsinn ist größtenteils nur schwerlich zu ertragen. Diesen Aspekt kann man jedoch auch getrost auf das gesamte Szenario ummünzen, denn eher selten bekommt man einen Film präsentiert, in dem dermaßen viele vollkommen unsinnige und nicht notwendige Einstellungen zu sehen sind wie in vorliegendem Fall. Da wird beispielsweise die Kamera mehrere Minuten auf einen duschenden Jüngling gehalten, wobei sich alles auf dessen Six Pack fokussiert. Im Wechselspiel mit einer beobachtenden Dame der Gruppe ergibt sich so eine in die Länge gezogene Passage, die leider keinen Einzelfall darstellt. "90210 - Shark Attack in Beverly Hills" besteht im Prinzip nur aus solch befremdlich anmutenden Szenen die förmlich aneinander gereiht wurden und so keinerlei Filmvergnügen aufkommen lassen.

Was das Ganze dann überhaupt mit Haien zu tun hat ergibt sich wie schon kurz erwähnt erst in der zweiten Hälfte des Filmes, doch selbst die absolut hanebüchene Umsetzung einer grotesken Grundidee kann noch nicht einmal einen dezenten Schmunzler ins Gesicht des Betrachters zaubern. Spätestens zu diesem Zeitpunkt fühlt man sich dann völlig verarscht und kann es einfach nicht fassen, welchem Bodensatz in der heutigen Zeit eine DVD oder Blu-ray Veröffentlichung spendiert wird. Zudem soll dieser Grütze auch noch ein Budget von immerhin 1.000.000 $ zu Grunde liegen, doch ehrlich gesagt kann man noch nicht einmal ansatzweise erahnen, für was dieser Betrag aufgewendet wurde. Eventuell wurde das Geld ja für etwaige Schadensersatzklagen zurück gelegt, denn dies wäre die einzige logische Erklärung, wobei der Betrag dann aber auch nicht ausreichen würde.

Auch das sogenannte Schauspiel der Protagonisten fügt sich nahtlos in das gewonnene Gesamtbild ein, denn bis auf ein bisschen gut aussehen können die Jungs und Mädels rein gar nichts. Jede Laienspielgruppe hätte an dieser Stelle wohl mehr bewirken können, was allerdings nicht zum Rest dieses Mülls gepasst hätte. Und so gelangt man lediglich zu der Erkenntnis, das auch das Leben eines Rezensenten manchmal nicht so leicht ist und eine enorm hoch angesiedelte Schmerzgrenze Grundvoraussetzung dafür ist, das man manche Filme überhaupt bis zum Ende durchstehen kann. Womit wir dann auch beim einzigen positiven Aspekt angelangt wären, denn wenigstens hat das unsägliche Grauen nach 70 Minuten ein Ende und der erlösende Abspann setzt ein, weshalb man im Endeffekt dann zumindest seinen persönlichen Dank an die unfähigen Macher schicken kann, das sie diese Rotze nicht auf 90 Minuten gestreckt haben. Das wäre dann aber auch wirklich zu viel des Guten gewesen, denn selbst die größten Masochisten dürften bei "90210 - Shark Attack in Beverly Hills" Schwierigkeiten bekommen, die zugefügten schmerzen zu verkraften.


Fazit:


Im Normalfall müsste man bei der Punktvergabe den Minusbereich bemühen, denn diese auf Blu-ray gepresste Gülle hat noch nicht einmal einen Gnadenpunkt verdient.


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Re: horror's Reise durch die große Welt der Filme

Beitragvon horror1966 » 2. Sep 2015, 16:43

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'71 - Hinter feindlichen Linien
('71)
mit Jack O'Connell, Jack Lowden, Paul Popplewell, Adam Nagaitis, Joshua Hill, Ben Williams-Lee, Jonah Russell, Harry Verity, Peter McNeil O'Connor, Babou Ceesay, Sam Reid, James McArdle, Sam Hazeldine, Sean Harris
Regie: Yann Demange
Drehbuch: Gregory Burke
Kamera: Tat Radcliffe
Musik: David Holmes
FSK 16
Großbritannien / 2014

Belfast 1971 - Die Einheit des jungen englischen Soldaten Gary wird nach Nordirland beordert, um die örtliche Polizei bei einem Routineauftrag zu unterstützen. Doch gleich der erste Einsatz gerät völlig außer Kontrolle. Von seinen Kameraden getrennt, muss Gary vor den aufgebrachten Iren von nun an um sein Leben rennen. Nur durch die Hilfe einiger Einwohner erhält er die Chance, diesen zu überleben und zu seiner Einheit zurückzukehren. Allerdings wird Gary bei einem Bombenattentat schwer verletzt und findet Unterschlupf bei einer katholischen Familie. Und doch ist er noch nicht in Sicherheit: Die IRA ist ihm bereits dicht auf den Fersen.


Es ist manchmal schon erstaunlich, das qualitativ hochwertige Filme in Deutschland nicht in den Kinos laufen und somit lediglich für das Heimkino auf den Markt kommen. Der vorliegende Beitrag von Yann Demange ist nahezu ein Paradebeispiel dafür, denn aufgrund seiner Klasse hätte es "'71 - Hinter feindlichen Linien" definitiv verdient gehabt, auch in den Lichtspielhäusern gezeigt zu werden. Thematisch beschäftigt sich die Geschichte mit dem Nordirlandkonflikt, der wohl hauptsächlich den etwas älteren Semestern noch im Gedächtnis sein dürfte. Zeitlich gesehen befindet man sich dabei noch in den Anfangsjahren des Konfliktes und Demange erzählt in seinem ersten Spielfilm die Geschichte des jungen Soldaten Gary, der bei einem Routineeinsatz zwischen die Fronten gerät und von nun an gnadenlos gejagt wird. Die Umsetzung der Geschehnisse ist absolut brillant und die größte Stärke des Filmes ist sicherlich die extreme Authentizität, die von den erstklassigen Bildern ausgeht. Man merkt von Beginn an, das hier sehr viel Wert auf die Details gelegt wurde um dem Zuschauer ein möglichst realitätsnahes Szenario zu präsentieren, was letztendlich auch ganz hervorragend gelungen ist.

Insbesondere die Schauplätze mit den zerbombten Straßenzügen vermitteln dabei fast schon den Eindruck, als wenn man sich live am Ort des schrecklichen Geschehens befinden würde. Es gleicht fast einer Zeitreise zurück in die 70er Jahre, denn auch die Kleidung und die Frisuren der Protagonisten unterstützen das Gefühl, das man in der Zeit zurück gesprungen ist. Ein weiterer Pluspunkt ist die Erzählweise der Story, die einerseits ziemlich temporeich gestaltet ist, aber zu keiner Zeit in ein überladenes Action Szenario ausartet, in dem blind und wahllos um sich geballert wird. Dabei beinhaltet das Werk durchaus genügend Momente in denen es ordentlich zur Sache geht, nur wurde eben sorgsam darauf geachtet, das zu keiner Zeit der authentische Eindruck darunter leiden muss. So entfaltet sich dann mit zunehmender Laufzeit eine immer stärker ansteigende Intensität und die temporeiche Jagd nimmt auch den Betrachter vollkommen in Beschlag. Die Abläufe halten einen dermaßen bei Atem halten, das man für jede etwas ruhigere Phase regelrecht dankbar ist, um selbst einmal etwas Luft zu holen. Es ist so gut wie unmöglich an dieser Stelle nicht selbst schon fast ein Teil der Ereignisse zu werden, denn viel zu sehr ziehen einen die Abläufe in ihren Bann. Gleichzeitig empfindet man aber auch große Sympathie mit dem Hauptdarsteller, der hier eine absolut überzeugende Performance an den Tag legt und dem Ganzen so auch seinen persönlichen Stempel aufdrückt.

"'71 - Hinter feindlichen Linien" ist ein wirklich überragendes Stück Film, das den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute ohne Probleme für sich einnehmen kann. Selbst wenn einem der thematisierte Konflikt eher unbekannt sein sollte, kann man sich der von den Geschehnissen ausgehenden Faszination keinesfalls erwehren. Besonders wohlwollend erscheint auch der Aspekt, das an dieser Stelle einmal ein kriegsähnlicher Konflikt präsentiert wird, in dem einmal nicht der übliche Hollywood Helden Pathos mitschwingt und auch keinerlei Patriotismus zu verspüren ist. Vielmehr offenbart sich ein nüchtern realistisches Bild von Ereignissen, die die über drei Jahrzehnte andauernde Nordirland Problematik natürlich nur ankratzen können, aber dennoch einen tiefen und intensiven Einblick gewähren. Ein dramaturgisch erstklassig aufgebauter Spannungsbogen, hervorragend agierende Darsteller und jede Menge Tempo machen diesen Film zu einem echten Erlebnis, das auch nachhaltig im Gedächtnis hängen bleiben wird.

Yann Demange hat hier ein starkes und wuchtiges Stück Film auf den Weg gebracht, das jederzeit hart und kompromisslos erscheint, aber niemals den Weg der Realität verlässt. Keine reißerische und überzogene Action, sondern glaubwürdige und realistisch umgesetzte Abläufe sind die Stärken einer Geschichte, die man sich unbedingt anschauen sollte. Bei diesem Film kann man nun wirklich nichts falsch machen, denn sämtliche vorhandenen Zutaten wurden absolut perfekt miteinander verbunden, so das letztendlich ein durchgehend überragendes Gesamtbild entsteht.


Fazit:


Leider gibt es zu der hier behandelten Thematik nur relativ wenig vergleichbare Filme, wobei mir persönlich aber mit "50 Dead Men Walking" und "Im Namen des Vaters" immerhin zwei Werke spontan einfallen. Mit "'71 - Hinter feindlichen Linien" liegt nun ein weiterer sehenswerter Beitrag vor, der aufgrund seiner vorhandenen Qualität auch durchaus einen Kinostart verdient gehabt hätte.


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