Todestrauma - Jeffrey Obrow & Stephen Carpenter (1982)

Moderator: jogiwan

Todestrauma - Jeffrey Obrow & Stephen Carpenter (1982)

Beitragvon Blap » 21. Mär 2013, 23:44

Todestrauma

Bild

Originaltitel: The Dorm That Dripped Blood

Herstellungsland: USA / 1982

Regie: Jeffrey Obrow / Stephen Carpenter

Darsteller: Laura Lapinski, Stephen Sachs, David Snow, Pamela Holland, Kay Beth

The Dorm That Dripped Blood (USA 1982, Originaltitel: The Dorm That Dripped Blood)

Der Letzte macht (nicht nur) das Licht aus ...

Joanne (Laurie Lapinski) leitet die Entrümpelung eines in die Jahre gekommenen Studentenwohnheims, eine kleine Gruppe Helferlein steht ihr bei diesem Vorhaben zur Seite. Zwar könnte man die Ferien auf angenehmere Art verbringen, dennoch herrscht überwiegend gute Stimmung. Für Beunruhigung sorgt ein verwirrt aus der Wäsche glotzender Bursche (John Hemmit), welcher das Gelände trotz mehrfacher Aufforderung nicht verlässt, sich immer wieder dem Zugriff des Aufräumkommandos entzieht. Bald kommt es zu befremdlichen Vorfällen, Joanne und ihre Kommilitonen werden von unguten Gefühlen ergriffen. Wenig später schlägt zarte Angst in pures Grauen um ...

Jeffrey Obrow und Stephen Carpenter haben "The Dorm That Dripped Blood" mit wenig Geld und viel Herzblut inszeniert. Bewährte Zutaten bilden das Fundament für diesen Slasher aus den frühen achtziger Jahren. Das Ensemble besteht aus unverbrauchten Gesichtern, die Frischlinge machen ihren Job gut. Man vertraut auf bodenständige Charaktere, hat die dazu passenden Gesichter gewählt, vielleicht eher unscheinbar, fraglos sympathisch. Am gemäßigten Erzähltempo werden hektische Zuschauer wenig Freude haben, der geneigte Fan taucht mit Wonne in die typische "Achtziger-Campus-Slasher Atmosphäre" ein. Glaubt man den Angaben des Labels zu dieser Veröffentlichung, bekommen wir endlich die tatsächlich ungekürzte Fassung des Streifens zu sehen. Teils sind die Morde sadistisch ausgeführt, hinzu gesellen sich einfache -aber sehr effektive und liebevoll gemachte- Panschereien. Sicher wird mancher Betrachter den Killer vorzeitig ermitteln, aus meiner Sicht gelingt der Twist jedoch gut, vor allem das bitterböse Ende sorgt für dicke Ausrufezeichen!!! Ich lobte die Damen und Herren vor der Kamera bereits, weitere Auflistung der Truppe scheint mir unnötig, entsprechende Informationen sind im Netz verfügbar. Kurz möchte ich Laurie Lapinski hervorheben, die mit ihrer freundlichen Ausstrahlung sofort Punkte sammelt. In einer Nebenrolle ist Daphne Zuniga zu sehen, heute gefragte TV-Darstellerin in den USA.

In Deutschland wurde der Film unter dem Titel "Todestrauma" vermarktet (alternative Titel für den englischsprachigen Raum: "Death Dorm" und "Pranks"), bisher nur auf Tape, vielleicht erreicht uns irgendwann eine DVD oder gar BD. Dramtisch ist die Marktlage nicht, Synapse hat dem Flick eine ansprechende DVD/BD Combo spendiert. Das verwendete Material erweist sich als grobkörnig, zum Glück blieb der Filterwolf im Keller, die rohe Optik steht dem Werk sehr gut. Extras geben interessante Infos her, es gibt einen Audiokommentar von Obrow & Carpenter auf die Ohren, hinzu gesellen sich zwei Beiträge über Make-Up FX und Score, dort melden sich Matthew Mungle (FX) und Christopher Young (Musik) zu Wort. Sehr erfreulich, denn die herrlichen FX und der starke Score, haben diese zusätzliche Würdigung absolut verdient. Weiterhin lässt sich der Film nur mit Musik betrachten. Testet die Option, mit einfachem Equipment und geringen finanziellen Mitteln, hat Christopher Young großartige Arbeit abgeliefert (inzwischen ist er seit vielen Jahren ein gut beschäftigter Komponist, was ich nach dem Genuß von "Dorm" gut nachvollziehen kann).

Fans kommen auf ihre Kosten, Slasherkost für Liebhaber kleiner Filme. Gern ziehe ich 7/10 (gut), rate zum Kauf des Sets aus dem Hause Synapse films.


Lieblingszitat:

"This is no joke! The power is cut and the phone's dead!"
Das Blap™ behandelt Filme wie Frauen
Benutzeravatar
Blap
 
Beiträge: 4111
Registriert: 12.2009
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Todestrauma - Jeffrey Obrow & Stephen Carpenter (1982)

Beitragvon jogiwan » 9. Aug 2014, 09:25

Durchschnittlicher US-Slasher aus einer Zeit, in der derartige Filme mit immer ähnliche Konstellation und Handlungsablauf am Fließband produziert wurden. Hier ist es eine abgelegene Studentenunterkunft, die abgerissen werden soll und davor noch rasch während den Weihnachtsferien von einer Handvoll Studenten das verwertbare Inventar aufgenommen werden soll, als auf einmal schreckliche Morde geschehen. Und die Morde sind neben dem Spielfilm-Debüt von Daphne Zuniga auch das nennenswerteste an dem Streifen, der in der ungekürzten Fassung auch ein paar recht herbe Momente zu bieten hat, die dafür sorgten, dass der Streifen fast nur in gekürzter Fassung verfügbar ist. Ansonsten gibt es aber auch aufgrund der überschaubaren Darstellerriege nicht viel Neues an der Slasher-Front und wer die Art von Filmen mag, bekommt mit „The Dorm that dripped blood“ auch einen soliden Vertreter mit ein paar bösen Einfällen aber ohne viel Überraschungen präsentiert. Die US-Blu-Ray/DVD-Combo ist übrigens codefree, mittlerweile recht günstig zu bekommen und bietet das Vergnügen ungekürzt mit guter Bildqualität.
it´s fun to stay at the YMCA!!!



» Es gibt 1 weitere(n) Treffer aus dem Hardcore-Bereich (Weitere Informationen)
Benutzeravatar
jogiwan
 
Beiträge: 26345
Registriert: 12.2009
Wohnort: graz / austria
Geschlecht: männlich

Re: Todestrauma - Jeffrey Obrow & Stephen Carpenter (1982)

Beitragvon Tomaso Montanaro » 20. Mär 2017, 22:17

Solider, klassischer US-Slasher, der keines der üblichen Klischees auslässt aber in der hier gesehenen unrated-Fassung ein paar unerwartet derbe Szenen zu bieten hat. Oldschool Horror, wie man ihn sich wünscht, wenn man nach einem arbeitsamen Tag mit einem Bier vor der Glotze das Gehirn ausschalten möchte.

6/10 Punkten
Bild
Benutzeravatar
Tomaso Montanaro
 
Beiträge: 2878
Registriert: 06.2013
Wohnort: Am Abgrund!!!
Geschlecht: männlich

Re: Todestrauma - Jeffrey Obrow & Stephen Carpenter (1982)

Beitragvon sergio petroni » 21. Mär 2017, 19:08

Eine Handvoll Studenten wollen sich ein Zubrot verdienen und haben sich bereiterklärt,
ein abrißreifes Studentenwohnheim auszuräumen. Vierzehn Tage haben sie dazu Zeit.
Doch solange dauert es nicht, bis ein Killer den Trupp dezimiert. Wird das Wohnheim
zur Todesfalle für alle?

Tomaso hat Wort auch schon verwendet. "Solide" trifft es wohl ganz gut.
Weder innovativ noch mit überragenden Darstellern ausgestattet, schafft es
"Todestrauma" dank seiner Klasse-80er-Atmo und seiner teilweise überraschend
heftigen Kills gerade noch so über den Durchschnitt. Der Soundtrack ist
auch nicht schlecht, erinnert bisweilen aber stark an "Psycho" bzw. "Reanimator".
Der Veröffentlichung von Synapse liegt wohl eine über dreißig Jahre verschollen
geglaubte 35 mm Kopie zugrunde, die somit die einzige Unrated-Fassung weltweit
dieses Filmes darstellt.
Gerade noch so gibt's von mir 6/10.
DrDjangoMD hat geschrieben:„Wohl steht das Haus gezimmert und gefügt, doch ach – es wankt der Grund auf dem wir bauten.“
Benutzeravatar
sergio petroni
 
Beiträge: 4173
Registriert: 02.2013
Wohnort: im Schwarzen Wald
Geschlecht: männlich


Zurück zu "Amerika"


 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste

web tracker