Godzilla - Die Brut des Teufels / Ishirô Honda (1975)

Moderator: jogiwan

Godzilla - Die Brut des Teufels / Ishirô Honda (1975)

Beitragvon Theoretiker » 9. Jun 2014, 17:13

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Filmdaten:

Originaltitel: Mekagojira no gyakushu
Herstellungsland: Japan
Erscheinungsjahr: 1975
Regie: Ishirô Honda
Darsteller: Katsuhiko Sasaki, Tomoko Ai, Akihiko Hirata. u.a.


Handlung:

Der Film beginnt mit der Suche nach Wrackteilen des zerstörten Mechagodzilla im Pazifischen Ozean. Nach kurzer Zeit wird die Akatsuki, das U-Boot der Expedition, von einer überdimensionalen Flosse an die Wasseroberfläche gehoben und dort in zwei Teile gebrochen.

Bei der sogleich eingeleiteten Untersuchung geht man zunächst von einem riesigen Fisch aus, es kommen jedoch schnell Zweifel auf, ob ein Fisch, egal welcher Größe, eine derartige Katastrophe verursachen kann. Interpol-Chef Murakoshi und Biologe Ichinose befragen die Tochter des angeblich verstorbenen Wissenschaftlers Dr. Mafune, da sie die Vermutung hegen, ob nicht der vom Wissenschaftler Mafune entdeckte Titanosaurier dahinterstecken könnte.

Die Vermutungen häufen sich, als auch noch außerirdische Wesen vom Planeten Black Hole die Erde erobern wollen, mithilfe des Mechagodzilla Nr. 2, den diese Wesen selbst erbaut haben, um somit an die Weltherrschaft zu gelangen...


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Brut_d ... _King_Kong
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Re: Godzilla - Die Brut des Teufels / Ishirô Honda (1975)

Beitragvon Theoretiker » 9. Jun 2014, 18:36

Das Negative zuerst: Die Brut des Teufels ist mir etwas zu überfrachtet, außerdem sind die Monsterfights schlecht verteilt, da in der ersten Hälfte kaum etwas passiert.

Der Titanosaurier ist allerdings willkommene Abwechslung und die Alien-Outfits recht lustig anzuschauen. Der Gründe für
die Inavsion sind schon ziemlich drollig. Weil die Menschen die Erde durch Umweltzerstörung gefährden, sollen diese mittels Monsterkraft entsorgt werden. Dass das ethisch i-wie widersprüchlich ist und dabei auch mächtig viel zu Bruch geht, wird halt geflissentlich ignoriert.


Leicht überdurchschnittlicher Gozi-Streifen von Altmeister Honda - 6/10
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Re: Godzilla - Die Brut des Teufels / Ishirô Honda (1975)

Beitragvon karlAbundzu » 9. Jun 2017, 10:12

Wie und wann kamen eigentlich Konga und King Kong in den Titel, auf der DVD und auch woanders hat er ja den Beititel: Konga, Godzilla, King Kong. Nun, weder spielt der aus Macabros bekannte Menschenfrosch Konga mit, noch wird in diesem Film Mechgodzilla King Kong genannt, und meiner Meinung nach kam der unter den oben genannten Titel in den deutschen Verleih. Egal.
Nachfolger von KING KONG GEGEN GODZILLA, dessen Endkampf auch den Vorspann bestreitet. Die ausserirdischen (ich glaube, das sind andere: Jedenfalls verwandeln die sich nicht in Affen, sondern sehen unter der Menschenmaske eher zenrarbt aus) Besucher basteln Mecha wieder und besser zusammen, ein verbitterter Wissenschaftler schafft oder bringt ein eigentlich friedliches Dinosaurierwesen mit Hilfe seiner heimlich von den Ausserirdischen technisch verbesserten Tochter, Interpol, japanische Biologen und das Militär findet das nicht gut.
Mecha und Titano (eine Art Riesen-Seepferdchen mit Godzilla-Beinen) fallen über eine Stadt her, Godzilla geht das zu weit und er geht mal dazwischen. Es folgt ein wunderbarer Kampf zwischen den dreien, bei dem sich Godzilla durch 1A-Kickbox Moves auszeichnet und hübsches Rumgepose, Titano durch seine Niederträchtigkeit: Den am Boden liegenden Godzilla Tritte zu verpassen, ihn einzubuddeln und wie ein irisches Volkstänzer mit den Armen nach hinten drauf herumzutrampeln, zwischendurch immer wieder höhnisch zu, äh, lachen, tsetstetse. Mecha hat halt Strahlen und Raketen. Und einen abnehmbaren Kopf.
herrliches Suitmotion Gebalze halt, prima.
Neben der ersten Garde mit Honda an der Regi und Ifukube an der Orchestration (allerdings gibt es hier fast nur altbekanntes: Godzilla Marsch und -Schrei) gibt es hier auch den vielleicht bekanntesten Schauspieler der Showa-Staffel: Akihiko Hirata als fiesen Wissenschaftler, japanüblich inklusive schlechter Maske auf alt gemacht, nur echt mit Flicken an den Ellenbogen. Spielt er aber gut. Auch seine bionische Tochter Tomoko Ai spielt hier zwischen eiskalter Droidin und verknallter hin - und hergerissener junger Frau einprägsam. Die anderen bleiben in ihren Rollen eher blass, einige angedeutete Nebenstories um Eifersucht oder so werden einfach fallengelassen. Zu Bewundern gibt es noch einen Henry Silva Lookalike als Interpol-Agenten, der, wie in manchen Godzis, immer nach dem Motto agiert: Ha, ich fahr da mal hin, oder: Hoppla, jetzt komm ich. Yeah!
Insgesamt ein launiger Vertreter, der für mich persönlich, da ich mich in letzter Zeit wieder intensiver damit beschäftige, die sozialen oder politischen Ansätze, gerade anders als beim unmittelbaren Vorgänger, vermissen läßt.
Großer Spaß!!!!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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Re: Godzilla - Die Brut des Teufels / Ishirô Honda (1975)

Beitragvon Arkadin » 9. Jun 2017, 11:33

In „King Kong gegen Godzilla“ wurde der Riesenroboter MechaGodzilla vom Original zerstört und seine Einzelteile im Meer verstreut. In „Die Brut des Teufels“ macht sich zunächst ein japanisches U-Boot auf, diese Teile zu bergen. Doch die Mission endet jäh, als das U-Boot von einem geheimnisvollen Monster zerstört wird. Interpol-Agent Murakoshi (Katsumasa Uchida) und Biologe Ichinose (Katsuhiko Sasaki) hegen den Verdacht, dass hinter dem Unglück der Titanosaurus stecken könnte. Ein Fabelwesen, welches einst von Wissenschaftler Mafune (Akihiko Hirata) entdeckt wurde. Was keiner weiß: Da ihm damals niemand glauben wollte, macht Mafune nun gemeinsame Sache mit den Außerirdischen, deren Invasionsversuch im vorherigen Film von Godzilla vereitelt wurde. Nun steht ihnen aber außer einem neuen MechaGodzilla auch noch der Titanosaurus für ihre finsteren Pläne zur Verfügung. Dieser wird von Mafunes Tochter Katsura (Tomoko Ai) gesteuert wird. Kann Godzilla wieder einmal die Erde Erde retten?

Eine gewisse Melancholie erfasst einen, wenn man „Die Brut des Teufels“ anschaut. Was natürlich nicht vom Film induziert wird. Der ist wie fast immer ein Garant für gute Unterhaltung. Doch es ist das Ende eine Ära. Auch wenn dies zum Zeitpunkt seiner Entstehung noch niemand ahnen konnte. Nach dem durchaus erfolgreichen „King Kong gegen Godzilla“ kehrte der große Ishirō Honda auf den Regiestuhl zurück. Honda hatte 1954 den ersten „Godzilla“-Film inszeniert und blieb der Serie nicht nur bis Ende der 60er treu, sondern bracht noch zahlreiche andere Kaijū-Klassiker wie „ Die fliegenden Monster von Osaka“ (mit dem Flugsaurier Rodan), „Mothra bedroht die Welt“ (mit der gleichnamigen Riesen-Motte) oder „ Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht“ auf den Weg. 1970 hatten Honda mit „Monster des Grauens greifen“ an seinen bis dahin letzten Spielfilm gedreht. Für „Die Brut des Schreckens“ wurde er fünf Jahre später noch einmal zurückgeholt. Es sollte sein letzter eigenständiger Spielfilm bleiben. In den 80er und 90er Jahre arbeitete er ausschließlich als enger Mitarbeiter seines guten Freundes und Kollegen Akira Kurosawa.

Als eigentlich recht geschickten Schachzug brachten die Produzenten gleich noch MechaGodzilla wieder zurück. Jenes Monster, dass beim letzten Film so gut eingeschlagen hatte. Alle Zeichen standen also auf Erfolg. Doch die Rechnung ging nicht auf. Die große Zeit der Kaijū war vorbei. Daran konnten auch Godzilla, sein Schöpfer Ishirō Honda und der MechaGodzilla nichts ändern. Der Sinn der Leute stand nach härterem Stoff und nicht den kindlichen Freuden endloser Prügeleien zwischen Männern in Monsterkostümen. Selbst der Gag, das Drehbuch des Filmes mittels eines landesweiten Wettbewerb zu finden, wodurch die Gewinnerin Yukiko Takayama die einzige weibliche Godzillla-Autorin wurde, half. Der Film sank an der Kinokasse wie ein Stein. Gerade mal 980.000 Besucher wollten den neuen Godzilla-Film sehen. Das war ein neuer Minus-Rekord. Toho stellte daraufhin die Produktion von Monsterfilmen ein. Erst zu seinem 30jährigen Jubiläum sollte Godzilla in „Godzilla – Die Rückkehr des Monsters“ wieder aus der Versenkung auftauchen. Doch da waren dann schon neue Zeiten angebrochen.

„Die Brut des Teufels“ schließt direkt an „King Kong gegen Godzilla“ an. Zwar muss zwischen beiden Filmen einige Zeit vergangen sein – wie anders hätten die Außerirdischen ihren MechaGodzilla wieder zusammensetzen und von Dr. Shinji Mafune eine neue Steuerung einbauen lassen können? – doch die Handlung nimmt tatsächlich, wenn auch oberflächlich – Bezug auf den Vorgänger. Was gut und schlecht ist. Positiv wirkt sich die Rückkehr von MechaGodzilla aus und es ist schön, einmal eine gewisse Kontinuität innerhalb der Reihe zu sehen. Andererseits ist „Die Brut des Teufels“ quasi ein Remake des vorangegangenen Films, der sich ja auch schon kräftig in der Geschichte der Reihe bediente. So ist es wieder eine Invasion von Außerirdischen, die die Erde bedroht. Wieder bemächtigen sie sich eigentlich harmloser Monster und verwandeln sie in Berserker. Wieder werden Wissenschaftler entführt. Wieder taucht Godzilla aus dem Nichts auf, um den Tag zu retten. Alles wie gehabt und schon etwas zu oft gesehen. Kein Wunder, dass sich beim Publikum gewisse Ermüdungserscheinungen einstellten.

Dabei gibt sich Honda alle Mühe, die Reihe wieder auf einen neuen, alten Kurs zu bringen. Das quietschbunte der Jun-Fukada-Filme ist passé. Zwar versprüht MechaGodzilla noch immer vielfarbige Feuerstrahlen, aber der Look des Filmes ist eher sachlich trist. Gedeckte, blasse Farben herrschen vor und passen gut zu dem ernsthaften Ton, den Honda anschlägt. Wobei „ernsthaft“ selbstverständlich relativ gesehen werden muss. Die Geschichte ist noch immer hanebüchen und beste Sonntagnachmittag-Kater-Unterhaltung. Aber auf einen kindlichen Helden oder Slapstickeinlagen wurde erfreulicherweise verzichtet. Dafür gibt es einige Szenen, die man so zuvor noch in keinem Godzilla-Film gesehen hat. Sei es, dass jemand von blutigen Einschüssen förmlich durchsiebt wird oder – ein absolutes Novum! – kurz nackte Brüste zu sehen sind. Diese sind zwar offensichtlich aus Plastik, aber immerhin.

Für dies Konzentration auf eine erwachsenere Science-Fiction-Thriller-Handlung zahlt der Zuschauer dann aber auch einen Preis. Lange muss er warten, bis die Monster endlich ihre großen Auftritte haben. Das neue Ungetüm, Titanosaurus darf zwar schon zu Anfang sein hübsch-hässliches Seepferdchen-Haupt erheben, der Hauptdarsteller Godzilla (abgesehen von einem rasanten Zusammenschnitt des finales Kampfes aus „King Kong gegen Godzilla“, welcher die Brücke zwischen beiden Filmen schlägt) schaut allerdings erst vorbei, als der Film schon die Hälfte seiner Spielzeit hinter sich hat. Dann steht der große Grüne plötzlich mitten auf dem Kampffeld und gibt den beiden fremdgesteuerten Bösewichten saures. Dieses ausufernde Gekloppe geht dann auch bis zum Ende des Filmes, immer wieder unterbrochen und aufgelockert durch die Aktionen der menschlichen Darsteller, die versuchen, die außerirdische Invasion mit konventionellen Mitteln wie aus dem Agentenfilm zurückzuschlagen. Da kommt dann keine Langeweile auf und der Film steuert flott seinem Ende – und damit dem Ende der ersten Staffel zu. Und wenn am Ende Godzilla einsam in den Sonnenuntergang schwimmt, hat der Fanboy eine kleine Träne im Augenwinkel. Das Ende einer Ära.

Mit „Die Brut des Teufels“ endet die sogenannte Showa-Staffel mit den klassischen Godzilla-Filmen. Zudem ist es der letzte Spielfilm des Godzilla-Schöpfers und legendären Kaiju-Regisseurs Ishirō Honda. Dieser lenkt die Reihe wieder in ernsthaftere Bahnen, was die Reihe aber nicht vor dem Absturz an der Kinokasse und dem vorläufigen Exitus bewahren konnte. Schade, denn der gerade in der zweiten Hälfte sehr temporeiche Film liefert wieder gute Monsterunterhaltung und entfernt sich deutlich von der zuvor Einzug gehaltenen Infantilisierung.

Screenshots und DVD-Details: http://www.filmforum-bremen.de/2017/02/ ... s-teufels/
Früher war mehr Lametta
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Re: Godzilla - Die Brut des Teufels / Ishirô Honda (1975)

Beitragvon karlAbundzu » 12. Feb 2018, 12:48

Daher möchte ich hier ein Hohelied auf das Monster Titanosaurus singen:
Der Name ist ein wenig irreführend: Titan ist das Metall, aus dem sein Kampfpartner Mecha2 besteht und nicht er, er ist ein richtiger Saurier, entdeckt von Dr. Mafune (why does it hurt, when my heart misses the beat?) und auch von ihm kontrolliert.
Nicht zu verwechseln mit dem Titanosaurus, der mit seine 14 Arten vor circa 70 Mio Jahre lebte, allerdings an Land.
Klar, er wird von Dr. Mafune oder seiner Androiden-Tochter kontrolliert (auch mal ein Thema, die Möglichkeit der Liebe zwischen Mensch und Roboter, eine Reihe Brut des Teufels, Blade Runner, Star Trek TNG), aber wie elegant er erst unter Wasser die U-Boote angreift, wie er mit seiner mächtigen Schwanzflosse umgeht, ist fast tödlich tänzerisch.
Später an Land gegen Godzilla, der zwar auch mal im Wasser unterwegs ist, aber an Land besser vorankommt, ist einerseits sein zu langer Hals, als auch seine Seepferdchenhafte Anatomie hinderlich. Doch kann er wieder mit seiner mächtigen Schwanzflosse ordentlich WInd machen (wörtlich) und hat mit Mecha 2 zusammen sogar zeitweise Erfolg. Seine Lachanfälle bei Etappensiegen zwischendurch sind legendär. Auch legendär ist sein Tanz auf der Stelle, in der er Big G verbuddelte, eine Art irischen Reel im Soloformat. Der vor der Öffentlichkeit zurückgezogene Mafuse war anscheinend kulturell westeuropäisch interessiert.
Ein großartiger Gegner, Godzilla braucht letztendes tatsächlich Hilfe vom Militär und deren Supersonarwaffe, um als Sieger hervorzugehen. Unverständlich, dass dies sein einziger Auftritt blieb. Befreit von der Kontrolle des Mad Scientist und der Black Hole Ausserirdischen, wäre er auch ein guter Kampfpartner geworden. Aber er taucht nicht einmal in Final Wars auf, eins der wenigen Mankos bei dem 2004er Monsterbash.
Imer wieder gerne!
jogiwan hat geschrieben: solange derartige Filme gedreht werden, ist die Welt noch nicht verloren.
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