Killer Cop - Luciano Ercoli (1974)

Action, Crime, harte Cops, Gangster & Mafia

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Re: Killer Cop - Luciano Ercoli (1974)

Beitragvon jogiwan » 16. Okt 2011, 15:05

ich habs mal editiert und zusammengefasst! :)
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Re: Killer Cop - Luciano Ercoli (1974)

Beitragvon Bruno » 16. Okt 2011, 19:37

Super herzlichen Dank für den warmen Empfang im Forum. Finde es auch Klasse hier auf profunde Kenner zu stoßen. Es ist schade, das dieser Film nicht auf DVD verfügbar ist. Vielleicht findet sich ja ein Verleiher. Und das übrigens für alle Ercoli.Polizioteschi!
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Re: Killer Cop - Luciano Ercoli (1974)

Beitragvon buxtebrawler » 20. Sep 2013, 14:24

„Es ist viel wichtiger, Gehirn zu haben als schnelle Fäuste!“

„Killer Cop“ ist ein wieder einmal mit einem den Originaltitel und damit den Sinn verfälschenden „deutschen“ Namen versehener italienischer Poliziesco, der von Luciano Ercoli („Frauen bis zum Wahnsinn gequält“) im Jahre 1974 gedreht und im Jahr darauf veröffentlicht wurde.

Drogenfahnder Rolandi (Claudio Cassinelli, „Die weiße Göttin der Kannibalen“) durchsucht gerade ein Hotelzimmer, als ein junger Mann in die Lobby stürmt und einen Koffer zu entwenden versucht, in dem sich eine Bombe befindet. Der Portier glaubt ihm kein Wort, hält ihn für einen Dieb und entreißt ihm den Koffer in einer Rangelei. Kurz darauf detoniert der Sprengstoff und fordert viele Tote. Aufgrund der internationalen Relevanz des Falls wird der einen guten Ruf genießende Generalstaatsanwalt Di Federico (Arthur Kennedy, „Hexensabbat“) mit den Ermittlungen betraut, unter steter Beobachtung der Justizbehörde. Der wegen seines Respekts vor Schusswaffen in Misskredit geratene ältere Polizist und Freund Rolandis Luigi Balsamo (Franco Fabrizi, „Das Syndikat“) trifft per Zufall auf den jungen Mann aus der Hotellobby, der nervös eine Art Entschuldigung auf einen Zeitungsartikel zum Thema kritzelt, und verfolgt ihn. Er kann zwar entkommen, wird jedoch fortan von der Polizei gesucht. Balsamo gerät dadurch ins Kreuzfeuer der Hintermänner des Anschlags und Rolandi schaltet sich gegen den Wunsch Di Fredericos in die Untersuchungen ein…

Vor dem realen gesellschaftlichen Hintergrund seinerzeitiger terroristischer Anschläge in Italien schuf Ercoli einen typisch italienischen Kriminalfilm, der mitnichten von einem „Killer Cop“ handelt, sondern vielmehr von der Machtlosigkeit ehrbarer Polizisten angesichts eines korrupten Justizapparats und einflussreicher Strippenzieher im Verborgenen – wie der in etwa mit „Der Polizei sind die Hände gebunden“ übersetzbare Originaltitel „La polizia ha le mani legate“ verdeutlicht. Das tatsächliche Motiv für den Anschlag bleibt lange Zeit komplett im Dunkeln, obwohl von einer Art Verwechslung die Rede ist und man zwei an der Sache beteiligte Freunde des jungen Mannes kennenlernt. Das sorgt für reichlich Verwirrung auf Seiten des Zuschauers, insbesondere, wenn man selbst mit dem Schluss die exakten Hintergründe nicht erfährt. Was davon bewusstes Kalkül der Filmemacher war und was auf erzählerisches Unvermögen zurückzuführen ist, vermag ich nicht abschließend zu beurteilen. Irritierend wirkt sich zudem aus, dass die scheinbare Hauptrolle plötzlich aus dem Film gemordet wird – und man seitens der Polizei offensichtlich nicht nur von ihr erwartet, auch dann nicht vorerst kleinbeizugeben, wenn man mit einer Pistole bedroht wird.

Unmissverständlich zeigt „Killer Cop“ indes, wie Staatsanwaltschaft und Polizei teilweise gegen- statt miteinander arbeiten. Auch wurden die Charaktere sowohl der Exekutive als auch des kurzsichtigen, drogenabhängigen, nervösen jungen Bombenlegers recht detailliert herausgearbeitet, dargestellt von überzeugenden Schauspielern wie dem leider bei Dreharbeiten zu Sergio Martinos „Paco – Kampfmaschine des Todes“ ums Leben gekommenen Claudio Cassinelli, und trotz allem zieht sich ein angenehm dezenter Humor durch die Handlung. Wenn zum Ende dann nach vielen Hinweisen deutlich wird, weshalb man bei den Ermittlungsarbeiten mehr oder weniger auf der Stelle tritt, wird zumindest dieses Rätsel gelöst. Auf den dramatischen Aspekt um die Liebesaffäre des Kommissars hätte jedoch gern eine stärkere Gewichtung gelegt werden dürfen. Auch hätte man gern gesehen, worüber als finale Pointe lediglich eine Texttafel informiert.

Unterm Strich bleibt aber ein technisch versierter, intelligenter, kein Stück reaktionärer Poliziesco, der trotz seiner stellenweisen erzählerischen Unbedarftheit stets spannend bleibt und ein mulmiges Gefühl zurücklässt – zu dem Stelvio Cipriani einen seiner besten Soundtracks beisteuert.
Onkel Joe hat geschrieben:Die Sicht des Bux muss man verstehen lernen denn dann braucht man einfach viel weniger Maaloxan.

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Re: Killer Cop - Luciano Ercoli (1974)

Beitragvon reggie » 22. Sep 2013, 12:39

Tolles review, kann ich bestätigen ;)

Casinelli ist nicht der Typische haudrauf Kommisar, wie Merli und co. Schiesst nur aus Notwehr und dann nur ins bein. Vom Prügeln hält er erst recht nichts...
Die Story ist cool, eine gross angelegte Verschwörung im hintergrund und auch die Story um seine besten Freund dem Hasenfuß Kommisar wurde perfekt eingebunden.
Krass das Massaker im Hotel, geil gemacht!
Der Score ist auch supertoll!

Sollte man sich unbedingt besorgen!
9/10
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Re: Killer Cop - Luciano Ercoli (1974)

Beitragvon jogiwan » 14. Nov 2014, 22:37

Luciano Ercolis "La Polizia ha le mani Legate" aka "Killer Cop" im Februar 2015 auf Blaustrahl von RaroVideoUS

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